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Herbstrasendünger: Marken- & Produktübersicht

Viele Marken (Wolf, Neudorff, Compo, etc) bieten Herbstrasendünger an. Im Test geben wir einen Überblick & zeigen, welche Dünger sich gut ausbringen lassen.

Herbstrasendünger Plantura im grünen

Besonders im Herbst bietet es sich an, den Rasen zu düngen

Keiner Gartenpflanze wird wohl so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie unserem allseits beliebten Rasen. Die Pflege ist allerdings auch wichtig, da jeder Rasen ohne diese irgendwann verwahrlosen würde. Wer sich schon etwas mit der Rasenpflege auskennt, weiß, dass eine regelmäßige Düngung das A und O für einen saftig grünen Rasen ist. Ohne die regelmäßige Nährstoffzufuhr sind die Gräser nicht sehr konkurrenzstark gegenüber Unkraut und können keinen dichten grünen Teppich bilden. Viele Leser fragten uns außerdem, warum gerade im Herbst eine spezielle Rasendüngung notwendig ist? Neben dieser Frage wurde auch häufig nachgehakt, ob der Dünger zudem im Frühjahr oder Sommer benutzt werden kann? Diesen Fragen möchten wir hier erstmal auf den Grund gehen, bevor wir uns mit den Herbstrasendüngern der verschiedenen Marken im Detail beschäftigen.

1. Was macht den Herbstrasendünger so besonders?

Nun warum brauchen die Gräser denn einen speziellen Dünger in der kalten Jahreszeit? Die Herbstdüngung hat den Zweck, die Gräser vor dem Winter zu stärken. Schnee, Lichtmangel und Frost sind kein Zuckerschlecken für den Rasen. Ein schlecht gepflegter und unterversorgter Rasen wird im Frühjahr immer viel Zeit brauchen, um sich zu regenerieren und wieder in voller Pracht wachsen zu können (mal ganz abgesehen von der unansehnlichen braunen Farbe der Halme). Aus diesem Grund hat ein Herbstdünger eine spezielle Nährstoffformulierung, damit die Pflanzenzellen vor dem Winter gestärkt werden.

Zentral ist dabei der Nährstoff Kalium. Kalium ist gerade für die Überwinterung so wichtig, da es zum einen die Frosttoleranz erhöht und zum anderen das Gewebe der Pflanzen stärkt. Gleichzeitig sollte der Dünger eine relativ niedrige Stickstoffkonzentration haben, da ein großes Stickstoffangebot vor dem Winter schlecht ist. Denn dadurch wird das Wachstum angeregt und die neu gebildeten Halme sind anfälliger für Frost und Kälte. Manche Hersteller lösen das Problem, indem der Stickstoff in einer bestimmten Formulierung hinzugegeben wird. Die Pflanzen können den Nährstoff dann nur langsam aufnehmen und sind so bis zum Saisonbeginn im nächsten Frühling gut versorgt. Aber ist dieser Dünger trotz der speziellen Nährstoffzusammensetzung auch für den Frühling oder Sommer geeignet? Wir von Plantura sind der Meinung, dass es durchaus möglich ist. Zwar würde sich ein normaler Rasenlangzeitdünger in der Saison besser eignen, aber es ist besser, den Rasen mit einem Herbstdünger zu düngen als gar nicht!

Rasen mit Herbstlaub

Im Herbst ist eine spezielle Düngung wichtig, um den Rasen winterfest zu machen. [Foto: Karen RoeCC BY 2.0]

Aufgrund des hohen Kaliumanteils müssen Sie sich auch keine Sorgen machen. Die Gräser haben damit auch im Frühling oder Sommer kein Problem. Im Herbst sollte die Düngung übrigens am besten Mitte Oktober erfolgen, zu diesem Zeitpunkt erfolgt in der Regel auch die letzte Düngung auf Golfplätzen. Wenn Sie generell Fragen zur Rasenpflege haben, egal ob zum Thema Vertikutieren, Mähen oder Saatgutwahl, dann sind Sie hier richtig.

2. Herbstdünger für den Rasen im Überblick

Da nun die wichtigsten Grundlagen geklärt sind, können wir uns jetzt ganz den Produkten widmen. Die Herbstrasendünger der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich teilweise erheblich in ihren Inhaltsstoffen. Da gibt es organische und mineralische Dünger; teilweise enthalten diese Eisen für die Moosbekämpfung oder auch Schwefel. Damit Sie die richtige Düngerwahl treffen können, haben wir uns die Herbstdünger mal genauer angeschaut. Allen Dünger ist gemein, dass sie granuliert sind. Dadurch gibt es keinen nervigen und teilweise auch gesundheitsschädlichen Düngerstaub. Auch sind alle vorgestellten Dünger, bei trockener, lichtgeschützter und frostfreier Lagerung, sehr lange haltbar. Es lohnt sich also durchaus, größere Mengen auf einmal zu kaufen, da gerade preislich größere Gebinde von großem Vorteil sind.

Folgende Herbstrasendünger haben sich bei uns im Garten bewährt:

Organische Herbstrasendünger

Wir starten zuerst mit den organischen Düngern von Neudorff, Cuxin und WOLF. Hier sollte allerdings noch erwähnt werden, dass alle organischen Dünger eine Langzeitwirkung haben. Die Nährstoffe müssen im Boden erst umgewandelt werden, damit die Pflanze nach und nach alle Nährstoffe aufnehmen kann.

  • Azet Herbstrasendünger (Neudorff)

Der biologische Herbstrasendünger Azet von Neudorff enthält alle wichtigen Nährstoffe und zeichnet sich durch seine zugesetzten Mikroorganismen aus. Dazu zählen auch sogenannte Mykorrhiza Pilze, die dem Rasen bei der Nährstoffaufnahme unterstützen. Für den erhöhten Kaliumanteil ist hier entzuckerte Rübenmelasse verantwortlich.

-NPK (7-3-10)
-Gebinde: 5; 10; 20 kg
-mittel bis hochpreisig

Der organische Dünger von WOLF mit dem technischen Namen NR-H ist vor allem für Leute interessant, die auf tierische Bestandteile beim Gärtnern verzichten wollen. Der Dünger ist nämlich komplett auf pflanzlicher Basis hergestellt. Dafür wird bei diesem Dünger auf die Angabe von der Nährstoffzusammensetzung verzichtet. Das muss aber nicht unbedingt negativ sein, da biologische Dünger durch die natürlichen Zutaten immer gewissen Schwankungen unterliegen. Geworben wird auch hier mit einem erhöhten Kaliumanteil.

-NPK (unbekannt)
-Gebinde: 3,4; 10,8; 18,9 kg
-mittel bis hochpreisig

Wissenswertes zu organischen Düngern:

Bei beiden Herstellern werden ungefähr 50 Gramm Dünger für einen Quadratmeter Rasen benötigt. Neben dem organischen Dünger gibt es auch die mineralische Form. Eigentlich zeichnet dieser Dünger sich dadurch aus, dass er direkt von den Pflanzen aufgenommen wird und bei zu hoher Dosierung zu Verbrennungen an den Pflanzen führen kann. Die speziellen Rasendünger haben dieses Problem in der Regel aber nicht.

Mineralische Herbstrasendünger

  • Floranid Herbst-Rasen Langzeit-Dünger (Compo)

Ein Vertreter der mineralischen Dünger ist Floranid von Compo. Der Dünger enthält neben Stickstoff und Kalium auch Magnesium. Da Magnesium bei einer starken Kaliumdüngung schlechter vom Rasen aufgenommen wird, kann eine extra Dosis nicht schaden! Außerdem liegt der Nährstoff Stickstoff so vor, dass er nur langsam von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Dadurch ist der Rasen optimal bis zum Frühling versorgt und Verbrennungen sind fast ausgeschlossen.

-NK (14-19)
-Gebinde: 1,5; 3 kg
-hochpreisig

  • LK-MU Herbstrasendünger (Wolf)

Ein weiterer mineralischer Dünger mit einem hohen Anteil von Kalium und Stickstoff kommt aus dem Hause WOLF.  Der Dünger LK-MU ist das Gegenstück zum biologischen Dünger NR-H von WOLF. Von der Zusammensetzung her ähnelt er recht stark dem Dünger von Compo, denn auch hier ist extra Magnesium enthalten. Der Stickstoff im LK-MU Dünger wirkt teilweise sofort und teilweise über einen langen Zeitraum.

-NK (19-19)
-Gebinde: 2,5; 6,25; 10 kg
-mittel bis hochpreisig

  • Substral Herbstrasendünger (Substral / Celaflor)

Bei den Herbstrasendüngern darf natürlich auch nicht Celaflor von der Firma Substral fehlen. Der Dünger hat ein ausgeglichenes Nährstoffverhältnis ähnlich wie bei der Firma Neudorff. Zusätzlich enthält er Eisen, wodurch das Mooswachstum unterdrückt wird.

-NPK (6-5-10)
-Gebinde: 12,5 kg
-mittel bis hochpreisig

  • Beckmanns’s Herbstrasendünger (Beckmann)

Ein Dünger, der fast genau die gleichen Nährstoffe enthält, stammt von der Firma Beckmann. Der Dünger aus der Serie Im Garten hat auch wie der Dünger von Celaflor einen relativ geringen Stickstoffanteil, der keine langfristige Wirkung aufweist. Hier muss also zeitig im Frühjahr nachgedüngt werden. Dafür enthält er Eisen und Schwefel. Das Eisen hilft auch hier gegen Moosbefall, Schwefel und die Schneeschimmel-Krankheit.

-NPK (6-5-12)
-Gebinde: 5; 25 kg
-mittlere Preisklasse

  • Park Herbstrasendünger (Aldi)

Abschließend haben wir uns noch dazu entschlossen, eine Hausmarke aus einem Discounter näher unter die Lupe zu nehmen. Dabei ist die Entscheidung auf Aldi und die Eigenmarke Park gefallen. Dabei hat uns das breite Nährstoffangebot in dem mineralischen Dünger positiv überrascht. Neben einem hohen Kaliumanteil und schnell sowie langsam wirkenden Stickstoff beinhaltet der Dünger auch Eisen, Schwefel und Magnesium. Er beugt also auch gegen Moos und die Schneeschimmelkrankheit vor.

-NPK (10-5-20)
-Gebinde: 5 kg
-mittlere Preisklasse

Wissenswertes zu mineralischen Düngern:

Da mineralische Dünger oft eine höhere Nährstoffkonzentration aufweisen, muss von diesen auch weniger pro Quadratmeter gestreut werden. In der Regel reichen 25-30 Gramm für einen Quadratmeter völlig aus. Vielleicht ist Ihnen bei den beiden mineralischen Düngern von Compo und WOLF auch aufgefallen, dass gar kein Phosphat enthalten ist. Phosphat ist zwar ein essentieller Pflanzennährstoff, aber in der Herbstzeit ist eine extra Phosphatdüngung normalerweise nicht wichtig. In der Regel stellt der Boden selbst genug von dem Nährstoff zur Verfügung. Damit die Gräser nach der Düngerausbringung gleichmäßig wachsen, muss der Dünger auch gleichmäßig verteilt werden. Bekommt eine Stelle mehr oder weniger Dünger ab, wird sich das früher oder später im Wachstum zeigen und die Halme können unterschiedlich schnell in die Höhe wachsen. Deswegen raten wir von der Düngung per Hand ab. Für eine perfekte Düngerverteilung und Wirkung empfehlen wir, einen Streuwagen zu verwenden. Durch den Einsatz eines Streuwagens kommt immer genau so viel Dünger auf den Rasen, wie benötigt wird. Fast alle Düngerhersteller haben auf ihren jeweiligen Produkten auch angegeben, welche die richtige Einstellung für den jeweiligen Streuwagen ist. Generell sollten die Produkthinweise auf dem Dünger immer genau gelesen werden. Viele Anwendungshinweise sind sehr hilfreich.

3. Fazit: Herbstrasendünger

Egal ob hochwertiger biologischer oder mineralischer Dünger, alle hier vorgestellten Dünger haben ihre Daseinsberechtigung. Beim Kauf sollte immer das größte Gebinde gekauft werden, denn dann kann viel Geld gespart werden.

Vorweg muss erstmal gesagt werden, dass guter Rasendünger nun mal seinen Preis hat. Auch der relativ günstige Herbstrasendünger von Aldi ist verglichen mit 0815-Düngern, immer noch relativ teuer. Da Rasen aber bestimmte Anforderung hat, wie zum Beispiel eine gleichmäßige Nährstoffversorgung über einen langen Zeitraum, kann kein billiges Blaukorn für die Rasenpflege benutzt werden. Sparen Sie hier bitte nicht an der falschen Stelle. Gerade der Rasen ist das Aushängeschild eines jeden Gartens. Deswegen lohnt es sich auch, für die Rasenpflege ein paar Euro mehr auszugeben und den „Premiumdünger“ zu kaufen.

Grashüpfer auf Grashalm

Auch kleinere Gartenfreunde kommen gerne zu Besuch [Foto: Px4u by Team Cu29CC BY 2.0]

Für welchen Dünger sie sich letztendlich entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Möchten Sie Ihren Garten ökologisch bewirtschaften und auf mineralischen Dünger verzichten, können sie sowohl den Azet Herbstrasendünger von Neudorff als auch den NR-H Dünger von WOLF benutzen. Beides sind qualitativ hochwertige Dünger. Bei den mineralischen Düngern sind Floranid von Compo und LK-MU von Wolf aufgrund des hohen Stickstoffgehalts hervorzuheben. Da der Stickstoff nur langsam von den Pflanzen aufgenommen wird, ist hier eine besonders lange Düngerwirkung zu erwarten. Ob der relativ hohe Kaliumanteil einen besseren Winterschutz bietet, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Der Herbstdünger von Substral und Beckmann sollte verwendet werden, wenn Moos Probleme macht. Speziell bei Schneeschimmel helfen aber nur die Produkte von Beckmann und Aldi, da hier auch Schwefel enthalten ist. Wir sollten an dieser Stelle vielleicht nochmal hervorheben, dass der Dünger von Aldi sehr gute Inhaltsstoffe beinhaltet, auch wenn es sich um ein Discounterprodukt handelt.

Dominic

Ich studiere Gartenbauwissenschaften und gehöre natürlich den passionierten Hobbygärtnern an. Meine ersten Wassermelonen habe ich bereits im Alter von 7 Jahren geerntet. Momentan finde ich Themen in Bezug auf die Interaktion von Pflanzen mit anderen Lebewesen und der Umwelt besonders interessant.
Mein Lieblingsobst: Ganz klar Avocados
Mein Lieblingsgemüse: Eigentlich alles, außer Rosenkohl

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