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Radieschen: Herkunft, Anbau und Pflege der beliebten Wurzel

Radieschen stehen im Sommer ganz oben auf unserem Speiseplan. Die Wurzel wächst auch bestens im eigenen Garten. Erfahren Sie alles über Anbau und Pflege.

knackige und saftige Radieschen aus dem eigenen Garten.

Frisch geerntete Radieschen aus dem eigenen Garten sind saftig und knackig. [Foto: sand_and_skyCC BY-SA 2.0]

Wer das Wort radix noch kennt, hat meistens schlechte Assoziationen an seine Schulzeit und seinen Mathelehrer. Dennoch steht das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), dessen Wurzel diesem Gemüse den Namen gab, ganz oben in der Beliebtheit in den Sommermonaten. Botanisch gesehen gehört das Radieschen, auch Radies genannt, zu der Familie der Kreuzblütengewächse. Zu diesen zählen unter anderem auch das Kohlgemüse.

Die schmackhafte leicht scharfe Wurzel hat noch keine sonderlich lange Tradition. Denn erst im 16 Jahrhundert tauchte die Wurzel in den Geschichtsbüchern auf. Woher sie stammt ist bis heute unklar.

Radieschen anbauen

Der Anbau von Radieschen macht einfach nur Spaß. Egal, ob jung oder alt: die Pflanzen wachsen schnell und schon kurz nach der Saat können auch bereits die ersten kleinen Wurzeln geerntet und vernascht werden.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Radieschen anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Vor der Pflanzung sollten man für ausreichend Nährstoffe im Boden sorgen. Ist die Pflanze unterversorgt, quittiert sie dies dem Hobbygärtner mit einer winzigen Wurzelknolle. Deshalb sollte man stets etwas guten Kompost vor der Pflanzung in das Beet einarbeiten. Will man Radies im Blumentopf auf der Terrasse oder dem Balkon kultivieren, sollte man eine gute Qualitäts-Blumenerde verwenden.

Der Standort kann sonnig bis halbschattig gewählt werden. Will man Radieschen im Hochsommer anbauen, sollte man lieber einen halbschattigen Ort bevorzugen.
Im April kann man an einem geschützten Standort mit der Aussaat beginnen. Bei Frost sollten die Pflanzen mit einer Folie oder einem Flies abgedeckt werden. Um das ganze Jahr über frische Radieschen ernten zu können, kann Satzweise gesät werden. Allerdings muss hierfür Saatgut verschiedener Sorten verwendet werden. Für eine Aussaat im Sommer eigenen sich nur Sommersorten. Samen von Radieschen sollten etwa 1cm tief gesetzt werden. Am besten drückt man die Erde auch leicht an, damit Regen oder Wind das Saatgut nicht verteilt. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte 5cm betragen und 15-20cm zwischen den Reihen.
Düngen sollte man Radieschen nur äußerst sparsam und vor allem nicht mit Stickstoff. Denn die Pflanze reichert bei einer Stickstoffüberversorgung schnell Nitrat an. Viel wichtiger ist es, die Pflanze stets mit ausreichend Wasser zu versorgen. Nur so kann man nach einigen Wochen große und knackige Radieschen ernten.

Wir empfehlen folgende Produkte:

  • Cuxin Naturdünger Gemüse: Organischer Grunddünger mit Langzeitwirkung für die umfassende Versorgung von Nährstoffe aller Gemüse.
  • Floragard Bio Mini Garten: Bio-Allround-Erde mit abgesiebten Grünschnittkompost, ohne Torf. Zur Pflanzung verschiedenster Blüh- und Zierpflanzen, sowie zur Anzucht von Gemüse. Der Dünger Flora Bio-Mix sorgt für eine reiche Ernte.
  • Thermo-Gartenvlies: Optimal um Ihre Pflanzen im Winter vor Kälte und Frost zu schützen. Individuell zuschneidbar.

Beliebte Sorten

Traditionell werden Radieschen in Sorten für den Frühjahrs-/Herbstanbau und den Sommeranbau eingeordnet. Zusätzlich kann man die knackige Knolle auch in unterschiedliche Farb- und Formtypen aufteilen. Es gibt weiße, gelbe, rote, violette und mehrfarbige Sorten. Die Form reicht von kugelrund, über länglich-konisch bis hin zu stark konisch.
Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Radieschen: die richtige Sorte zum Anbauen wählen.

  • Albena: optisch auffällige Sorte mit schneeweißen, runden Knollen; bester Geschmack; Frühjahrs-/Herbstsorte.
  • Eiszapfen: bewährt mit toller Optik; die schneeweißen, zapfenförmigen Wurzeln haben einen exzellenten Geschmack; für den ganzjährigen Anbau geeignet. (Synonym: Vitus)
  • French Breakfast 3: optisch sehr ansprechende Sorte mit länglichen Knollen, die im unteren Drittel weiß gefärbt sind; schnellwüchsige und bewährte Sommersorte; milder, aromatischer Geschmack.
  • Icicle: längliche, weiße, rettichartige Knolle (ähnlich wie Eiszapfen); guter Geschmack; für den Ganzjahresanbau geeignet.
  • Riesenbutter: runde, großknollige Sorte mit klassischer Färbung; Sommersorte, die auch für den Herbst gut geeignet ist.
  • Saxa 3: frühreife und wüchsige Sorte mit scharlachroten, runden Knollen; ebenfalls gut für die Kultur auf der Terrasse oder dem Balkon geeignet.
  • Viola: besonders auffällige violette und runde Knollen; aromatisch und saftig; für den ganzjährigen Anbau geeignet.
  • Zlata gelb: optisch auffällige Sorte, da die Früchte tief gelb sind; milder Geschmack und knackige Textur; schossfest und kann ganzjährig kultiviert werden.

Ernte und Lagerung von Radieschen

Je nach Jahreszeit brauchen Radieschen etwa 4-8 Wochen bis zur Ernte. Hat man Radieschen reihenweise gesät, sollte man bereits früh mit der Ernte beginnen, wenn die Wurzeln noch klein sind. Ansonsten kann es schnell passieren, dass man nicht mehr mit der Ernte bzw. dem Verzehr hinterherkommt. Radieschen sollten nämlich nicht zu lange wachsen. Bei sehr großem Radies kann es sein, dass das Äußere des Fruchtfleisches faserig wird.

Bei der Ernte sollte man aufpassen, dass man die Wurzeln nicht verletzt. Dies reduziert die Haltbarkeit deutlich. Einmal geerntet, können Radieschen einige Tage im Kühlschrank gelagert werden. Hierzu entfernt man das Laub und schlägt die Radieschen in ein feuchtes Küchentuch ein. Dies ist eigentlich auch die einzige (kurzfristige) Konservierungsmethode. Beim Einfrieren verlieren die Wurzeln ihre knackige Konsistenz.

frische Radieschen in der Küche richtig lagern

Will man Radieschen lagern, sollte man tunlichst das Grün entfernen. [Foto: Jan SmithCC BY 2.0]

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Mit weniger als 15kcal pro 100g ist die Wurzel sehr kalorienarm und auch bestens während einer Diät geeignet. Die Ballaststoffe sorgen zusätzlich für ein Sättigungsgefühl. Radieschen enthalten vor allem Vitamin C, geringe Mengen an Vitamin B/B9 sowie Mineralstoffe in ausgewogenem Maße. Hierzu zählen Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen.

Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthalten die Radieschen Senföle (Senfölglykoside) die auch für die scharfe Note verantwortlich sind. Diesen sekundären Pflanzenstoffen wird eine antibakterielle, antimykotische (pilzhemmende) und verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben.

frische Radieschenernte mit Salz

Am besten genießt man Radieschen pur mit etwas Salz. [Foto: Jeremy KeithCC BY 2.0]

Die Verwendung von Radieschen in der Küche sind begrenzt. Denn die knackige Wurzel wird ausschließlich als Rohkost verzehrt. Entweder als schneller Snack für Zwischendurch, als Zutat im Salat oder als Beilage für Brotzeitteller. Besonders in Bayern darf auf einer Brotzeitplatte im Biergarten die scharfen Würzelchen nicht fehlen. Am besten genießt man Radies mit etwas Salz und (wer mag) zusammen mit Wurst und Käse.

Schädlinge und Krankheiten

Wie einige Leser bereits vermuten, können die klassischen Kohlkrankheiten die Radieschenpflanzen befallen. Hierzu zählen Kohlfliege, Erdflöhe und der Kohlweißling. Auch zwei Pilzkrankheiten können Problem bereiten: die gefürchtete Kohlhernie, die wucherartiges Verdicken der Wurzeln zur Folge hat und die Rettichschwärze, bei der sich die Radieschen von außen her schwarz verfärben. In beiden Fällen sollten die Pflanzen im Restmüll vernichtet werden. Am selben Standort sollten für mindestens 4-5 Jahre keine Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler angebaut werden.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

 

Felix

Ich bin studierter Wirtschaftsingenieur, aber im Herzen schon immer ein begeisterter Hobbygärtner. Seit über zehn Jahren baue ich Obst und Gemüse im eigenen Garten an, dabei liegt meine Leidenschaft vor allem bei seltenen und besonderen Sorten.
Lieblingsobst: Rotfleischige Pfirsiche und Pluots (Kreuzung Aprikose und Pflaume)
Lieblingsgemüse: Palmkohl, Tomaten und Kardonen

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