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Rasen ausbessern & reparieren: Alternativen zum Rasenerneuern

Mit den Jahren kann der Rasen sichtlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Wir zeigen praktikable Methoden zum Erneuern der Rasenfläche.

Bevor man seinen Rasen nachsät, ausbessert oder neu anlegt, sollte zuerst geklärt werden, was die Ursache für den vorliegenden Schaden ist. Denn teilweise reicht es völlig aus, ein bisschen zu flickschustern und manchmal lohnt es sich sogar, den Rasen lieber gleich neu anzulegen.

Rasen erneuern: Kostspielig und aufwendig

Das Neuanlegen eines Rasens ist sehr aufwendig. Der Boden muss mühevoll für eine neue Aussaat vorbereitet werden, es muss neu gesät und anschließend aufwendig bewässert werden. Je nachdem, ob man sich für die Neuaussaat, für Rollrasen oder dazu entscheidet, den Rasen lieber professionell neu anlegen zu lassen, kann das Ganze ziemlich kostspielig werden. Doch nicht immer ist eine vollständige Neuanlage des Rasens notwendig. Viele Schäden können auch durch Reparaturen behoben werden.

Was ist bei welcher Art von Schäden zu tun?

  • Einzelne Kahlstellen:
    Sie entstehen durch Spielaktivitäten, durch Trampoline oder Fußballtore, aber auch durch Trockenheit oder Staunässe. Bei einzelnen Kahlstellen lohnt es sich manchmal, diese Teilflächen abzugrenzen, den alten Bewuchs zu entfernen und dort lokal neu zu säen. Als kleine Düngergabe arbeiten Sie etwas Komposterde in die neue Rasenstelle ein. Bei schwerem Boden mischen Sie den Kompost mit etwas Sand. Nun säen Sie an dieser Stelle Ihre ursprüngliche Rasenmischung oder eine Nachsaat- oder Reperatursaatmischung. Ist das Rasensäen schon länger her, können Sie hier nachlesen, wie man Rasen richtig aussät. Wenn es schneller gehen soll, können die schadhaften Stellen auch einfach abgelöst und die alte Grasnarbe entfernt werden. Dafür unterfahren Sie den Boden mit einem Spaten etwa zwei Zentimeter tief. Die alte Rasensode geben Sie auf den Kompost. Nun können Sie fertigen Rollrasen passend zurechtschneiden und in die leere Rasenstelle einsetzen.
  • Vernachlässigter, mit Kahlstellen versehener Rasen:
    Typischer Fall zum Nachsäen. Wie Sie dazu am besten vorgehen, erklären wir weiter unten im Artikel.
  • Mulden, Löcher und Unebenheiten:
    Oft entstehen sie, wenn man bei der Rasenanlage zwischen dem Umgraben und Säen nicht lange genug gewartet hat, bis sich der Boden abgesetzt hat. Zu Beginn sind sie noch klein und unauffällig, aber weil sich immer Wasser darin staut und der Rasen dort ungleichmäßig gemäht wird, werden die Mulden mit den Jahren immer lästiger. Handelt es sich um einige kleine Unebenheiten, ist keine Neuanlage des Rasens notwendig. Die Löcher können von Hand repariert werden. Dominieren die Unebenheiten die Rasenfläche, beispielsweise weil der Boden vor der Rasenanlage nicht planiert und eingeebnet wurde, kann sich eine Neuanlage der Rasenfläche durchaus als sinnvoll erweisen.
  • Verunkrautung und Moos:
    Besteht Ihr Rasen zu einem überwiegenden Teil aus Unkräutern und ist eventuell zusätzlich noch mit Moos übersät, ist eine Neuanlage des Rasens langfristig oft die beste Lösung. Stellen Sie vor Ihrer endgültigen Entscheidung jedoch sicher, um welche Unkräuter es sich handelt. Je nachdem ob es sich um ein- oder zweijährige, tief- oder flachwurzelnde Unkräuter handelt, kann die Verunkrautung auch anderweitig beseitigt werden.
  • Maulwurf- oder Wühlmaushügel:
    Wühlmäuse können im Notfall mit Fallen geködert werden, Maulwürfe gehören aber zu den geschützten Arten und dürfen deshalb nur vertrieben werden. Hunde und Katzen helfen dabei, denn sowohl Maulwürfe als auch Wühlmäuse fühlen sich von ihnen gestört. Ebnen Sie die Hügel mit Stiefel und Rechen nach dem Winter ein uns säen Sie nach.

Rasen reparieren und ausbessern: Möglichkeiten und Anleitungen

Rasen reparieren: Sprays und Mischungen zum Nachsäen im Test

Der sogenannte und oft beworbene Sprührasen, der das Nachsäen so einfach aussehen lässt, hält leider nicht, was er verspricht. Im Praxistest erwiesen sich einige dieser Produkte als schlecht funktionierende, schwierig zu dosierende Sprays mit hohem Anteil an nicht keimfähigem Saatgut. Häufig lässt sich anhand der Produktbeschreibungen nicht einmal nachlesen, um welche Gräserarten und -sorten es sich handelt, obwohl eine erfolgreiche Nachsaat des Rasens entscheidend vom richtigen Saatgut abhängt. Schlussendlich bewahrheiteten sich die getesteten Produkte als überteuerter Marketingtrick.

Für die Nachsaat ist das ursprünglich verwendete Saatgut nur bedingt geeignet, da darin meist schnell und langsam auflaufende Gräser kombiniert sind. Bei der Nachsaat ist das schnelle Auflaufen der Saat wichtig, weshalb es sich lohnt, eine spezielle sogenannte Nachsaat- oder Reparatur-Saatgutmischung zu kaufen. Achten Sie bei der Auswahl eines entsprechenden Produkts darauf, dass es Grasarten und -sorten enthält, die konkurrenzstark sind und eben schnell auflaufen. Bestenfalls sind diese Gräser auch noch sehr belastbar, wodurch die vorher kaputte Stelle neuen Belastungen besser standhalten kann und es dann nicht wieder zu Kahlstellen kommt. Das deutsche Weidelgras (Lolium perenne) ist mit seiner sehr kurzen Keimzeit von nur ungefähr acht Tagen ein sehr gutes Beispiel für ein derartiges schnellauflaufendes und widerstandsfähiges Gras, das oft in Nachsaat-Mischungen verwendet wird.

Folgende Rasensamen haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Cuxin Rasensamen Schatten: Rasensamen (80%) und organischer NP-Dünger (20%) zur Anlage und Wiederherstellung eines kräftigen Rasens auf schattigen Plätzen und trockenen Böden.
  • Cuxin Rasensamen Sport & Spiel: Rasensamen (80%) und organischer NP-Dünger (20%) zur Anlage und Pflege eines feinblättrigen und robusten Rasens, der stark belastbar ist.
  • Cuxin Nachsaat: Rasennachsaat, die schnell Lücken schließt und zu einem dichten Rasenteppich wächst.

Rasen ausbessern: Der richtige Zeitpunkt

Das Nachsäen von Rasen geschieht genauso wie das Säen des Rasens am besten im September oder Frühjahr, sobald es warm genug ist. Nach der Saat ist genau wie bei der Rasenanlage auf eine regelmäßige Bewässerung innerhalb von ein bis zwei Monaten zu achten, welche bei ausbleibendem Regenfall mit der feinsten Beregnungseinstellung eines Sprinklers gut zu bewerkstelligen ist. Außerdem sollten Sie bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts bedenken, dass der Rasen ungefähr drei Monate keine großen Belastungen verträgt.

Nachsäen Schritt für Schritt: Anleitung

  1. Mähen Sie den bestehenden Rasen so tief wie möglich.
  2. Vertikutieren Sie den Rasen oder rechen Sie das Moos heraus, wenn Sie keinen Vertikutierer haben.
  3. Nun säen Sie die auf der Nachsaat-Mischung empfohlene Menge. Je lichter Ihre bestehende Grasnarbe, desto mehr Saatgut verwenden Sie zum Nachsäen.
  4. Wenn in Ihrer Saatgutmischung kein Dünger enthalten ist, können Sie entweder nach dem Säen Düngen oder feine Komposterde mit dem Rechen auf dem Rasen verteilen. Die bestehenden Gräser dürfen am Ende nicht vom Kompost überdeckt sein.
  5. Die Samen werden, wenn sie nicht sowieso schon mit Komposterde bedeckt sind, ungefähr einen cm hoch mit humoser Erde überdeckt. Die Erde wird mit einem Rechen ausgebracht, sodass die bestehenden Gräser nicht darunter verschwinden.
  6. Die nachgesäte Rasenfläche sollte ungefähr fünf bis sechs Wochen nicht austrocknen beziehungsweise mit der feinsten Einstellung eines Sprinklers oder Ähnlichem  beregnet werden.

Unebenheiten und Löcher im Rasen ausbessern

Geringe Vertiefungen können grundsätzlich gut mit zwei bis drei Zugaben von reichlich Sand ausgeglichen werden. Jeweils im Frühjahr, im Herbst und im darauffolgenden Frühjahr wird an diesen Stellen mit ungefähr fünf Litern Sand pro Quadratmeter ausgebessert. Unebenheiten, bei denen mehr als ein Zentimeter ausgeglichen werden muss, werden folgendermaßen aufgefüllt:  Mit einem Spaten wird die auszugleichende Stelle an ihren Rändern zwei bis drei cm tief eingestochen. Der Rasen wird vorsichtig mit dem Spaten zwei cm unter der Erdoberfläche unterschnitten, sodass sich rollrasen-ähnliche Rasensoden entweder aufrollen oder aufklappen lassen. Versuchen Sie, die Rasensoden dabei möglichst nicht zu brechen. Der aufgebrochene Boden wird geharkt und die Mulde wird mit feinkrümeligem Mutterboden aufgefüllt.

Normalerweise setzt sich die Erde nach der ersten Bewässerung immer ab, deshalb kann reichlich mit Mutterboden aufgefüllt werden. Unmittelbar nach dem Auffüllen der Unebenheiten werden die Rasensoden zurückgelegt. Große Fugen werden mit feiner, sandiger Erde gefüllt und gegebenenfalls leicht nachgesät. Kleine Fugen werden mit gewaschenem Quarzsand (0,06 – 2 cm Körnung) bestreut. Wenn Sie die aufgefüllte Rasenstelle anschließend noch gut bewässern, sieht Ihr Rasen in zwei Wochen aus wie neu.

Bestehenden Rasen neu anlegen: Ohne Umgraben?

Ist der Schaden an Ihrem Rasen so groß, dass es sich nicht mehr lohnt, einzelne Stellen auszubessern (zum Beispiel, wenn der Rasen statt aus Gräsern eigentlich nur noch aus Unkraut und Moos besteht), dann führt oft kein Weg mehr an einer Neuanlage vorbei. Auch eine löchrige Mondlandschaft mit vielen Unebenheiten, die infolge einer schlechten Planierung vor der Rasenanlage im Laufe der Jahre entstanden ist, wird meistens mit einer Neuanlage des Rasens behoben. Bei der Rasenneuanlage aufgrund von Unkrautbefall kann es sinnvoll sein, die alte Grasnarbe vor dem Umgraben abzutragen. Bei kleineren Flächen fahren Sie mit einem Spaten ungefähr ein bis zwei cm unter die Bodenoberfläche und schälen den gesamten Wurzelfilz ab. Bei größeren Flächen wird für diesen Arbeitsschritt ein Rasensodenschneider verwendet. Dieses Gerät arbeitet nach dem gleichen Mechanismus wie die Maschinen, die Rollrasen abschälen, sodass dieser später an einem neuen Ort ausgerollt werden kann.

Abtragen Grasnarbe

Das Abtragen der bestehenden Grasnarbe bedeutet leider einen großen Verlust an wertvoller Erde für Ihren Garten [Foto: ABO PHOTOGRAPHY/ Shutterstock.com]

Das Abtragen der bestehenden Grasnarbe bedeutet leider einen großen Verlust an wertvoller Erde für Ihren Garten. Je nachdem, um welches Unkraut es sich auf Ihrem Rasen handelt, ist es jedoch eine sinnvolle Maßnahme, um den zukünftigen Rasen vor Unkräutern zu bewahren. Identifizieren Sie die Unkräuter auf Ihrem Rasen und führen Sie das Abtragen der Grasnarbe nur durch, wenn es sich bei den Unkräutern um flachwurzelnde Pflanzen ohne Pfahlwurzel handelt. Unabhängig davon, ob die alte Grasnarbe entfernt wurde oder nicht, fällt als nächster Schritt das Umgraben beziehungsweise das Fräsen des Bodens an. Damit Sie dieses Mal auch wirklich einen perfekten Rasen anlegen, wird der Boden jetzt ideal für den neuen Rasen vorbereitet. Wie Sie dabei am besten vorgehen, können Sie hier nachlesen. Anschließend liefert Ihnen dieser Artikel einen Vergleich zwischen Rollrasen und der Aussaat von Rasen.

Zwei Alternativen zum Abtragen der bestehenden Grasnarbe:

Für verschiedene Flächen mit starker oder tiefwurzelnder Verunkrautung kann auch das Abflammen eine ökologische Alternative zum Abtragen der Grasnarbe sein. Bei Unkräutern mit Pfahlwurzel wird nach dem Abflammen gefräst und einige Wochen gewartet. Sprießt neues Unkraut, wird erneut abgeflammt. Je nachdem, wie groß Ihre Fläche ist, kann auch das Auslegen und Beschweren von schwarzer Plastikfolie ein Abtöten aller lebenden Pflanzen bewirken.

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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