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Rasen vertikutieren: Warum, wann & wie oft?

Das Vertikutieren des Rasens entfernt Rasenfilz und Moos und fördert gutes Rasenwachstum. Wir zeigen, warum es sich lohnt und geben eine genaue Anleitung.

Bei der Rasenpflege ist es wie bei der Gesundheitsvorsorge: Regelmäßig Obst und Gemüse zu verzehren, ist bei weitem weniger anstrengend, als eine langwierige Erkältung oder eine Grippe auszukurieren. Es ist die eigene Entscheidung eines jeden Rasenbesitzers, ob er oder sie sich ein wenig Mühe machen möchte, den Rasen zu pflegen oder lieber abwartet, bis die mühsame Rasenreparatur unumgänglich oder irgendwann sogar unmöglich wird. Daher empfehlen wir, den Rasen zu vertikutieren, bevor er sich in einem schlimmeren Zustand befindet.

Rasen vertikutieren

Im Folgenden finden Sie eine genaue Anleitung zum Vertikutieren Ihres Rasens und außerdem Pflegetipps, damit Ihr Rasen sich nach den Strapazen des Vertikutierens wieder gut erholt.

Warum sich das Vertikutieren des Rasens lohnt

Unter anderem durch schlechte Böden, mangelnde Nährstoffversorgung oder fehlende Pflege kann es im Rasen zu Moos- und Filzbildung kommen. Moos und Filz verschlechtern die Wuchsbedingungen der Rasengräser. Wasser und Luft können weniger gut in den Boden eindringen und die Graswurzeln leiden schlimmstenfalls an Wasser- und Sauerstoffmangel. Das schwächt die Gräser und führt zu noch stärkerer Moos- und Filzbildung. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, werden im Zuge des Vertikutierens Moos und Rasenfilz entfernt. Das bedeutet, dass Rasenflächen, die nicht verfilzt oder vermoost sind, auch nicht vertikutiert zu werden brauchen. Die meisten Hobbygärtner können sich dieses Traumszenario kaum vorstellen, aber an sonnigen Standorten mit lockerem, nährstoffreichem und gut durchlüftetem Boden, also auf idealen Rasenstandorten, kommt es tatsächlich selten zu Moosbildung.

Vermooster Rasen vertikutiert
Vermooster und verfilzter Rasen profitiert besonders vom Vertikutieren [Foto: Aleksey Korchemkin/ Shutterstock.com]

Warum lohnt es sich, den Rasen zu vertikutieren?

  • Moos und Rasenfilz werden entfernt
  • Das verbessert die Wuchsbedingungen für die Rasengräser, da Wasser und Luft wieder in den Boden eindringen können und die Durchlässigkeit erhöht wird

Wie oft sollte man den Rasen vertikutieren?

Das Vertikutieren wird nach Bedarf und daher keinesfalls in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Unnötiges Vertikutieren schwächt die Gräser mehr, als sie zu fördern – jedenfalls wenn sie auch ohne den Eingriff gute Wuchsbedingungen genießen. Auch bei denkbar schlechtem Standort und ungünstigen Bodeneigenschaften sollte das Vertikutieren maximal einmal jährlich durchgeführt werden. Langfristig ist das jährliche Vertikutieren natürlich lästig, sodass wenn möglich das Bekämpfen der Ursachen für Moos- und Filzbildung angestrebt werden sollte. Hier können Sie nachlesen, wie Sie langfristig Moos im Rasen entfernen.

Wann sollte man den Rasen vertikutieren?

Die optimale Jahreszeit zum Vertikutieren ist der Frühling, wenn Gras bereits anfängt zu wachsen. Dann sollten Sie mit dem Vertikutieren beginnen und anschließend gleich die Frühjahrsdüngung mit einem organischen Rasendünger wie unserem Plantura Bio-Rasendünger vornehmen. Mit dieser Pflege ist Ihr Rasen optimal für die warme Saison vorbereitet und hat die Chance, die entstandenen Verwundungen an seinen Wurzeln zur Verzweigung zu nutzen. Die zunehmend längeren Tage geben ihm zusätzlich die Energie, dem Unkraut und auch dem schattenliebenden Moos einen Schritt voraus zu sein. Wer die Wahl hat, sollte das Vertikutieren daher unbedingt im Frühjahr durchführen.

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Der Frühherbst bis Ende September eignet sich nicht ganz so gut zum Vertikutieren. Doch weil der Rasen auch bei Temperaturen von über 8 °C noch langsam wächst, kann er auch den Herbst noch nutzen, um die geschlagenen Wunden in der Rasendecke zu schließen. Nach dem Vertikutieren im Herbst kann die herbstliche Rasendüngung vorgenommen werden – hierbei ist unbedingt ein kaliumbetonter, stickstoffarmer Herbstrasendünger zu verwenden, um Frostschäden am Rasen zu vermeiden. Wir haben eigens zu diesem Zweck unseren Plantura Bio-Herbstrasendünger entwickelt, der Ihren Rasen gegen knackig kalte Temperaturen schützt. Hier finden Sie außerdem weitere Informationen, wie Sie Ihren Rasen richtig winterfest machen.

Da ihre Blätter und Wurzeln beim Vertikutieren verletzt werden, müssen die Rasenpflanzen im Anschluss um die Regulation ihres Wasserhaushaltes kämpfen. Feuchtwarme Witterung, also wüchsiges Wetter, unterstützt den Rasen optimal bei seiner Regeneration und sorgt dafür, dass er nicht austrocknet. Ist es also zu trocken und ist auch für den kommenden Tag kein Regen angesagt, sollten Sie den Vertikutierer lieber stehenlassen – oder zum Rasensprenger greifen.

Wann sollte man den Rasen vertikutieren?

  • Der perfekte Zeitpunkt zum Vertikutieren ist das Frühjahr, wenn das Gras bereits anfängt zu wachsen
  • Das Vertikutieren im Herbst im möglich, doch nicht optimal
  • Damit die Regeneration des Rasens nicht unnötig erschwert wird, sollte das Vertikutieren bei feucht-warmem Wetter stattfinden
Rasen im Frühjahr vertikutiert
Idealerweise wird der Rasen im Frühjahr vertikutiert [Foto: mykhailo pavlenko/ Shutterstock.com]

Anleitung zum Vertikutieren des Rasens

Damit Sie Ihrem Rasen auch wirklich etwas Gutes tun, ist das richtige Vorgehen beim Vertikutieren entscheidend. Ein vorheriges tiefes Mähen auf etwa zwei Zentimeter und das Entfernen des Rasenschnitts ist unbedingt nötig, damit die Gräser beim Vertikutieren nicht herausgezogen werden. Ein Vertikutierer soll die Grasnarbe leicht anritzen und nicht den Boden fräsen. Die Arbeitstiefe der Messer darf 2 bis 3 Millimeter nicht überschreiten, denn bereits bei 4 bis 5 Millimeter tiefer Bearbeitung wird die Grasnarbe stark geschädigt. Beim Vertikutieren selbst sollte die Rasenfläche mindestens einmal längs und einmal quer bearbeitet werden. Natürlich können Sie dafür auch einen manuellen Handvertikutierer benutzen. Zwischen den Arbeitsgängen und zum Schluss wird der Rasenfilz mit einem Rechen entfernt, was auf einem kurzgeschnittenen Rasen auch sehr viel leichter vonstattengeht.

Wie wird der Rasen richtig vertikutiert?

  • Vor dem Vertikutieren wird gemäht (etwa 2 cm tief)
  • Das Vertikutiergerät wird so eingestellt, dass es nur 2 bis 3 mm in die Bodenoberfläche eingreift; sonst können die Graswurzeln beschädigt werden
  • Die Rasenfläche sollte mindestens einmal längs und einmal quer vertikutiert werden
  • Zwischendurch und abschließend wird der das herausgearbeitete Material mit einem Rechen entfernt
Vermooster Rasen abgerecht
Während und nach dem Vertikutieren sollte der Rasen abegerecht werden [Foto: philmillster/ Shutterstock.com]

Rasen nach dem Vertikutieren pflegen

Das Vertikutieren schädigt bei richtig eingestelltem Gerät die Graswurzeln nur so viel, wie es nötig ist. Trotzdem stellt es den Rasen vor besondere, kraftzehrende Aufgaben. Um die Regeneration des Rasens zu fördern, folgen dem Vertikutieren einige weitere Pflegemaßnahmen.

Rasen nach dem Vertikutieren lüften

Wie das Vertikutieren dient auch das Lüften (Aerifizieren) des Rasens dazu, die Luft- und Wasserdurchlässigkeit des Bodens zu verbessern. Doch während das Vertikutieren nur die aufliegende Filzschicht an der Bodenoberfläche entfernt und die Grasnarbe durch leichtes Anritzen zum Verzweigen anregt, dringen die Arbeitsgeräte beim Rasenlüften zehn Zentimeter oder tiefer ein, um den Boden im wahrsten Sinne des Wortes zu „lüften“. Beim Rasen lüften wird die Grasnarbe punktuell tief durchstochen und Wasser, Nährstoffe und Sauerstoff gelangen besser zu den Rasenwurzeln, wodurch deren Verzweigung gefördert wird. Das Lüften des Rasens dient der Beseitigung von oberflächennahen Bodenverdichtungen und kann nach Bedarf 2- bis 12-mal jährlich durchgeführt werden, da die Gesamtheit der Grasnarbe unverletzt bleibt. Nach dem Aerifizieren werden die entstandenen Löcher durch das Sanden verfüllt.

Tipp: Das Lüften des Rasens kann auch unabhängig vom Vertikutieren und zudem sehr viel häufiger durchgeführt werden.

Rasen nach dem Vertikutieren sanden

Auf schweren, bindigen Böden ist nach dem Vertikutieren das Besanden des Bodens durchzuführen. Durch das Einbringen von Sand wird der Anteil luftführender Grobporen im Boden erhöht und die Bodenstruktur wird dauerhaft den Ansprüchen des Rasens entsprechend verbessert. Auch den Bodenorganismen geht es mit einer besseren Sauerstoffversorgung deutlich besser. Das Sanden des Rasens beugt also durch eine Förderung von Rasenpflanzen und Bodenorganismen der erneuten Entstehung von Moos und Rasenfilz vor.

Rasen nach dem Vertikutieren nachsäen und düngen

Es ist normal, dass der Rasen nach dem Vertikutieren etwas gerupft aussieht. Eine gleichmäßig ausgedünnte Rasenfläche wird bei guter Pflege bald wieder dicht mit neuem Grün bestanden sein. Gibt es aber größere Kahlstellen, die besonders häufig an feuchten, schattigen und verdichteten Stellen im Garten liegen, wird nach dem Vertikutieren nachgesät werden müssen. Das ist wichtig, damit wieder eine geschlossene Grasnarbe entsteht und dem erneuten Moos- und Unkrautbefall vorgebeugt wird. Weil der Rasen es an diesen Stellen nicht umsonst besonders schwer hatte, sollten Sie das Saatbett gut vorbereiten, einen verdichteten Boden gut lockern, mit Sand vermischen und organischen Dünger einarbeiten. Hier können Sie noch einmal nachlesen, wie das Rasensäen gelingt.

Kahle Rasenstellen nachgesät
Etwaige kahle Stellen können nach dem Vertikutieren nachgesät werden [Foto: Eag1eEyes/ Shutterstock.com]

Rasen nach dem Vertikutieren düngen

Nach dem Vertikutieren bietet sich die Düngung des Rasens an. Nun ist der Boden freigelegt und der Dünger kann leicht eingearbeitet werden. Eine gute Nährstoffversorgung verschafft den starkzehrenden Rasenpflanzen nun den entscheidenden Vorteil gegenüber unerwünschten Beikräutern. Insbesondere wenn Sie zugleich eine Nachsaat durchgeführt haben, sollten Sie jedoch auf allzu hohe Nährstoffkonzentrationen verzichten: Enthält die Bodenlösung zu viele Nährstoffe, führt dies zu weichen, anfälligen und schlecht bewurzelten jungen Rasenpflänzchen. Wenig falsch machen können Sie mit einem organischen Rasendünger. Die langsame Freisetzung dieser Rasendünger führt nicht nur zu einem gesünderen Auflaufen der Pflanzen, zusätzlich wird durch das Einbringen von organischem Material und eine kontinuierliche Freisetzung der Nährstoffe das Bodenleben gefördert.

Als biologische und langfristige Rasenpflege haben wir unseren Plantura Bio-Rasendünger und unseren Plantura Bio-Herbstrasendünger entwickelt. Sie sorgen für ein aktives Bodenleben, das Rasenfilz in Nährstoffe und Humus umsetzt. Dabei verhindert die gleichmäßige Nährstoffversorgung ungebremstes Mooswachstum. Die organische Düngung nach dem Vertikutieren sorgt also mittel- und langfristig für einen dichten Rasen ohne Wildkräuter, der seltener vertikutiert werden muss.

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Unsere Plantura Bio-Rasendünger versorgen den Rasen nach dem Vertikutieren optimal mit allen nötigen Nährstoffen

Wie wird der Rasen nach dem Vertikutieren richtig gepflegt?

  • Sehr schwere Böden werden zusätzlich zum Vertikutieren gelüftet; das Lüften kann auch unabhängig vom Vertikutieren bei Bedarf sogar monatlich durchgeführt werden
  • Das Sanden ist nach dem Lüften Pflicht und hat auch nach dem Vertikutieren einen förderlichen Effekt auf das Rasenwachstum
  • Beim Vertikutieren entstandene Kahlstellen sollten verbessert und nachgesät werden
  • Nach dem Vertikutieren sollte auf organische Dünger gesetzt werden, um Moos- und Filzbildung langfristig zu verhindern; wir empfehlen im Frühjahr unseren Plantura Bio-Rasendünger und im Herbst unseren Plantura Bio-Herbstrasendünger – für einen frostharten Rasen

Mehr zur richtigen Rasenpflege rund um das ganze Jahr finden Sie hier.

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