skip to Main Content

Rauke, Rucola & Co. – Herkunft und Anbau

Rucola: Klasse Geschmack und gesund! Mit unseren Tipps lässt sich das pflegeleichte Salatgemüse problemlos in Ihrem Garten anbauen.

Nahaufnahme Rucola im Garten

Nahaufnahme Rucola [Foto: Kit Logan PhotographyCC BY-NC-ND 2.0]

Die italienische Bezeichnung Rucola hat sich auch bei uns eingebürgert. Allerdings verstecken sich hinter dem Namen zwei eng verwandte Pflanzengattungen. Für gewöhnlich kann man in den hiesigen Gemüseregalen die gewöhnliche Salatrauke (Eruca sativa) finden. Teilweise wird als Rucola auch die Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) vertrieben, deren Blätter sind jedoch kleiner und schmäler gefiedert als bei der gewöhnlichen Salatrauke. Während die Salatrauke meistens nur einjährig kultiviert wird, kann man die Wilde Rauke mehrjährig anbauen.

Schon die Germanen wussten die wilde Pflanze zu schätzen und brachten diese den Überlieferungen zu Folge bei ihren Raubzügen nach Norditalien. Während die Rauke in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Vergessenheit geriet, verbreitete sie sich in Italien und Teilen Frankreichs rasant. Erst im 20. und 21. Jahrhundert, als die italienische Küche in Deutschland zum Trend wurde, kam der Rucola wieder auf unseren heimischen Speiseplan.

Synoyme: Rauke, Rukola, Garten-Senfrauke, Ruke, rocket (engl.), arugula (engl.)

Rucola-Anbau: Perfekt für Einsteiger!

Sowohl die Salatrauke als auch die Wild Rauke können problemlos im Garten angebaut werden. Es ist eine sehr dankbare und pflegeleichte Pflanze. Da erstere beim heimischen Hobbygärtner etwas verbreiteter und schnellwachsend ist, fokussieren wir uns im Folgenden auf diese.

Rucola bevorzugt einen nährstoffreichen und lockeren, humosen Boden. Magere und trockene Böden sollten mit Kompost aufgebessert werden. Dies erhöht sowohl den Nährstoffgehalt als auch die Fähigkeit Feuchtigkeit zu speichern. Sonnige bis halbschattige Standorte sind gut geeignet.

Salatrauke kann im Frühjahr ausgepflanzt werden. Hat man noch eine helle Fensterbank frei, kann man hier ab Mitte März säen. Ab Mitte April können die Jungpflanzen ins Freiland ausgesetzt werden. Auf der Fensterbank können die jungen Sämlinge ähnlich wie Gartenkresse geerntet und verarbeitet werden. Im Freiland wird in wärmeren Regionen ab Ende März sonst ab Anfang April gesät. Der Abstand zwischen den Pflanzen beträgt für Salatrauke etwa 5cm und für die Wildrauke 15cm. Als Reihenabstand sollten zirka 15-20 cm gewählt werden. Hält man den Boden stets feucht, keimen die Samen bei ausreichend warmer Witterung nach 10 bis 16 Tagen. Auch wenn Rucola nach einer pfleglichen Ernte wieder austreibt und so mehrfach beerntet werden kann, sollte im Abstand von einem Monat eine Folgeaussaat erfolgen.

Auch wenn Rauke anfänglich nur langsam wächst, sollte nicht übermäßig gedüngt werden. Nach einigen Wochen wächst Salatrauke sehr schnell und kann schon bald das erste Mal geerntet werden. Um einen zu hohen Nitratgehalt vorzubeugen, sollte mit einem stickstoffarmen Dünger gearbeitet werden. Rucola benötigt zwar nicht viel Wasser, kann jedoch bei langer Trockenheit schnell Stress durch Wassermangel erleiden. Denn Rucola wurzelt nur flach und obere Erdschichten trocknen bekanntlich als erstes aus. Bei Rucola bewirkt durch Trockenheit hervorgerufener Stress, dass die Pflanze zu blühen beginnt. Mit dem Zeitpunkt der Blüte endet dann aber leider auch die Ernte.
Wichtig ist, dass Unkraut regelmäßig gejätet wird, damit es die kleinbleibenden Rucolapflanzen nicht überwuchert.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Rucola anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Bio-Erde Lecker: Torffreie Bio-Spezialerde, geeignet für Tomaten, Zucchini, Auberginen und anderes Fruchtgemüse. Reiche und gesunde Ernte dank der veganen Dünger Flora-Veggie-Power.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Sorten: Qual-der-Wahl zwischen Wild Rauke und Salatrauke

Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Rucola: die richtigen Sorten zum Anbauen wählen.

Wild Rauke

  • Dragons Tongue: Züchtung aus England, die sich bezüglich verschiedener Anbaubedingungen als sehr robust erwiesen hat; um die Blattadern verfärben sich das Blattgrün teilweise rötlich; sehr gutes und würziges Aroma.
  • Venicia: schnellwachsende Selektion der Wilden Rauke mit einem späten Blütezeitpunkt; dies ermöglicht eine lange Ernte und hohe Erträge; typischer nussiger und würziger Geschmack.
  • Napoli: Selektion der Wilden Rauke; wächst schneller als die Wildform und bringt breitere Blätter hervor (könnte ggf. auch ein Hybrid mit der Salatrauke sein); hoher Ertrag.
Bild von knospigem Rucola im eigenen Garten.

Frischer Rucola aus dem eigenen Garten mit Knospe. [Foto: tanzkatz]

Salatrauke

  • Speedy: wie der Name vermuten lässt ein vermutlich schnellwachsender Hybrid aus Wild- und Salatrauke; würziges und pikantes Aroma; sowohl für eine Kultur im Freiland, als auch auf der Fensterbank geeignet.
  • Coltivata: schnellwachsende, robuste und breitblättrige Züchtung der Salatrauke; in Italien auf Grund des sehr guten Aromas beliebt.
  • Pronto: moderne Zuchtform der Salatrauke mit sehr schnellem Wuchs; guter Geschmack.
  • Buzzy: eine Sorte die meistens zur Herstellung von Rucola-Sprossen verwendet wird.
  • Wildfire: neue Sorte mit breiten, hellgrünen Blättern; geschmacklich soll Wildfire recht scharf sein und leicht an den japanischen Wasabi erinnern.
  • Sylvetta: schnellwachsende Sorte mit feinen Blättern und einem frühen Blütezeitpunkt; gutes, leicht nussiges Aroma.

Hinweis: Die Sorte „Agano“ wird zwar häufig als rotblättrige Variante der Wilden Rauke verkauft, gehört jedoch zum Braunen Senf (Brassica juncea).

Ernte und Lagerung von Rucola

Je nach Standort und Jahreszeit kann nach vier, maximal sieben Wochen mit der Ernte begonnen werden. Zu dieser Zeit sind die Blätter meistens fünf bis acht Zentimeter lang. Will man den Bestand schonen, sollten nur die äußeren Blätter geerntet werden, damit die Pflanze nachtreiben kann. Ist dies zu aufwändig, kann man die Pflanzen in einer Höhe von drei bis vier Zentimetern auch mit einer scharfen Schere abschneiden. Die Pflanze erholt sich schnell und treibt nach.

Rucola-Anbau im Blumenkasten

Rucola Anbau im Blumenkasten – bestens für Einsteiger geeignet [Foto: CristinaCC BY 2.0]

Es sollte stets nur so viel geerntet werden wie auch direkt verbraucht wird. Im Kühlschrank hält sich Rucola nur bis zu zwei Tagen. Am besten schlägt man die Blätter hierzu in ein feuchtes Küchentuch ein. Alternativ kann man Rucola zu Pesto verarbeiten und ihn so haltbar machen. Zum Haltbarmachen eignet sich Trocknen und Einfrieren leider nicht, da dadurch das Aroma und die Textur verloren gehen.

Krankheiten und Schädlinge

Ab und an kann auch die Kohlhernie ein Problem werden. Beete sollten vor der Kultur ausreichend lange Zeit nicht mit Rucola oder Kohlgewächsen bepflanzt worden sein. Ist der Boden sehr trocken, gibt es insbesondere bei der Kultur im Folientunnel oder Gewächshaus ebenfalls Probleme mit Erdflöhen.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Neben einigen Vitaminen und Mineralstoffen hat Rucola einen sehr hohen Senfölgehalt. Diese, auch Senfölglykoside genannt, haben einen positiven Einfluss auf das menschliche Immunsystem. Rucola ist gesund, jedoch sollte besonders Rucola aus dem Supermarkt nicht in übermäßigen Mengen verzehrt werden. Denn insbesondere bei der Gewächshauskultur und einer intensiven Düngung lagert Rucola viel Nitrat an. Daher ist es klar von Vorteil, wenn man Rucola selbst anbaut. Man sollte auf eine stickstoffbetonte Düngung verzichten und erntet die Blätter am besten nachmittags, wenn der Nitratgehalt am niedrigsten ist.

Meistens finden Rucolablätter ihren Weg in Salate. Rucola kann auch gekocht und einer Pasta zugegeben werden. Oder man brät die Blätter kurz an und isst diese als Beilage zu gegrilltem Fleisch. Ähnlich zum Pesto alla Genovese kann man das Rezept auch mit Rucola machen. Hierbei ersetzt man das Baslilikum lediglich durch den Rucola und et voilà!

Noch ein kleiner Tipp: Vergisst man das Ernten kann man die in den Samenschoten enthaltenen Samen entnehmen und diese ebenfalls zum Kochen verwenden. Der Geschmack erinnert an den von Senfsamen.

 

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top