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Rhabarber: Alles zum Pflanzen, Düngen & Ernten der Barbarenwurzel

Rhabarber braucht wenig Platz und ist bei Hobbygärtnern sehr beliebt. Wir zeigen, wie Sie Rhabarber richtig pflanzen, düngen und ernten.

Rhabarber im Garten

Der Anbau von Rhabarber im Garten ist sehr lohnenswert [Foto: Valentyn Volkov/ Shutterstock.com]

Der zu den Knöterichgewächsen zählende Rhabarber (Rheum rhabarbarum) gehört zum ersten Gemüse des Jahres. Zwar wird Rhabarber im Volksmund fälschlicherweise als Obst bezeichnet, was auf seine Verwendung in Süßspeisen zurückzuführen ist, jedoch handelt es sich genaugenommen bei dem Gemüse-Rhabarber um Blattstielgemüse, wie Mangold oder Stangensellerie. Durch die aktuelle Rückbesinnung auf alte Sorten und regionalen Bezug erfährt der Rhabarber in den letzten Jahren einen regelrechten Boom.

Rhabarber

Rhabarber schmeckt in vielen Varianten einfach köstlich und kann wunderbar im eigenen Garten angebaut werden. Die mehrjährige Pflanze kann ohne viel Aufwand jedes Jahr wieder neu geerntet werden. Ihre starken Duftstoffe schützen sie außerdem vor Fraßfeinden, was einen erfolgreichen Anbau zusätzlich erleichtert. Da Rhabarber kälte- und frostresistent ist, ist er auch für kühlere Gärten ideal geeignet. Im Folgenden stellen wir Ihnen alles von Rhabarbersorten über richtiges Pflanzen und Pflegen bis hin zur Ernte vor.

Rhabarber: Herkunft und Geschichte

Rhabarber stammt ursprünglich aus dem Himalaya und Teilen Chinas. Die verwandten Pflanzenarten wie der Tibet-Rhabarber (Rheum officinale) und der Handlappige Rhabarber (R. palmatum) fanden in der traditionellen Medizin als Arzneimittel Verwendung. Hierbei wurden nicht etwa die Stiele verarbeitet, sondern überwiegend die unterirdischen Sprossen. Der Gemüse-Rhabarber fand seinen Weg über Zentralasien nach England, wo er seit dem 18. Jahrhundert angebaut wird. Auch heutzutage erfreut sich der Rhabarber in England noch sehr großer Beliebtheit, was zu Bezeichnungen wie dem Rhubarb Triangle, einer Rhabarberhochburg in West Yorkshire, führt. Über England gelangte das Gewächs dann nach Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Rhabarbersorten

Die Sorten des Rhabarbers werden entweder nach Erntezeitpunkt (frühe, mittlere und spätreife Sorten) oder nach der Farbe der Stiele unterschieden. Generell sind grüne Sorten zwar ertragreicher, jedoch wird den rotfleischigen Sorten ein milderer Geschmack und ein höherer Zierwert zugeschrieben. Es gibt eine schier ungeheure Auswahl an Sorten. Einen Überblick über die Bekanntesten finden Sie hier:

  • ‘Champagne‘: Frühe und ertragreiche Sorte
  • ‘Elmsblitz’: Alte und dunkelrote Rhabarbersorte mit einem niedrigen Oxalsäuregehalt
  • ‘Elmsjuwel’: Stiel und Fleisch rot mit einem geringen Säuregehalt; besonders empfehlenswert für Oxalsäure empfindliche Personen; mittlerer Ertrag
  • ‘Frambozen Rood’: Späte und aromatische Sorte mit roten Stielen und grünem Fleisch; aufgrund des Duftes ist Frambozen Rood auch als Erdbeer- oder Himbeerrhabarber bekannt
aufgeschnittener Rhabarber

Je nach Sorte sind die Stiele des Rhabarbers unterschiedlich gefärbt [Foto: I_life/ Shutterstock.com]

  • ‘Gigant’: Sehr wüchsige und grünstielige Sorte mit einem hohen Oxalsäuregehalt
  • ‘Goliath’: Größte rotstielige und grünfleischige Rhabarbersorte mit Stielen von bis zu 100 cm; während der Blüte erreicht die Pflanze bis zu 180 cm; eine qualitativ hochwertige und sehr ertragreiche Sorte
  • ‘Holsteiner Blut‘: Sehr bekannte Sorte bei der die Stängel am Ende rot sind; die Sorte ist bekannt für ihren milden Geschmack und hohen Zuckergehalt

Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie in diesem Spezial-Artikel.

Rhabarber pflanzen

Der pflegeleichte Rhabarber ist eine krankheitsresistente und lohnenswerte Pflanze, die eigentlich in keinem Garten fehlen sollte. Er mag es feucht und bevorzugt ein eher raues Klima, da eine ausreichend lange Kälteperiode ein Garant für guten Ertrag ist. Rhabarber bevorzugt einen sonnigen, windgeschützten Standort im Garten. Der Boden sollte durchlässig sein und idealerweise einen pH-Wert von 7 aufweisen. Da Rhabarber sich stark vermehrt, sollte pro Pflanze etwa ein Quadratmeter Platz berechnet werden. Eingepflanzt werden entweder im Herbst Wurzelstücke von älteren Pflanzen oder Containerpflanzen, die April oder Herbst gepflanzt werden können. Als Übergangslösung kann Rhabarber auch im Topf kultiviert werden, dabei sollten Sie allerdings auf ein ausreichend großes Pflanzgefäß und durchlässige Erde achten.

Eine ausführliche Anleitung zum Rhabarber pflanzen finden Sie hier.

Rhabarber vermehren

Sie können Rhabarber entweder durch Teilung oder durch die Aussaat vermehren. Die Teilung ist eine sehr einfache Form der Vermehrung. Der Rhabarber wird dazu zuerst ausgegraben. Dann wird der Wurzelstock behutsam mit einer Grabgabel oder einem Spaten in ungefähr ein Kilogramm schwere Stücke („Klumpen“) geteilt. Achten Sie darauf, dass jeder „Klumpen“ mindestens eine Triebspitze hat. Oft ist das Durchhacken von Wurzeln unumgänglich für die Teilung. Die abgetrennten Stücke werden dann in reichlich mit Kompost angereicherte Erde gepflanzt und gut gegossen.

Rhabarber Samen

Die Samen des Rhabarbers werden im Mai im Frühbeet ausgesät [Foto: Lunov Mykola/ Shutterstock.com]

Die zweite Möglichkeit zur Vermehrung von Rhabarber ist die Aussaat über gekaufte Samen. Säen Sie diese im Mai im Frühbeet aus. Über Samen vermehrter Rhabarber kann allerdings stark in Geschmack und Farbe variieren, zur eigenen Vermehrung ist deshalb die „Klonung“ einer Rhabarberpflanze durch Teilung besser geeignet.

Weitere Informationen zum Vermehren von Rhabarber finden Sie hier.

Rhabarber pflegen

An sich ist Rhabarber nicht besonders pflegeintensiv. Hier haben wir alle wichtigen Informationen zur Pflege der Pflanze für Sie zusammengefasst.

Rhabarber düngen

Rhabarber liebt nährstoffreichen, mit Kompost angereicherten Boden. Teils ist es schwierig, der ausgewachsenen Staude Kompost beizugeben, deshalb ist es vor allem bei der Pflanzung wichtig, den Boden vorher mit ausreichend Kompost anzureichern. Der beste Zeitpunkt für weitere Düngung ist nach der Ernte im Juni oder Juli. Mehr zur idealen Düngung des Rhabarbers finden Sie hier.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Aktiv-Tomaten- und Gemüseerde: Hochwertige Spezial-Erde für ein naturgesundes, sicheres Wachstum von nährstoffbedürftigem Fruchtgemüse.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
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Rhabarber gießen

Beim Gießen des Rhabarbers sollten Sie lediglich darauf achten, ihn weder zu trocken noch zu nass zu halten. Staunässe verträgt Rhabarber nicht gut. Manche Quellen empfehlen das Entfernen der Blütenstände, welche auch verzehrt werden können. Unbedingt notwendig ist das Entfernen der Blüten allerdings nicht.

Schädlinge und Krankheiten

Im Allgemeinen ist Rhabarber nur wenig anfällig für Krankheiten. Alle 10 Jahre sollte der Standort der Pflanze gewechselt werden. Hier bietet es sich an, Jungpflanzen zu setzen oder gegebenenfalls junge Rhizome der Mutterpflanze abzustechen. In sehr schweren und feuchten Böden kann es teilweise Probleme mit Fäulnis geben. Generell sollte in solch einem Fall der Boden vor der Pflanzung mit reichlich Kompost gut aufgelockert werden. Bei der Ernte sollten keine Scheren oder Messer verwenden werden, da hierdurch Krankheiten übertragen werden können.

Rhabarber ernten

Geerntet wird der Rhabarber generell erst im zweiten Jahr nach der Pflanzung. Die Erntezeit beginnt dann im April und dauert bis zum Johannistag (24. Juni) an. Danach sollten Sie Ihren Rhabarber nicht mehr ernten und das aus zwei Gründen: Zum einen, um der Pflanze eine Ruhe- und Erholungsphase zu gönnen und zum anderen aufgrund des Anstiegs des Oxalsäuregehalts. Menschen, die unter Eisenmangel leiden und Gicht-, Rheuma- Arthritis- oder Nierenerkrankte sollten grundsätzlich zurückhaltend beim Verzehr von oxalsäurehaltigen Lebensmitteln wie dem Rhabarber sein.

Hände halten geernteten Rhabarber

Rhabarber sollte nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geerntet werden [Foto: julie deshaies/ Shutterstock.com]

Die Rhabarberstangen schneidet man nicht, sondern dreht sie vorsichtig aus dem Boden. Andernfalls können die Pflanzen an den Schnittstellen faulen oder andere Krankheiten bekommen. Pro Woche können pro ausgewachsener Pflanze zirka drei Stängel geerntet werden ohne der Pflanze nachhaltig zu schaden. Zwar halten die Stiele sich im Kühlschrank feucht eingeschlagen zirka eine Woche, dennoch sollte stets nur die Menge frisch geerntet werden, die auch tatsächlich benötigt wird, um die Pflanze zu schonen. Die Blätter des Rhabarbers können bei der Ernte direkt entfernt werden, da diese einen hohen Gehalt an Oxalsäure aufweisen. Werden die Blätter nicht entfernt, verlieren die Rhabarberstängel Wasser und werden schnell labbrig.

Genauere Informationen zur Ernte von Rhabarber finden Sie hier in unserem Spezial-Artikel.

Rhabarber forcieren und bleichen

Das sogenannte Forcieren und Bleichen ist eine Möglichkeit, den Erntezeitpunkt des Rhabarbers um bis zu drei Wochen vorzuverlegen. Hierzu wird meistens Ende Februar ein Gefäß (engl. Forcer) über den noch im Boden ruhenden Rhabarber gestülpt. Beim sogenannten Vortreibtopf oder Bleichtopf handelt es sich meistens um ein schlankes Terrakottagefäß mit einem abnehmbaren Deckel. Da der Vortreibtopf die ersten Sonnenstrahlen des Jahres auffängt und im Inneren die Wärme für einige Stunden nach Sonnenuntergang speichert, beginnt der Rhabarber früh im Jahr zu treiben. Die Dunkelheit beschleunigt den Wachstumsprozess zusätzlich, da die Pflanze auf der Suche nach Licht in die Höhe schießt. Durch den abnehmbaren Deckel kann der Gärtner den Wachstumsfortschritt überprüfen.

Forcierter Rhabarber

Gegen Ende März können die ersten vorgetriebenen Rhabarberstangen geerntet werden [Foto: Jayne Newsome/ Shutterstock.com]

Weitere Details zum Forcieren und Bleichen von Rhabarber finden Sie hier.

Rhabarber haltbar machen

Die Stangen des Rhabarbers enthalten viel Vitamin C und schmecken hervorragend in Süßspeisen, Kuchen, Säften und in Marmelade. Falls die Rhabarberernte doch etwas zu reich ausgefallen ist, gibt es Möglichkeiten, diesen haltbar zu machen. Wir haben alles Wichtige zum Einfrieren und Einkochen des Rhabarbers zusammengetragen, damit Sie möglichst lange Freude an Ihrer schmackhaften Rhabarberernte haben.

Rhabarber einfrieren

Waschen Sie die Stangen ordentlich mit Wasser ab und schälen Sie den Rhabarber. Danach rät es sich, die Stangen in kleinere Stücke zu schneiden und in ein geeignetes Gefäß für die Kühltruhe zu füllen. So können Sie sich noch zu beliebigen Zeitpunkten an Ihrer Rhabarberernte erfreuen. Die eingefrorenen Stücke eignen sich besonders gut, um später zu Kompott oder Kuchen verarbeitet zu werden.

Rhabarber einkochen

Wer seinen Rhabarber nicht rechtzeitig verarbeiten kann oder für den späteren Genuss haltbar machen möchte, kann ihn auch zu Kompott oder Marmelade einkochen. Waschen und Schälen Sie den Rhabarber dafür und schneiden Sie ihn in etwa zentimeterbreite Scheiben. Vor dem eigentlichen Kochen sollte der Rhabarber noch etwa fünf Minuten in kochendes Wasser gegeben werden, um den Gehalt an Oxalsäure zu reduzieren.

eingekochter Rhabarber

Um Rhabarber lange haltbar zu machen, lässt er sich wunderbar einkochen [Foto: Ildi Papp/ Shutterstock.com]

Grundsätzlich lässt sich Rhabarber auf zwei Arten einkochen: Nur in Wasser oder als süße Alternative mit Zucker und ohne Wasser. Für beide Varianten wird der Rhabarber bis zur gewünschten Konsistenz gekocht, wobei oft schon zehn Minuten reichen können. Nach dem Kochen wird er noch heiß in sterilisierte Gläser gefüllt und diese fest verschlossen. Stellen Sie die Gläser auf den Deckel, bis sie vollständig abgekühlt sind. An einem dunklen Aufbewahrungsort hält sich der eingekochte Rhabarber problemlos mehrere Monate.

Eine genauere Anleitung zum Einfrieren und Einkochen von Rhabarber finden Sie hier.

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