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Rollrasen verlegen: Vorteile & Experten-Anleitung

Rollenrasen ist die komfortable Alternative zum Rasensäen. Wir nehmen das Verlegen von Rollrasen und alles, was dazu gehört, genauer unter die Lupe.

Rollrasen verlegen ausrollen

Rollenrasen ist die komfortable Alternative zum Rasensäen [Foto: makasana photo/ Shutterstock.com]

Das Verlegen von Rollrasen ist die schnellste Methode, um zu einem schönen Rasen mit dichter Grasnarbe zu kommen. Viele Hobbygärtner stellen sich das in etwa wie folgt vor: Einfach ausrollen und fertig! Ganz so leicht ist es dann leider doch nicht. Die anstrengende Bodenvorbereitung ist vor dem Rollrasenverlegen nämlich ebenso durchzuführen wie vor der Aussaat von Rasen.

Rollrasen verlegen: Vorteile zum Rasensäen

Das Verlegen von Rollrasen ist in vielerlei Hinsicht verlockend. Innerhalb eines Tages verwandelt sich eine braune Erdfläche in einen weichen grünen Rasenteppich mit einer schönen, dichten Grasnarbe. Nach nur zwei bis drei Wochen ist der Rasen fest mit dem Boden verwurzelt und kann dann bereits in Maßen genutzt werden. Die Zeit, die man bis zur Belastung gegenüber der Rasensaat spart, liegt schlussendlich bei bis zu drei Monaten. Ein weiterer Vorteil des Rollrasens ist dessen Qualität. Hochwertiger Rollrasen ist frei von Unkräutern, die Dichte der Gräser ist ideal und es gibt keine Schadstellen. Hinzu kommt, dass Rollrasen im Vergleich zu Rasensaat weniger empfindlich gegenüber Trockenheit ist und deshalb im Zeitpunkt flexibler verlegt werden kann.

Rollrasen kaufen: Kosten und Ansprüche

Rollrasen, auch Fertigrasen genannt, wird auf speziellen, oft sandigen bis leicht lehmigen Anbauflächen gesät und ein Jahr lang ideal gepflegt. Die in den meisten Fällen hochwertigen Saatgutmischungen, die in optimaler Dichte gesät sowie einwandfrei mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden, führen zu einer dichten, unkrautfreien Grasnarbe des Rasens. Nach ungefähr einem Jahr wird der Rasen mit einem Spezialgerät ungefähr eineinhalb bis zwei cm unter der Bodenoberfläche abgeschält, sodass ein Großteil des Wurzelfilzes erhalten bleibt. Meist werden dünne Streifen von ungefähr 50 cm Breite und eineinhalb bis zweieinhalb Metern Länge wie ein Teppich aufgerollt. Für Ecken, Kurven und andere ungleichmäßige Flächen lassen sich die Rollrasenstücke gut zurechtschneiden.

Rollrasen kaufen: Die Preise für den Rasen und das Verlegen

Die Vorteile des Rollrasens haben natürlich auch ihren Preis. Das Angebot und die Qualitätsunterschiede sind groß und dementsprechend vielfältig auch die Preise. Üblicherweise sinkt der Preis mit zunehmender Quadratmeterzahl und liegt ungefähr bei 10 Euro pro Quadratmeter. Viele Rollrasenproduzenten bieten an, die aufgerollten Rasensoden selbst abzuholen. Das macht die Anschaffung etwas günstiger und ist bei kleinen Flächen mit einem geräumigen Fahrzeug auch gut möglich. Vergessen Sie aber bei größeren Flächen nicht, dass die Rollen einiges an Platz einnehmen und durch die Erde, die in bis zu zwei cm dickem Wurzelfilz steckt, auch ein stattliches Gewicht mitbringen. Mit bis zu 20 kg für 1 m2 Rollrasen ist die Selbstabholung ab einer gewissen Menge nicht mehr unbedingt entspannt.

Rollrasen kaufen: Auswahl des richtigen Rasens

Da es bei langfristig schönem und belastbarem Rasen vor allem auf die Zusammensetzung des Saatguts ankommt, lohnt es sich, nach der Kombination der Gräser genau nachzufragen. Hohe Anteile an deutschem Weidelgras (Lolium perenne) und der Wiesenrispe (Poa pratensis) sprechen für eine gute Zusammensetzung für strapazierfähigen Spiel- und Gebrauchsrasen. Feinblättrigen Arten wie das Flechtstraußgras (Agrostis stolonifera) und das Rote Straußgras (Agrostis capillaris) sind hingegen eher für ihren besonderen Zierwert bekannt. Die Lägerrispe (Poa supina) ist typisch für Rollrasen, der speziell für Schattenflächen ausgewiesen ist. Finden Sie in der Gräserzusammensetzung eines Rollrasens die Gräser Lolium westerwoldicum, Lolium multiflorum und Festuca pratensis, dann lassen Sie besser die  Finger von diesem Produkt. Diese drei billigen Grassorten, die nicht für die Gartennutzung, sondern für die Landwirtschaft geeignet sind, lassen auf schlechte Qualität schließen.

Rollrasen kaufen: Auf den einwandfreien Zustand achten

Bei den aufgerollten Rasenstücken handelt es sich um lebenden Rasen, der austrocknen oder auch faulen kann. Um das zu verhindern, freut sich der gerollte Rasen, wenn er so rasch wie möglich (bestenfalls innerhalb von 36 Stunden, schlimmstenfalls nach 48 Stunden) wieder in Kontakt mit Boden tritt – sprich verlegt wird. Rasenhersteller, die auf besonders hohe Qualität achten, schneiden und rollen den Rasen deshalb nach Bestellung. Sollte es aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, den Rasen nach 36 Stunden zu verlegen, kann der Rollrasen besonders bei trockenem Wetter gerettet werden, indem er an einem schattigen Platz ausgerollt und sanft befeuchtet wird.

Rollrasen verlegen: Anleitung Schritt für Schritt

  1. Zeitpunkt wählen

Prinzipiell kann Rollrasen – ausgenommen von Frostperioden – immer verlegt werden. Je nach Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen variieren allerdings die Bedingungen für das Anwachsen der Rollrasenwurzeln. Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius und ausreichende Feuchtigkeit sind optimal für das Verwachsen der Wurzeln mit dem Boden. Je besser die Bedingungen für das Anwachsen der Wurzeln, desto schneller ist der Rasen belastbar. Der günstigste Zeitpunkt zum Verlegen von Rollrasen ist ebenso wie beim Säen des Rasens der Frühherbst beziehungsweise das zeitige Frühjahr. Kaufen oder bestellen Sie den Rasen erst, wenn Sie alle Bodenvorbereitungen abgeschlossen haben. Denn der Rollrasen mag es nicht, lange herumzuliegen.. Innerhalb der 36 Stunden Lagerzeit fühlen sich die Rasensoden im Schatten am wohlsten.

  1. Boden zum Rollrasenverlegen vorbereiten

Die Bodenvorbereitungen vor dem Verlegen von Rollrasen sind die gleichen wie vor dem Säen. Sie umfassen das Umgraben beziehungsweise das Fräsen des Bodens mindestens einige Monate vor dem Verlegen, das Planieren der Fläche, die Drainage bei sehr schweren Böden sowie die Zugabe von Sand zu lehmigen und Kompost zu sandigen Böden. Der pH-Wert sollte zudem getestet werden. Bei zu sauren Böden wird Kalk eingearbeitet und bei Böden mit einem pH-Wert über 7 mit Torf oder Rindenhumus (nicht mit Rindenmulch verwechseln) nachgeholfen. Unmittelbar vor der Verlegung des Rollrasens wird der Boden eingeebnet und leicht mit einem Rechen aufgeraut. Das verbessert die Verankerung der Rollrasenwurzeln mit dem Gartenboden.

Wichtig: Rollrasen wird niemals auf bestehendem Rasen verlegt.

  1. Richtigen Rollrasen auswählen

Vor der Auswahl des Rasens messen Sie Ihre zukünftige Rasenfläche möglichst genau ab. Vergleichen Sie Angebote aus dem Internet und aus Ihrer Region. Hersteller vor Ort haben meist günstigere Lieferbedingungen und durch den kürzeren Transportweg sind die Rasensoden häufig frischer. Achten Sie auf die Zusammensetzung der Gräser im Rollrasen. Bei Spiel- und Gebrauchsrasen sollte der Rollrasen zu großen Teilen aus deutschem Weidelgras (Lolium perenne) und Wiesenrispe (Poa pratensis) bestehen. Bei der Anschaffung von Rollrasen zu Zierzwecken oder für schattige Stellen eignen sich andere Gräser besser.

  1. Rollrasen verlegen

Sofern Sie den Rollrasen nicht mitsamt einem Verlegeservice gekauft haben, müssen Sie sich selbst ans Ausrollen machen. Sie beginnen das Verlegen der ersten Reihe an einer möglichst langen, gerade verlaufenden Kante. Man rollt den Rasen vorwärts aus, das heißt, man betritt nicht die vorbereitete Bodenfläche, sondern den bereits ausgerollten Rasen.

Tipp: Arbeiten Sie am besten mit Trittbrettern (ca. 25 x 35 cm groß). Sie treten dadurch nicht komprimiert auf einzelne Rasenstücke und verbessern gleichzeitig den Bodenkontakt der bereits verlegten Rasensoden.

Die benachbarten Reihen werden dicht an die bestehenden angeschlossen, sodass sich weder Fugen noch Überlappungen bilden. Es ist normal, dass die meisten Anschlussstellen leicht sichtbar bleiben. Das leichte Bestreuen dieser kleinen Fugen mit gewaschenem Quarzsand (0,06 – 2 mm Körnung) kann dabei helfen, dass die Anschlussstellen der Rollen besser bewachsen werden. Zum Schluss wird der Rasen quer zur Verlege-Richtung nochmal mit den Trittbrettern übergangen, um die Rollrasenwurzeln dichter mit dem Boden in Verbindung zu bringen und das Anwachsen zu verbessern.

  1. Verlegten Rollrasen richtig pflegen

Frisch verlegter Rollrasen darf nicht austrocknen, bis sich dessen Wurzeln fest im Boden verankert haben und diese selbst Wasser aus dem Boden aufnehmen können. Wenn in den ersten 14 Tagen nach dem Verlegen regelmäßig bewässert wird, wächst der Rasen in der Regel sehr schnell an. Vor allem bei trockenem Wetter empfiehlt sich eine Bewässerung von bis zu acht Wochen nach dem Verlegen, damit der Rasen nie ganz austrocknet und sich die ganze Arbeit dann auch wirklich lohnt.

Rollrasen Pflege: Nach dem Verlegen ist vor der Pflege

Wer sich für das Verlegen von Rollrasen entschieden hat, dessen Rasen hat normalerweise eine hohe Qualität und erfüllt gute Voraussetzungen dafür mit der passenden Pflege lange unkrautfrei, gesund und schön zu wachsen. Um die kostspielige Anschaffung also nicht nach ein paar Jahren zu bereuen, sollten Sie sich nun gut um Ihren Rasen kümmern.

Folgende Produkte halten Ihren Rasen grün und vital:
  • Cuxin Rasendünger Spezial Minigran: Organisch-mineralischer Spezialdünger mit Sofort- und Langzeitwirkung für tiefgrünen Rasen. Die Sofort- und Langzeitwirkung versorgt Ihren Rasen mit wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen für ein gesundes Wachstum.
  • Cuxin Rasendünger Herbst: Herbstrasendünger mit Kalium, Eisen und Magnesium für Frosthärte und Standfestigkeit sowie eine dunkelgrüne Rasenfarbe.
  • GARDENA Streuwagen: Idealer Helfer zum gleichmäßigen Ausbringen von Dünger, Kalk und Samen.
 

Rollrasen gießen

Angewachsener Rollrasen unterscheidet sich bei der Pflege nicht von gewöhnlichem Rasen. Im Sommer ist es wichtig, dass der Boden nicht komplett austrocknet. Deshalb wird der Rasen im Sommer morgens oder abends beregnet, sofern es mehrere Wochen nicht geregnet hat und kein Regen in Aussicht ist. Schauen Sie immer den Boden und die Gräser an. Trockener Boden und gelblich wirkende, leicht vertrocknete Gräser sind ein Zeichen von Wassermangel. Außerdem muss auch nach dem Düngen gegossen werden, falls kein Regen zu erwarten ist. Denn Pflanzen können Nährstoffe nur mithilfe von Wasser aufnehmen.

Rollrasen mähen oder mulchen

Nach ungefähr 14 Tagen kann der Rasen bereits betreten werden und ab einer Länge von ungefähr acht cm kann dann auch schon das erste Mal auf ungefähr vier bis fünf cm abgemäht werden. Übrigens sind gerade beim ersten Mähen scharfe Klingen extrem wichtig. Die feinen Grashalme haben noch kein starkes Wurzelwerk und eine stumpfe Klinge kann die komplette Pflanze herausreißen. Konnten Sie sich noch nicht zwischen Mähen und Mulchen entscheiden? In gemäßigten Breiten mit gewöhnlichem Boden empfiehlt sich das Mulchen als ökologische Mäh-Variante. Wenn Sie allerdings sehr schweren oder sandigen Boden haben, Ihr Rasen sich im Schatten befindet oder Sie in einer sehr regenreichen Gegend leben, dann ist das klassische Rasenmähen vielleicht die bessere Alternative für Sie und Ihren Rasen.

Rollrasen vertikutieren, lüften und sanden

Zu den etwas aufwendigeren Pflegemaßnahmen gehören das Vertikutieren, das Lüften und das Sanden des Rasens. Üblicherweise wird im Frühjahr mit einem speziellen Vertikutiergerät das Moos und der Rasenfilz aus dem Rasen entfernt. Dies ist wichtig, damit genügend Luft und Wasser an die Bodenoberfläche und zu den Graswurzeln gelangt. Das Lüften wird genauso wie das Sanden eher bei schweren, schlecht durchlässigen Böden nach dem Vertikutieren vorgenommen und sorgt für eine bessere Durchlüftung. Zum Schluss kommt das Sanden. Es verbessert langfristig die Bodenstruktur und trägt zur Nachhaltigkeit des Vertikutierens und Lüftens bei. Nach diesen Maßnahmen oder gemeinsam mit dem Sanden wird der Rasen dann gedüngt.

Rollrasen düngen

Dünger ist die Nahrung und der Wachstumsmotor des Rasens. Je nachdem, wie nährstoffreich Ihr Boden ist und ob Sie mähen oder mulchen, verändert sich die auszubringende Düngermenge. Prinzipiell ist es empfehlenswert, den Rasen einmal im Frühjahr (zum Beispiel im Februar mit Kompost oder im Mai mit stickstoffbasiertem Dünger wie Hornspänen) und einmal im Herbst mit einem kaliumbasierten Herbstdünger zu düngen. Alle drei Jahre empfehlen wir Ihnen, eine Bodenprobe zu machen, um den Boden und den Rasen optimal mit Nährstoffen zu versorgen.

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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