skip to Main Content

Rote, braune und weiße Zwiebeln: Herkunft, Anbau und Sorten

Zwiebeln kommen in diversen Formen, Farben und Größen vor. Wir von Plantura zeigen Ihnen die besten Zwiebelsorten und Tipps für den Anbau im Garten.

Zwiebeln beim Trocknen in der Wohnung

Ist das Wetter schlecht, können die Zwiebeln auch in einem trocknen Raum aufgehängt werden. [Foto: Paul]

Den einen mag es verwundern, der andere ahnt es bereits: Die Speisezwiebel (Allium cepa) gehört zur Gattung des Lauchs. Die Bezeichnung „Zwiebel“ mag im Deutschen etwas irritieren, denn Sie bezeichnet in diesem Fall sowohl die Pflanzenart als auch den Pflanzenteil Zwiebel, der zur Speicherung von Nährstoffen und Feuchtigkeit dient.

Die Zwiebel hat in gewisser Weiße etwas Mysteriöses. Zum einen ist ihr Ursprung ist bis heute nicht geklärt, zum anderen sind echte Wildformen nicht mehr zu finden. Die mit der Zwiebel am nächsten verwandte Art entstammt aus dem heutigen Iran und Turkmenistan. Durch Ausgrabungen ist jedoch bekannt, dass Zwiebeln seit mehr als 4000 Jahren gezielt kultiviert werden. Somit zählt die Zwiebel zu den ältesten Gemüsepflanzen der Menschheit. Folglich wundert es nicht, dass die Zwiebel sehr variantenreich ist.

Synonyme: Bolle, Hauszwiebel, Gartenzwiebel, Speisezwiebel, Küchenzwiebel, Sommerzwiebel, Zwiebellauch

Zwiebeln im Garten anbauen

Die Zwiebel ist eine beliebte Pflanze im eigenen Garten. Der Anbau gelingt gut, die Ernte ist reich und die aromatischen Zwiebeln kann eigentlich jeder Hobbykoch gut gebrauchen.

Sandige Lehmböden und Lößböden kommen bei der Zwiebel besonders gut an. Generell sollte der Boden vor der Kultur gut aufgelockert worden sein. Unbedingt muss beachtet werden, dass man nicht zu viel Stickstoff in den Boden einbringt. Auch darf kein frischer Mist zugegeben werden.

Zwiebel können entweder ausgesät oder gesteckt werden. Immer wieder erreichen uns Anfragen, ob man die Zwiebel wirklich bereits ab Ende Februar aussäen kann. Ein klares Ja! ist die Antwort. Denn die Zwiebelsamen keimen bereits bei einigen wenigen Grad über Null. Um Krankheiten zu vermeiden, sollte man Zwiebeln mit einem Abstand von 10cm zwischen den Pflanzen und 25cm zwischen den Reihen ausgesät (bzw. gesteckt werden). Steckzwiebel setzt man in klimatisch günstigen Regionen bereits im Herbst. Ist das Klima etwas rauer sollte bis Mitte Mai gewartet werden.

Eine Düngung ist meistens nicht nötig, wenn man den Boden gut vorbereitet hat. Während man den Boden für die Pflanzung auflockert, arbeitet man bereits eine Portion von gut gelagertem Kompost ein. Übertreibt man es mit der Stickstoffdüngung wuchert das Grün der Zwiebel. Die Ausbildung der Zwiebel verzögert sich dadurch jedoch deutlich.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Zwiebeln anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Zwiebelsorten

Die Zwiebel ist sehr variantenreich. Botaniker hat dies wohl kaum verwundert, da die Zwiebel sehr viele verwandte Arten kennt und bereits seit Menschengedanken angebaut wird.

Einen umfangreichen Artikel über alle gängigen Zwiebelsorten finden Sie hier: Zwiebeln: die richtigen Sorten zum Anbauen wählen.

Zwiebeln ernten und lagern

Bis auf die Frühlingszwiebeln werden alle Zwiebeln geerntet sobald das Laub sich leicht verfärbt und zu welken beginnt. Je nach Standort und Sorte kann die Ernte zwischen Juli und September erfolgen. Verwendet man Steckzwiebeln an Stelle von Samen kann generell etwas früher geerntet werden. Bei der Ernte hebt man die Zwiebeln vorsichtig aus dem Boden. Das Laub sollte ebenfalls intakt bleiben. Ist die Witterung trocken sollten die Zwiebeln noch einige Tage im Freien an der Sonne nachreifen bzw. trocknen. In dieser Zeit zieht die Zwiebel noch Inhaltsstoffe aus den Blättern. Ist das Laub gänzlich getrocknet, können die Zwiebeln am Laub aufgehängt werden. Alternativ kann man das Laub auch entfernen. Zwiebeln sollten trocken, nicht zu kalt und vor allem dunkel gelagert werden. An einem richtigen Lagerplatz kann man gute Lagersorten bis zu Ernte im folgenden Jahr aufbewahren. Als Daumenregel gilt: je spätreifender und fester die Zwiebel, desto besser ist sie lagerbar.

Zwiebel: Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Über die Inhaltsstoffe der Zwiebel wurde lange Zeit kontrovers diskutiert. Einerseits ist die Zwiebel nicht sonderlich reich an Vitaminen. Einige Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium sind aber enthalten. Die positive Wirkung der Zwiebel auf den Menschen soll jedoch überwiegend durch deren schwefelhaltigen Verbindungen bedingt sein. Diesen wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt, weshalb in der Volksmedizin der Konsum von rohen Zwiebeln Erkältungen lindern soll. Die Zwiebel enthält etwa 30 kcal pro 100g.

In der Küche ist die Zwiebel vielseitig einsetzbar. Sie ist ein essentieller Bestandteil von Suppengemüse, macht sich gut in Salaten oder als Brotbelag. Angebraten und geröstet reicht man sie gerne zu Käsespätzle oder auch zum Zwiebelschmorbraten. Als Topping zu Steak oder Burger lässt sich die Zwiebel auch gut anbraten und anschließend kandieren.

Schädlinge und Krankheiten

Zwiebeln wachsen überwiegend gesund und robust. Teilweise können Pilzerkrankungen wie der Falsche Mehltau die Pflanzen befallen. Wichtig ist hier ein gut durchlässiger Boden, dass sich keine Staunässe bildet. Auch sollten die Pflanzen nicht zu dicht gesteckt werden. So können Krankheiten schneller überspringen und nach Regenfall trocknen die Pflanzen schlechter ab. Wichtiger als der Falsche Mehltau ist jedoch die Zwiebelfliege. Diese nutzt das Gemüse als Brutplatz für ihren Nachwuchs. Dieser verursacht Fraß an der Zwiebel. Fäulniserreger können so leichter eindringen. Die Zwiebel beginnt dann häufig zu verfaulen. Wird man dem Nachwuchs nicht Herr, kann dieser einige Wochen später bereits selber Eier ablegen. Eine zweite Generation des Schädlings befällt dann häufig noch die wenigen restlichen Pflanzen. Als Gegenmaßnahme bietet sich besonders ein Schutznetz an. Diese sollte von April bis Mai die Zwiebeln nahtlos bedecken.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

 

Felix

Ich bin studierter Wirtschaftsingenieur, aber im Herzen schon immer ein begeisterter Hobbygärtner. Seit über zehn Jahren baue ich Obst und Gemüse im eigenen Garten an, dabei liegt meine Leidenschaft vor allem bei seltenen und besonderen Sorten.
Lieblingsobst: Rotfleischige Pfirsiche und Pluots (Kreuzung Aprikose und Pflaume)
Lieblingsgemüse: Palmkohl, Tomaten und Kardonen

Back To Top
[i]
[i]
[i]
[i]