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Rotkohl: gesundes und leckeres Kraut

Rotkohl: Das Wintergemüse ist nicht nur aromatisch, sondern auch reich an wichtigen Inhaltsstoffen. Wir geben Tipps zum Anbau, Ernten und Lagern.

Rotkohl Anbau Ernte im Garten

Erntereifer Rotkohlkopf [Foto: color lineCC BY 2.0]

Rotkohl oder auch Blaukraut genannt, ist wohl eines der typischsten deutschen Beilagen zu deftigen Gerichten, vor allem in der Winter- und Weihnachtszeit.  Auf den Kohl aus dem Supermarkt zu setzen oder noch schlimmer, aus dem Glas, muss jedoch nicht sein, denn die rot-bläuliche Kohlart kann relativ leicht selbst im eigenen Garten angebaut werden. So kann man sich wirklich darauf verlassen, dass man eine komplett gesunde und natürliche Beilage auf seinem Teller hat.

Die Vorfahren des Rotkohls (Brassica oleracea convar. capitata var. rubra) findet man auch heute noch an den Atlantikküsten Frankreichs, Irlands und Englands. Hier gedeiht der Wildkohl, welcher der Ursprung vieler moderner Kohlarten ist. Gemäß vielen geschichtlichen Quellen erwähnte im 12. Jahrhundert Hildegard von Bingen das Kraut mit den Worten „rubeae caules“, die so viel wie rötlicher Stängel bedeuten. Auch wenn Rotkohl lange Zeit auf dem Speiseplan der eher ärmeren Bevölkerung stand, wird das schmackhafte Kaut mittlerweile bevölkerungsübergreifend geschätzt.

Rotkohl ist ein bekannter Bioindikator. Je nach pH-Wert verändert er seine Farbe. In sauren Böden angebaut, entwickelt er eher einen Rotton. Ist der Boden alkalisch erscheint der Rotkohl eher bläulich, was sein Synonym „Blaukohl“ erklärt. Selbige Eigenschaften zeigt das Kraut auch beim Kochen. Bereitet man den Kohl beispielsweise durch Zugabe von Essig oder sauren Äpfeln etwas säuerlicher zu, verfärbt er sich schön rot. Die im Rotkohl enthaltenen Farbstoffe (Anthocyanen) sind einer der klassischen Säure-Base-Indikatoren.

Synonyme: Blaukohl, Rot- oder Blaukraut, Rot- oder Blaukabis (CH)

Rotkohl anbauen: So klappt’s im eigenen Garten

Wer Blaukraut liebt und einen Garten sein Eigen nennt, sollte einen Anbauversuch wagen. Rotkohl ist in der Kultur sehr dankbar und beschert dem Hobbygärtner aromatische und große Krautköpfe, die gut konserviert werden können. Hat man das Glück einen kühlen und halbwegs trockenen Keller zu haben, können die Krautköpfe auch längere Zeit gelagert werden.

Rotkohl fühlt sich an einem sonnigen bis halbschattigen Standort am wohlsten. Bodenansprüche sind vergleichsweise gering. Da Rotkohl zu den Starkzehrern gehört, sollten magere Böden mit Kompost und etwas Hornspänen oder Mist aufgebessert werden. Dies wirkt sich zudem positiv auf die Speicherfähigkeit von Feuchtigkeit aus; bei Trockenheit im Sommer sollte nämlich regelmäßig gegossen werden. Zudem sollte der Boden schön locker sein und generell ist auch ein leicht lehmiger Boden geeignet. Lockert man den Boden mit einer Hacke während der Gartensaison mehrfach auf, dankt es die Pflanze mit sattem Wachstum. Kohl darf generell nicht mehrere Jahre am selben Standort kultiviert werden. Nach einem Jahr sollten erst nach fünf Jahren erneut Kohlarten angepflanzt werden. Denn das Risiko von Krankheiten im Folgejahr ist einfach zu hoch und lohnt die Mühe nicht. Aus diesem Grund sollten Pflanzenreste des Kohls (Strunk, äußere Blätter, etc.) nie auf den Komposthaufen wandern, sondern stets in den Restmüll.

Je nachdem wann man die Ernte einfahren will, muss gepflanzt werden. Will man bereits im Sommer ernten, empfehlen sich frühe Sorten sowie eine Aussaat auf der Fensterbank. Dies kann ab Februar erfolgen. Allerdings sind die meisten frühen Sorten etwas milder im Geschmack und deutlich kürzer lagerbar. Frühe Sorten des Rotkohls können ab Anfang Juli geerntet werden.
Spätere Sorten können ab Mai ausgepflanzt und im Herbst geerntet werden. Diese sind dann recht lange lagerbar.
Frühere Sorten benötigen weniger, spätere Sorten mehr Platz. Je nach Reifezeitpunkt sollte der Abstand zwischen den Pflanzen bei 45-70 cm und 60 cm zwischen den Reihen liegen.

Eine Düngung wird von der Pflanze dankbar angenommen. Besonders Stickstoff- und Kaliumgaben sind wichtig. Übertreibt man es jedoch, wird der Kohl anfällig für Krankheiten, das Aroma schwindet und sogar ein unangenehmer Schwefelgeschmack kann die Folge sein. Im Hobbyanbau kann Rotkohl gut mit einem konventionellen Tomatendünger gedüngt werden. Es kann im Abstand von ungefähr drei Wochen gedüngt werden. Bei späten Sorten sollte die Düngung ab September eingestellt werden. Frühere Sorten sollten drei Wochen vor der Ernte keine Düngergaben mehr erhalten.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Rotkohl anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

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Rotkohl-Sorten

  • Amarant: frühreife Sorte mit einem sehr kurzen Strunk; sehr runde und relativ kleine Krautköpfe.
  • Autoro (F1): robuste Sorte, die mittelgroße, schwere und runde Köpfe ausbildet; kann lange im Freien verbleiben, da robust gegen Fäulnis und Platzen.
  • Cabeza Negra 2: mittelspäte Sorte mit großen Umblättern; die Krautköpfe sind groß, rund und fest; die Sorte ist auch unter dem Synonym „Schwarzkopf 2“ bekannt und zeichnet sich besonders durch die hohe Kältetoleranz und Lagerfähigkeit aus.
  • Granat: spätreife und sehr wüchsige Sorte, die trotz der Wüchsigkeit sehr gut lagerfähig ist (bis ca. Weihnachten); Blattwuchs gereift und gesund; Kopfgewicht von bis zu 2kg.
  • Kalibos: Kreuzung aus Rotkohl und Spitzrotkohl; schnellwüchsige und frühreife Sorte mit gutem Geschmack und ansprechender Textur. Die Köpfe sind recht locker gepackt; das Kopfgewicht ist mit teilweise unter einem Kilo relativ gering. Die Sorte Kalibos ist besonders für den Frischverzehr bestens geeignet und besonders lecker.
  • Rodynda: Sorte mit mittlerer Reifezeit und Lagerfähigkeit; wüchsig und kurzstrunkig. Rodynda bildet ein starkes Wurzelwerk und robuste Umblätter aus; Krautkopf ist mittelgroß und leicht oval.
  • Roxy (F1): bewährte Standardsorte, die sich durch ihre sehr gute Lagerfähigkeit, intensive Färbung und guten Geschmack auszeichnet. Die Köpfe sind rund und je nach Pflanzung bis zu 2,5kg schwer. Roxy ist robust gegen Krankheiten.
  • Topas: kälterobuste, wüchsige Frühsorte mit großen und schweren Köpfen; der Strunk ist mittelhoch, die Blatthaltung aufrecht. Die Sorte ist nicht lange lagerfähig.

Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Rotkohl: die richtigen Sorten zum Anbauen wählen.

Ernte einfahren: frischen Rotkohl vom Sommer bis in den Winter

Je nach Sorte und Belieben kann ab Juli geerntet werden. Späteren Sorten schadet auch etwas Frost nicht und solange die Temperaturen nicht -4°C unterschreiten, bleibt der Blaukohl am besten draußen. Dort „lagert“ er ohnehin am besten. Späte Sorten können nach der Ernte am Strunk kopfüber aufgehängt und so in einem kühlen Keller oder einer gut isolierten Garage bis Februar gelagert werden. Auch kann der Kohl gut eingemietet werden. In beiden Fällen sollten vor der Verarbeitung jedoch die äußeren Blätter entfernt werden. Geschnitten kann das Kraut auch im Gefrierschrank eingefroren werden. Eine Lagerung im Kühlschrank ist für zirka sechs Wochen ebenfalls möglich.

Rotkohl selber anbauen im Garten

Feld mit Rotkohl bei Dämmerung [Foto: Dirk Ingo FrankeCC BY-SA 2.0]

Verwendung und Inhaltsstoffe

Rotkohl kann sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden. Die bekannteste Verwendung dürfte das eingemachte Blaukraut sein, das besonders zu Deftigem eine leckere Beilage darstellt. Aber auch als Rohkost, entweder als bunte Beimischung zu traditionellen Salaten oder als roter Krautsalat bietet sich Rotkohl gut an. Rotkohl ist nicht nur aromatisch und lecker, sondern auch reich an wichtigen Inhaltsstoffen: Eisen und weitere Mineralstoffe, antioxidative Farbstoffe (Anthocyanen), Ballaststoffe und Vitamin C. Besonders auf Grund letzterem sollte Rotkohl nicht zu lange gekocht werden oder auch gleich direkt als Rohkost verzehrt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Rotkohl hat mit den für Kohl typischen Schädlingen und Krankheiten zu kämpfen. Dazu zählen der Kohlweißling, die weiße Fliege und die Kohlhernie. Jungpflanzen sind beim Auspflanzen ins Freiland vor Schneckenfraß zu schützen.

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