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Spargel anbauen: Von Samen und Jungpflanzen zur Spargelstange

Grün- und Bleichspargel sind im Frühjahr beliebt. Diese kann man auch im eigenen Garten anpflanzen. Wir geben Tipps zum Anlegen einer Spargeljunganlage.

Der Spargel (Asparagus officinalis) begeistert Gourmets weltweit. Was viele Hobbygärtner nicht wissen: mit etwas Geschick kann man das delikate und teure Gemüse auch im eigenen Garten anbauen. In ausgewählten Online-Shops kann man Samen oder gleich Rhizome von Jungpflanzen kaufen. Den inneren Sparwuchs sollte man beim Kauf der Spargelpflanzen aber besser zu Hause lassen, denn die Qualität der Pflanzen ist für den späteren Erfolg entscheidend.

Samen oder Jungpflanzen kaufen

Professionelle Spargelbauern greifen meist zu Rhizompflanzen, ein kleinerer Anteil kauft Saatgut und zieht damit im Gewächshaus Pflanzen im Erdpresstopf an. Saatgut zu kaufen, um es im Topf anzuziehen ist zwar günstiger, bedeutet aber gleichzeitig einen größeren Aufwand und ein Jahr längere Kulturzeit. Entscheidet man sich für Saatgut, bedeutet dies, dass man mindestens drei Jahre bis zur ersten Ernte warten muss, dann kann ca. vier Wochen geerntet werden. Bei Rhizompflanzen hat man nach einem Jahr bereits eine kurze Ernte von ca. 10-14 Tagen und kann nach zwei Jahren bereits ca. 4 Wochen lang ernten.

Spargelsämlinge

Probieren Sie es doch einmal selbst aus mit Spargelsämlingen, Spargel anzubauen. [Foto: graibeardCC BY-SA 2.0]

Mit der Aussaat beginnt man im Frühjahr auf der hauseigenen Fensterbank. Die Saattiefe beträgt etwa 1cm. Mit einer Höhe von etwa 10cm werden die Spargelsämlinge pikiert und in einen etwas größeren Topf gesetzt. Mitte bis Ende Mai können die Spargeljungpflanzen dann in den Garten gepflanzt werden.

Jungpflanzen vom Grün- und Bleichspargel kann man auch im Internet kaufen. Hier werden im Frühjahr meist Rhizome von einjährigen Pflanzen geliefert. Extrem wichtig ist dabei die Qualität des Rhizoms. Spargel mit morschen oder faulen Wurzeln geht nur selten an. Auch verzögert dies nur unnötig die ohnehin schon lange Wartezeit bis zur ersten Ernte.

Den richtigen Standort und Boden für Spargel wählen

Spargel stellt gewisse Ansprüche an den Boden. Im Optimalfall ist der Boden tief durchwurzelbar, tiefgründig (40-60cm tiefe Mutterbodenschicht) und frei von Wurzeln sowie Steinen. Spargelpflanzen lieben wasser- und luftdurchlässige Böden, die sich im Frühjahr schnell erwärmen. Schwere und schlecht durchlüftete Böden in Verbindung mit einem schattigen Standort führen häufig zu Fäulnis. Ebenso ist Staunässe für den Spargelanbau ein KO-Kriterium.

Spargelsorte Ramires als Grünspargel

Ramires ist sowohl für die Bleich- als auch für die Grünspargelproduktion bestens geeignet. [Foto: Südwestdeutsche Saatzucht]

Genauso wichtig wie die Beschaffenheit des Bodens ist der Nährstoffgehalt. Plant man das Pflanzen von Spargel langfristig, so sollte der Boden bereits ein Jahr vor der Pflanzung entsprechend vorbereitet werden. Um den Nährstoffgehalt zu erhöhen, kann einerseits gut verrotteter Mist, Kompost (bis zu 10 Liter pro qm) und Humus an die Pflanzstelle angehäuft und eingearbeitet werden. Erledigt man dies ein Jahr bevor der Spargel gepflanzt wird, kann auch direkt eine Gründüngung vorgenommen werden. Hierunter versteht der Experte das Anpflanzen von Pflanzen wie Ölrettich oder Gelbsenf. Dieser wird im Herbst an Ort und Stelle in den Boden untergemengt, verrottet und gibt so wichtige Nährstoffe an den Boden ab.
Ist der eigene Planungshorizont kürzer und der Spargel soll direkt gepflanzt werden, hebt man am besten zur Pflanzung einen 30cm tiefen und ebenso breiten Graben aus. Dieser wird mit etwa 10cm Mist und Kompost aufgefüllt. Gleichzeitig kann auch jeweils 200g Phosphor und Kali beigegeben werden.

Spargel pflanzen

Hat man qualitativ erstklassige Spargelrhizome oder gut etablierte Sämlinge aus eigener Anzucht, kann es endlich losgehen. Pflanzzeit der Rhizome ist in der Regel zwischen Anfang April und Mitte Mai, die Sämlinge werden dann nach den Eisheiligen Mitte Mai gepflanzt. Der Boden sollte bereits erwärmt und nicht zu nass sein, so ergeben sich für die Jungpflanze ideale, wüchsige Bedingungen. In kalten und nassen Böden bleiben die Pflanzen liegen und Schadstellen an den Speicherwurzeln beginnen leicht anfangen zu faulen. Grünspargel setzt man etwa 15cm tief, Bleichspargel bis zu 25cm. Die einzelnen Speicherwurzeln sollten dabei vorsichtig fächerförmig in der Grabensohle ausgebreitet werden. Direkt nach der Pflanzung bedeckt man die Wurzeln mit 8-10cm Erde. Wächst die Pflanze, füllt man den Graben Stück für Stück mit Erde auf.

Ähnlich verfährt man mit selbst gesäten Pflanzen. Diese werden in einem breiten Graben in der später gewünschten Tiefe gepflanzt. Zum Herbst hin gibt man nach und nach Erde hinzu, dies gibt den neuen Trieben Halt und man verschüttet dabei keimendes Unkraut. Die Pflanztiefe hat einen Einfluss darauf, wie viele Jahre eine Bleichspargelanlage geerntet werden kann. Denn das Wurzelwerk der Pflanzen wächst in den Jahren nicht nur in die Tiefe und Breite, sondern auch nach oben. Je tiefer die Pflanzen gesetzt werden, desto länger kann Bleichspargel potentiell geerntet werden. Allerdings beginnt die Ernte auch immer später und es fällt den jungen Pflanzen auch schwerer, sich am Standort zu etablieren. Mit dem Hochwachsen der Pflanzen muss über die Jahre auch der Damm immer höher werden, um Bleichspargel mit ausreichender Länge ernten zu können und um die Spargelpflanze beim Stechen nicht zu verletzten. Aber irgendwann ist natürlich auch hier das Ende des Möglichen erreicht, zudem werden die Stangen nach einigen Jahren immer dünner, sodass man bei guter Kulturführung mit 8-10 Jahren Lebensdauer einer Spargelanlage rechnen kann.

Pro laufendem Meter braucht man etwa 3 Spargelpflanzen. Modernere Sorten erfordern etwas höhere Dichten. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt bei Grünspargel 1 bis 1,5m während Bleichspargel mindestens 1,5 bis 1,6m benötigt (schon alleine wegen der Erdmenge für den Damm). Der Abstand zwischen den Spargelpflanzen beträgt etwa 25-33cm. Im Gegensatz zum Bleichspargel bietet sich beim Grünspargel eine versetzte Pflanzung in Doppelreihen an. Somit steht eine Pflanze in der Reihe genau zwischen zwei Pflanzen der anderen Reihe. Pflanzt man in Doppelreihen beträgt der Abstand zwischen den einzelnen Reihen ca. 15-30 cm, der Abstand zwischen den Doppelreihen sollte zur besseren Durchlüftung der Pflanzen mindestens 1,5 Meter betragen.

Spargel richtig düngen

Spargel kann im Hausgarten bis zu zehn Jahre am selben Standort angebaut werden. Allerdings setzt dies einen guten Boden, eine gut angepasste Düngung und eine verhaltene Ernte voraus. Je nach Standortjahr muss die Düngung angepasst werden.

  1. Standjahr (Pflanzjahr):
    Während man bereits im Jahr vor der Pflanzung im Optimalfall den Boden mit Kompost und Mist aufgebessert und eventuell auch eine Gründüngung vorgenommen hat, kann ab dem ersten Standjahr mit Stickstoff gearbeitet werden. Hier wird jeweils nach dem Austrieb, Anfang Juni und Mitte Juli mit 25g Blaukorn pro laufendem Meter Spargelreihe gedüngt.
  2. Standjahr:
    Im Folgejahr, dem zweiten Standjahr, wird zwei mal mit 50g Blaukorn pro laufendem Meter Spargelreihe gedüngt. Man düngt den Spargel kurz nach dem Austrieb sowie nach der vollständigen Entwicklung der Sommertriebe. Dies ist meistens Mitte Juni nach St. Johannis der Fall.
  3. Standortjahr:
    Nach den zwei Standjahren wurde ein Großteil der Wurzelmasse gebildet und der Düngebedarf geht trotz der nun einsetzenden Ernte zurück. In den folgenden Standjahren bringt man am besten 50g pro qm eines Mehrfachdüngers mit einer Zusammensetzung von 14-7-17-2 | N-P-K-Mg + S + B Zn in den Boden ein.  Ein geeigneter Zeitpunkt ist zum Austrieb nach der Ernte. Hat man Einzeldünger kann man pro Quadratmeter 10g Stickstoff (N), 15g Phosphor (P2O5), 20g Kali (K2O) und 6g Magnesium (MgO) düngen.

Im Spätherbst sollte nach dem Entfernen des Spargellaubs auch Kompost zugegeben werden. Alle drei Jahre kann man zudem Kalken. Der pH- Wert sollte je nach Bodenart zwischen 5,8 und 6,5 liegen.

Folgende Produkte sorgen für eine optimale Nährstoffversorgung:
  • Cuxin Bio-Flüssigdünger Gemüse & Kräuter: Flüssigdünger für den Anbau von Kräutern und Gemüse in Treibhäusern und Freiland. Der hohe Kaliumanteil sorgt für feste und saftige Früchte.
  • Cuxin organischer Volldünger Orgasan: Organischer Gartendünger für Gemüse, Obst und Ziergärten mit langer und kontinuierlicher Wirkungsdauer.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.

Sind Sie auch ein begeisterter Spargel-Hobby-Anbauer? Teilen Sie doch Ihre Erfahrungen mit uns. Wir würden uns freuen!

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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