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Spinat: Popeyes Lieblingsspeise im eigenen Garten anbauen

Spinat enthält nicht nur viele Vitamine und Mineralstoffe, er ist zudem auch noch besonders pflegeleicht. Wir geben Tipps zum Anbau, Ernten und Lagern.

junger Spinat aus dem eigenen Garten

Frisch geernteter junger Spinat aus dem eigenen Garten [Foto: cristinaCC BY 2.0]

Es wird vermutet, dass die Araber den Spinat (Spinacia oleracea) nach Spanien brachten. Dort wurde die Pflanze das erste Mal in Werken des 8. Jahrhunderts erwähnt. Von Spanien aus verbreitete sich der Spinat über Frankreich, Italien und Deutschland nach ganz Europa. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland zu den Hauptanbauländern zählen.

Während Spinat heute überwiegend als Lebensmittel angebaut wird, diente er früher als Heil- und Arzneipflanze. Das intensive Blattgrün wurde ebenfalls als natürlicher Farbstoff verwendet.

So gelingt der Spinatanbau im heimischen Garten

Frischer Blattspinat vom Bauern oder aus dem eigenen Garten ist unschlagbar. Wer den Anbau des pflegeleichten Gemüses wagt, wird mit einer aromatischen Gaumenfreude belohnt. Der Anbau gelingt auch Laien meistens ohne großen Aufwand. In den meisten Gartenböden wächst der Spinat recht gut. Denn er ist anspruchslos und benötigt nur gelegentliche Wassergaben. Karge Böden werden vor der Spinatkultur mit etwas Kompost aufgebessert. Sonnige und halbschattige Standorte sind bestens geeignet.

Spinat sät man am besten im Frühjahr oder im Spätsommer, wenn anderes Gemüse bereits geerntet ist. Der Fachmann nennt dies Vor- und Nachkultur. Moderne und schossfeste Züchtungen können auch den Sommer über gesät werden. Will man möglichst regelmäßig Spinat ernten, sollte satzweise gesät werden. Spinat kann 2 – 3cm tief gesät werden. Der Abstand zwischen den Pflanzen beträgt in etwa 8 – 12cm. Generell wählt man für schnellwachsende Sorten einen größeren Abstand. Dies gilt ebenfalls, wenn man mit dem Ernten lange warten will. Größere Blätter sind im Allgemeinen zwar nicht mehr so zart, aber bereiten bei der Zubereitung deutlich weniger Aufwand. Pflanzt man in Reihen sollte der Abstand in etwa 30 cm betragen.

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Es sollte lediglich mit Kalium gedüngt werden. Verwendet man einen stickstoffbetonten Dünger wie Blaukorn, erhöht dies unnötig den Nitratgehalt in der Pflanze. Wichtiger als eine Düngung ist die Vorbereitung des Bodens vor dem Pflanzen. Während der Wachstumsphase muss Spinat ausreichend gegossen werden.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Spinat anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Ernte & Lagerung von Spinat

Einen exakten Erntezeitpunkt gibt es bei Spinat nicht. Blätter können beliebig geerntet werden. Spätestens vor der Blüte muss man dann aber zum Messer greifen. An frostfreien Tagen im Winter kann auch geerntet werden, lediglich im gefrorenen Zustand sollte man davon aber besser absehen.  Hat man keinen Folientunnel oder kein Tomatenhaus zur Hand, kann mit der Ernte des überwinterten Spinats ab Anfang/Mitte März wieder begonnen werden.

Als frischen Blattspinat lassen sich die empfindlichen Blätter nur kurz lagern. Nennt man einen kühlen Keller sein Eigen, kann man ihn dort eingeschlagen bis zu 3 Tage lagern. Am besten bleibt hierfür die Wurzel dran. Auch eine Lagerung von Spinat im Kühlschrank ist möglich. Hier kann man Spinat ebenfalls 2-4 Tage lagern. Will man größere Mengen vorrätig möchte, kann man die Blätter kurz blanchieren, abkühlen und anschließend direkt einfrieren.

Spinat im Garten anbauen Blüte

Spätestens jetzt sollten Sie zum Messer greifen und ernten [Foto: Martin MalecCC BY-SA 2.0]

Spinatsorten im Überblick

Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Spinat: die richtigen Sorten zum Anbauen wählen.

  • Baby Leaf (F1): frühe Sorte mit besonders zarten Blättern; die dunkelgrünen, kleinbleibenden Blätter stehen aufrecht und lassen sich leicht ernten; ideal für Salate.
  • Bordeaux (F1): französische Sorte mit leicht rot-violetten Stielen; kann als Babyspinat angebaut werden und ist besonders resistent gegen den Falschen Mehltau; Anbau gelingt auch auf dem Balkon.
  • Celesta (F1): neuere Sorte mit sehr später Blüte, die folglich auch im Sommer angebaut werden kann; ertragreich und resistent gegen Mehltau.
  • Matador: bewährte Sorte mit guten Eigenschaften: späte Blütezeit, schnellwachsend, ertragreich und frosthart.
  • Merlin (F1): besonders produktive Sorte mit einem späten Blütezeitpunkt; gute Widerstandsfähigkeit gegen Mehltau; lässt sich gut einfrieren.
  • Picasso (F1): spätblühende Sorte die auch in den Sommermonaten angebaut werden kann; diese Spinatsorte bleibt klein (Babyspinat) und eignet sich auch für den Anbau auf dem Balkon.
  • Red Cardinal: neue Zuchtsorte mit optisch sehr schönen, roten Stielen; junge Blätter eigenen sich bestens für Salate oder zur Verzierung von Gerichten.
  • Viridis: traditionelle italienische Sorte, die sowohl als Babyspinat als auch als Wurzelspinat angebaut werden kann.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Spinat ist reich an Vitamin B und C sowie Provitamin A. Zudem enthält er viele Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Eisen. Jedoch ist es ein Ammenmärchen, dass Spinat extrem viel Eisen enthält. Nüsse und Hülsenfrüchte beispielsweise ringen im Eisengehalt dem Spinat deutlich den Rang ab.  Entweder war zu früherer Zeit der Wunsch der Vater des Gedankens oder die Messungen, um den Eisenwert in Spinat zu bestimmen, waren schlicht fehlerhaft. Besonders Menschen mit Nierenproblemen sollten Spinat vorwiegend im Herbst und Winter konsumieren, denn dann ist der Oxalsäure-Gehalt niedriger als in den Sommermonaten. Auch sollte diese Gruppe Spinat oder auch Rhabarber nicht in übermäßigen Mengen verzehren, da dies die Nierensteinbildung negativ beeinflusst. Zu viel Spinat ist ebenfalls auf Grund von Nitrat nicht sonderlich ratsam.

Bei der Zubereitung sollte Spinat stets gründlich geputzt werden. Denn der an den Stielen sich befindende Sand, kann beim späteren Verzehr den Zähnen Probleme bereiten. In der Küche wird Spinat meistens mit etwas Wasser angedünstet und anschließend verfeinert. Hier reichen die Möglichkeiten von angebratenem Knoblauch und Zwiebeln, Parmesan über Butter oder Olivenöl, bis hin zu Pfeffer und Muskatnuss. Auch kann man den Blattspinat mit etwas Sahne zu dem sogenannten Rahmspinat pürieren.

Während der sagenumwobene Eisengehalt des Spinats ein Märchen ist, fragen sich auch heute viele Leute noch, ob man ihn ein zweites Mal aufwärmen darf. Diese alte Regel gibt in gewisser Weise auch noch heute Sinn. Besonders Winterspinat enthält Nitrate, welche durch Bakterien in Nitrit umgewandelt werden. Lässt man den gekochten Spinat einen Tag in der warmen Küche stehen, bildet sich das ungesunde Nitrit. Allerdings kann man problemlos vorbeugen, in dem man ihn einfach im Kühlschrank aufbewahrt. Die niedrigen Temperaturen verzögern die Umwandlung, womit der Spinat auch noch zwei Tage später bedenkenlos aufgewärmt werden kann.

Ob man von Spinat so stark wie Popeye wird, können wir leider nicht mit Sicherheit sagen. Trotzdem lohnt es sich allemal, dem Spinat im eigenen Garten eine Chance zu geben.

Krankheiten und Schädlinge

Spinat lässt sich recht problemlos anbauen. Am häufigsten bereitet der Falsche Mehltau ein Problem. Mittlerweile gibt es allerdings ausreichend neue Sorten, die eine gute bis sehr gute Resistenz gegen Mehltau haben. Besonders beim Anbau im Folientunnel sollte man auf eine regelmäßige Lüftung achten. Im Freiland rät es sich die Pflanzen möglichst wurzelnah zu bewässern, damit der Mehltau weniger Angriffsfläche hat. Auch die von der Gurke bekannte Blattfleckenkrankheit (Mosaikvirus) tritt vereinzelt auf. Teilweise kann die Schwarze Bohnenlaus dem Spinat ebenfalls zu schaffen machen.

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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