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Spinnmilben: Erkennen & bekämpfen

Ein Befall mit Spinnmilben ist für viele Gärtner ein Albtraum. Wir zeigen, wie man das Schadbild erkennt und wie man die lästigen Spinnmilben natürlich sowie mit Hausmitteln bekämpfen kann.

Jeder Hobbygärtner, der schon mal ungeliebten Besuch von Spinnenmilben bekommen hat, weiß, wie hartnäckig die kleinen Spinnentiere sein können. Ob Rosen (Rosa), Obstbäume, der Oleander (Nerium oleander) im Garten oder Orchideen (Orchidaceae), Ficus (Ficus benjamina) oder der Zitrusbaum (Citrus) auf der Fensterbank – Spinnenmilben können eine Vielzahl von Pflanzen befallen. Gerade Tomaten (Solanum lycopersicum), Gurken (Cucumis sativus) und andere Gemüsearten, die im Gewächshaus kultiviert werden, bilden ein beliebtes Ziel für die kleinen Milben. Treten die Spinnmilben nur in kleiner Zahl auf, bleiben sie meistens unbemerkt. Bei trockener und warmer beziehungsweise heißer Witterung steigt die Anzahl der Spinnenmilben aber rasant an und die Tiere werden schnell zu einem echten Problem.

Spinnenmilben erkennen

Spinnmilben (Tetranychidae) sind Spinnentiere und haben dementsprechend acht Beine. Die hinteren beiden Beinpaare sind eher unauffällig, wohingegen die vorderen stärker genutzt werden und gut sichtbar sind. Äußerlich können sich die Milben stark unterscheiden. Das Farbspektrum der erwachsenen Tiere reicht von Gelb bis Grün über Rot, woher der Trivialname „Rote Spinne“ rührt. In Deutschland sind vor allem die Gemeine Spinnmilbe (Tetrnychus urticae) und die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) als häufigste pflanzenschädigende Spinnmilben bekannt. Die kleinen Tierchen sind mit deutlich unter einem Millimeter so klein, dass sie mit bloßem Auge nur schwer erkennbar sind. Erst bei einem fortgeschrittenen Befall lassen sich kleine Gespinste der Milben an Blattstielen oder Verzweigungen ausmachen. Auf diesen Gespinsten sind mit Hilfe einer Lupe die kleinen Spinnmilben sichtbar. Ein Befall durch Spinnmilben ist vor allem an den Gespinsten und über das Schadbild der Spinnmilben zu bemerken.

Tipp: Durch das Besprühen der Pflanze mittels eines Zerstäubers mit Wasser werden die Gespinste besser sichtbar, da kleine Tröpfchen daran haften bleiben.

Schadbild von Spinnmilben

Anders als Blattläuse, welche die Leitungsbahnen anstechen, saugen die Spinnmilben nur einzelne Blattzellen aus, wodurch charakteristische punktförmige Aufhellungen entstehen. Die Aufhellungen auf Blättern oder Blüten breiten sich mit fortlaufendem Befall aus. Dies kann zu deformierten Triebspitzen oder zum Vertrocknen befallener Pflanzenteile führen. Außerdem sind Gespinste mit einer Vielzahl der kleinen Spinnmilben erkennbar.

Ein mit Spinnmilben befallenes Gurkenblatt
An diesen Gurkenblättern erkennt man deutlich das Schadbild der Spinnmilbe [Foto: Yevhenii Orlov/ Shutterstock.com]

Spinnmilben bekämpfen

Auch wenn Spinnmilben sehr klein sind und eigentlich nicht besonders widerstandsfähig aussehen: Diese Tiere sind sehr hartnäckig! Die Spinnmilben schwächen nicht nur die Pflanze und lassen sie äußerst unschön aussehen, sondern können auch Pflanzenviren übertragen. Außerdem ist es möglich, dass sie eine große Zahl unterschiedlicher Pflanzen befallen, was eine schnelle Ausbreitung ermöglicht. Daher ist es bei diesem Schädling besonders wichtig, einen Befall frühzeitig zu erkennen und sofort Maßnahmen zur Bekämpfung zu ergreifen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Der erste Schritt bei einem identifizierten Befall sollte in der Isolation der Pflanze bestehen, falls dies möglich ist. So können Sie einen Übergriff auf benachbarte Pflanzen vermeiden.

Spinnmilben natürlich bekämpfen

Wir raten vor allem im Hausgarten oder in Wohnräumen vom Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel ab, da diese im Garten Nützlingen gegenüber in der Regel ein hohes Schadpotential aufweisen. Außerdem sind Spinnmilben gegen einige synthetische Wirkstoffe resistent beziehungsweise es wird von der Verwendung der Mittel abgeraten, um die Resistenz nicht zu fördern. Im Handel werden biologische Präparate angeboten, von denen viele allerdings nicht systemisch wirken. Deshalb sind mehrere Anwendungen erforderlich, was sowohl der Umwelt als auch der Pflanze übel mitspielen kann. Einige Pflanzenschutzmittel enthalten Wirkstoffe der Gruppe der Pyrethrine, welche zwar pflanzlichen Ursprungs sind, aber Nützlingen in Ihrem Garten schaden können. Daher empfehlen wir, auch auf diese Mittel zu verzichten. Biologische Mittel auf Basis von reinem Rapsöl sind gut umweltverträglich, verlangen jedoch eine gründliche und mehrmalige Behandlung. Präparate auf Basis von Kaliseife sind ebenfalls umweltverträglich aber auch hier ist eine mehrmalige Behandlung notwendig.

Tomatenpflanze mit Spinnmilben befallen
Auch Tomaten können von Spinnmilben befallen werden [Foto: Catherine Eckert/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: So kann man Spinnmilben natürlich bekämpfen

  • Wenn möglich: Isolieren der befallenen Pflanze, um eine Ausbreitung zu verhindern.
  • Synthetische Mittel wirken aufgrund von Resistenzen nur bedingt und sind umweltschädlich.
  • Biologische Präparate auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife sind wirksam, verlangen aber mehrmalige Anwendung.

Spinnmilben mit Hausmitteln bekämpfen

Hausmittel gegen Spinnmilben können nur sehr begrenzt eingesetzt werden. Handelt es sich um eine Pflanze im Freiland, sollten Sie bei schnittverträglichen Pflanzen besonders stark befallene Triebspitzen oder Pflanzenteile entfernen. Da Spinnmilben Feuchtigkeit nicht mögen, kann bei einem leichten Befall über das tägliche Abbrausen der gesamten Pflanze mit dem Gartenschlauch oder in der Dusche schon einiges erreicht werden.

Ein weiteres Hausmittel gegen Spinnmilben ist die Methode, eine Plastiktüte über betroffene Zimmerpflanzen zu stülpen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Die Luft kann sich darunter allerdings so stark erhitzen, dass auch die befallene Pflanze ernsthaft geschädigt werden kann. Daher raten wir Ihnen, die Plastiktüte nur vier Tage über der Pflanze zu lassen und nach zwei Tagen Pause die Tüte erneut für vier Tage über die Pflanze zu stülpen. Außerdem können Sie eine befallene Zimmerpflanze im Sommer bei Regen ins Freie stellen.

Spinnmilbengespinste an Erdbeere
Von Nahem erkennt man die typischen Gespinste der Spinnmilbe [Foto: Catherine Eckert/ Shutterstock.com]

Zu guter Letzt verspricht die Anwendung einer Wasser-Öl-Emulsion mit Rapsöl, die Spinnmilben zu bekämpfen. Hierzu werden 70 Milliliter Wasser mit 30 Millilitern Öl gemischt und kräftig aufgeschlagen, sodass eine weiße Emulsion entsteht. Diese wird dann auf der ganzen Pflanze, auch auf der Blattunterseite, aufgetragen. Doch Achtung: Während des Vorganges die Spritzflasche immer wieder schütteln, damit sich die Komponenten nicht entmischen. Leider vertragen viele Pflanzen die Behandlung mit Rapsöl nicht sehr gut, da es die schützende Cuticula der Blätter löst. Verwenden Sie Rapsöl als Mittel gegen Spinnmilben daher besser nur abends, wenn die Sonne nicht so stark scheint. Wiederholen Sie die Anwendung maximal dreimal, um die Pflanze nicht zu stark zu schwächen.
Zeigt diese Maßnahme nicht innerhalb einer Woche Wirkung, sollten Sie ein biologisches Pflanzenschutzmittel verwenden.

Zusammenfassung: Hausmittel gegen Spinnmilben

  • Befallene Pflanzen wenn möglich isolieren
  • Befallene Pflanzenteile möglichst entfernen
  • Befallene Pflanze mit Wasser täglich abspritzen
  • Kunststofftüte über die befallene Pflanze stülpen, um die Luftfeuchtigkeit darunter zu erhöhen
  • Zimmerpflanzen in Sommer in den Regen stellen
  • Spritzbrühe aus 70 % Wasser und 30 % Rapsöl herstellen; damit Pflanzen maximal dreimal behandeln

Spinnmilben mit Nützlingen bekämpfen

Bei einem Befall durch Spinnmilben können auch Nützlinge eingesetzt werden. Raubmilben wie Phytoseiulus persimilis oder Gallmücken wie Feltiella acarisuga können Ihnen helfen, die Schädlinge unter Kontrolle zu halten. Sinnvoll ist der Einsatz von Raubmilben vor allem im Gewächshaus und im Haus, wo Spinnmilben schließlich auch den größten Schaden anrichten. Dort kann der Nützling nicht so schnell abwandern und auch wenn der Name „Raubmilbe“ gefährlich erscheint, sind die Tiere für den Menschen nicht gefährlich. Im Freiland ist es sinnvoller, natürlich vorkommende Raubmilben durch eine naturnahe Gartengestaltung zu fördern. Während Sie gezielt Nützlinge gegen Spinnmilben einsetzen, sollten Sie keine Pflanzenschutzmittel verwenden, da diese den Nützlingen schaden könnten.

Auberginen-Blatt mit Spinnmilbenbefall
Ein durch Spinnmilben beschädigtes Auberginenblatt [Foto: Olya Maximenko/ Shutterstock.com]

Spinnmilben vorbeugen

Spinnmilben können gegen einige Pflanzenschutzmittel resistent sein, was vorbeugende Maßnahmen besonders interessant macht. Im Garten ist die Gefahr eines Spinnmilbenbefalls bei trockener Witterung und bei heißen Temperaturen besonders hoch, weil die Tierchen dieses Wetter bevorzugen. Folgendermaßen können Sie Spinnmilben vorbeugen:

  1. Nützlinge wie Gallmücken können Ihnen nun helfen, die Schädlinge im Zaun zu halten. Durch naturbelassene Blumenbeete mit blühenden Kräutern, wie der Kamille (Matricaria chamomilla), locken Sie Gallmücken und andere Nützlinge an. Eine blühende Wiese oder auch Kübel mit nützlingsfördernden Blütenpflanzen lassen sich leicht mit speziellen Mischungen wie unserem Plantura Nützlingsmagnet anlegen. Außerdem empfehlen wir Ihnen, bei einem Schädlingsbefall auf nützlingsschonende Pflanzenschutzmaßnahmen zu achten, um Ihren kleinen Helferlein nicht zu schaden.
  2. Bei einer zu hohen Stickstoffdüngung sind Ihre Pflanzen besonders anfällig für Spinnmilben. Daher empfehlen wir Ihnen zurückhaltende Stickstoffgaben und organische Dünger. Mit unseren Plantura Bio-Düngern können Sie Ihre Pflanzen bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgen, ohne sie anfällig für Schädlinge zu machen.
  3. In Gewächshäusern können Sie über die Beeinflussung der Temperatur und Luftfeuchtigkeit einen starken Befall vermeiden. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu stark fällt und auch die Temperatur darf nicht zu hoch ansteigen. Spinnmilben entwickeln sich bei ungefähr 30 °C und einer möglichst trockenen Luft extrem schnell.
  4. Im Haus und gerade zur Wintersaison wird die Spinnmilbe ebenfalls zum Problem: Besonders aufmerksam sollten Sie sein, wenn Sie Kübelpflanzen zum Überwintern ins Haus holen. Untersuchen Sie die zu überwinternden Pflanzen akribisch auf Spinnmilben. In der Winterzeit, wenn in der Wohnung trockene, warme Heizungsluft vorherrscht, können sich Spinnmilben nämlich optimal vermehren.
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Wie Sie gezielt Raubmilben gegen Spinnmilben oder auch gegen Thripse einsetzen können, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

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