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Tabakpflanze: Alles zu Pflanzung, Pflege & Verwendung

Viele kennen den Exoten nur von Zigaretten. Dass man Tabak aber auch im eigenen Garten anbauen kann, weiß kaum jemand. Wir verraten Ihnen, wie das geht.

Tabak mit rosa Blüten im Garten

Tabakpflanzen im eigenen Garten sind zwar eine Herausforderung, diese ist aber durchaus bewältigbar [Foto: Liudmyla Prymak/ Shutterstock.com]

Tabakpflanzen (Nicotiana) sind zwar in subtropischen und tropischen Gebieten unseres Planeten beheimatet, doch auch in unseren gemäßigten Breiten lässt sich das krautige Gewächs anbauen. Allerdings sind damit ein gewisses Vorwissen und etwas Zeitaufwand verbunden, schließlich möchte der Tabak gehegt und gepflegt werden, damit Sie später eine reiche Tabakernte einholen können. Dabei müssen die empfindlichen Pflänzchen vor Wind und Wetter geschützt sowie mit ausreichend Wasser und Wärme versorgt werden, zudem sollten Sie auf die richtige Nährstoffzusammensetzung beim Düngen achten.

Tabakpflanze: Herkunft & Ursprung

Sein Zuhause nennt der Tabak die subtropischen und tropischen Gebiete auf dem amerikanischen Kontinent sowie Australien – die meisten Arten stammen dabei aus Südamerika. In der Neuen Welt wurde der Tabak schon lange vor der „Entdeckung“ durch die Europäer von indigenen Stämmen angebaut und genutzt. Durch diese kam der „weiße Mann“ zum ersten Mal in den Kontakt mit dem rauchbaren Kraut. Bereits Columbus wurden nach seiner mühsamen Fahrt ins Ungewisse Tabakblätter von den Einheimischen geschenkt. Seit diesem Zeitpunkt erhielt der Tabak rasch Einzug in die westliche Gesellschaft. Ende des 16. / Anfang des 17. Jahrhunderts versuchte man, den steigenden Tabakkonsum mit einer immensen Zollerhöhung zu kontrollieren und so faktisch ein Verbot durchzusetzen. Dies scheiterte jedoch durch den Anstieg des illegalen Tabakschmuggels und an den Verlusten, die das britische Königshaus zu verzeichnen hatte. Die hohen Zollgebühren wurden schließlich wieder gesenkt. Die gleichen Gründe führten dazu, dass auch das in den meisten anderen Ländern anfänglich bestehende Verbot rasch durch steuerliche Maßnahmen ersetzt wurde.

Tabakpflanzenarten und -sorten

Tabak (Nicotiana) ist eine Gattung aus der Familie der Nachtschattengewäche (Solanaceae). Zu dieser zählen auch andere Kulturpflanzen wie beispielsweise die Kartoffel (Solanum tuberosum) oder die Tomate (Solanum lycopersicum). Die einjährigen oder auch mehrjährig krautig wachsenden Pflanzen der Gattung Nicotiana unterteilen sich in über 60 verschiedene Arten.

Tabak Plantage mit blauem Himmel

Meist werden Sorten den Virginischen Tabaks als Kulturpflanze angebaut [Foto: Zbigniew Guzowski/ Shutterstock.com]

Von diesen werden hauptsächlich zwei zur Herstellung von Tabak angebaut. Wieder andere Arten bzw. Kreuzungen werden wegen ihrer leuchtenden, teils intensiv duftenden Blüten als Zierpflanze im Garten kultiviert.

Tabakpflanzensorten: Rauchtabak

Rauchtabaksorten werden wegen des Nikotingehalts der Blätter weltweit als Kulturpflanze angebaut. Die am häufigsten angebaute Rauchtabakart ist dabei der Virginische Tabak (Nicotiana tabacum), wobei Sorten dieser Art wiederum – je nach Eigenschaften des weiterverarbeiteten Tabaks – in Virginiatabak, Burleytabak und Orientabak unterteilt werden. Eine weitere bedeutende Art ist der Bauerntabak (Nicotiana rustica). Dieser hat jedoch einen so hohen Nikotingehalt, dass er in Deutschland nicht verkauft werden darf. Wer als gestählter Raucher mal wieder einen kleinen Kick braucht, sollte sich daher überlegen, den Tabak einfach selber anzubauen. Für dieses einmalige Raucherlebnis lohnt sich auch der recht aufwendige Anbau im eigenen Garten.

Tabakpflanzensorten: Ziertabak

Als Zierpflanze wird meist Nicotiana x sanderae angeboten. Die meisten Sorten dieses Ziertabaks sind dabei Abkömmlinge aus Kreuzungen zwischen den Wildarten Nicotiana alata und Nicotiana forgetiana. So entstanden Sorten mit Blüten in den unterschiedlichsten und schillerndsten Farben, die sich nicht nur in den Abendstunden, sondern teilweise sogar den ganzen Tag öffnen. Dabei gibt es immerduftende und nachtduftende Sorten wie auch solche ohne Duft. Mit ihrer recht kleinen Endgröße von 30 bis 150 cm eignen sie sich ideal für die Topfkultur, den Balkonkasten oder – je nach Größe – als Vorder- oder Hintergrundbepflanzung im Beet. Auch Wildarten wie der Duft-/Waldtabak (Nicotiana sylvestris) oder der Baumtabak (Nicotiana glauca) sind wahre Hingucker im heimischen Garten.

Mehr zu den vielen verschiedenen Tabaksorten finden Sie auch hier in unserem Spezialartikel.

Tabakpflanze kaufen

Eine Tabakpflanze gehört nicht unbedingt zum Standardrepertoire eines Baumarkts, Gartencenters oder Gärtners. Zwar können Sie man auch hier gelegentlich Jungpflanzen oder Saatgut einiger Zier- oder Rauchtabaksorten erhalten, doch eine große Auswahl findet man in der Regel nur im Internet.

junge Tabakpflanzen zum Verkauf

Tabak können Sie entweder als Saatgut oder in Form von Jungpflanzen erwerben [Foto: slowfish/ Shutterstock.com]

Dort haben Sie die Möglichkeit, viele kleine Shops zu entdecken, die Tabak als Jungpflanzen oder Saatgut anbieten. Als kleine Orientierung stellen wir Ihnen hier einige dieser Bezugsquellen für Tabakpflanzen vor:

TABAK Samen und Pflanzen: Der Online-Shop bietet verschiedene Rauchtabaksorten als Pflanzen oder Saatgut sowie auch Geschenksets und Minze an.

Magic Garden Seeds: Dieser Händler bietet unter anderem Saatgut verschiedener Rauchtabaksorten an. Sie können auch Samen-Sets erhalten. Diese enthalten unterschiedliche Sorten zum Anbau von Tabakmischungen speziell für Schnupf-, Indianer- oder Shisha-Tabak.

Pflanzen-Traum.de: Hier werden Tabakpflanzen verschiedener Rauchtabaksorten angeboten. Außerdem finden Sie auf der Seite ein großes Angebot an Kräutern und anderen Pflanzen wie Frauenmantel, Johanniskraut oder Lavendel. Geliefert wird der Tabak saisonal etwa Ende April.

Rühlemann’s: Diese Seite eines Gärtnereibetriebs bietet Würzkräuter, Duftpflanzen und Heilkräuter wie Tabak an, wobei das Saatgut von Rauch-, Duft-, Bauern- und Baumtabak zu finden ist.

Auch auf Amazon, eBay und eBay-Kleinanzeigen wird man rasch fündig. Hier können Sie Saatgut, Pflanzen, Anzucht- und Geschenksets oder auch getrocknete Tabakblätter erhalten.

Tabakpflanze anbauen: Standort und Ansprüche

Tabak anzubauen ist eine kleine Herausforderung für jeden Hobbybotaniker. Die Pflanze stammt aus den sonnigen, warmen Gebieten Amerikas und Australiens. Dementsprechend sollte auch bei Ihnen im Garten die Standortwahl ausfallen. Respektieren Sie die Bedürfnisse der eher anspruchsvollen Pflanzen nicht, wird es leider auch nichts mit der reichen Tabakernte. Daher gilt beim Anbau von Tabak Folgendes zu beachten:

  • Standort: Sonne bis Halbschatten, warm und geschützt
  • Boden: locker und humos mit einem pH-Wert zwischen 5,6 und 6,8
Tabakpflanze vor blauem Himmel

Am richtigen Standort bilden Ihre Tabakpflanzen schnell ein dichtes Blättermeer aus [Foto: Zbigniew Guzowski/ Shutterstock.com]

Besonders ein vor Wind und Wetter geschützter Standort ist wichtig, da die Blätter des Tabaks schnell einreißen. Dies kommt Ihnen bei der Weiterverarbeitung teuer zu stehen.

Damit Sie das Experiment „Tabak im eigenen Garten“ in Angriff nehmen können, haben wir hier alles zum Anbau von Tabak zusammengetragen.

Tabakpflanze vermehren

Tabak lässt sich sehr gut über Aussaat vermehren. Die Samen können Sie im Handel erwerben oder selber ernten. Bei der Eigenernte werden nicht alle Blüten Ihrer Tabakpflanzen geköpft – ein paar sollten Sie stehen lassen. Nach der Blüte bilden sich circa zwei Zentimeter große Kapseln, welche die Samen enthalten. Diese Kapseln werden getrocknet, die Samen herausgetrennt, getrocknet und bis zur Aussaat im nächsten Frühjahr trocken und dunkel gelagert. Ab März können die Samen dann ausgesät werden. Da Tabak sehr frostempfindlich ist und eine recht hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, werden die Pflänzchen in der Regel im Haus in einem Anzuchtgefäß mit Abdeckung ausgesät und hochgezogen. Ab einer Größe von etwa acht Zentimetern und wenn außerdem keine Frostgefahr mehr herrscht, können die kleinen Gewächse schließlich ausgepflanzt werden.

Tabakpflanze pflegen

Der Tabak gehört zu den Hackfrüchten. Bei diesen Anbaupflanzen wird der Boden in regelmäßigen Abständen mit der Hacke oder einem ähnlichen Werkzeug oberflächlich aufgelockert. Dabei wird das Unkraut entfernt und eine Verdichtung des Bodens vermieden. Auch Pflanzen, die nach der Aussaat als Jungpflanze vereinzelt werden müssen, werden so genannt. Sowohl das Hacken, wie auch das Pikieren der Jungpflanzen trifft auf den Tabak zu. Es sollte demnach schon nach einer Woche Anwuchszeit zur Hacke gegriffen werden, damit die Wurzeln ausreichend belüftet werden. Dies sollten Sie alle zwei Wochen wiederholen, bis die Jungpflanzen etwa 30 Zentimeter hoch gewachsen sind. Auch Gießkanne und Dünger kommen häufig zum Einsatz, denn der Pflegeaufwand beim Anbau von Tabak ist alles andere als gering. Das Schneiden bleibt Ihnen bei den meist einjährigen Gewächsen allerdings erspart.

Tabakpflanze gießen

Mit dem regelmäßigen Hacken des Bodens ist der Tabak jedoch noch lange nicht zufrieden. Auch für ausreichend Wasser muss – insbesondere während der warmen Sommermonate – gesorgt werden, denn die Pflänzchen sind empfindlich gegenüber Trockenheit. Schon ein oberflächliches Austrocken des Substrats stresst den Tabak erheblich. Besonders bei einer Kultur im Topf sollten Sie auf eine gute Wasserversorgung Acht geben, denn junge Tabakpflanzen neigen schnell zu Welkeerscheinungen.

Tabakpflanzen mit bewölktem Himmel

Besonders in den warmen Sommermonaten muss die Tabakpflanze ausreichend gegossen werden [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Glücklicherweise erholen sie sich von diesen aber auch genauso rasch wieder. Damit es aber gar nicht erst zur Welke kommt, sollte die Erde immer feucht gehalten werden. Bei warmem, trockenem Wetter kann es auch schon einmal nötig werden, zweimal am Tag zu gießen. Durchnässt sollte der Boden trotzdem nicht sein. Ansonsten erhalten die Wurzeln nicht genug Sauerstoff. Zudem bevorzugt Ihr Tabak kalkhaltiges Wasser. Daher eignet sich gerade hartes Leitungswasser ideal zur Versorgung der Pflanzen. Wie viel Wasser Ihr Tabak benötigt, ist dabei aber nicht allein abhängig vom Wetter und von der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Großblättrige Sorten wie ‚Pergeu‘ verbrauchen mehr Wasser solche mit kleinen Blättern wie die des Orienttabaks, da diese eine kleinere Blattoberfläche haben, über die das wertvolle Nass verdunsten kann. Außerdem gilt: Je sonniger der Standort, desto höher der Wasserverbrauch. Beachten Sie auch, dass Tabak nie von oben gegossen werden sollte. Schließlich sind feuchte Blätter der ideale Brutplatz für Krankheiten.

Tabakpflanze düngen

Tabak wächst innerhalb einer Gartensaison schnell zu einer Höhe von zwei Metern heran. Wer so viel Biomasse aufbaut, benötigt dementsprechend viele Nährstoffe. Dabei hat Tabak einen besonders hohen Bedarf an Kalk und Kali. Kali ist reichlich in Holzasche enthalten. Arbeiten Sie daher etwa zwei Monate vor der Pflanzung Holzkohle in den Boden ein oder greifen Sie auf einen kalibetonten Volldünger zurück. Chlor sollten Sie andererseits zumindest bei Rauchtabak vermeiden, da dieser sich in den Blättern einlagert. Die ideale Wahl ist daher ein chlorfreier Kaliumdünger. Es gibt natürlich auch Spezialdünger für Tabak. Ein solcher ist vom Mineral- und Nährstoffgehalt perfekt auf die Bedürfnisse Ihres Tabaks angepasst und wird den Herstellerangaben entsprechend genutzt. Auch eine Düngung mit schwach konzentrierter Brennnesseljauche ist möglich.

Tabak mit rosa blüten

Mit liebevoller Pflege wächst Ihr Tabak auch im heimischen Klima zu prächtigen Pflanzen heran [Foto: PunyaFamily/ Shutterstock.com]

Von der Pflanzung im Mai bis zum Ende der Blütezeit im Oktober sollten Sie alle vier bis acht Wochen mit einem entsprechenden Dünger im Gießwasser gießen. Bei Granulaten arbeitet man den Dünger oberflächlich ein und schwemmt danach mit ordentlich Wasser. Besonders beim Tabak hat die Verwendung eines organischen Düngers, der seine Nährstoffe schonend und langsam an die umliegende Erde abgibt, viele Vorteile, denn mineralischer Dünger wird von den subtropischen Pflanzen nicht gut vertragen.

In der Topfkultur sollten Sie auf einen Langzeitdünger oder Düngerstäbchen zurückgreifen. Stimmt die Düngung, stimmt letztlich auch die Qualität der geernteten Tabakblätter und Sie müssen nicht auf eine sinnvolle Fruchtfolge achten. Auf optimal gedüngten Flächen können Sie jedes Jahr wieder Tabak anbauen.

Hinweis: Für einen optimalen Wachstumsstart können Sie dem Beet schon im Herbst vor der Pflanzung reifen Mist untermischen. Sie sollten dann aber sparsam bei der Düngung mit Stickstoff sein.

Zusammenfassung: Tabak pflegen

  • Ab dem Zeitpunkt der Pflanzung bis zu einer Größe von 30 cm alle 2 Wochen hacken
  • Gießen: Hoher Wasserbedarf, hohe Empfindlichkeit gegenüber Trockenheit, Substrat immer feucht halten
  • Düngen: Von der Pflanzung bis zum Ende der Blüte alle 4 – 8 Wochen mit chlorfreiem Kaliumdünger im Gießwasser

Tabakpflanze ernten und lagern

Die richtige Ernte und Lagerung sind ausschlaggebend für die Qualität und den Geschmack der selbstproduzierten Räucherware. Es lohnt sich also, besonders akkurat vorzugehen. Dafür werden die Blätter im Spätsommer oder Herbst geerntet. Sie verfärben sich während dieser Zeit der Reifung von unten nach oben von Dunkel- nach Hellgrün.

Tabakblätter werden getrocknet und färben sich

Tabakblätter verfärben sich während der Trocknung langsam von Hellgrün zu Braun [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

In dieser Zeit wandert das Nikotin aus den Wurzeln in die Blätter. Anschließend verfärben sich die Blätter gelb, dann braun und fallen schließlich ab. Es gilt also, den richtigen Erntezeitpunkt für jedes Blatt einzeln zu bestimmen.
  • Die kleinen, untersten Blätter („Grumpen“) werden nicht geerntet.
  • Die „Grumpen“ entfernen Sie, wenn diese sich gelb verfärbt haben.
  • Es werden dicke, mittelgroße Blätter in hellgrüner Farbe mit gelblichen Streifen geerntet.
  • Die Blätter sind erntebereit, wenn sie sich durch Drehen leicht vom Stängel lösen lassen.
  • Kontrollieren Sie die Pflanze alle 2 – 3 Tage auf reife Blätter.

Je nach Position des Blattes am Stängel eignen sich die Blätter später für verschiedene Zwecke unterschiedlich gut, denn der Nikotingehalt variiert. So haben die Blätter, die über den „Grumpen“ reifen, einen recht niedrigen Nikotingehalt und enthalten viele ätherische Öle und Harze. Diese sogenannten „Sandblätter“ eignen sich hervorragend als Umblatt für Zigarren. Danach reift von unten nach oben das Mittelgut, gefolgt vom Obergut und dem Nachtabak. Diese enthalten mehr Nikotin, Duft- und Aromastoffe. Ernten sollten Sie am frühen Vormittag. Zu diesem Zeitpunkt ist der Stärkegehalt in den Blättern am niedrigsten. Der Erntezeitraum kann sich dabei über sechs Wochen erstrecken. Doch beim Tabak gilt: Nach der Ernte ist nur vor der Trocknung. Dieser Schritt dauert dann nochmals mehrere Monate.

  • Blätter ein paar Stunden welken lassen, um Blattschäden bei der Weiterverarbeitung zu vermeiden
  • Blätter werden mit Nadel auf ein starkes Garn gefädelt
  • Dabei durch die Mittelrippe oder den Stiel des Blattes stechen – hier ist das Blatt am stabilsten
  • Garn mit den Blättern an einem dunklen, luftigen Ort aufhängen, z.B. zwischen zwei Balken in einem abgedunkelten Schuppen
  • Trocknungsdauer: 2 – 3 Monate

Zwischen den Blättern wird ein Abstand von etwa zehn Zentimetern eingehalten. Die Blätter sollten sich untereinander zudem nicht berühren. Dies sorgt für eine optimale Luftzirkulation und minimiert das Risiko für Schimmel. Auch sollten Sie den Tabak während der Trocknung regelmäßig kontrollieren. Trotzdem sollte die Luftfeuchtigkeit bei etwa 75 % liegen. Ist die Luft dennoch zu trocken, kann einfach ein feuchtes Tuch zum Tabak gehängt werden.

Tabak wird getrocknet

Zur Trocknung werden die Blätter an einem Garn aufgefädelt und aufgehängt [Foto: jeep2499/ Shutterstock.com]

Je langsamer und länger der Tabak trocknet, desto qualitativ hochwertiger wird er auch. Allerdings gibt es selbst hier den schnellen Weg zum Ziel. In einem Heißtrockenschuppen können Sie Ihren Tabak auch in einem Zeitraum von unter einer Woche trocknen. Dies wird vor allem bei der Produktion von Virginiatabak im großen Stil durchgeführt. Nach der Trocknung haben die Blätter sich braun verfärbt. Die getrockneten Tabakblätter können schließlich in Bündeln hängend und luftig gelagert werden. Dabei sollte die Luftfeuchtigkeit so hoch liegen, dass die Blätter nicht anfangen, bröselig zu werden. Eine zu niedrige Luftfeuchte führt zum Aromaverlust, eine zu hohe hingegen zu Schimmel. Es gilt demnach, die goldene Mitte zu treffen.

Tabak fermentieren

Zwar können Sie bereits Ihre getrockneten Tabakblätter zu Rauchware verarbeiten, ein Genuss wird das Rauchen dieser Blätter jedoch leider nicht. Um beim Rauchen nicht den Geruch verbrannter Haare in der Nase zu haben, müssen die Blätter noch fermentiert werden. Bei diesem Gärungsprozess reifen die Blätter weiter und die enthaltenen Eiweiße werden abgebaut. Dieser Vorgang setzt meist von allein ein, wenn Sie den Tabak zu großen Stapeln aufhäufen. Ein erstes Anzeichen für eine erfolgreich beginnende Fermentation ist ein leichter Temperauranstieg im Blätterstapel. Dieser setzt bereits nach wenigen Tagen ein und wächst rasch auf um die 40 °C an. Kontrollieren Sie die Temperatur im Stapel daher täglich. Je nach Verwendungszweck wird der Stapel drei- bis sechsmal umgeschlagen. Dabei werden die inneren Blätter nach außen und die äußeren nach innen umgeschichtet.

Tabak in Schalen

Nach der Fermentierung können die Blätter zu Zigarren, Zigaretten, Shisha-Tabak oder Ähnlichem verarbeitet werden [Foto: Swapan Photography/ Shutterstock.com]

Der Fermentationsprozess kann nochmal Monate dauern. Darauf folgt eine Kühlphase, in welcher der Tabak Feuchtigkeit abgibt. Nach dieser Nachreifung sollten die Tabakblätter einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 18 % aufweisen. Gut fermentierter Tabak ist trocken, elastisch und glimmt beim Anzünden langsam.

Alternativ können Sie die getrockneten Tabakblätter auch sortieren. Dabei werden die Blätter mit einem Sud aus Wasser und Zucker eingesprüht oder in diesen eingetunkt. Bei diesem Schritt können auch Aromastoffe wie Eukalyptus oder Vanille zugegeben werden. Danach wandern die Blätter für einige Tage in ein offenes Gefäß und werden dann ein zweites Mal getrocknet.

Tabakpflanze überwintern

Das Kraut aus den Subtropen kommt gegen die frostigen Temperaturen in unseren Breiten leider nicht an. Schon bei Temperaturen unter 15 °C wird das Wachstum eingestellt. Ab dem Nullpunkt werden dann die Blätter in Mitleidenschaft gezogen. Der Kältetod folgt bereits recht schnell bei -3 °C. Die Pflanzen bekommen bei uns also mitunter schon im Herbst Probleme. Bei einjährigen Tabakpflanzen stellt die Frostempfindlichkeit des Tabaks kein Problem dar. Die Pflanzen werden im Herbst einfach aus der Erde gezogen. Mehrjährige Tabakpflanzen sollten aber an einem frostfreien Platz überwintert werden. Die Pflanzen werden im Herbst bodennah zurückgeschnitten und im Topf oder als ausgegrabener Wurzelstock durch die kalte Jahreszeit gebracht. Überwintern Sie Ihren Tabak aber besser nicht im Haus bei Raumtemperatur, da er hier sehr anfällig für Spinnmilben ist. Ab Mitte Mai kommen die Pflanzen dann wieder nach draußen.

Tabakpflanze: Schädlinge und Krankheiten

Findet man Welkeerscheinungen an älteren Tabakpflanzen, sind diese eventuell nicht durch zu wenig Wassergabe entstanden, sondern durch Schädlinge. Dabei können Befälle mit Engerlingen (Melolontha melolontha), Drahtwürmern (Agriotes spp.), Schnecken (Deroceras sp.), Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci) oder Wanderheuschrecken (Locusta migratoria) auftreten. Außerdem gibt es ein paar Schädlinge und Krankheiten, die sich auf Tabak spezialisiert haben. Besonders krankheitsanfällig ist Tabak aber trotzdem nicht.

Raupe des Tabakschwärmers

Der Tabakschwärmer legt seine Eier auf den Blättern der Tabakpflanzen ab. Die Larven, welche aus den Eiern schlüpfen, ernähren sich dann von den Blättern. Dabei können sie das enthaltene Nikotin im Körper einlagern und werden so ungenießbar für Fraßfeinde. Doch nicht nur die Larven zeigen mit dieser Strategie den großen Einfallsreichtum der Natur. Bei einem Befall durch den Tabakschwärmer haben die Pflanzen ihre ganz eigene Verteidigungsstrategie entwickelt: Der Tabak setzt bei Befall durch die Raupen ein Gemisch aus Duftstoffen frei, die Schlupfwespen anlocken, welche ihre Eier wiederum in den Raupen ablegen.

Tabakraupe an einer Pflanze

Die Raupe des Tabakschwärmers ernährt sich von Tabakblättern [Foto: SDeming/ Shutterstock.com]

Tabakkäfer

Der Tabakkäfer gehört zu den Nagekäfern und versetzt Tabakerzeuger weltweit in Schrecken. Die bräunlichen Käfer sind gerade einmal wenige Millimeter groß und legen ihre Eier auf den Blättern der Pflanzen ab. Sind Tabakwaren mit dem Käfer befallen, müssen diese aufgrund der Verunreinigung mit Kot entsorgt werden.

  • Symptome: Fraßschäden durch adulte Tiere und vor allem durch die Larven bzw. Lagerschädlinge
  • Maßnahmen: Bei der Lagerung auf Befall prüfen und Lagerstätte gründlich säubern; der Käfer ist sehr kälteempfindlich; daher den Tabak kühl lagern

Tabakmosaikvirus

Dieser phytopathogene Virus wird auf der ganzen Welt durch Blattläuse oder auch mechanisch übertragen und befällt nicht nur Tabak, sondern auch Tomate und Paprika.

  • Symptome: Deformierte, unelastische Blätter, Wachstumsverzögerung, hellgrünes Mosaikmuster auf den Blättern
  • Maßnahme: Befallene Pflanzen aussortieren, um eine Virusausbreitung zu verhindern

Tabakblauschimmel (Peronospora tabacina)

Besonders durch den hohen Wasserverbrauch und den ständig feucht zu haltenden Boden haben Pilze leichtes Spiel beim Tabak. Außer mit dem Tabakblauschimmel können Infektionen mit der Wurzelbräune (Thielaviopsis basicola) und der Sclerotinia-Krankheit (Sclerotinia sclerotiorum) auftreten.

  • Symptome: Graublauer Belag an der Blattunterseite, Löcher in den Blättern
  • Gegenmaßnahmen: Fungizidbehandlung, nach Befall mind. 3 Jahre keinen Tabak mehr auf der Fläche anbauen

Tabakpflanze verwenden und nutzen

Die Wurzeln der Tabakpflanze produzieren Nikotin und andere Alkaloide, welche sich in den Blättern ablagern. Eigentlich dienen die Stoffe zur Abschreckung von Fraßfeinden. Doch der Mensch hat mit der Zeit gewisse Vorteile des Nachtschattengewächses entdeckt, weshalb der Tabak schon seit über 400 Jahren kultiviert wird.

große Tabakpflanze

Tabakpflanzen werden bereits seit über 400 Jahren kultiviert [Foto: Zbigniew Guzowski/ Shutterstock.com]

Indien und China bauen dabei mehr als die Hälfte des weltweiten Tabaks an. Auch in Deutschland wird in geringen Mengen Tabak angebaut. Hier beschränken sich die Anbaugebiete hauptsächlich auf mildere Gebiete im Süden des Landes. Der geerntete Tabak wird dabei nicht nur als Rauchmittel verwendet, sondern wurde vor allem früher auch als Heil- und spirituelle Zeremoniepflanze sowie als Insektizid genutzt. Außerdem hat Tabak in der Forschung einen festen Platz als Modellpflanze und in der Biotechnologie als pflanzliches Produktionssystem beispielsweise von Antikörpern.

Tabak als Heilpflanze

Bei Tabak denkt man nicht unbedingt zuerst an eine Pflanze mit heilender Wirkung. Doch um die Mitte des 17. Jahrhunderts war Tabak unter anderem in den deutschen Landen als Medizin nur in Apotheken erhältlich. Ihm wurden und werden medizinische Wirkungen gegen folgende Beschwerden zugesprochen:

  • Atemwegserkrankungen
  • Blasenprobleme
  • Fieber
  • Hauterkrankungen
  • Nervosität
  • Ohrenschmerzen
  • Schlangenbisse
  • Schnitte und Verbrennungen

Tabak als Genussmittel

Als Genussmittel ist Tabak dagegen auch beinahe allen Menschen heute noch ein Begriff. Er wird zur Herstellung von Zigarrentabak, Pfeifentabak, Zigarrendeckblättern, Kau- und Schnupftabak genutzt.

Tabak mit Pfeife

Tabak ist meist als Genussmittel bekannt [Foto: Lunov Mykola/ Shutterstock.com]

Auch als Duftstoff in der Kosmetik findet er Verwendung. Was bei uns alltäglich als Genussmittel dient, wurde in seiner Ursprungsform von indigenen Völkern nur im Rahmen ritueller Zeremonien geraucht, gekaut, geschnupft, gegessen oder oberflächlich als Saft angewandt. Für den Anbau von Tabakpflanzen empfehlen wir folgende Produkte:
  • Floragard Florahum Pflanzerde: Gebrauchsfertige Pflanzerde für ein naturgesundes, sicheres Wachstum aller Gartenpflanzen. Ausgezeichnete Torfqualitäten erleichtern die Wasserversorgung.
  • Plantura Bio-Universaldünger: Bio-zertifizierter, und tierfreier, organischer Langzeitdünger aus vornehmlich organischen Ausgangsstoffen.Er ist ideal für die langfristige Nährstoffversorgung Ihrer Pflanzen geeignet und begünstigt ein gesundes sowie aktives Bodenleben.
  • Floragard Rasen-Sand: Idealer Rasen-Sand nach dem Vertikutieren sowie zum Ausgleichen von Unebenheiten. Lüftet den Rasen und verbessert die Wasserdurchlässigkeit, wodurch die Belasbarkeit erhöht wird.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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