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Tomate: Sorten & Anbau im Freiland

Im Freien und ohne Regenschutz trotzen diese Pflanzen auch den widrigsten Wetterbedingungen. Hier erfahren Sie alles zu den robusten Freilandtomaten und den besten Sorten.

Feld mit Tomaten in Reih und Glied

Der Freilandanbau von Tomaten auf dem Acker ist sehr milden und sonnigen Klimazonen gängig. [Foto: Lance Cheung (USDA)]

Artgerechter kann man Tomatenpflanzen kaum halten: direkt in die Erde gepflanzt sind sie Sonne, Regen und Wind ausgesetzt, ertragen kühle Temperaturen in der Nacht und wehren sich gegen Krankheiten und Schädlinge. So natürlich gewachsen, entfalten sie einen unvergleichlichen Geschmack. Doch eignen sich alle Tomaten für diese Art des Anbaus? Hier erfahren Sie alles zu Sorten und den Anbau im Freien.

Eignet sich jede Sorte für den Freilandanbau?

Bestimmte Sorten eignen sich wegen ihrer Eigenschaften und Robustheit für den Anbau im Freien, teils sogar ohne Regenschutz. Im Vergleich zu anderen Sorten sind Freilandtomaten besonders widerstandfähig gegenüber Krankheiten wie der Kraut- und Braunfäule. Außerdem besitzen sie oft eine schnittfeste Schale, die auch bei Regen kaum aufplatzt. Zuletzt reagieren Freilandtomaten ziemlich unempfindlich auf schwankende Temperaturen zwischen Tag und Nacht außerhalb des Gewächshauses. Viele andere Sorten tragen bei diesen Bedingungen kaum Früchte, und die platzen bei etwas Regen auch noch auf und beginnen dann zu faulen.

Freilandtomaten gibt es in allen erdenklichen Formen und Farben [Foto: Shebeko/ Shutterstock.com]

Freilandtomaten: die besten Sorten im Überblick

Nicht alle Tomatensorten eignen sich für den Anbau unter freiem Himmel. Hier stellen wir Ihnen eine Auswahl der besten Freilandsorten vor.

‚Black Plum‘ ist eine dunkelrot bis bräunliche Eiertomate mit würzig-aromatischem Geschmack und gutem Ertrag. Sie ist schnittfest und eignet sich perfekt für den Frischverzehr. Alles in allem eine sehr robuste Sorte mit wenigen Geiztrieben.

‚Blue Pitts’ bietet ein Farbenspiel von blauviolett-rosa reifenden Cocktailtomaten vom Züchter der berühmten ‚Green Zebra‘, dem Amerikaner Tom Wagner. Sie benötigt für das süße und saftige Aroma recht viel Wärme. Dafür zeigt sie sich sehr robust und die Früchte platzen auch im Freiland kaum auf.

‚De Berao’ rot, rosa, gelb & schwarz: Das komplette Farbspektrum der ‚De Berao‘ zeigt sich robust und ertragreich im Freiland mit mittelgroßen, ovalen Früchten und fruchtig-würzigem Aroma. Sie können obendrein bis zu 3 Meter erreichen und müssen daher gestützt werden. Insgesamt äußerst robust und lang tragend.

‘Earl of Edgecombe’ stammt ursprünglich aus Neuseeland. Die Pflanze trägt den Sommer über im Freiland viele mittelgroße runde und knallorange Früchte mit fruchtig-süßem würzigem Geschmack. Verzweigt sich nur wenig, insgesamt sehr pflegeleicht und robust.

‚Fonarik’ ist eine tieforangene Flaschentomate und trägt bereits ab Juli saftige, würzig-fruchtige längliche Früchte. Die Pflanze ist robust und bildet nur wenige Geiztriebe aus, daher pflegeleicht. Besonders zur Verarbeitung und als Genuss direkt von der Pflanze prima geeignet.

‘Maiglöckchen‘ besitzt oval-rundliche mittelgroße, tiefrote Früchte und wohligem, schön tomatigem Geschmack. Alles in allem recht tolerant gegenüber Braunfäule und dabei früher, guter Ertrag.

‚Rote Murmel‘ ist das Gegenstück zur ‚Golden Currant‘, eine rote Wildtomate, die jedes Jahr einen Überbehang an kleinen runden Früchten bildet. Kurzum eine perfekte Naschtomate, die nicht ausgegeizt wird!

‚Sparta‘ genießt bereits einen sehr guten Ruf als vielseitig verwendbare Schnitttomate in Salaten und auf dem Brot. Die roten runden Früchte tragen auch im Freiland zuverlässig. Besonders tolerant gegenüber schlechter Witterung.

‚Taubenherz‘/ ‚Coeur de Pigeon‘ bildet lange Rispen mit herzförmigen knackig-süßen roten Datteltomaten aus, besonders zum direkt Naschen geeignet. Sie bringt zuverlässig frühe und lange Erträge von Anfang Juli bis Mitte Oktober.

‚Golden Currant’ bildet jedes Jahr die ganze Saison über massenhaft kleine gelbe Früchtchen aus, die zum Naschen einladen. Als Wildtomate äußerst resistent gegenüber Braunfäule und muss nicht einmal ausgegeizt werden.

Die Wildtomate ‘Golden Currant’ eignet sich hervorragend für den Freilandanbau [Foto: Zdenek Sasek/ Shutterstock.com]

Freilandtomaten anbauen

Möchte man Tomaten im Freien anbauen, so ist zunächst die Sortenwahl entscheidend. Aber auch das Aussäen und die spätere Pflege beeinflussen die Ernte und den Geschmack. Im Folgenden haben wir die wichtigesten Maßnahmen mit Fokus auf die Freilandtomaten zusammengefasst.

Wann Tomatensamen säen?

Damit man lange Tomaten aus dem eigenen Garten ernten kann, sollte man bereits Ende Februar bis Mitte März mit der Aussaat beginnen. Denn nur so hat die Pflanze ausreichend Zeit um zu wachsen und einen hohen Ertrag hervorzubringen. Die Aussaat gelingt auch Anfängern problemlos, man benötigt nur einige wenige Dinge dafür:

  • Qualitativhochwertiges Saatgut
  • Anzuchterde
  • Anzuchttöpfe (alternativ: Eierkarton)
  • Tomaten-/Gemüsedünger (für die spätere Wachstumsphase), beispielsweise unser Plantura Bio-Tomatendünger
  • Pflanzstab (für das spätere Aufbinden der Pflanzen)

Tomatensamen setzt man am besten 1cm tief und drückt die Erde etwas an. Da die Anzuchterde nährstoffarm ist, wird die Wurzelbildung bei den jungen Keimlingen angeregt. Sobald sich das erste, aber spätestens, wenn sich das zweite richtige Blattpaar formiert, pikiert man die Sämlinge. Hierbei setzt man die Tomatensämlinge in einen größeren Topf um. Eine detaillierte Anleitung zur Aussaat, dem Pikieren und dem Auspflanzen von Tomaten finden Sie hier: Tomaten: aussäen, pikieren und auspflanzen

Für aromatische Tomaten aus dem Garten, empfehlen wir folgende Produkte:
  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Freilandtomaten pflanzen

Mitte Mai kann es zu den Eisheiligen nochmals sehr kalt werden, weshalb Freilandtomaten definitiv erst nach diesen kritischen Tagen ins Freiland umziehen sollten. Auch die Bodentemperatur ist hier sehr wichtig und sollte etwa 15 °C betragen, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Gepflanzt wird direkt in den Gartenboden, möglichst tief damit erst später gestützt werden muss und sich noch viele Wurzeln am Stiel bilden können. Hierbei entfernt man die untersten Blätter und lässt nur die obersten vier stehen. So sitzen die Wurzeln auch schon tief in der Erde und können auch bei Trockenheit noch Wasser aufnehmen. Anschließend muss noch kräftig angegossen werden.

Freilandtomaten setzt man möglichst tief in die Erde. [Foto: yuris/ Shutterstock.com]

Freilandtomaten stützen

Die meisten Tomaten, mit Ausnahme der kleinen Buschtomaten, müssen mit zunehmender Größe gestützt werden. Besonders empfehlen sich Stäbe aus Bambus, Holz oder auch Metall, an denen die Pflanzen angebunden werden. Falls jedoch ein Regendach vorhanden ist, können auch Schnüre um die Pflanzen gewickelt und oben an eine Dachstrebe befestigt werden. So können auch starke Windböen den Tomaten nichts anhaben.

Regenschutz: Ja oder Nein?

Grundsätzlich ist ein Regenschutz bei Tomatenpflanzen immer sinnvoll. Die Tomate stammt ursprünglich aus den recht trockenen, warmen Andenregionen Südamerikas und bevorzugt auch dieses besondere Klima. Zudem lieben Pilzkrankheiten die Feuchtigkeit und breiten sich mit dem Spritzwasser und in den nassen Pflanzen schneller aus. Auch die Gefahr, dass Früchte aufplatzen ist unter einem Dach viel geringer, da man selbst die Wasserversorgung der Pflanzen kontrolliert.

Freilandtomaten schneiden

Die meisten Sorten für den Anbau im Freiland sind zwar ohnehin schon recht tolerant gegenüber Krankheitserregern. Bei zu stark wachsende Pflanzen sollten dennoch etwas ausgelichtet werden. Vor allem wenn kein Tomatendach vorhanden ist, braucht die Pflanze eine gute Durchlüftung. Je nach Art und Wuchs entfernt man hier die Geiztriebe in den Blattachseln. Bei den Wildtomaten allerdings nicht, denn sie tragen auch an den Seitentrieben noch massenhaft Früchte. Im Spätsommer und frühen Herbst sollte man schließlich noch Blütenrispen und Früchte entfernen, die schon gar keine Möglichkeiten mehr haben noch reif zu werden.

Reiche Ernte an gestäbten Freilandtomaten [Foto: Nadiia Korol/ Shutterstock.com]

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