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Tomaten werden nicht rot: Was tun?

Im Sommer schmecken Tomaten am besten aus dem eigenen Garten. Doch was ist zu tun, wenn die Früchte nicht rot werden wollen?

grüne Tomaten am zweig

Freilandtomaten reifen bei uns in Deutschland meistens ab Ende August bis Ende September [Foto: Richard Lionheart/ Shutterstock.com]

Viele Hobbygärtner warten sehnsüchtig auf ihre Tomatenernte, doch manches Mal wollen die kleinen Früchtchen einfach nicht rot werden. Auch unter optimalen Bedingungen kann es zwei bis drei Wochen dauern, bis die Tomate (Solanum lycopersicum) – botanisch gesehen handelt es sich übrigens um eine Beere – ihr knallige Rot ausbildet. Neben der Farbe ändert sich aber auch noch der Geschmack: Die Frucht gewinnt mit der Zeit deutlich an Aroma und Süße.

Ein entscheidender Faktor, damit die Entwicklung von grüner zu roter Frucht ins Rollen kommt, ist das Phytohormon Ethylen. Die Pflanze produziert dieses Gas selbst, benötigt dafür jedoch viel Energie und die vor allem in Form von Wärme. Und das ist der entscheidende Knackpunkt, wenn nichts Rotes an der Tomatenpflanze zu finden ist – auch nicht nach langem Warten: Es ist schlichtweg zu kalt.

Tomaten werden nicht rot: 4 Experten-Tipps

Wir zeigen Ihnen nachfolgend, welche Alternativen sich bieten, um die grünen Tomatenfrüchte rot werden zu lassen.

  • Tipp 1: Ethylen-Quellen schaffen
    Das Phytohormon Ethylen fördert das Reifen und Rotwerden der Tomaten. Sind die Tomatenpflanzen in einem kleinen Gewächshaus gepflanzt, so kann man vollreife Bananen oder Äpfel in das Haus legen. Auch sie produzieren Ethylen und das in großen Mengen. So kann das Reifen der Tomaten etwas beschleunigt werden.
  • Tipp 2: Trockenheit vortäuschen
    Wenn den Pflanzen Dürre vorgetäuscht wird, bekommen Sie Panik und investieren die gesamte Energie ins Rotwerden der Früchte. Die Methode sollte jedoch erst zum Herbst hin angewendet werden, denn die Tomatenpflanze wird nicht mehr wirklich wachsen oder neue Blüten und Früchte ausbilden.
  • Tipp 3: Tomaten in unbedrucktes Papier
    Ist die Zeit der Tomatenpflanze im Garten abgelaufen, aber es sind noch reichlich grüne Tomaten vorhanden, so kann auch ihnen noch zur roten Farbe verholfen werden. Einzelne Früchte können in unbedrucktes Papier eingeschlagen und an einen warmen Ort zur Nachreife gelegt werden. Auch hier hilft es, wenn in direkter Nachbarschaft ein reifer Apfel seine Mengen an Ethylen ausstößt. Diese Methode bietet sich auch an, wenn die Früchte den ganzen Sommer über einfach nicht rot werden wollen. Haben die Früchte die passende Größe erreicht, einfach ernten und im Haus in Papier gewickelt warm lagern. Bedrucktes Papier wie zum Beispiel Zeitungen sollte man aus gesundheitlichen Bedenken (bsp. Toluol in Druckerschwärze) meiden.
  • Tipp 4: Tomaten im Haus aufhängen
    Sind im Herbst noch reichlich grüne Tomaten an der Pflanze, kann man auch die gesamte Pflanze abschneiden und wie einen Kräuterstrauß zum Trocknen einfach kopfüber an einem warmen Ort im Haus aufhängen. Die Tomaten-Beeren reifen allmählich nach und können noch für einige Wochen nach der Tomatensaison im Garten für erntefrischen Genuss aus eigener Produktion sorgen.
Tomaten hängend rot

Wenn man die Tomatenzweige aufhängt, reifen sie auch noch nach [Foto: Gina Power/ Shutterstock.com]

Warum sind Tomaten rot?

Die rote Farbe dient den Tomaten einerseits zum Schutz vor extremer Sonne, andererseits sollen aber auch Tiere angelockt werden, die die reife Frucht dann verspeisen. Die Samen werden dann wiederum ausgeschieden und neue Pflanzen keimen im nächsten Jahr aus ihnen. Das Rotwerden der Tomate ist also ein ausgefeilter Mechanismus zur Erhaltung und Ausbreitung der eigenen Spezies.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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