skip to Main Content

Topinambur: Wunderknolle und Blütenpracht im Garten

Topinambur ist seit einiger Zeit stark im Kommen. Was viele nicht wissen: die schmackhafte & kalorienarme Knolle kann problemlos im Garten angebaut werden.

Knollen des Topinamburs mit Apfel auf einem Teller
Mit der noch weitgehend unbekannten Knolle kann man beim Kochen für staunende Gesichter sorgen. [Foto: Gunnar MagnussonCC BY-ND 2.0]

Sieht man die Blüten von Topinambur (Helianthus tuberosus) verwundert es nur wenig, dass die Pflanze sehr eng mit der Sonnenblume verwandt ist. Bis vor einigen Jahren war dieses Wurzelgemüse noch weitgehend unbekannt. Erst wieder die Rückbesinnung auf altbewährtes und regional angebautes Gemüse brachte die schmackhafte Knolle zurück auf unseren Speiseplan. Der Geschmack wird häufig als Artischocken ähnlich beschrieben, was der Knolle auch den Beinamen Jerusalem Artischocke eingebracht hat.

Topinambur wird auch zur Zuckerherstellung, als Energiepflanze zur Gewinnung von Biotreibstoffen und als Futterpflanze verwendet. Lediglich aus der Zuckerrübe lässt sich mehr Biomasse pro Hektar für die Produktion von Bioethanol gewinnen. Topinambur kann als nachwachsender Rohstoff auch zu Hackschnitzel verarbeitet und in einer Pelletheizung verheizt werden. Der Energiegehalt des Ertrags von einem Hektar Topinambur entspricht hier über 6000 Liter Heizöl. Die Topinambur ist somit eine echte Wunderknolle.

Synonyme: Jerusalem Artischocke, Erdapfel, Erdbirne, Knollensonnenblume, Erdtrüffel, Ewigkeitskartoffel, sunchoke (engl.)

Topinambur in voller goldgelber Blüte
Prachtvolle goldgelbe Blüte. [Foto: liz westCC BY 2.0]

Topinambur anbauen

Topinambur kann im eigenen Garten sehr leicht angebaut werden. Die Pflanze stellt keine besonderen Ansprüche an den Standort. Lediglich Staunässe ist zu vermeiden. Topinambur zählt zu den Neophyten. Die Pflanze wuchert regelrecht und breitet sich schnell aus. Will man die Pflanze nur ein Jahr kultivieren, sollte man bei der Ernte darauf achten, dass man sämtliche Knollen aus der Erde entnimmt. Bei mehrjähriger Kultur kann sich eine Wurzel-/Rhizomsperre lohnen.

Will man der Pflanze etwas Gutes tun, wählt man einen sonnigen Standort mit lockerem Erdreich. Allerdings verträgt die Pflanze auch festere Böden an halbschattigen Standorte. Zum Anbau eignet sich unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde hervorragend. Zwar kann man Topinambur auch aus Saatgut ziehen jedoch gelingt der Anbau mit Rhizom (Knollen) deutlich besser und schneller. Ab Anfang März kann man die Knollen in einer Tiefe von etwa 10 cm tief stecken. Pro Quadratmeter reichen in der Regel 3 bis 4 Knollen aus. Auf ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen (30 bis 45 cm) und zwischen den Reihen (70 bis 80 cm) sollte geachtet werden. Spätere und wüchsigere Sorten benötigen in der Regel eher den oberen Bereich dieser Abstandsangaben.

Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde
Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde
Bio, torffrei & klimafreundlich:
Für alle Gemüsearten sowie Beerenobst,
sorgt für eine reiche & aromatische Ernte, unbedenklich für Mensch & Tier
€16,99
inkl.MwSt.

Besonders auf kargen Böden kann der Ertrag durch eine regelmäßige Düngung – zum Beispiel mit unserem Plantura Bio-Tomatendünger – erhöht werden. Nachdem Topinambur im Erwerbsanbau zu den Sonderkulturen zählt, existieren keine genauen Untersuchungen über die optimale Düngerzusammensetzung. Aus Erfahrung hat sich gezeigt, dass man kaliumbetont düngen sollte. Reiche Stickstoffgaben schaden der Pflanze zwar nicht, die daraufhin besonders oberirdisch noch stärker wuchert, fördern aber das Knollenwachstum nur bedingt.

Plantura Bio-Tomatendünger
Plantura Bio-Tomatendünger
Effektive Langzeitwirkung, gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur
€14,99
inkl.MwSt.

Die Blüte der Pflanze zeigt sich erst, wenn die Tage kürzer werden. In Deutschland ist das bereits ab August, in den mediterranen Anrainerstaaten teilweise erst ab Oktober. In dieser Zeit findet auch das Wachstum der neugebildeten Knollen statt.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Topinambur anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Topinambur-Sorten

Auch wenn Topinambur wirtschaftlich wenig relevant ist, gibt es eine unzählige Auswahl an Sorten. Diese unterscheiden sich überwiegend in Form, Färbung der Schale und Gewicht. Alle Topinambursorten reifen in Deutschland aus und bringen zumindest für den privaten Bedarf ausreichend Ertrag. Steht Ertragsmaximierung nicht im Vordergrund können auch Delikatesssorten wie der „Weiße Trüffel“ angebaut werden.
Weitere Topinambur-Sorten finden Sie hier: Topinambur: die richtigen Sorten zum Anbauen wählen.

  • Aurora Rubin: längliche, glatte Sorte mit rotbrauner Schale.
  • Blauauge: optisch auffällige Sorte mit länglichen, hellen Knollen, die vereinzelt violette Ringe aufweisen; exzellenter Geschmack.
  • Blaue Französische: länglich-ovale Knollen mit einer starken rotgefärbten Schale.
  • Dwarf: sehr kompakte (niedrigwachsende) und frühe Sorte, die für die Containerkultur geeignet ist; recht kleine Knollen mit rötlicher Schale.
  • Gigante: Topinambursorte mit sehr großen und schweren Knollen; die knorrigen Knollen mit ihren vielen Verzweigungen können jeweils 200-300g wiegen; lila-violette, vereinzelt gelbliche Schale.
  • Kompakte Violette: kompakte Sorte mit mittelgroßen Knollen; violett-rosa gefärbte Schale; kann im Container angebaut werden.
  • Rote Zonenkugel: modernere deutsche Züchtung, deren Sortenschutz seit einigen Jahren abgelaufen ist; rundlich-oval, teilweise licht pilzförmig; sehr gute Fleischqualität.
  • Rozo: spätreife Sorte mit rot-runden Knollen; ertragreich.
  • Topstar: Sorte aus dem Erwerbsanbau mit hohem Ertrag und früher Reife; der oberirdische Teil wird nicht so hoch, wie bei anderen Sorten und erleichtert die Kultur und Ernte.
  • Weiße Trüffel: weiße und glatte Knollen mit violetten Augen; sehr feiner Geschmack; hervorragende Sorte für Topinamburliebhaber.
  • Witzenhausener Zapfen: ovaler Topinambur mit hellbrauner, gelblicher Färbung der Schale.

Topinambur: Ernte und Lagerung

Im professionellen Anbau werden teilweise die Blütenknospen entfernt, damit die Pflanze mehr Kraft in die Knollen stecken kann. Dies fördert den Ertrag. Im eigenen Garten ist es allerdings viel zu schade, die leuchtend gelben und sehr dekorativen Blüten zu entfernen.

Sobald die Blätter abfallen und die Stängel trocken werden, beginnt die Erntezeit. Dies ist bei uns meistens ab November der Fall. Am besten sticht man mit einem Spaten die Erde um die Pflanze herum großzügig aus. Neben den klassischen Werkzeugen gibt es auch sogenannte Kartoffel-Schaufeln, mit denen die Erde besonders leicht von den Knollen abgeschüttelt werden kann. Fehlt einem ein guter Lagerplatz, kann lediglich so viel geerntet werden, wie direkt verbraucht wird. Im Gegensatz zu Kartoffeln ist Topinambur sehr winterhart und kann bis zum Neuaustrieb im März durchgehend geerntet werden. Nur der Boden sollte nicht gefroren sein, denn dann tut man sich bei der Ernte recht schwer. Die Schale von Topinambur ist recht dünn, weshalb die Knollen sich nur ein bis zwei Wochen im Kühlschrank lagern lassen. Am besten erfolgt die Lagerung foliert im Kühlschrank.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Zwar hat Topinambur einen recht hohen Energiewert, jedoch ist der Großteil der Kohlenhydrate für den Menschen nicht verdaulich und nicht verwertbar. Zwischen 15-18% der Knolle besteht aus Inulin, dem für den Menschen nicht verwertbaren Mehrfachzucker. Inulin behandelt unser Magen wie Ballaststoffe. Mit einem Brennwert von 30kcal pro 100g besitzt Topinambur im Vergleich zu Kartoffeln weniger als die Hälfte an Kalorien. Neben den Vitaminen A, B1 und B2 hat die gesunde Knolle viele Mineralstoffe in recht hoher Konzentration wie Kalium und Eisen.

Topinambur kann roh verzehrt werden. Allerdings wird die Knolle meistens in Salzwasser gekocht oder aufgeschnitten im Ofen gegart. Als Ofengemüse kann Topinambur mit etwas Öl, Senf, Currypulver, Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden.

Einige Spezialisten gewinnen aus den Knollen einen Branntwein, den sogenannten „Topinambur“ oder „Rossler“.

Schädlinge und Krankheiten

Auf eine Schädlings- und Krankheitsbekämpfung kann man bei einem Anbau im eigenen Garten verzichten. Topinambur ist sehr robust und widerstandsfähig. In schlechten Jahren kann ein zu vernachlässigender Befall mit Echtem Mehltau auftreten. Ab und an können Wühlmäuse zu Fraß an den Knollen führen. Allerdings steht der Topinambur bei diesen Nagern nicht ganz oben auf der Speisekarte.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top