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Trauermücken bekämpfen: Fliegen & Larven in der Blumenerde

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Trauermücken und Trauermückenlarven erfolgreich mit Hausmitteln, konventionellen Methoden und auch mit Nematoden bekämpfen können.

Viele Pflanzenfreunde kennen und fürchten sie: Die kleinen Fliegen, die plötzlich aus der Blumenerde emporsteigen und sich rasend schnell vermehren. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass es sich dabei um Fruchtfliegen handelt. Fruchtfliegen brauchen aber (wie der Name schon sagt) Früchte oder zumindest Gemüse als Nahrungsquelle. Bei den kleinen Tierchen, die aus der Erde auftauchen, handelt es sich jedoch nicht um Fliegen, sondern um Trauermücken (Sciaridae).

Trauermücken und Trauermückenlarven

Die kleinen Mücken sind in der Natur wertvolle Nützlinge. Die Larven zersetzen zum Beispiel das Laub im Wald und sind eine wichtige Nahrungsquelle. Fehlen allerdings natürliche Fressfeinde, dann können Trauermücken schnell Überhand gewinnen. Die sichtbaren 1 bis 7 mm großen Mücken verstecken sich oft in Bodennähe und sind kein besonders schöner Anblick. Dabei sind die Mücken an sich gar nicht schädlich. Ihr einziger Zweck ist die Fortpflanzung. Nur die Larven fressen organisches Material im Boden und dazu gehören leider auch die Pflanzenwurzeln. Gerade bei Jungpflanzen kann ein Befall schnell zum Absterben der Pflanze führen. In Extremfällen wird sogar der ganze Stiel von den Larven ausgehöhlt. Daher ist es bei einem akuten Befall durchaus von Nöten, die Trauermückenlarven zu bekämpfen.

Trauermücken Larven weiß schwarze Larven Schädling

Fehlen natürliche Fressfeinde, können die Larven schnell zur Plage werden [Foto: Henrik Larsson/ Shutterstock.com]

Hinweis: Allen Hobbypilzzüchtern sei gesagt, dass die Larven der Trauermücken besonders Pilze als Nahrungsquelle lieben. Nicht umsonst heißt die Mücke auf Englisch fungus gnat oder mushroom fly.

Trauermücken vorbeugen

Leider ist besonders die Qualität von günstigen Blumenerden nicht immer so, wie wir uns das wünschen. Daher ist eine vorbeugende Maßnahme, auf qualitativ hochwertige Blumenerde zu setzen und eben nicht am falschen Ende zu sparen. Denn auch die beste Pflege Ihrer geliebten Pflanzen bringt nichts, wenn die Erde von minderwertiger Qualität ist. Greifen Sie also besser gleich zu hochwertigen Produkten. Durch falsche Lagerung können jedoch auch Premiumerden von Trauermücken betroffen sein – vor allem, wenn diese längere Zeit draußen gelagert wurden wie das bei den meisten Baumärkten leider der Fall ist. Durch kleine Belüftungslöcher können die Trauermücken dann in die vormals sterile Premiumerde eindringen. Generell ist es wichtig, dass Sie Ihre Erde trocken und nicht draußen lagern.

Trauermücke auf Blütenknospe

Trauermücken können zur echten Plage an Zimmerpflanzen werden [Foto: Henrik Larsson/ Shutterstock.com]

Unser Tipp: Bestellen Sie Blumenerde einfach online. Da die Erden in den meisten Fällen direkt vom jeweiligen Hersteller zum Versandcenter geschickt werden, sehen die Erdsäcke auf dem Weg bis zu Ihnen nach Hause meistens nicht einmal das Tageslicht. So sind Sie auf der sicheren Seite, was den Befall mit Trauermücken angeht.

Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist, die Erde in der Mikrowelle oder im Backofen zu sterilisieren (auch wenn das durchaus aufwändig sein kann).

Es kann jedoch auch sein, dass die Trauermücken auf andere Weise in Ihren Garten oder in die Blumentöpfe gelangen – zum Beispiel über nicht fertig gereiften Kompost. Vorbeugend sollten Sie deswegen auf Ihr Gießverhalten achten. Lassen Sie die Erdoberfläche immer leicht antrocknen, bevor Sie wieder wässern. Erstens brauchen die Trauermückenlarven eine feuchte Erde zum Leben und zweitens werden die Eier direkt auf der Erdoberfläche abgelegt. Die Larven sterben allerdings direkt nach dem Schlüpfen, wenn das Substrat trocken ist. Vorbeugend kann man auch eine 0,5 cm hohe Sandschicht auf die Erde auftragen, die bewirkt, dass die Oberfläche schneller trocknet und somit einen Befall erschwert. Ein Befall durch Trauermücken kann auch gut mit Gelbtafeln kontrolliert werden. Der Gelbtafeleinsatz kann die Trauermückenpopulation zwar dezimieren, aber nicht komplett bekämpfen.

Trauermücken bekämpfen

Meistens gibt es mit Trauermücken im Garten meist keine Probleme. Die Lebensbedingungen und Fressfeinde sorgen dafür, dass sich die Anzahl der Mücken in Grenzen hält. Auf der Fensterbank (gerade im Winter) oder im Gewächshaus finden die Tiere jedoch optimale Lebensbedingungen und können schnell zur Plage werden. Deshalb haben wir die besten Tipps zur Bekämpfung der Trauermücken und ihrer Larven nachfolgend zusammengefasst.

Trauermücken bekämpfen Gelbtafel Gelbstecker

Gelbtafeln sind nur eine Methode zur Bekämpfung von Trauermücken [Foto: PHOTO FUN/ Shutterstock.com]

Trauermücken mit Hausmitteln bekämpfen

Eine Möglichkeit ist, die Erde für längere Zeit austrocknen zu lassen oder diese mit einer dünnen Schicht Sand zu bedecken. Durch den Sand sollen die verpuppten Fliegen nicht an die Oberfläche gelangen. In der Praxis funktionieren diese Hausmittel allerdings nicht immer. Bedingt durch den Lebenszyklus der Trauermücke müsste das Substrat über mehrere Wochen knochentrocken gehalten werden. Das überlebt wohl nur ein Kaktus oder Pflanzen mit ähnlicher Wasserspeicherfunktion. Die Trauermücken finden meisten auch immer einen Weg, das Substrat zu verlassen – dafür können schon die unteren Löcher im Topf reichen.

Trauermücken mit Nematoden bekämpfen

Die effektivste Bekämpfungsmethode gegen Trauermücken ist der Einsatz von Nützlingen. Am besten werden vor allem räuberische Nematoden (Steinernema feltiae) eingesetzt, die die Trauermückenlarven befallen. Damit die Behandlung Erfolg hat, muss das Substrat mindestens 12°C haben und immer feucht sein. Der Behandlungserfolg zeigt sich jedoch erst nach vielen Tagen. Bietet man den Nematoden über diesen Zeitraum aber immer optimale Lebensbedingungen, dann ist die Bekämpfung sehr effektiv und nachhaltig. Die Nematoden legen sich dabei aber nicht nur alleine mit den Trauermücken an. Denn in ihrem Darm befinden sich Bakterien, welche die Trauermücken zusätzlich bekämpfen.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Blumenerde: Premiumerde für Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen. Aqua-Plus® sorgt für eine optimale Wasseraufnahme. Optimale Nährstoffversorgung für kräftige und vitale Pflanzen mit prachtvollen Blüten.
  • Raubmilbe Hypoaspis: Nützling mit breitem Beutespektrum, wie z.B. Trauermücken und Springschwänze, aber auch Blutmilben.
  • SF Nematoden: Natürliche Bekämpfung von Trauermücken. Vorteil dieser Methode ist, dass weder Haustiere noch Menschen durch den Einsatz von SF-Nematoden zu schaden kommen.
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