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Trauermücken bekämpfen: So wird man die Fliegen in der Blumenerde los

Die kleinen Fliegen besiedeln gerne die Erde in den Blumentöpfen unserer Pflanzen. Wir verraten, wie man Trauermücken und ihre Larven natürlich bekämpfen und dauerhaft loswerden kann.

Trauermücke auf Erde
Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Tierchen bekämpfen können [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Viele Pflanzenfreunde kennen und fürchten sie: Die kleinen Fliegen, die plötzlich aus der Blumenerde emporsteigen und sich rasend schnell vermehren. Vor allem in Topfpflanzen mit Übertopf in Wohnräumen kommen die Trauermücken immer wieder vor. Wir zeigen Ihnen, wie es zu einem Befall kommt und wie Sie Trauermücken bekämpfen und einem weiteren Befall vorbeugen können.

Trauermücken: Steckbrief

Die Familie der Trauermücken (Sciaridae), umgangssprachlich auch Trauerfliegen, kommen in der Natur vor allem in feuchten Lebensräumen wie Wäldern, Mooren und Feuchtwiesen vor. Die ausgewachsenen schwarzen Fliegen sind bis zu sieben Millimeter groß und legen ihre Eier in feuchte Erde. Im Freiland geschieht dies im Mai bis Juni, in Häusern oder Gewächshäusern aber ganzjährig. Hierbei kann ein Weibchen bis zu 200 durchsichtige Eier legen. Die etwa eine Woche nach der Eiablage geschlüpften Trauermückenlarven leben in der Erde und zersetzen organisches Material, wie Laub oder Wurzeln. Eben jene Larven sind es, die in der Erde von Zimmerpflanzen problematisch werden. In Ermangelung von ausreichendem toten Pflanzenmaterial und Pilz-Mycel vergreifen sich die Larven an lebenden Pflanzenwurzeln und schädigen damit unsere geliebten grünen Mitbewohner. Hinzu kommt, dass die schwarzen Mücken in der Blumenerde, gerade wenn sie zuhauf auftreten, als lästig und eklig empfunden werden.

Hinweis: Allen Hobbypilzzüchtern sei gesagt, dass die Larven der Trauermücken besonders das Mycel von Pilzen als Nahrungsquelle lieben. Nicht umsonst heißt die Mücke auf Englisch “fungus gnat”, also “Pilzmücke”.

Larven der Trauermücke
Fehlen natürliche Fressfeinde, können die Larven schnell zur Plage werden [Foto: Henrik Larsson/ Shutterstock.com]

So erkennt man Trauermücken(-larven)

Die kleinen schwarzen Fliegen in der Blumenerde sind mit dem bloßen Auge gut erkennbar. Sie halten sich meist in Bodennähe auf, laufen auf der Erde und dem Topf herum und fliegen leicht taumelnd umher, wenn man die befallene Pflanze gießt oder den Topf bewegt.

Um einen Befall durch Trauermücken zu erkennen, bevor eine Massenvermehrung stattfindet, empfehlen wir Gelbtafeln. Diese sind mit einem Leim beschichtet, sodass die ausgewachsenen Fliegen an den Tafeln haften bleiben. Um möglichst effektiv Trauermücken zu fangen und zu entdecken, werden die Gelbtafeln übrigens am besten direkt über der Oberfläche der Pflanzenerde angebracht, zum Beispiel mit kleinen Holz-Spießen. Entdecken Sie die ersten Trauermücken, sollten Sie zügig beginnen diese zu bekämpfen.

Trauermücken auf Gelbtafeln
An Gelbtafeln bleiben die ausgewachsenen Trauermücken kleben und ein Befall kann erkannt werden [Foto: Amelia Martin/ Shutterstock.com]

Die Larven der Trauermücken halten sich nach dem Schlüpfen ausschließlich in der Erde auf und sind so nur beim Umtopfen zu sehen. Die Trauermückenlarven sind wurmartig geformt, weiß gefärbt und bis zu fünf Millimeter lang.
Gerade bei Jungpflanzen kann ein Befall schnell zu Welke-Erscheinungen oder zum Absterben der Pflanze führen, obwohl eine gute Wasserversorgung gegeben ist. Dies deutet ebenfalls auf einen Befall durch Trauermücken hin.

Tipp: Oft werden Trauermücken mit Fruchtfliegen verwechselt. Fruchtfliegen brauchen jedoch Früchte oder Gemüse als Nahrungsquelle und halten sich daher nicht in oder bei Zimmerpflanzen auf, was die Unterscheidung leicht möglich macht.

Trauermücken bekämpfen: So kann man sie loswerden

Im Garten sind Trauermücken wegen der weniger feuchten Bodenverhältnisse und allerlei natürlichen Feinden meist kein Problem. Auf der Fensterbank oder im Gewächshaus jedoch finden die kleinen schwarzen Fliegen in Blumenerde optimale Lebensbedingungen und können schnell zur Plage werden.

Es stehen eine ganze Reihe an verschiedenen Hausmitteln gegen Trauermücken zur Verfügung, die bei einem leichten Befall angewendet werden können. Mehr Tipps zum Thema Trauermücken mit Hausmitteln bekämpfen haben wir in unserem Spezialartikel für Sie zusammengestellt. Doch vor allem bei einem starken Befall oder wenn der gewünschte Erfolg durch Hausmittel ausbleibt, empfehlen wir den Einsatz eines biologischen Pflanzenschutzmittels und langfristig Vorbeugemaßnahmen, um nicht immer wieder Ärger mit den tierischen Untermietern zu haben. Beides stellen wir Ihnen im weiteren Verlauf vor.

Zimmerpflanze mit Trauermückenbefall
Trauermücken sind vor allem bei Zimmerpflanzen ein Problem [Foto: Lukassek/ Shutterstock.com]

Trauermücken natürlich bekämpfen

Vor allem in Wohnräumen oder dem Hausgarten empfehlen wir, auf synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten, um Nützlinge und auch Sie als Anwender sowie spielende Kinder oder Haustiere keinem unverhältnismäßigen Risiko auszusetzen. Stattdessen raten wir zu biologischen Mitteln gegen Trauermücken.

Eine hochwirksame und dabei natürliche Methode zur Bekämpfung von Trauermücken ist der Einsatz von Neem-Präparaten. Das Samen-Öl des Neembaums enthält den Wirkstoff Azadirachtin, der auf die Trauermückenlarven in der Erde wirkt. Unser Plantura Bio-Trauermückenfrei Neem basiert auf diesem Neemöl und bietet Ihnen eine zuverlässige und biologisch zertifizierte Methode, Trauermücken los zu werden. Sie können unser Bio-Trauermückenfrei Neem sowohl im Wohnraum als auch im Freiland anwenden. Unser Bio-Trauermückenfrei ist nicht bienengefährlich und sorgt für einen schnellen Fraß-Stopp bei den pflanzenschädlichen Larven der Trauermücke. Die einfache Anwendung ermöglicht Ihnen eine genaue Dosierung, für eine optimale Wirkung. Für Zierpflanzen in Ihrer Wohnung sind bereits 15 Milliliter, gemischt mit drei Litern Wasser, ausreichend, um circa einen Quadratmeter Fläche zu behandeln. Die Emulsion gießen Sie einfach auf die Erde der befallenen Pflanze. Bitte achten Sie bei der Anwendung unseres Bio-Schädlingsfrei Neem darauf, dass Sie die Vorgaben in der Anwendungsempfehlung einhalten und vor dem Gebrauch den Beipackzettel lesen.

Tipp: Um zu verhindern, dass die Trauermücken einfach auf andere Topfpflanzen ausweichen, sollten Sie die befallene Pflanze früh isolieren und bei den restlichen Pflanzen vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Plantura Bio-Trauermückenfrei Neem
Plantura Bio-Trauermückenfrei Neem
Hochwirksames & 100% natürliches Mittel
zur Gießanwendung gegen Trauermücken,
aus den Samen des Neem-Baumes

Trauermücken mit Nematoden bekämpfen

Auch der Einsatz von Nützlingen gegen Trauermücken ist eine Methode zur Bekämpfung, der gerade in Innenräumen und Gewächshäusern Erfolg verspricht. Die räuberischen Nematoden (Steinernema feltiae) werden häufig und erfolgreich eingesetzt, da sie Trauermückenlarven befallen und parasitieren. Für eine erfolgreiche Behandlung sollten Sie darauf achten, dass das Substrat mindestens 12 °C warm ist und immer feucht bleibt. Der Behandlungserfolg zeigt sich nach einigen Tagen.
Auch Raubmilben der Art Macrocheles robustulus können gegen Trauermücken eingesetzt werden.

Fliegen in der Blumenerde vorbeugen

Trauermücken werden erst dann zu einem Problem, wenn die Fliegen dauerhaft nasse Erde vorfinden. Die beste Vorbeugung ist daher ein geeignetes Gießverhalten: Lassen Sie die Erdoberfläche immer leicht antrocknen, bevor Sie wieder wässern. Erstens brauchen die Trauermückenlarven feuchte Erde zum Leben und zweitens werden die Eier direkt auf der Erdoberfläche abgelegt. Wenn das Substrat zu trocken ist, sterben die Larven direkt nach dem Schlüpfen.

Vorbeugend kann man auch eine 0,5 Zentimeter hohe Schicht aus Sand, Lavasplitt oder gebrochenem Blähton auf die Erde auftragen. Diese bewirkt, dass die Oberfläche stets trocken und somit unattraktiv für Trauermücken ist. Um diese Methode effektiv zu nutzen, sollten Zimmerpflanzen nur noch von unten über den Untersetzer oder den Übertopf gegossen werden.

Trauermücke auf Blütenknospe
Trauermücken können zur echten Plage an Zimmerpflanzen werden [Foto: Henrik Larsson/ Shutterstock.com]

Auch durch Pflanzerden können Sie sich Trauermücken-Eier einschleppen. Durch kleine Belüftungslöcher können die Trauermücken bei günstigen Vermehrungsbedingungen in Erdensäcke eindringen und ihre Eier ablegen, während die Säcke noch gelagert werden. Häufig passiert dies bei den ungeschützt gelagerten Erden bei Baumärkten. Hochwertige und torfreduzierte Blumenerden finden Sie übrigens in unserem Shop unter der Kategorie Pflanzerden.
Wenn Sie Topfpflanzen kaufen, empfehlen wir Ihnen diese direkt in eine nicht befallene Erde umzutopfen, was auch für einen kräftigeren Wuchs Ihrer neuen Pflanze sorgt.

Tipp: Wenn Ihre Blumenerde durch Trauermücken befallen ist, können Sie bei kleineren Mengen die befeuchtete Erde in der Mikrowelle (höchste Stufe für sieben Minuten) oder im Backofen (200 °C für 20 Minuten) sterilisieren.

Zusammenfassung: Trauermücken vorbeugen

  • Erde vor dem nächsten Gießen immer abtrocknen lassen
  • Eine Schicht Sand, Lavasplitt oder gebrochenen Blähton auf der Blumenerde verteilen
  • Pflanzen über Übertopf und Untersetzer gießen
  • Pflanzerden kontrollieren und ggf. in Mikrowelle oder Ofen sterilisieren
  • Topfpflanzen nach dem Kauf grundsätzlich umtopfen

Hilfreiche Tipps, wie Sie beliebte Zimmerpflanzen richtig umtopfen, finden Sie in unseren Spezialartikeln, beispielsweise zu Zitronenbaum umtopfen oder Sukkulenten umtopfen.

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