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Was ist Kompost? Eigenschaften, Herkunft & Verwendung

Sie interessieren sich für die Herkunft, Zusammensetzung und Eigenschaften von Kompost? Wir fassen von Kompostwürmern bis zum Komposttee alles zusammen.

Kompost
Schon seit Hunderten von Jahren weiß der Mensch von der Düngekraft des Komposts [Foto: Anna Hoychuk/ Shutterstock.com]

Bereits seit Jahrhunderten stellt der Mensch Kompost aus verschiedenen Abfällen her, um damit seine Pflanzen zu düngen. Schon im 8. Jahrhundert vor Christus berichtete der griechische Dichter Homer davon, dass im Wirtschaftshof des Odysseus ein duftender Misthaufen reifte, der später auf den Feldern verteilt wurde. Doch welche besonderen und geheimnisvollen Superkräfte machen Kompost für den Menschen so wertvoll, dass er bisweilen auch als „schwarzes Gold“ des Gärtners bezeichnet wird? In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Entstehung und die Herkunft, die Eigenschaften und die Verwendung von Kompost.

Was ist Kompost?

Kompost ist abgestorbenes organisches Material, das den Prozess der sogenannten Rotte durchlaufen hat. Im Rotteprozess findet zuerst eine Zersetzung durch luftatmende Mikroorganismen statt. Diese bauen Teile des organischen Materials so ab, dass es als Kohlenstoffdioxid gasförmig in die Luft entweicht. Die Ausgangsstoffe zerfallen dabei langsam in gröbere Teile und schließlich sogar in einzelne Moleküle oder Atome. Aus diesen „Bausteinen“ entsteht anschließend im Prozess der „Humifizierung“ – also der Humusbildung – etwas Neues, nämlich die Huminsäuren (oder auch „Humus-Moleküle“). Diese bilden zusammengenommen und chemisch verbunden mit Tonpartikeln sichtbare Krümel und Flocken, die wir als Kompost oder Humus erkennen können. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wo genau die Unterschiede zwischen Humus und Kompost liegen – eine sehr berechtigte Frage. Tatsächlich stammt das Wort „Kompost“ vom lateinischen compositum, was in etwa „das Zusammengestellte“ bedeutet. Damit bezieht sich der Name auf die vielfältigen Ausgangsstoffe, die der Kompostierende – also der Mensch – zur gezielten Humusbildung verwendet. Bei Kompost handelt es sich also um eine Art von Humus. Humus wiederum entsteht auch auf natürliche Art und ist damit nicht mit Kompost gleichzusetzen.

Kompost
Bei Kompost handelt es sich um abgestorbenes, organisches Material [Foto: Elena Elisseeva/ Shutterstock.com]

Wie wird aus Abfall Kohlenstoffdioxid?

Wie alles organisch Gewachsene – also Tiere, Pflanzen, Pilze oder auch Algen – bestehen auch kompostierbare Abfälle zu einem unterschiedlich großen Anteil aus Kohlenstoff-Verbindungen. Die Zellwände von Pflanzen etwa bestehen zu großen Teilen aus Zellulose, Hemizellulose und Pektin. Bei allen dreien handelt es sich um Kohlenhydrate, also Kohlenstoff-Verbindungen, die auch Sauerstoff- und Wasserstoff-Anhänge besitzen und die auf molekularer Ebene zu langen, stabilen Ketten verbunden sind. Wird eine Zellwand von Mikroorganismen verspeist und verdaut, dann geschieht eigentlich dasselbe wie in dem Moment, wenn unsereiner Kohlenhydrate in Form einer Scheibe Brot zu sich nimmt: Die enthaltenen Kohlenstoffverbindungen werden in der Zellatmung zur Energiegewinnung umgebaut und als Endprodukt wird der Kohlenstoff als Kohlenstoffdioxid (CO2) zusammen mit Wasser ausgeatmet.

Zusammenfassung: Was ist Kompost?

  • Kompost ist verrottetes und zu Humus umgewandeltes Material
  • Der Begriff „Kompost“ bezieht sich auf die verschiedenen, vom Menschen zusammengestellten Ausgangsstoffe des Humus
  • Kompost besteht aus Humusmolekülen, die allein und in Verbindung mit Tonpartikeln sichtbare Flocken bilden
  • Bei der Kompostierung wird Kohlenstoffdioxid frei, da Mikroorganismen sich von Kohlenstoffverbindungen im Kompostgut ernähren

Kompost und seine Eigenschaften

Allgemein lässt sich über Kompost sagen, dass er – je nach Rottegrad – grob und faserig oder bräunlich und krümelig ist sowie einen angenehmen, oft als „waldig“ empfundenen Geruch aufweist. Er ist etwa doppelt so schwer wie Torf und halb so schwer wie Sand. Kompost hat außerdem viele mittelgroße Poren, wodurch er im Boden die Belüftung ebenso verbessern kann wie den Wasserhaushalt. Je nach Ausgangsstoffen kann er leicht sauer, neutral oder auch leicht alkalisch sein. Der Nährstoffgehalt ist dabei abhängig von den Ausgangsstoffen und der Reifedauer: So kann er sehr hoch oder sehr niedrig sein. Stickstoff, Phosphor und Kalium – die drei Hauptnährelemente der Pflanzen – können in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen, häufig sind die Anteile an Phosphor und Kalium jedoch gegenüber dem Stickstoff stark erhöht. Kompost enthält in der Regel alle Spurennährelemente, die Pflanzen benötigen. Auch der Effekt, den eine Kompostdüngung auf den Boden und die Pflanzen hat, kann sich ganz grundsätzlich unterscheiden: Während ein reifer, nährstoffarmer Grüngutkompost nachhaltig die Bodeneigenschaften verbessert, indem er den Humusgehalt erhöht, ist ein frischer, nährstoffreicher Biokompost besser zur Pflanzendüngung verwendbar, denn er entlässt viele Nährstoffe, führt jedoch nicht zu einer Erhöhung des Humusgehaltes im Boden. Wenn Sie sich für die Eigenschaften von Kompost als Dünger interessieren, können Sie sich in diesem Spezialartikel weiter informieren.

Erde
Abhängig von den Ausgangsstoffen hat der Kompost verschiedene Nährstoffgehalte [Foto: 13Imagery/ Shutterstock.com]

Der Rottegrad von Kompost

Der Rottegrad ist die Maßeinheit, in der die Stabilität von Kompost gegenüber dem Abbau durch Mikroorganismen angegeben wird. Abbau findet also abhängig vom Rottegrad unterschiedlich stark im Boden statt, wenn man Kompost ausgebracht hat. Die Stabilität steigt dabei mit steigendem Rottegrad und zunehmender Kompostreife, gleichzeitig sinkt die Fähigkeit zur Nährstofffreisetzung. Den Grund hierfür finden wir in der Humifizierung: Denn diese macht aus den nach der Zersetzung frei gewordenen organischen Bausteinen neue, stabile Humus-Moleküle, die gegen einen Abbau gefeit sind. Kompostrohstoff besitzt den niedrigsten Rottegrad, nämlich 1, Frischkompost hat einen Rottegrad von 2 oder 3, Fertigkompost einen von 4 oder 5.

Zusammenfassung Eigenschaften von Kompost:

  • Die Eigenschaften von Kompost sind abhängig von den Ausgangsmaterialien und dem Rottegrad
  • Ist grob und faserig, bräunlich-krümelig oder eine Mischung aus beidem
  • Angenehmer, waldiger Geruch
  • Schwerer als Torf und leichter als Sand
  • Hat viele mittelgroße Poren, die den guten Wasser- und Lufthaushalt von Kompost erklären
  • Der pH-Wert liegt bei 6,2 bis 8,4
  • Nährstoffgehalt von sehr gering bis zu 50 Volumenprozent
  • Enthält viel Phosphor und Kalium, meist weniger Stickstoff, zudem Spurennährelemente
  • Wirkt als Pflanzendünger oder Bodenverbesserer – oder beides

Woher kommt Kompost?

Wie oben festgehalten, ist Kompost eine menschlich zusammengestellte Form von Humus. Humus entsteht durch die zuvor grob beschriebenen Prozesse auch an sehr vielen Naturstandorten, an denen ausreichend organische Abfälle und Mikroorganismen vorhanden sind. Dabei gilt eine besondere Faustregel: Wenn die Lebensbedingungen für die beteiligten Mikroorganismen zwar erträglich, aber nicht ganz optimal sind, entsteht viel mehr Humus, als dass Nährstoffe frei werden. Und hiermit haben wir eine Erklärung für dicke Humusschichten in Wäldern und Mooren: An diesen Standorten ist es Mikroorganismen in der Regel zu sauer oder zu nass – außerdem gibt es noch viele andere solcher humusfördernden Standorte. Auch in Ihrem Garten kann Humifizierung stattfinden, wenn Sie sich ein wenig mit der Steuerung von humusfördernden Bedingungen auskennen. In diesem Artikel finden Sie viele Informationen darüber, wie Sie Ihren eigenen Gartenboden Schritt für Schritt humoser machen können.

Wald
In Wäldern und Mooren ist der Boden besonders humos [Foto: Lillac/ Shutterstock.com]

Kompostwürmer und andere Kompostierer

Sie haben vermutlich bereits den richtigen Eindruck gewonnen, dass die Kompostierung keinesfalls ein rein mechanischer oder chemischer, sondern vielmehr ein biologischer Vorgang ist. Dieser wird gemeinschaftlich von verschiedenen Mitgliedern der Bodenflora und -fauna durchgeführt. Gerade im Kompost ist die Anzahl von Organismen pro Volumen unglaublich hoch, denn hier finden sie ein wahres Festmahl vor. In einem Kubikmeter Kompost finden sich sage und schreibe etwa 10 Kilogramm lebender Organismen! Beteiligte Gruppen sind Bakterien, Pilze und andere Einzeller, Fadenwürmer (Nematoden), Insekten und deren Larven, Milben, Regenwürmer verschiedener Gattungen, Asseln, Tausendfüßler und Schnecken. Je nachdem, welche Lebensbedingungen vorherrschen, können sich Flora und Fauna anders zusammensetzen. Die Zersetzung, Humifizierung, chemische Veränderung, Durchmischung und der Abbau von organischen Schadstoffen sind dabei ihre Aufgaben. Natürlich tun sie das nicht, um uns eine Freude zu bereiten: Sie kommen vielmehr, um zu fressen und sich zu vermehren, wenn sie optimale Lebensbedingungen vorfinden. Und dazu gehören das Vorhandensein organischer Substanz, eine ausreichende Feuchte und Sauerstoff, ein schwach saurer oder leicht alkalischer pH-Wert und möglichst warme Temperaturen. Wurde die gesamte organische Substanz zu Humus umgewandelt, sterben sie oder wandern ab. Falls Sie mehr über Kompostwürmer und die Wurmkompostierung nachlesen möchten, können Sie dies in unserem Spezialartikel tun.

Tipp Effektive Mikroorganismen (EM): Als EM werden verschiedene im Handel erhältliche Mischungen von weit verbreiteten Mikroorganismen (beispielsweise Hefepilze und Bakterien) bezeichnet, die als Beigabe im Kompost, bei der Bokashi-Fermentierung oder in Kläranlagen die nötigen Stoffwechselprozesse beschleunigen sollen. Für eine Verwendung werden die als Pulver angebotenen Mischungen mit einer Zuckerlösung verrührt und über längere Zeit warmgehalten. Danach werden die Mikroorganismen als „aktiviert“ bezeichnet, denn in der Zuckerlösung konnten sie inzwischen aufleben sich vermehren. Mit dem Zuckerwasser werden sie dann über das zu verarbeitende Material gegossen. Leider konnte der Effekt der Anwendung von EM noch nicht belegt werden, noch immer bestehen berechtigte Zweifel daran, ob die beobachteten Ergebnisse tatsächlich auf die Mikroorganismen oder nicht einfach auf die Zuckerlösung zurückzuführen sind. Aus diesem Grund können wir keine fachlich berechtigte Empfehlung für EM bei der Kompostierung aussprechen.

Kompostwürmer
Regenwürmer und andere Organismen fördern die Kompostierung [Foto: KaliAntye/ Shutterstock.com]

Kompost von Recyclinghöfen

Kompost, der auf Wertstoffhöfen verkauft wird, wird aus Grüngutabfällen und Biomüll aus der Biotonne recycelt. Je nach Sortiment werden nährstoffarme und nährstoffreiche Materialien zusammen oder einzeln kompostiert und verkauft. Grüngutkompost ist nährstoffärmer, Biokompost hingegen nährstoffreicher. Es gibt zudem diverse Kompostiersysteme, die zum Teil riesige Mengen an Kompostgut verarbeiten. Diese reichen von der traditionellen Mietenkompostierung über permanent umgesetzte sogenannte „Wandermieten“ bis hin zu druckbelüfteten Rottetürmen oder -trommeln mit Volumina von bis zu 1000 Kubikmetern, die das Kompostgut ständig dynamisch umwälzen. Selbstverständlich betreibt nicht jeder Wertstoffhof eine solche Anlage – nur in Bereichen, in denen viel Material schnell verarbeitet werden soll, kommen sie zum Einsatz. Mehr über Kompost vom Recycling- oder Wertstoffhof können Sie in diesem Artikel nachlesen, der sich mit der Düngewirkung verschiedener Komposttypen befasst. Wenn Sie außerdem mehr über das Kaufen von Kompost erfahren möchten, können Sie alles Wichtige hier nachlesen.

Tipp heiße und kalte Rotte: Falls wie auf Recyclinghöfen viel Kompostgut mit einem Mal anfällt, wird eine neue Miete, also ein Komposthaufen, in einem Zug aufgesetzt. Das hat zur Folge, dass die Zersetzungsprozesse nicht schichtweise (wie auf dem heimischen Komposthaufen), sondern bei all dem Material gemeinsam ablaufen. Infolge der Lebensprozesse der Mikroorganismen entsteht dabei viel Wärme. Zusätzlich besitzt eine Kompostmiete eine Eigenisolierung, was Kerntemperaturen von 60 bis 80 °C zur Folge haben kann. Da diese Phase der Intensivrotte mehrere Wochen anhält, kann durch ein systematisches Umsetzen das gesamte Volumen einmal stark erwärmt werden. Auf diese Weise werden Krankheitserreger und Unkrautsamen abgetötet, der Kompost wird also steril. Ein privater Komposthaufen erreicht durch das schichtweise Ansetzen nur sehr viel niedrigere Temperaturen und kann daher leider Saatgut und Erreger von Pflanzenkrankheiten verschleppen.

Recycling
Auf Recyclinghöfen finden sich teilweise riesige Komposter [Foto: Derek Yamashita/ Shutterstock.com]

Kompost selber herstellen

Auch ohne Ihr Zutun wird in der Natur ständig Humus gebildet. Doch Sie können sich die zugrunde liegenden Prozesse zunutze machen und selbst einen hochwertigen organischen Dünger oder einen Bodenverbesserer herstellen und nebenbei Ihre Bio- oder Restmülltonne entlasten. Wir haben Ihnen in einigen Stichworten zusammengefasst, in welchen Schritten Sie zu Ihrem eigenen Kompost gelangen. Alle nötigen Details können Sie auch diesem Spezialartikel entnehmen.

  1. Einen Komposter auswählen: Kompostmiete, Schnell- oder Thermokomposter, Rollkomposter oder Wurmkiste
  2. Einen geeigneten Standort finden: Halbschattig, geschützt, im Garten auf offenem und lockerem, gesundem Boden
  3. Den Kompost ansetzen: Kompostgut aufschichten; dabei wechseln sich grobes, festes Material und weiches, nährstoffreiches Material ab. Unter Umständen ist das Einstreuen von Kalk oder Stickstoffdünger nötig
  4. Eine gelegentliche Schicht fertigen Kompostes oder eine Kanne Komposttee haben den gleichen beschleunigenden Effekt wie die Verwendung von Kompoststartern oder Kompostbeschleunigern
  5. Den Kompost entweder sehr sorgfältig schichten oder – wenn nötig und möglich – einmal jährlich umsetzen, um eine gute Durchmischung und Belüftung zu erreichen
  6. Unter besten Bedingungen ist nach vier bis acht Wochen ein Frischkompost fertig, der als Pflanzendünger verwendet werden kann. Nach mindestens sechs Monaten erhält man einen Fertigkompost, der sowohl düngende als auch bodenverbessernde Eigenschaften aufweist. Nach zwei bis drei Jahren erhalten Sie Reifekompost, der bodenverbessernd wirkt
Kompost im Garten
An einem geeigneten Standort lässt sich auch im eigenen Garten ein Komposter installieren [Foto: JurateBuiviene/ Shutterstock.com]

Komposttee

Komposttee wird ähnlich bereitet, wie auch die oben erwähnten effektiven Mikroorganismen (EM) aktiviert werden. Allerdings dient als Quelle der Mikroorganismen nicht eine gekaufte Mischung, sondern einige Gramm Kompost. In Wasser werden Zucker oder Sirup mit Kompost vermischt und dann bei 25 °C für etwa einen Tag stehen gelassen. Wichtig ist dabei eine gute Sauerstoffversorgung, die durch das Einblasen von Luft oder eine Rühranlage sichergestellt wird. In der Brühe sollen sich die im Kompost enthaltenen Mikroorganismen schließlich schnell vermehren. Anschließend kann man mit dieser den Boden oder den Kompost impfen, um hier die biologische Aktivität zu fördern. Auch das Besprühen der Pflanzen mit Komposttee wird in verschiedenen Internetforen empfohlen, allerdings dabei vom angestrebten Nutzen für die Pflanzen selten oder nur sehr oberflächlich die Rede. Im Boden lebende Mikroorganismen finden auf der Pflanze keinen Lebensraum und würden sie auch von sich aus nicht besiedeln, weshalb eine positive Wirkung zunächst unwahrscheinlich erscheint. Die Anwendung als Kompoststarter und zur Erhöhung mikrobieller Aktivität in Pflanzflächen bei einem gleichzeitigen Eintrag von organischer Substanz (wie beispielsweise Mulch) kann aber einen positiven Effekt haben. Insbesondere gilt dies für neu angesetzte Komposte sehr schlechter Böden mit geringer biologischer Aktivität.

Komposttee selber herstellen:

  1. 100 Liter Regen- oder Brunnenwasser in einen sauberen Behälter (zum Beispiel eine Regentonne) einfüllen. Wird Leitungswasser verwendet, muss dieses vorher etwa sieben Tage lang abstehen; dabei gelegentlich rühren
  2. Wasser mit einer Tauchheizung (100 bis 150 W) auf etwa 25 °C erwärmen
  3. 500 g Zuckerrübensirup im Wasser auflösen, 250 g Gesteinsmehl einrühren, 500 g Kompost einrühren oder in einem großvolumigen Netz einhängen
  4. Teichbelüfterpumpe (möglichst mit Sprudler) einschalten
  5. 12 bis 18 Stunden lang stehen lassen, dann ablassen, gegebenenfalls filtern, mit Regen-, Brunnen- oder abgestandenem Leitungswasser verdünnen (im Verhältnis 1:5 für Bodenbehandlung, 1:1 für Kompostbehandlung) und innerhalb von vier Stunden ausbringen
  6. Komposttee-Tonne gründlich säubern
Komposttee in Flaschen
Mit Hilfe von Komposttee kann die mikrobielle Aktivität gefördert werden [Foto: photosthai/ Shutterstock.com]

Tipp: Da viele der beschriebenen Effekte von Komposttee und EM noch nicht zweifelsfrei belegt sind, setzen noch nicht viele kommerzielle Unternehmen in der Land- und Abfallwirtschaft auf eine dieser Methoden. Produkte zur Herstellung im größeren Stil für Unternehmen sind dennoch bereits auf dem Markt. Es handelt sich bisher jedoch eher um einen alternativen Ansatz und wir würden davon abraten, sich auf alles zu verlassen, was dessen Verfechter anpreisen.

Zusammenfassung: Woher kommt Kompost?

  • Humus entsteht an diversen Naturstandorten in verschiedenem Ausmaß, er kann in Form von Pflanzerden auch in Ihrem Garten Einzug halten – das beste Beispiel hierfür ist Torf
  • Kompost entsteht immer durch die Aktivität unzähliger, verschiedenster Kleinstlebewesen
  • Sie können Kompost auf Recyclinghöfen kaufen oder auf einem eigenen Komposthaufen selbst produzieren
  • Effektive Mikroorganismen oder Komposttees werden zur Vermehrung von nützlichen Mikroorganismen gebraut und dann verdünnt an Boden und Kompost angewendet. Die Wirkung wurde bisher allerdings kaum definiert oder nachgewiesen

Kompost verwenden

Kompost hat viele positive Eigenschaften, die den Boden und das Pflanzenwachstum verbessern. Bedenken Sie bei der Verwendung aber immer, dass Kompost ein Sammelbegriff für verschiedene Mischungen von unterschiedlich stark verrottetem und humifiziertem Material ist und dass seine Eigenschaften dementsprechend nicht konstant sind. Grundsätzlich gibt es folgende Anwendungsmöglichkeiten:

  • Verwendung von Fertigkompost zur Düngung von Pflanzen und Boden
  • Mulchen mit Frischkompost
  • Flaches Ausbringen von Fertig- oder Reifekompost zur Beetverbesserung
  • Mischen mit Erde oder anderen Zuschlagstoffen zu eigenen Blumenerden
  • Rasenflächen und Gehölze profitieren, wenn sie mit Kompost versorgt werden

Je nach genauem Anwendungsgebiet eignet sich ein anderer Komposttyp mit anderen Eigenschaften optimal. Detaillierte Hinweise zur Verwendung von Kompost finden Sie in diesem Spezialartikel, der sich mit den Düngeeigenschaften von Kompost beschäftigt.

Kompost in der Landwirtschaft

Auch in der Landwirtschaft kann Kompost verwendet werden. Der positive Effekt auf die Bodengesundheit und die Erträge wurde bereits in diversen Studien nachgewiesen. Man sollte sich dabei wirklich fragen, weshalb nicht viel mehr des „schwarzen Goldes“ auf Weiden und Äckern landet. Er unterliegt wie jeder andere Dünger der Düngeverordnung (DüV, Ergänzung der Düngemittelverordnung DüMV), die regelt, welche Mengen zu welcher Zeit auf welchen Flächen und für den Anbau welcher Kulturpflanzen verwendet werden dürfen.

Traktor
In der Landwirtschaft kann Kompost ebenso verwendet werden [Foto: Somchai_Stock/ Shutterstock.com]

Landwirte, Gärtnereien und auch (Obst-)Baumschulen müssen über ihre Düngungen Buch führen. Insbesondere die Stickstoffeinträge werden genauestens festgehalten und stichprobenartig überprüft. Landwirtschaftliche Betriebe ermitteln für die Düngebedarfsermittlung:

  • Die Entzüge durch abgefahrenes Erntegut
  • Den im Boden vorliegenden Stickstoffgehalt
  • Die Stickstoff-Nachlieferung durch organische Bodensubstanz
  • Die Stickstoff-Nachlieferung aus Ernterückständen vorangegangener Pflanzkulturen
  • Die Stickstoff-Nachlieferung aus vorangegangenen Gründüngungen
  • Die Stickstoff-Nachlieferung aus organischen Düngungen der vorherigen drei Jahre

Diese Aufstellung wird mit dem Nährstoffbedarf der Kulturpflanze verglichen und die weiteren Düngungen werden daran angepasst. Stickstoff-Einträge und Stickstoff-Entzüge werden jährlich im „Nährstoffvergleich“ gegeneinander aufgerechnet und sollten sich in der Summe möglichst ausgleichen oder zumindest festgelegte Grenzwerte nicht überschreiten.

Komposte werden in der neu verfassten Düngeverordnung von 2017 wie folgt behandelt: Im ersten Jahr nach der Ausbringung werden 4 % des gesamten Stickstoffgehaltes bei der Düngebedarfsermittlung angerechnet, im zweiten und dritten Jahr nur noch jeweils 3 %. Somit ergeben sich also die freigesetzten Nährstoffe, die den Kulturpflanzen zur Verfügung stehen sollen. Im Nährstoffvergleich werden allerdings 100 % des Stickstoffgehaltes in den drei Jahren berücksichtigt. Eine ausreichende Versorgung der Pflanzen mit Kompost wäre also nur möglich, wenn daneben im Nährstoffvergleich geltende Grenzwerte überschritten werden. Wer diese Grenzwerte jedoch überschreitet, muss mit Strafen rechnen. Diese Unstimmigkeit in der Düngeverordnung erschwert die Verwendung von Kompost in der Landwirtschaft und wird derzeitig noch durch eine individuelle Absprache mit der Düngebehörde geregelt, doch hoffentlich bald schon aufgelöst.

Zusammenfassung Kompost in der Landwirtschaft:

  • Die Düngung mit Kompost hat nachweislich viele positive Effekte auf Bodengesundheit und Ertrag
  • Kompost ist in der Düngebedarfsermittlung und dem Nährstoffvergleich zur Zeit sehr schwierig einzurechnen
  • Dies erschwert den Einsatz von Kompost in der Landwirtschaft derzeit noch

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