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Wollläuse: Erkennen, vorbeugen & bekämpfen

Wollläuse sind besonders an Zimmerpflanzen wie Orchideen und Kakteen ein Ärgernis. Wie man die Schmierläuse am besten bekämpfen kann, erfahren Sie hier.

Wirklich niemand freut sich wohl, die kleinen Tierchen an seinen geliebten Pflanzen vorzufinden. Wie man Wollläuse (Pseudococcidae) am einfachsten erkennt, ihnen vorbeugen kann und welche Mittel bei der Bekämpfung helfen, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Wollläuse sind typische Schädlinge in Innenräumen an Zimmerpflanzen. Sie werden auch als „Gewächshauslaus“ bezeichnet, weil sie sich in einem förderlichen Klima in Wohnzimmer, Wintergarten und Gewächshaus leicht vermehren und großen Schaden anrichten können. Kein Wunder, dass Hobbygärtner bei der Entdeckung der kleinen weißen Tierchen zu Recht Alarm schlagen. Aber keine Sorge, mit unseren Tipps und Tricks werden Sie der Plage schnell Herr und Ihre Pflanzen können künftige Wolllausattacken unbeschadet überstehen. Übrigens: Auch im Freiland kommen die Schmierläuse vor, zum Beispiel an Buche, Apfel und Ahorn – allerdings mit viel geringerem Schadpotential.

Wollläuse: Steckbrief

Zur Familie der Pseudococciae gehören etwa 1000 unterschiedliche Arten. Die Mitglieder dieser Familien werden Wollläuse oder Schmierläuse genannt. In Deutschland gelten nur 65 davon als relevante Pflanzenschädlinge. Ein häufig vorkommender Vertreter – gerade bei Zierpflanzen im Haus – ist die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri). Die weiblichen Läuse können beachtliche Größen von einem halben Zentimeter erreichen, während die Männchen deutlich kleiner sind. Das Besondere an dieser Art ist, dass sie teilweise auch im Wurzelbereich von Pflanzen leben. Dort wird ein Befall oft viel später entdeckt und auch das Bekämpfen gestaltet sich dann als schwierig. Außerdem hat die Zitrusschmierlaus ein erhebliches Vermehrungspotential. Ausgewachsene Weibchen legen viele hundert Eier ab, die durch eine Wachsschicht geschützt sind. Bereits nach zwei Tagen, oft aber erst später, können die ersten kleinen und beweglichen Schmierläuse schlüpfen.

Pflanze mit Wolllausbefall
Wollläuse werden umgangssprachlich auch Schmierläuse genannt [Foto: Protasov AN/ Shutterstock.com]

Wollläuse erkennen: Die Schädlinge an Orchidee & Co. aufspüren

Die Wolllaus ist ein Vertreter der Pflanzenläuse (Sternorrhyncha), der ganz besondere optische Merkmale aufweist. Neben der weißen Wachsschicht besitzen viele Gattungen und Arten auch mehr oder weniger stark ausgeprägte weiße Fäden am Körper. Finden Sie einen Schädling auf Ihren Pflanzen, der zu dieser Beschreibung passt, muss es sich praktisch zwangsläufig um Wollläuse handeln. Sie saugen, wie andere Pflanzenläuse auch, den energiereichen Pflanzensaft aus dem Phloem der Pflanze und schwächen sie dadurch. Zusätzlich gibt diese Läusefamilie Honigtau ab, auf denen sich sogenannte Rußtaupilze entwickeln können, die dann die Photosynthese der Pflanze stören. Außerdem hinterlassen Wollläuse weiße, schmierige Rückstände an Pflanzen und Töpfen, die wirklich nicht schön anzusehen sind.

Vor allem Zimmerpflanzen wie Sukkulenten, Kakteen und Orchideen haben es der Laus angetan. Aber auch im Freiland können Obstbäume wie der Apfel oder die Douglasie durch unterschiedliche Arten von Wollläusen befallen werden. Die Identifizierung der Übeltäter ist dabei denkbar einfach: Die mit einer weißen Wachsschicht überzogenen Läuse verstecken sich gerne unter den Blättern oder in Blattachseln. Gelegentlich sind Wollläuse auch am Wurzelhals anzutreffen, gerade bei Kakteen ist das der Fall. Doch auch blühende Gartenbewohner werden von der Wolllaus nicht verschont. Mehr Informationen zur Bekämpfung von Wollläusen an Hortensien erhalten Sie hier.

Wolllausbefall an Orchideen
Wolläuse haben es vor allem auf Zimmerpflanzen wie Orchideen abgesehen [Foto: aleori/ Shutterstock.com]

Wollläusen vorbeugen in Haus und Garten

In Innenräumen wird die Schmierlaus häufig über befallene Zimmerpflanzen eingeschleppt. Aus diesem Grund sollten Sie beim Kauf von Pflanzen immer einen genauen Blick auf die Pflanze werfen. Wenn einzelne Pflanzen im Bestand befallen sind, sollten Sie auch von den anderen Gewächsen die Finger lassen. Schließlich könnten sich auf diesen schon Eier befinden, die mit dem bloßen Auge nicht immer so leicht identifiziert werden können. Mit einem solchen Vorgehen können Sie die Wahrscheinlichkeit eines Befalls durch Wollläuse stark senken.

Im Freiland können sich Wollläuse dagegen fast ungehindert verbreiten und so bleiben Ihnen hier zur Bekämpfung nur die natürlichen Feinde der Wolllaus. Dazu zählt zum Beispiel die Larve der Florfliege, die überhaupt kein Problem mit der weißen Wachsschicht der Wollläuse hat. Aus diesem Grund empfehlen wir grundsätzlich eine nützlingsschonende Bewirtschaftung des Hausgartens.

Tipp: Erwachsene Florfliegen ernähren sich vor allem von Pollen, Nektar und Honigtau. Sie und ihre als „Blattlauslöwen“ bezeichneten Larven kommen also vor allem dort vor, wo viele Blüten und auch einige Blattläuse zu finden sind. Das Anlegen einer Blumenwiese als Habitat für Läuse und vor allem Florfliegen schützt also Ihren gesamten Hausgarten, weil auf diese Weise immer hungrige Florfliegen-Larven zugegen sind, wenn Wollläuse sich über Ihre Zierpflanzen oder Obstbäume hermachen wollen.

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Wollläuse bekämpfen

In Innenräumen sollten Wollläuse auf jeden Fall bekämpft werden, da sie nicht nur die Pflanze stark schwächen, sondern auch Pilzerkrankungen und Pflanzenviren auf die Pflanze übertragen können. Sollte eine Ihrer Zimmerpflanzen von Wollläusen befallen sein, sollten Sie diese unbedingt unter „Quarantäne“ stellen und sie von Ihren restlichen Zimmerpflanzen absondern. Dort können Sie die Pflanzen dann ungehindert behandeln, ohne dass die anderen Pflanzen ebenfalls befallen werden. Im Freiland ist eine Bekämpfung sehr häufig nicht nötig, wenn vorhandene Nützlinge den Befall regulieren.

Wollläuse biologisch bekämpfen

Neem-Präparate: Die Wolllaus hat durch ihre Wachsschicht einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Läusearten. Viele biologische Mittel wie Neem und Präparate mit dem natürlichen Wirkstoff Pyrethrum können die Wachsschicht nicht durchdringen. Allerdings muss der Wirkstoff Azadirachtin, der in Neemprodukten wie dem Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem enthalten ist, auch gar nicht durch den weißen Panzer eindringen. Er wird über die Blätter aufgenommen und systemisch in der ganzen Pflanze verteilt. Die Wollläuse nehmen den tödlichen Wirkstoff dann beim Saugen des Pflanzensaftes auf. Das Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem ist nicht nur einfach anzuwenden, sondern wirkt neben Wollläusen auch gegen zahlreiche andere Schädlinge. Außerdem ist das Präperat nicht bienengefährlich und kann daher ohne Bedenken in bienenfreundlichen Gärten verwendet werden.

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Paraffinöl: Außerdem lassen sich Wollläuse mit biologischen Mitteln auf Basis von Paraffinöl effektiv bekämpfen. Das Paraffinöl umschließt die Schmierläuse mit einem dünnen Ölfilm, wodurch die Schädlinge ersticken. Auch wenn das Mittel sehr effektiv ist, hat es einen entscheidenden Nachteil: Einige Pflanzen vertragen die Behandlung nicht. Aus diesem Grund sollten Sie die Behandlung immer erst an einem Teil der Pflanze ausprobieren. In jedem Fall darf das Mittel nicht bei direkter Sonneneinstrahlung angewendet werden, da es sonst rasch zu Verbrennungen kommt.

Nützlinge: Allerdings hat die Schmierlaus auch natürliche Gegenspieler, zum Beispiel den Australischen Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri). Diese schwarz-rotbraunen Nützlinge und ihre weißen Larven vertilgen Wollläuse in großen Mengen. Auf biologischen Pflanzenschutz spezialisierte Firmen bieten diese speziellen Marienkäfer als erwachsene Tiere oder auch Larven zur Ausbringung auf befallene Pflanzen an.

Der Australische Marienkäfer ist ein natürlicher Fressfeind der Wollläuse [Foto: Protasov AN/ Shutterstock.com]

Tipp: Wenden Sie keine Spritzmittel, auch keine Haumittel gleichzeitig mit Nützlingen an. Denn sie könnten auch dem Nützling schaden und sein Effekt wäre dann dahin.

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Wollläuse mit Hausmitteln bekämpfen

Absammeln: Die einfachste und oft auch schnellste Methode der Bekämpfung von Wollläusen ist das Absammeln. Bei kleinen Zimmerpflanzen und gerade bei Orchideen ist diese Methode sehr effektiv. Bei schwer zu erreichenden Blattachseln kann ein Wattestäbchen helfen, um auch versteckte Wollläuse zu erwischen. Diese Prozedur muss in der Regel so lange wiederholt werden, bis alle jungen Wollläuse aus ihren Eiern geschlüpft sind.

Spiritus: Ein Hausmittel zur Bekämpfung von Wollläusen ist Brennspiritus, aus dem man eine einprozentige Lösung (10 ml Spiritus auf einen Liter Wasser) herstellt. Man besprüht die Wollläuse mit dieser Mischung und der Spiritus entfaltet seine Wirkung. Dieser hat nämlich die Fähigkeit, die Wachsschicht, welche die Läuse umgibt und schützt, zu lösen und die Schädlinge damit angreifbar und verletzlich zu machen. Der Brennspiritus dringt auch in den Körper von Schmierläusen ein und schädigt diese so weit, dass sie absterben.

Schmierseife: Eine weitere Methode, die ebenfalls die Wachsschicht der Wollläuse angreift, ist das Besprühen der Läuse mit einer Mischung aus Wasser und Schmierseife. Schmierseife verwenden viele von uns zum Putzen – diese kann in Ihrem Garten aber auch effektiv gegen Wollläuse sein.

Jauchen und Tees: Sie können zudem noch Auszüge und Tees herstellen, welche die Wollläuse bekämpfen und zusätzlich noch Ihre Pflanzen stärken. Folgende Auszüge und Tees können Sie gegen die Wollläuse einsetzen:

  • Oregano-Tee: Überbrühen Sie 100 g frischen Oregano (Origanum vulgare) oder 10 g getrockneten Oregano mit einem Liter kochendem Wasser. Lassen Sie diesen Oregano-Tee für mindestens 15 Minuten ziehen, bevor Sie ihn abseihen. Mischen Sie den Tee im Verhältnis 3:1 mit kaltem Wasser, bevor Sie ihn einsetzen, und besprühen Sie dann die Läuse mit der Mischung.
Oregano
Oregano ist nicht nur lecker, sondern auch gegen Wollläuse einsetzbar [Foto: Sunbunny Studio/ Shutterstock.com]
  • Knoblauchbrühe: Hacken Sie 50 g frischen Knoblauch (Allium sativum) und übergießen Sie diesen dann mit eineinhalb Liter kochendem Wasser. Diese Mischung muss ungefähr eine halbe Stunde durchziehen und wird dann abgeseiht. Besprühen Sie die Pflanzen erst mit der abgekühlten Knoblauchbrühe, um die Wollläuse zu bekämpfen.
  • Brennnesselauszug: Nehmen Sie 200 g frische Brennnesselblätter (Urtica) oder 20 g getrocknete Brennnesselblätter und zerkleinern Sie diese. Gießen Sie die Blätter mit einem Liter Wasser auf uns lassen Sie die Mischung für ungefähr acht Stunden durchziehen. Diese Mischung sollte nicht gären, wenn Sie damit Wollläuse bekämpfen möchten. Sollte es doch zu gären beginnen, können Sie diese Mischung noch als Dünger und zur Pflanzenstärkung verwenden. Nach der Durchziehzeit entfernen Sie die Pflanzenteile und besprühen die Pflanzen mit den Läusen mit dem unverdünnten Auszug.
Brennnesseln von oben
Aus Brennnessel lässt sich nicht nur ein Spritzmittel, sondern auch Düngerjauche herstellen [Foto: Alfonso de Tomas/ Shutterstock.com]

Mit diesen selbst hergestellten Brühen, Tees und Auszügen können Sie Ihre befallenen Pflanzen auch mehrmals behandeln, um die Wollläuse loszuwerden. In diesem Artikel finden Sie außerdem unsere besten Hausmittel zur Bekämpfung von Schädlingen im Garten. Bei einem größeren Befallsherd ist diese Bekämpfungsmethode allerdings viel zu aufwendig und somit werden Sie wohl in diesem Fall nicht um eine Pflanzenschutzmaßnahme herumkommen.

Wollläuse konventionell bekämpfen

Natürlich lässt sich die Wolllaus auch chemisch bekämpfen. Allerdings ist der Einsatz von Chemie gerade im Haus und Nutzgarten nicht wünschenswert und es gibt fast immer einen anderen Ausweg. Auch wenn die Wollläuse es auf die Wurzeln abgesehen haben, hilft nicht nur das schnelle Giftstäbchen, sondern eben auch das Umtopfen und biologische Mittel wie unser systemisches Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem.

Tipp: Pflanzenschutz-Stäbchen funktionieren nur bei Pflanzen, die auch relativ viel Wasser aufnehmen. Da Kakteen und andere Sukkulenten generell nur wenig Wasser absorbieren, funktionieren Pflanzenschutz-Stäbchen hier nur schlecht. Die Wollläuse werden dann meistens nur unbefriedigend oder gar nicht bekämpft.

Die am stärksten wirkenden Mittel sind sogenannte vollsystemische Insektizide. Bei diesen Pflanzenschutzmitteln wird der Wirkstoff von der Pflanze über die Blätter aufgenommen, in der ganzen Pflanze und auch in neuen Blättern verteilt und an die Wollläuse abgegeben. Schmierläuse lassen sich mit diesen Mitteln zwar effektiv bekämpfen, doch auch andere Insekten können hierdurch Schaden nehmen – und auch für Sie als Anwender ist es nicht ungefährlich. Daher ist besonders wichtig, eine Schutzausrüstung zu verwenden und sich genauestens an die Vorgaben der Hersteller zu halten.

Wolllaus auf einem Blatt
Wollläuse lassen sich am besten über das Absammeln entfernen [Foto: Protasov AN/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung Wollläuse bekämpfen:

  • Die einfachste und schnellste Methode der Bekämpfung ist das Absammeln der Wollläuse, gegebenenfalls mit Wattestäbchen
  • Geeignete Hausmittel zur Bekämpfung sind Lösungen aus Brennspiritus, Schmierseife und Pflanzenjauchen oder Auszüge
  • Neem-Präparate wie das Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem sind sehr effektive, systemische und außerdem biologische Mittel gegen Wollläuse
  • Australische Marienkäfer können als Nützlinge eingesetzt werden, jedoch nicht in Verbindung mit Hausmitteln oder anderen Spritzmitteln
  • Im Notfall können Wollläuse auch chemisch bekämpft werden, allerdings ist die Anwendung auch für andere Insekten und gegebenenfalls sogar den Anwender schädlich
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Sind Wollläuse gefährlich für den Menschen?

Wollläuse können unseren Zimmerpflanzen ganz schön zusetzen und sich festsaugen, jedoch müssen wir uns keine Sorgen um unsere Gesundheit machen. Wollläuse sind lediglich für unsere Pflanzen gefährlich, nicht aber für uns. Sie können die Pflanzen also bedenkenlos behandeln und in Ihren Wohnräumen halten. Auch die durch Wollläuse übertragbaren Pflanzenviren können nicht auf uns Menschen übergehen, da Pflanzenzellen und tierische Zellen sich doch sehr stark unterscheiden.

Haben Ihre Zimmerpflanzen gerade einen Befall mit Wollläusen überlebt und sollen nun wieder zu alter Schönheit gepflegt werden? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Zimmerpflanzen optimal düngen, um ihnen zu Gesundheit und Vitalität zu verhelfen und einem neuen Schädlingsbefall vorzubeugen.

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