Alpenveilchen: Tipps zu Standort, Pflege & Krankheiten

Das Alpenveilchen ist eine beliebte Zierpflanze für die Wohnung und das Beet. Für eine üppige Blüte gilt es jedoch, einiges zu beachten.

Alpenveilchen im Garten

Auch im Beet verzaubern die üppigen Blüten des Alpenveilchens [Foto: Oney-Why/ Shutterstock.com]

Alpenveilchen oder auch Zyklamen (Cyclamen) erfreuen uns sowohl im Garten, als auch an einem kühlen Plätzchen im Haus mit ihren charakteristisch nach unten hängenden Blüten, deren Blütenblätter fast wie die zarten Schwingen eines bunten Schmetterlings nach oben ragen. Je nach Art beginnen die Blüten gebettet auf einem Nest aus herzförmigen Blättern schon im Winter oder im Sommer durch unser Blickfeld zu flattern. Doch damit sich Ihnen dieses ästhetische Schauspiel Jahr um Jahr präsentiert, ist viel Fingerspitzengefühl in die Pflege der Primelgewächse (Primulaceae) zu legen, denn besonders beim Gießen sind Alpenveilchen wahre Diven.

Alpenveilchen: Herkunft und Eigenschaften

Die meisten Arten dieser mehrjährigen Blütepflanze stammen aus dem Mittelmeerraum. Nur eine Art ist tatsächlich bis in die Alpen vorgedrungen, das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) – von dieser leitet sich auch der deutsche Name ab. Je nach Art blühen die Pflanzen mit den charakteristisch nach oben gerichteten Blütenblättern im Winter bis ins Frühjahr hinein oder im Sommer und Herbst. Die Blütenfarben reichen dank fleißigen Züchtern inzwischen von Weiß über Rosa bis Purpur. Auch mit warmen Orange- und Rottönen sowie mehrfarbigen Blüten kann das Alpenveilchen aufwarten. Als Überdauerungsorgane werden Knollen ausgebildet. Diese dienen der zwischen 15 und 35 cm groß werdenden Pflanze als Energiereserve.

Alpenveilchen: Verschiedene Arten

Es gibt rund 22 verschiedene Alpenveilchenarten. Sie haben unterschiedliche Verbreitungsgebiete, verschiedene Blütezeiten und unterscheiden sich bezüglich der Laubblätter und Blütenfarbe. Gängige Arten sind:

  • Das Efeublättrige Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium)
  • Das Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen persicum)
  • Das Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens)
  • Das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum)
  • Das Geschweiftblättrige Alpenveilchen (Cyclamen repandum)

Alles Wissenswerte zu diesen Alpenveilchenarten finden Sie hier.

Alpenveilchen: Als Staude oder für die Wohnung?

Ob Staude oder Wohnzimmer ist abhängig von der Art. Das Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen persicum) ist, wie der Name schon verrät, die Wahl für den Topf im Wohnbereich. Die Art stammt aus Kleinasien, kam aber schon im 17. Jahrhundert nach Europa. Sie ist bei uns nicht winterhart und gehört somit ins Haus – zumindest im Winter. Andere Arten wie das Efeublättriges Alpenveilchen oder das Europäisches Alpenveilchen überstehen unsere winterlichen Temperaturen ohne Probleme und können in den Garten ausgepflanzt werden, wo sie Jahr für Jahr in den schönsten Farben blühen.

Alpenveilchen im Garten: Der geeignete Standort

Winterharte Alpenveilchen fühlen sich im Garten pudelwohl. Wenn man ihnen ein schönes Plätzchen im Schatten bis Halbschatten gönnt und ihre Knollen in humusreiche, feuchte Erde bettet, verbreiten sie sich ganz von alleine und bilden schöne dichte Horste. Haben Sie den idealen Platz für Ihre Alpenveilchen gefunden, wird bei der Pflanzung der Knolle wie folgt vorgegangen:

  • Pflanzzeit: Frühsommer oder Herbst
  • Knolle wässern
  • Unkraut entfernen
  • Pflanzloch: 5 – 7 cm tief
  • Pflanzabstand: 10 cm
  • Ausgehobene Erde mit Kompost mischen
  • Unterseite der Knolle nach unten ins Pflanzloch setzen
  • Mit Erde bedecken und gut angießen
Alpenveilchen im Beet

Winterharte Alpenveilchen bevorzugen einen schattigen bis halbschattigen Platz mit humusreicher Erde [Foto: doolmsch/ Shutterstock.com]

Vorgezogene Alpenveilchen werden meist nach der Blüte ausgepflanzt, wenn die Blätter welken. Allerdings können die Topfpflanzen auch während der Blüte ins Beet wandern. Die Blütezeit hängt von der Art ab.

Alpenveilchen im Haus und im Topf

Alpenveilchen bringen Farbe ins Haus, wenn draußen alles trist und dunkel ist. Deshalb sind sie beliebte Zimmerpflanzen. Doch die Heizungsluft, die uns im Winter eine angenehme Wärme bietet, wird von den Pflanzen gar nicht gut vertragen. Wer den Frühblühern eine Wohlfühlatmosphäre schaffen will, sucht den Standort und den Topf nach folgenden Kriterien aus:

  • Standort: Hell, aber keine direkte Sonne
  • Temperatur: 12 – 15 °C
  • Boden: Gut durchlässige Blumenerde
  • Topf mit Abflussloch
Alpenveilchen weiß in Töpfen

Achten Sie darauf, dass der Topf ein Abflussloch hat [Foto: StockOption/ Shutterstock.com]

Wer keine vorgezogenen Alpenveilchen im Topf kauft, sondern Knollen pflanzt, lässt bei der Pflanzung etwa ein Drittel der Knolle aus der Erde herausragen. Im Sommer freut sich Ihr Alpenveilchen über ein schattiges Plätzchen auf dem Balkon oder der Terrasse. Im Winter sollten die Pflanzen jedoch an einem geschützten, frostfreien Platz stehen.

Alpenveilchen richtig gießen und düngen

Die richtige Pflege des Alpenveilchens ist der Garant dafür, dass die Pflanzen nicht krank werden, denn besonders ein falsches Gießen macht die grazilen Blühpflanzen anfällig gegenüber Pilzbefällen.

Alpenveilchen gießen

Besonders während der Blütezeit brauchen Alpenveilchen viel Wasser, die Knolle darf niemals völlig austrocknen. Staunässe wird jedoch absolut nicht vertragen. Deshalb braucht man ein wenig Fingerspitzengefühl und die richtige Technik, um die goldene Mitte zu finden. Im Topf wird von unten oder mit dem Tauchverfahren gegossen. Dabei darf die Knolle oben nicht nass werden. Beim Gießen von unten wird der Untersetzer nach einer halben Stunde wieder entleert. Die oberen Pflanzenteile werden nicht mit Wasser besprüht. Im Beet wird nach längeren Trockenperioden gegossen. Aber auch nach Regenfällen sollte kontrolliert werden, ob die Erde unter den großen Blättern überhaupt nass geworden ist. Generell gilt: Es wird gegossen, wenn die obere Erdschicht ausgetrocknet ist. Mehr zur richtigen Gießtechnik und zum idealen Zeitpunkt finden Sie hier.

Alpenveilchen in grüner Gießkanne

Beim Gießen kommt es auf die richtige Technik an [Foto: Kira Volkov/ Shutterstock.com]

Alpenveilchen düngen

Bei der Düngung von Alpenveilchen ist das richtige Timing gefragt, damit Sie mit der Nährstoffgabe die Blütedauer maximal ausreizen können. Dafür wird während der Wachstumsphase mit Flüssigdünger im Gießwasser gedüngt. Und zwar in folgenden Abständen:

  • Topf: Alle 2 – 4 Wochen
  • Beet: Alle 2 – 3 Monate

Verwenden Sie am besten einen organischen Dünger. Dieser wurde nicht industriell aufgearbeitet und ist somit umwelt- und ressourcenschonender. Auch die Pflanzen haben etwas davon, denn die Nährstoffe sind langfristiger verfügbar und das Bodenleben wird verbessert. Direkt nach der Blüte  wird für einen Zeitraum von acht Wochen nicht gedüngt. Denn die Knollen brauchen eine gewisse Ruhezeit. Alternativ zur regelmäßigen Düngung kann im Beet im Herbst einmalig mit Kompost gemulcht werden.

Wir empfehlen zum Anbau von Zierpflanzen folgende Produkte:
  • Floragard Blumenerde: Allround-Erde für Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen. Aqua-Plus® sorgt für eine optimale Wasseraufnahme. Optimale Nährstoffversorgung für kräftige und vitale Pflanzen mit prachtvollen Blüten.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Cuxin BIO Rosen- und Blumendünger: Organischer BIO-Spezialdünger für Rosen, Blumen und Clematis mit 3 Monate Langzeitwirkung. Die optimale N-P-K-Verteilung sorgt für ein gutes Wachstum mit schneller und gesunder Blattbildung sowie für kräftige Pflanzenwurzeln und eine reiche Blütenbildung.

Alpenveilchen umtopfen oder umpflanzen

Ein Umtopfen oder Umpflanzen ist nicht unbedingt nötig, aber natürlich machbar, wenn gewünscht. Lassen Sie Ihre Pflanze sechs bis acht Wochen nach dem Ende der Blütezeit umziehen. Zu diesem Zeitpunkt sollten sich die ersten Neuaustriebe gebildet haben. Dann geht es wie folgt ans Umsetzen:

  • Knolle ausgraben
  • Knolle wässern und Erde entfernen
  • Verletzte und tote Wurzeln entfernen
  • Knolle (wenn nötig) teilen
  • Knolle wie oben beschrieben einpflanzen
Alpenveilchen umtopfen Blumentopf grüne Schaufel

Lassen Sie Ihre Pflanze sechs bis acht Wochen nach dem Ende der Blütezeit umziehen [Foto: Nataliia Dvukhimenna/ Shutterstock.com]

Denken Sie daran die Knolle eines Topfalpenveilchens zu etwa ein Drittel aus der Erde herausragen zu lassen. Bei einem Umtopfen sollte der neue Topf etwa 5 cm größer sein als der alte.

Alpenveilchen: Häufige Krankheiten und gelbe Blätter

Richtig gepflegt bleiben Alpenveilchen gesund. Treten Krankheiten auf, wurde höchst wahrscheinlich falsch gegossen. Hier finden Sie die häufigsten auftretenden Krankheiten aufgelistet:

Grauschimmel

  • Kennzeichen: Grauer, schimmelähnlicher Belag auf den Blättern
  • Grund: Zu warmer Standort, zu feuchte Erde
  • Gegenmaßnahme: Umtopfen, Standort und Gießen anpassen

Knollenfäule

  • Kennzeichen: Knolle fault
  • Grund: Zu feuchte Erde, verwelkte Blätter
  • Gegenmaßnahme: Keine, daher unbedingt vorbeugen

Cyclamenwelke

  • Kennzeichen: Welke- und Vergilbungssymptome, bräunliche oder rötliche Nekrosen innerhalb der Knolle
  • Grund: Schlechte Substratqualität, zu niedriger Boden-pH, Stress
  • Gegenmaßnahme: Keine, daher unbedingt vorbeugen

Es gibt auch Schädlinge, die sich liebend gerne an Ihren Alpenveilchen vergehen.

Dickmaulrüssler

  • Kennzeichen: Fraßstellen an den Blättern
  • Gegenmaßnahme: Nachts absammeln, Wurzeln abspülen und umtopfen

Cyclamenmilbe

  • Kennzeichen: Fraß der Triebspitzen, missgestaltete Blätter und Blüten (Adulte); Fraß an Knolle und Wurzeln (Larve)
  • Gegenmaßnahmen: Wurzeln abspülen und umtopfen

Werden die Blätter Ihres Alpenveilchens gelb, liegt dies meist nicht an einer Krankheit, sondern an einer falschen Pflege. Meist wird hier nicht richtig gegossen.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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