Amaryllis: Pflege, Gießen und Düngen in der Blütezeit

Die prächtigen, sternförmigen Blüten sorgen stets für vorweihnachtliche Stimmung. Wir schauen, was in der Pflege der Amaryllis zu beachten ist.

mehrere Blüten pro Stiel Amaryllis rot

Die Amaryllis sorgt für vorweihnachtliche Stimmung [Foto: Dwight Sipler]

Die verschiedenen Arten der Amaryllis (Hippeastrum) sind auch als Rittersporn bekannt. Botanisch gesehen werden sie der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) zugeordnet. Die Bezeichnung als Amaryllis für die uns bekannten rot, weiß oder rosa blühenden und Zwiebel ausbildenden Gewächse ist nicht ganz korrekt. Früher wurden sie nämlich der Gattung Amaryllis zugeordnet. Diese ist allerdings mittlerweile einer einzigen Art vorbehalten. Ob es sich um eine echte Amaryllis oder um den bei uns häufig anzutreffenden Ritterstern handelt, kann man leicht herausfinden: Der Ritterstern bildet zuerst seine prächtige Blüte aus und erst danach die länglichen Blätter. Die echte Amaryllis hingegen blüht erst im Anschluss an die vorherige Ausbildung der Blätter. Dennoch werden die viel vertretenen Hippeastrum-Arten meist als Amaryllis bezeichnet. Welche Pflege der Ritterstern benötigt und wie er sicher zur Blüte gebracht wird, erfahren Sie hier.

Amaryllis kaufen: Im Topf oder als Zwiebel

Amaryllis werden auf zweierlei Weise angeboten. Entweder man entscheidet sich für die vom Gärtner vorkultivierte Amaryllis im Topf. Hier ist häufig schon ein Austrieb der Zwiebel zu beobachten. Allerdings kann man auch die lose Zwiebel der Amaryllis kaufen und diese selbst in einen Topf einpflanzen.

Kurz und knackig zusammengefasst, was beim Kauf des Rittersterns im Topf oder als lose Zwiebel zu beachten ist:

Amaryllis im Topf kaufen

  • Gesundes Erscheinungsbild
  • Substrat nicht zu feucht, da Staunässe tödlich für die Zwiebel sein kann
  • Kräftige Knospe, denn umso dicker die Knospe, desto mehr Blüten werden wahrscheinlich ausgebildet
  • Beim Transport gegebenenfalls vor zu niedrigen Temperaturen schützen – unterhalb von 10 °C kann es bereits kritisch werden

Amaryllis als Zwiebel kaufen

  • Lose Zwiebel kann von Oktober bis Dezember selbst eingepflanzt werden
  • Topf nicht zu groß wählen – zwischen Zwiebel und Topfrand sollte nach allen Seiten nur 1 bis 2 cm Platz sein
  • Als Substrat eignet sich eine handelsübliche Blumenerde auf Kompost- oder Torfbasis mit einem pH von 6,0 bis 7,5
  • Die untere Hälfte bis zwei Drittel der Zwiebel im Topf mit Erde bedecken
  • Oberes Drittel bis Hälfte der Zwiebel aus der Erde herausschauen lassen
  • Nach dem Einpflanzen leicht angießen, damit sich das Substrat etwas setzt
  • Zum Treiben Zwiebel warm stellen (Raumtemperatur um 20 °C)

Amaryllis pflegen: Die verschiedenen Wachstumszyklen

Wann ist welche Pflege für die Amaryllis am besten? Das richtet sich im Wesentlichen danach, in welcher Phase sich der Ritterstern gerade befindet. Schließlich handelt es sich bei dem Amaryllisgewächs um eine mehrjährige Pflanze und ihr Lebenszyklus ist nicht mit der abgeschlossenen Blüte im Februar beendet.

Lebenszyklus Blüte Amaryllis

Der Lebenszyklus der Amarylliesblüte auf einem Blick [Foto: catlovers]

Folgende Phasen bestimmen das Leben und die Bedürfnisse einer Amaryllis:

  1. Blütezeit von Dezember bis Februar
  2. Wachstum von März bis August
  3. Ruhephase August bis Dezember

In diesem Artikel widmen wir uns ausschließlich den Vorlieben der Amaryllis während der Blütezeit. Wenn die Amaryllis nach ihrer Blüte nicht weichen soll und noch weitere Jahre erblühen soll, können Sie im Artikel „Amaryllis: Nach der Blüte im Sommer pflegen“ nachlesen, wie Sie der Zwiebel nochmals die imposanten Blüten entlocken können.

Amaryllis: Pflege während der Blütezeit

Damit sich die Amaryllis wohl fühlt und sie möglichst prächtig blüht, muss man einige Dinge für die optimale Pflege beachten.

Der richtige Standort

Der richtige Standort für eine blühende Amaryllis ist das Haus. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob dieser Platz lichtdurchflutet auf dem Brett eines hellen Fensters gelegen ist oder eher auf einer Kommode an einem eher dunkleren Ort im Flur. Wichtig ist im Wesentlichen, dass die Raumtemperatur (um 20 °C) gegeben ist. Deshalb ist Vorsicht geboten, wenn während der kalten Jahreszeit mal stoß gelüftet wird, um frische Luft ins Haus zu lassen: Die Amaryllis sollte in jedem Fall aus der Linie des frostig-frischen Luftzuges genommen werden, um Kälteschäden zu vermeiden.

weiße Amaryllis öffnet sich

Auch in schneeweiß ist die Blüte ein Blickfang [Foto: Michael Fielitz]

Die richtige Temperatur

Die Amaryllis ist sehr kälteempfindlich. Deshalb sollten sich die Temperaturen in ihrer Umgebung nicht unterhalb von 15 °C bewegen. Dennoch können unterschiedliche Temperaturen in der Kultur der Amaryllis optimal sein.
Befindet sich die Amaryllis noch im Knospenstadium und muss somit noch angetrieben werden bis sie blüht, beschleunigen Temperaturen um 20 °C diesen Prozess. Somit kann die Zeit bis zum Erscheinen der Blüte verkürzt werden.
Zeigt die Amaryllis bereits ihre eindrucksvollen Blüten, will man diese möglichst lange am Leben erhalten. Hierfür bieten sich etwas niedrigere Temperaturen zwischen 15 und 20 °C an.

Blühende Amaryllis richtig gießen und düngen

Beim Gießen der blühenden Amaryllis ist weniger definitiv mehr! Der Wasserbedarf ist eher gering und es kann schnell passieren, dass das Substrat zu viel Wasser enthält. Da die Zwiebel bei Staunässe zügig zu Schimmelbefall neigt, sollte erst eine geringe Wassergabe verabreicht werden, wenn das Substrat sichtlich auszutrocknen beginnt. Am besten ist es, das Wasser in den Umtopf oder den Topfuntersetzer zu geben. Dadurch wird vermieden, dass Wasser direkt auf die Zwiebel kommt und einen Schimmelpilz provoziert.

Während der Blüte ist keine Düngung der Amaryllis erforderlich. Die Versorgung wird über die Nährstoff-speichernde Zwiebel sichergestellt. Wird die Amaryllis während ihrer Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer gut mit Nährstoffen versorgt, kann sie noch während der Blüte von diesen zehren.

Die richtige Pflege einer blühenden Amaryllis im Überblick

  • Warmer Standort, muss nicht zwingend hell sein
  • Treiberei tendenziell wärmer als während der Blüte, um Zeit bis zur Blüte zu verkürzen und Blühdauer zu verlängern
  • Vor Temperaturen unter 15 °C schützen (Zugluft, beim Transport)
  • Geringe Wassergaben erst bei Austrocknen des Substrates, um Staunässe zu vermeiden
  • Düngung während der Blüte nicht erforderlich

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Amaryllis: Das Leben nach der Blüte

Ist die Amaryllis verblüht, sollte sie noch lange nicht ihren Platz für immer räumen müssen. Mit verhältnismäßig geringem Pflegeaufwand kann sie leicht im nächsten Winter zur Blüte gebracht werden. Im Anschluss an die Blüte werden die verblühten Blütenstände abgeschnitten. Droht kein Frost mehr, kann das Amaryllisgewächs sogar ins Beet ausgepflanzt werden. Es herrscht bis August die Hauptwachstumszeit, in der die Amaryllis den höchsten Wasser- und auch Nährstoffbedarf hat. Deshalb muss sie dann auch regelmäßig (alle ein bis zwei Wochen) gedüngt werden.

Ab Ende August beginnt die Ruhezeit. Die Düngegaben werden eingestellt und das Wässern reduziert. Nachdem das Laub eingetrocknet ist, wird dies abgeschnitten. Letztlich muss die Zwiebel vor den ersten frühen Frösten geschützt werden. Deshalb wird sie wieder in frisches Substrat in einem Topf eingepflanzt und für zehn bis 12 Wochen an einen kühlen Ort gestellt. Dann beginnt ab Dezember das Spiel von vorne und die Amaryllis wird ins Haus an einen warmen Ort gestellt. Die Treiberei hat begonnen und nach wenigen Wochen werden die ersten Blüten zu sehen sein.

Ein besonderer Dank an die Photographen: Dwight Sipler, Catlovers, Kathryn Yengel, Neil Cummings, Jennifer C., Eden, Janine and Jim, Nick Ares, Sarah Nichols, Michael Fielitz, Rosmarie Voegtli, Sheila in Moonducks, *FlowerGirl*, liz west und Kathryn Yengel.

David

Student der Gartenbauwissenschaften und gelernter Zierpflanzengärtner.
Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli