skip to Main Content

Begonien: Experten-Tipps zum Pflanzen & Pflegen

Begonien bringen bei richtiger Pflege prachtvolle Blüten hervor. Hier erfahren Sie alles zum Pflanzen und Pflegen der Begonien mit Tipps für eine besonders lange Blüte.

Bunte Begonien-Blüten
Begonien gibt es in zahlreichen Farben [Foto: Foo Aggieband/ Shutterstock.com]

Sicher haben Sie schon einmal von den Begonien (Begonia) mit ihren schiefen Blättern gehört. Und vermutlich haben Sie die Gewächse schon oft gesehen oder sogar selbst eine Begonie besessen. Aber kennen Sie schon die Vielfalt dieser Pflanzengattung, die zu den weltweit artenreichsten zählt? Lassen Sie sich überraschen und tauchen Sie ein in die Welt der Begonien.

Begonien: Herkunft und Eigenschaften

Lange galt die Begonie als altmodisch und verstaubt. In den letzten Jahren aber wurden die vielseitigen Begonien wiederentdeckt und ihre stilvoll gemusterten Blätter zieren mittlerweile selbst so manche Studentenwohnung. Einen wundervollen Eindruck über die Vielfalt in der Welt der Begonien können Sie sich in den Gärten von Schloss Hohenheim verschaffen. Die Gewächshäuser der Universität bei Stuttgart beherbergen eine der weltweit größten Begoniensammlungen mit über 250 verschiedenen Arten.

Inspizieren Sie einmal ein Begonienblatt ein wenig genauer, so werden Sie das wichtigste der Erkennungsmerkmale der Begonien schnell entdecken: Das Blatt ist nicht symmetrisch. Die artenreiche Gattung der Begonien (Begonia) gehört nämlich zu den Schiefblattgewächsen (Begoniaceae). Nur eine einzige weitere Art ist Vertreter dieser Familie, weshalb Sie relativ sicher sein können, dass Sie bei einem schiefblättrigen Gewächs mit fleischigen Blättern und Stängeln eine Begonie vor sich haben. Die Begonien stammen größtenteils aus den feuchten Regen- und Bergwäldern der Tropen und Subtropen und sind insbesondere in Südamerika weit verbreitet. Leider sind sie aus diesem Grund unseren mitteleuropäischen Wintern nicht gewachsen, auch wenn sie eigentlich mehrjährig sind. Doch eine Überwinterung lohnt sich, denn ihre Blüten sind eine wahre Pracht. Einziges Manko der interessanten Gewächse: Die Blüten duften nur bei sehr wenigen Arten.

Begonien-Blätter am Stein
Begonien sind größtenteils in den Wäldern der Tropen beheimatet, wo sie am Boden, auf Ästen und Felsen und entlang von Wasserläufen gedeihen [Foto: Jantana Phattha/ Shutterstock.com]

Begonien-Arten und -Sorten

Zu den Begonien zählen weit mehr als 1000 unterschiedlichste Arten und immer wieder werden neue entdeckt. Doch nur einige von diesen lassen sich als Zierpflanzen auch bei uns wiederfinden. Trotzdem ist das Angebot auch hierzulande riesig und reicht von Begonien mit besonders beeindruckendem Blattwerk über kleinblütige Begonien-Arten bis hin zu Begonien mit prächtigen, großen Blüten. Die schönsten Begonien-Arten und -Sorten haben wir in diesem Artikel für Sie gesammelt.

Winterharte Begonien-Sorten

Begonien sind aus ihren Herkunftsländern keinerlei Minustemperaturen gewohnt. Nur einige wenige Arten wie das Japanische Schiefblatt (Begonia grandis) überstehen mit dem richtigen Schutz auch die kalte Jahreszeit im Freien. Mehr zu zwei winterharten Begonien-Sorten erfahren Sie in diesem Artikel.

Japanische Schiefblatt Begonie
Das Japanische Schiefblatt ist eine der wenigen Arten, die hierzulande den Winter draußen überstehen können [Foto: EQRoy/ Shutterstock.com]

Eisbegonien

Eisbegonien (Begonia semperflorens) sind ein wahres Blühwunder. Ihre bunte Farbenpracht erscheint ab April oder Mai und hält an, bis die Pflanze im Winter erfriert. Wer das Gewächs im Topf hält und im Haus überwintert, der wird sogar über den Winter von ihrer Blühfreudigkeit beglückt. Mehr Informationen zu den Eisbegonien und ausgewählte Sorten können Sie hier finden.

Elatior-Begonien

Ein bunter Haufen sind die Eliator-Begonien (Begonia x hiemalis). Sie sind eine Gruppe von Hybriden aus verschiedenen Begonien-Arten und außerordentlich blühfreudig. Da es ihnen unter 16 °C schnell zu kalt wird, sind sie die perfekten Zimmerpflanzen. Häufig sind die schönen Blüten in den unterschiedlichsten Farbtönen gefüllt. Sind Sie an diesen erfrischenden Zimmerpflanzen interessiert, dann erfahren Sie hier mehr über Elatior-Begonien.

Begonien kaufen

Das Schwierigste am Kauf von Begonien ist die Entscheidung für die richtige Sorte – alles andere findet sich dann meist ganz von allein. Damit Ihnen trotzdem beim Kauf kein Fehler unterläuft, haben wir hier das Wichtigste, was es beim Kauf einer Begonie zu bedenken gibt, zusammengefasst.

Begonien pflanzen

Als Pflanzen der tropischen Wälder sind Begonien relativ sonnenempfindlich. Allein die Eisbegonien mögen es durchaus auch sonniger. Grundvoraussetzung für eine gelungene Pflanzung ist also, dass Sie die Begonie an einen geeigneten Ort setzen. Einige der Gewächse möchten auch lieber gar nicht ins Freie, sondern eignen sich hierzulande ausschließlich als Zimmerpflanze. Bei den meisten anderen Arten gilt es zu bedenken, dass auch sie keine Fröste vertragen und zur Überwinterung wieder ausgegraben werden müssen.

Verwenden Sie zum Pflanzen von Begonien nährstoffreiche Gartenerde, am besten mit einem gehörigen Anteil an Komposterde. Was es sonst noch beim Pflanzen von Begonien zu beachten gilt, erfahren Sie hier.

Begonien wachsen unter Baum
Mit Begonien lassen sich wunderschöne, farbenfrohe Rabatten pflanzen [Foto: jack_photo/ Shutterstock.com]

Begonien vermehren

Die Vermehrung von Begonien funktioniert ganz einfach über Stecklinge. Schneiden Sie einen etwa zehn Zentimeter langen Trieb der Pflanze ab. Wollen Sie gleich mehrere Stecklinge ziehen, dann bietet es sich an, dafür eine erwachsene Pflanze zu opfern. Dann ist diese zwar dahin, doch zahlreiche Nachkommen sprießen ja erneut. Von dem abgeschnittenen Trieb sollten Sie nun im unteren Bereich die Blätter entfernen, so dass nur noch zwei Blätter an der Spitze des Triebes stehen bleiben. Nun können Sie den Steckling in ein vorbereitetes Gefäß mit Gartenerde stecken.

Achten Sie hier darauf, dass die Erde keinen pH-Wert über 7 aufweist und immer schön feucht ist. Sie sollte neutral oder leicht sauer sein. Alternativ können Sie die Stecklinge auch in einem abgedunkelten Wasserglas heranziehen und später einpflanzen. An einem hellen Ort mit Zimmertemperatur wurzeln Begonien äußerst schnell, meist schon innerhalb einer Woche. Der beste Zeitpunkt zum Schneiden von Stecklingen ist nach der Blüte, was sich bei manchen Arten wie den Eisbegonien als schwierig herausstellt, denn sie blühen so gut wie immer. Doch im Grunde können Stecklinge das ganze Jahr über gezogen werden.

Auch Blattstecklinge können einfach gezogen werden, ohne dafür gleich eine ganze Pflanze zu roden. Am besten funktioniert das bei Arten mit fleischigen Blättern. Schneiden Sie einzelne Blätter von der Mutterpflanze ab und stecken Sie diese in ein vorbereitetes Pflanzgefäß. Es empfiehlt sich, zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit eine durchsichtige Plastiktüte überzustülpen. Hier finden Sie eine Anleitung zum Bau eines Mini-Gewächshauses.

Experten-Tipp: Große Exemplare von Knollenbegonien (Begonia × tuberhybrida) lassen sich auch gut durch Teilung der Knolle vermehren. Graben Sie diese aus und teilen Sie sie, wenn Sie nicht gar zu klein ist, in zwei Hälften. Nun können Sie sie wieder eintopfen und haben Freude an zwei Begonien. Für diese Maßnahme ist das Frühjahr optimal, bevor Sie die überwinterte Knolle wieder ins Freie setzen.

Begonien vermehren im Überblick:

  • Steckling:
  • Nach der Blüte beziehungsweise ganzjährig möglich
  • Ca. 10 cm langen Trieb schneiden (bei kleinwüchsigen Arten auch kürzerer Trieb möglich)
  • Untere Blätter entfernen
  • Trieb in feuchte Erde oder abgedunkeltes Wasserglas stecken
  • Bewurzelung an einem warmen Ort innerhalb weniger Tage
  • Blattsteckling:
  • Vor allem für fleischige Arten geeignet
  • Einzelne Blätter von Mutterpflanze abschneiden
  • Blatt in Gefäß mit feuchter Erde stecken
  • Durchsichtige Plastiktüte überstülpen, um Luftfeuchtigkeit zu erhöhen
  • An einen warmen Ort stellen
  • Teilung:
  • Knollenteilung der Knollenbegonie
  • Nach der Überwinterung Knolle in zwei Hälften teilen
  • Knollenteile auspflanzen
Begonien-Stecklinge
Mithilfe von Blatt- oder Triebstecklingen lassen Begonien sich einfach vermehren [Foto: Richard Griffin/ Shutterstock.com]

Begonien pflegen

Begonien erweisen sich als sehr dankbare und pflegeleichte Pflanzen. Viel Aufwand haben Sie mit den vielseitigen Gewächsen also nicht. Begonien säubern sich sogar selbst, indem sie abgestorbene Blüten einfach fallen lassen. Auch ein Rückschnitt ist bei den Begonien überflüssig. Nur kurz vor der Überwinterung können Sie die Gartenschere ansetzen.

Begonien richtig gießen

Gießen Sie die tropischen Begonien regelmäßig, etwa zweimal die Woche. Manchmal ist es schwierig, die richtige Balance zwischen zu viel und zu wenig zu finden. Gerade an heißen Tagen wird das zu einer kleinen Herausforderung, denn Staunässe kann schnell zu Wurzelfäule führen. Bedenken Sie auch, dass Pflanzen bei viel Wind mehr Wasser verdunsten und deshalb unter diesen Bedingungen häufiger Wasser benötigen. Nur im Winter sollten Sie deutlich weniger gießen. Bei Knollenbegonien können Sie nach dem Rückschnitt über den Winter sogar ganz auf das Gießen verzichten.

Begonie wächst in Gießkanne
Natürlich sollten Begonien nicht in der prallen Mittagssonne gegossen werden, um Verbrennungen zu vermeiden. Besser ist es, Sie greifen früh morgens oder abends zur Gießkanne oder zum Gartenschlauch [Foto: Maria Dryfhout/ Shutterstock.com]

Begonien richtig düngen

Um viele Blüten zu produzieren, brauchen die Begonien ausreichend Nahrung. Ab dem Frühjahr können Sie regelmäßig einen flüssigen Begoniendünger ausbringen. Besser für die Umwelt und weitaus weniger aufwendig ist eine Gabe von Mist, Kompost oder biologischem Langzeitdünger jeweils im Frühjahr und im Frühsommer. Hier bietet sich unser Plantura Bio-Blumendünger hervorragend an. Ab dem Spätsommer sollten Sie das Düngen langsam einstellen, denn über den Winter benötigen Begonien keinen Dünger.

Begonien überwintern

Begonien sind nicht einjährig, auch wenn sie leider im Herbst oft auf dem Kompost landen. Die meisten Begonien sind sogar recht leicht über den Winter zu bringen. Knollen-Begonien beispielsweise brauchen lediglich einen kühlen Raum ohne Frost – dieser muss nicht einmal hell sein. Die meisten Zimmer-Begonien wie beispielsweise Eliator-Begonien hingegen können ganz bequem auch über den Winter im Zimmer gehalten werden. Selbst Eisbegonien lassen sich recht gut in einem hellen Raum bei etwa 16 °C überwintern. Mehr Details, wie Sie Ihre Begonie erfolgreich überwintern, erfahren Sie hier.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top