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Benediktenkraut: Anbau, Wirkung & Verwendung als Heilpflanze

Das Benediktenkraut kann bei Verdauungsbeschwerden als wirksame Arzneipflanze eingesetzt werden. Bei uns erfahren Sie alles zur Pflanzung, Ernte und Heilwirkung von Benediktenkraut.

Distelkraut
Die Benediktendistel gehört zur Familie der Korbblütler [Foto: Miroslav Hlavko/ Shutterstock.com]

Benediktenkraut (Centaurea benedicta) ist eine weitgehend vergessene und unbekannte Arzneipflanze. Wir stellen das distelartige Gewächs im Steckbrief vor und geben Tipps zum Anbau von Benediktenkraut.

Benediktenkraut: Herkunft und Eigenschaften

Benediktenkraut gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist auch als Kardobenediktenkraut, Distelkraut, Echte Heidedistel oder Bitterdistel bekannt. Nach neueren Erkenntnissen zählt die Art zu den vielfältigen Flockenblumen (Centaurea), die älteren botanischen Bezeichnungen Cnicus benedictus und Carduus benedictus sind jedoch noch in Umlauf. Das Benediktenkraut stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und dem Kaukasus. Es wird vorwiegend in Spanien und Italien als Arzneipflanze angebaut.

Benediktendistel
Die einjährige Benediktendistel bildet zunächst eine grundständige Blattrosette aus [Foto: weha/ Shutterstock.com]

Das einjährige Benediktenkraut erreicht eine Wuchshöhe von 10 – 50 cm und ähnelt äußerlich stark einer Distel. Die zottig behaarte Heilpflanze wächst aufrecht bis niederliegend und verzweigt. Ihre großen, wechselständigen Laubblätter sind am Blattrand buchtig gesägt und stachelig. Benediktenkraut bildet eine grundständige Blattrosette mit gestielten Blättern, während die oberen Blätter der Blütenstiele eng anliegen und den Stiel umfassen. Zwischen Juni und August, bei Herbstaussaat ab Mai, erscheinen die röhrenartigen, gelben Blüten des Benediktenkrauts, welche auf einem Kranz von spitzen, fiederteiligen, cremeweißen bis weinroten Hüllblättern sitzen. Die pollenreichen Blüten werden gern von Bienen und anderen Bestäubern besucht. Nach der Bestäubung bilden sich längliche, hell gerillte, dunkelbraune Samen mit einem borstigen Fortsatz. Typisch für das Kardobenediktenkraut ist der bittere Geschmack der Blätter.

Ist Benediktenkraut ein Unkraut? Die Benediktendistel gilt in unseren Breiten nicht als bedeutendes Unkraut. Im Mittelmeergebiet kommt es vermehrt an Ackerrändern vor, zeigt sich hierzulande jedoch nur sehr vereinzelt wild.

Centaurea benedicta
Das Benediktenkraut bildet stark behaarte und verzweigte Triebe aus [Foto: weha/ Shutterstock.com]

Benediktenkraut anbauen

Die Benediktenwurz bevorzugt einen Standort in voller Sonne auf gut durchlässigen, mäßig nährstoffreichen, mäßig trockenen bis frischen Böden. Steingärten und Steppenbeete eignen sich ideal für die Bepflanzung mit Benediktenkraut. Die Heilpflanze kann im Beet ebenso wie in Topf und Pflanzkübeln kultiviert werden. Das Pflanzgefäß sollte dabei mindestens fünf Liter Volumen fassen, um eine gute Wasserversorgung zu gewährleisten. Die Anzucht der einjährigen Heilpflanze erfolgt über die Aussaat zwischen April und Mai oder für die Überwinterungskultur ab Ende September direkt ins Freie. Als Blattrosette zeigt sich das Benediktenkraut als äußerst winterhart, sobald sich jedoch die ersten Blüten bilden, wird die Pflanze wesentlich kälteempfindlicher. Die Samen des Benediktenkrauts werden nur zu 0,5 – 1 cm mit Substrat bedeckt. Die Keimung dauert einige Wochen, kann aber durch Einweichen der Samen in warmem Wasser für 24 Stunden beschleunigt werden. Eine Voranzucht im Haus ab März ist ebenfalls möglich. Hierfür eignet sich ein nährstoffarmes Substrat wie unsere torffreie Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Sie sorgt für eine gute Durchlüftung der Wurzeln und verringert das Risiko für Staunässe und Wurzelfäule.

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Ab Mitte Mai können die vorgezogenen Jungpflanzen in nährstoffreicheres Substrat oder normale Gartenerde ausgepflanzt werden. Der Abstand zwischen einzelnen Pflanzen sollte 20 – 30 cm betragen. Bereiten Sie vor der Pflanzung den Boden vor, entfernen Sie unerwünschte Wildkräuter und lockern Sie das Substrat auf. Für den Anbau von Benediktenkraut im Kübel sollte am Topfgrund unter der Erdschicht eine 5 – 10 cm hohe Drainageschicht aus Kies, Sand oder Blähton eingefüllt werden, um Staunässe zu vermeiden. Anschließend werden die Jungpflanzen mit einer Handschaufel eingepflanzt. Bei direkt gesäten Reihen sollten zu eng gekeimte Pflanzen auf 20 – 30 cm Abstand vereinzelt werden. Nach der Pflanzung wird ausgiebig gewässert.

Die richtige Pflege

Benediktenkraut benötigt kaum Pflege. Im Jungpflanzenstadium lohnt es sich, regelmäßig zwischen den Reihen und den Einzelpflanzen das Beikraut zu entfernen. Dies erleichtert später auch die Ernte, da nach dem Schnitt keine unerwünschten oder gar giftigen Pflanzen heraussortiert werden müssen. Eine Bewässerung ist nur in sehr trockenen und heißen Sommern notwendig. Die einzige relevante Erkrankung ist in ungünstigen Sommern der Echte Mehltau (Erysiphe cichoracearum), welcher bereits vor der Ernte auftreten kann.

geerntetes Benediktenkraut
Die Ernte von Benediktenkraut erfolgt kurz vor oder während der Blüte [Foto: Jolishka/ Shutterstock.com]

Ernte, Verwendung und Wirkung von Benediktenkraut

Geerntet wird das Benediktenkraut kurz vor oder zur Blüte, da es in diesem Stadium die höchsten Gehalte an wirksamen Stoffen enthält. Verwendet wird die ganze Pflanze mit Ausnahme der Wurzel. Mit einer Gartenschere lässt sich das Kraut schnell und einfach roden. Mit frischen Blättern können direkt Tinkturen oder Kräuterliköre angesetzt werden. Zur Verwendung für Tees sollten Sie die Pflanzen ausbreiten und an einem warmen, luftigen Ort einige Wochen lang trocknen lassen. Das trockene Kraut kann zerkleinert und luftdicht abgepackt aufbewahrt werden.

Benediktenkraut beinhaltet ätherische Öle und Bitterstoffe wie Cnicin und Artemisiifolin, welche eine positive Wirkung auf Magensaft, Gallenblase und Leber besitzen. Üblicherweise wird bei Durchfall, Übelkeit, Appetitlosigkeit und allgemeinen Verdauungsproblemen ein Benediktenkraut-Tee aus der getrockneten Heilpflanze hergestellt, wobei die Tagesdosis bei vier bis sechs Gramm des getrockneten Krauts liegt.

getrocknetes Benediktenkraut
Getrocknetes Benediktenkraut hilft als Tee bei Verdauungsproblemen [Foto: Heike Rau/ Shutterstock.com]

Eine bewährte Kombination bei Steinleiden und Sodbrennen ist der Kardobenedikten-Wein, wobei nebst Benediktenkraut auch Wermut (Artemisia absinthium), Tausendgüldenkraut (Centaurium) und Weißer Andorn (Marrubium vulgare) zu gleichen Teilen enthalten sind.

In der Schwangerschaft und Stillzeit, aber auch bei einer bekannten Allergie gegenüber Korbblütlern, wie Arnika (Arnica montana), Schafgarbe (Achillea) oder Kamille (Matricaria recutita), sollte jedoch auf die Anwendung von Benediktenkraut verzichtet werden, um allergische Reaktionen zu vermeiden.

Eine ebenfalls recht unbekannte, aber vielerorts wildwachsende Heilpflanze ist die Königskerze (Verbascum). Bei uns erfahren Sie alles zu den verschiedenen Arten, der Kultivierung und Anwendung der Königskerze.

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