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Bonsai gießen: Wie viel & wie oft gießt man den kleinen Baum?

Damit der Bonsai gut gedeiht, ist die richtige Wasserzufuhr entscheidend. Hier erfahren Sie, was Sie beim Gießen von Bonsai beachten sollten.

Bonsai mit kleiner Gießkanne gießen
Bonsais brauch in Bezug auf Wasser besonders viel Aufmerksamkeit [Foto: Karin Lirapirom/ Shutterstockc.om]

Durch die Schalenkultur gibt es kaum Spielraum für Fehler bei der Pflege eines Bonsais. Gerade das Gießen kann hier schnell zur Fehlerquelle werden. Denn das begrenzte Schalenvolumen und die eher durchlässige Bonsai-Erde machen häufiges Gießen notwendig – und auch zu häufiges Gießen zum Problem. Wie oft im Endeffekt gegossen werden muss, ist von mehreren Faktoren abhängig, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen wollen.

Wie jede Pflanze benötigt der Bonsai Wasser, um zu überleben. Durch die isolierte Kulturform des Bonsais in einer Schale muss akribisch auf die bedarfsgerechte Wasserzufuhr geachtet werden. Dies gestaltet sich bei Bonsais noch schwieriger, als bei den meisten anderen Topfpflanzen, denn die Schalen bieten meist besonders wenig Substrat als Wasserspeicher. Dazu kommt, dass Bonsai-Erden zu einem großen Anteil aus anorganischen Materialen bestehen und Wasser ohnehin schlecht speichern können. So müssen Bonsais in relativ kurzen Abständen gegossen werden. Doch nicht nur die Gießabstände und die Gießweise ist entscheidend – auch die Wahl einer geeigneten Kulturschale und einer passenden Bonsai-Erde ist essentiell. Wir klären alle Fragen rund um das Gießen von Bonsais. 

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Tipp: Das Vergrößern der Bonsai-Schale ist leider keine Option, die das Gieß-Problem lösen könnte. Denn ein Vergrößern des Wurzelraumes würde zu – bonsai-untypischem – starkem Wachstum führen. Auch zu gut wasserspeichernde Substrate sind keine gute Idee: Sie führen zu geringer Wurzelbelüftung und damit schnell zu Sauerstoffmangel an der Wurzel und Wurzelkrankheiten.

Wann sollte man seinen Bonsai gießen?

Bei Bonsais sollte der Gießrhythmus auf die individuelle Pflanze angepasst werden. Gießt man nämlich ohne Rücksichtnahme auf den Bonsai, riskiert man bei der Schalenkultur besonders schnell Staunässe oder das vollständige Austrocknen des Substrats. Beides sollte allerdings niemals passieren. Daher sollten Sie Ihren Bonsai gießen, sobald das Substrat oberflächlich angetrocknet ist. Bei Nadelgehölzen und Sukkulenten kann das Substrat auch mal etwas trockener sein. Das Abtrocknen erkennen Sie leicht an der Aufhellung des Substrats oder durch schlichtes Betasten. Prüfen Sie Ihr Bonsaisubstrat am besten täglich. Denn gerade im Sommer kann es vorkommen, dass mehrmals am Tag zur Gießkanne gegriffen werden muss. Gießen Sie an heißen Tagen ausschließlich in den Morgen- oder Abendstunden. Auch im Winter sollten Sie das Substrat immer feucht halten. Hier sind Gießintervalle jedoch aufgrund des verringerten Wasserverbrauchs des Bonsais wesentlich länger. Bonsais, die im Garten überwintern, werden nur an frostfreien Tagen gegossen. Wann ein Bonsai gegossen werden muss, ist somit abhängig von der Trockentoleranz der Art, dem Substrat und dem Klima.

Bonsai-Landschaft auf Holztisch
Durch das geringe Substratvolumen braucht ein Bonsai besonders häufig Wasser [Foto: 3000ad/ Shutterstockc.om]

Zusammenfassung: Bonsai wann gießen?

  • Gießen, sobald Substrat oberflächlich angetrocknet ist (täglich kontrollieren!)
  • Nadelgehölze und Sukkulenten sind trockenresistenter als Laubbaum-Bonsais
  • Substrat auch im Winter feucht halten

Tipp: Hochwertige Bonsai-Erden sind luftig und speichern und verteilen das Gießwasser dennoch effektiv. Hierfür sind zum Beispiel quellfähige Tonminerale zuständig, die zugleich auch Nährstoffe aufnehmen und bei Bedarf abgeben.

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Wie oft und wie viel muss man Bonsais gießen?

Für das Gießintervall gibt es also keinen festen Zeitraum. Vielmehr ist die Dauer bis zum nächsten Wässern Ihres Bonsais von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängig:

  • Wasserbedarf der jeweiligen Pflanzenart: Generell gilt: Nadelgehölze werden eher wenig gegossen. Hier gilt, je nach Substrat, möglichst abtrocknen lassen.
  • Wachstumsrate und Alter der Pflanze: Je schneller Ihr Bonsai wächst, desto höher ist auch der Wasserverbrauch. Ältere Bonsais wachsen wesentlich langsamer als jüngere Pflanzen und brauchen daher weniger Wasser.
  • Jahreszeit und Temperatur: Im Sommer ist der Wasserbedarf aufgrund von Verdunstung durch Sonnenschein und Triebwachstum höher als im Winter. Hier ruhen die Pflanzen und werden daher reduziert gegossen. Es gilt: Je wärmer der Bonsai im Winter steht, desto mehr Wasser braucht er auch in der dunklen Jahreszeit. Zimmerbonsais, die in der beheizten Wohnung stehen, brauchen daher auch im Winter regelmäßig Wasser.
  • Wasserspeichereigenschaften der Bonsai-Erde: Je höher der Anteil an organischem Substrat, desto höher die Wasserspeicherkapazität. So verlängern sich auch die Gießabstände.
  • Größe der Pflanze: Ein großer Bonsai hat im Vergleich zu einem kleinen Bonsai mehr Biomasse, die Wasser verdunstet. Dadurch ist auch der Grundbedarf an Wasser höher.
  • Standort: Je sonniger Ihr Bonsai steht, desto mehr Gießwasser geht dem Baum durch Verdunstung verloren. Am sonnigen Fensterplatz ist die Verdunstung am höchsten.
  • Oberfläche der Pflanzschale: Auch die Oberfläche der Pflanzschale hat Einfluss auf die Verdunstung. Je größer diese ist, desto mehr Wasser verdunstet und es muss öfter gegossen werden.
Kleiner Bonsai
Ein klein gehaltener Bonsai braucht natürlich weniger Wasser als ein großer Outdoor-Bonsai [Foto: kathayut kongmanee/ Shutterstockc.om]

Achten Sie am besten nicht nur auf die Umgebung und das Substrat Ihres Bonsais. Informieren Sie sich auch über die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Bonsai-Art bezüglich des Wasserbedarfs, um Ihre Gießgänge besser planen zu können.

Wie wird ein Bonsai richtig gegossen?

Um Ihren Bonsai richtig zu gießen, müssen Sie das Substrat vollständig durchtränken. Gehen Sie beim Gießen Ihres Bonsais wie folgt vor:

  • Immer Regenwasser oder weiches Leitungswasser auf Raumtemperatur verwenden
  • Mit Gießkanne wässern, bis das Wasser unten aus der Schale fließt
  • Vorgang nach ein paar Minuten wiederholen

Hartes Leitungswasser sollte vermieden werden, um Ablagerungen an den Wurzeln und am Gefäß sowie eine Erhöhung des pH-Wertes zu vermeiden. Alternativ können Sie bei kleineren Bonsais das Tauchverfahren anwenden. Dabei tauchen Sie die Schale für ein paar Minuten in ein Behältnis mit Wasser, bis keine Blasen mehr an die Wasseroberfläche steigen. In dieser Zeit kann sich das Substrat gut vollsaugen. Anschließend lassen Sie das überschüssige Wasser ablaufen.

Tipp: Bei stark tonhaltigen Bonsai-Erden sollten Sie immer auf das Tauchverfahren zurückgreifen.

Damit Sie Ihren Bonsai richtig gießen können, braucht Ihre Bonsai-Schale unbedingt ein Abflussloch. Ansonsten kann das Wasser nicht ablaufen und es bildet sich Staunässe. Falls es zu Staunässe kommt, reagiert Ihr Bonsai mit braunen Blättern, die früher oder später abgeworfen werden, und abgestorbenen Ästen. Weitere Gründe für den Blattabwurf bei Bonsais finden Sie hier. Bei Bonsai-Arten, die aus tropischen Gebieten kommen und ein feuchtes Klima gewohnt sind, sollten Sie regelmäßig zum Wasserzerstäuber greifen. So erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit. Im Winter ist dies bei Zimmer-Bonsais besonders wichtig, um die trockene Heizungsluft auszugleichen.

Bonsai mit Sprühflasche wässern
Bonsais, die ein feuchtes Klima gewohnt sind, freuen sich über ein gelegentliches Besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen [Foto: jayjued/ Shutterstockc.om]

Zusammenfassung: Bonsai wie oft und wie viel gießen?

  • Wie häufig gegossen werden muss, hängt von vielen Faktoren ab: Behalten Sie Ihren Bonsai daher im Auge
  • Durchtränkend mit weichem Leitungswasser oder Regenwasser gießen
  • Bei tonhaltigen Substraten Tauchverfahren anwenden
  • Bonsais, die eine hohe Luftfeuchtigkeit brauchen, regelmäßig besprühen
  • Immer eine Schale mit Abflussloch verwenden, um Staunässe zu vermeiden

Bonsais brauchen jedoch nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe, um richtig zu wachsen. Alles zum richtigen Düngen von Bonsais können Sie hier nachlesen.

Herzlichen Dank an Floragard für die Unterstützung!

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