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Chinesische Winterblüte: Standort, Pflege & Vermehrung

Fühlt sich die Chinesische Winterblüte wohl an ihrem Standort, erblüht sie teilweise schon im Dezember in strahlendem Gelb und duftet angenehm lieblich nach Vanille.

Chinesische Winterblüte
Die Chinesische Winterblüte hält meist, was ihr Name verspricht [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Auch wenn die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox) bei uns noch eher unbekannt ist, lohnt sich ihr Anbau allemal. Der pflegeleichte Strauch erfreut nicht nur uns im Winter mit seinen duftenden Blüten, sondern wird auch von Insekten bestäubt, weshalb Chimonanthus praecox wertvoll für Bienen ist. In diesem Artikel erklären wir daher alles, was Sie zu Anbau, Standort und Pflege von Chimonanthus praecox wissen müssen. Außerdem erfahren Sie, ob die Chinesische Winterblüte giftig ist.

Chinesische Winterblüte: Herkunft und Eigenschaften

Ursprünglich stammt die Chinesische Winterblüte, wie man bereits vermuten kann, aus China, wo sie in bis zu 3000 m Höhe wächst. Schon seit einigen hundert Jahren wird sie aber auch in Europa kultiviert. Bei der Chinesischen Winterblüte handelt es sich um einen mehrjährigen, bei uns knapp winterharten Strauch, der Höhen von 250 bis 300 cm erreicht und Temperaturen von bis zu – 17 °C verträgt. Er wächst mehrstämmig, buschig und fächerförmig und kann daher sehr viel Platz einnehmen. Das Laub ist im Sommer grün, färbt sich im Herbst gelb und wird kurz vor Beginn der Blüte abgeworfen.

Große Chinesische Winterblüte
Die Chinesische Winterblüte wächst in die Breite [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Die große Besonderheit dieser Pflanze schlägt sich sowohl im deutschen Namen als auch in der wissenschaftlichen Bezeichnung wieder. Diese leitet sich aus dem Altgriechischen ab: „Cheimon“ steht dabei für Winter und „anthos“ für Blüte. Der Artname „praecox“ bezieht sich auf das sehr frühe Erblühen. Auch wenn Chimonanthus praecox im Winter blüht, wird der Strauch von Insekten bestäubt, denn an etwas wärmeren Tagen fliegen und krabbeln diese durchaus und freuen sich über jede Nahrung. Daher ist Chimonanthus praecox ein wichtiger, bienenfreundlicher Strauch. Die Blüten erscheinen meist ungefähr im Dezember, sind ungefähr 2,5 cm groß, gelb und haben einen angenehmen, lieblichen Duft. Hervorstechend ist auch die lange Blütezeit, die sich bis in den März erstrecken kann. Wie bei vielen anderen im Winter blühenden Pflanzen ist das ein Schutzmechanismus, denn immer wieder können Fröste zum Erfrieren der Blüten führen. Nach dem Verblühen zeigen sich im Frühjahr Fruchtkapseln, die bis zu 1,5 cm lange, kaffeebohnenartig geformte Samen enthalten. Jedoch reifen diese nur in warmen Jahren komplett aus.

Chinesische Winterblüte im Winter
Trotz der kalten Temperaturen blüht die Chinesische Winterblüte den kompletten Winter über [Foto: High Mountain/ Shutterstock.com]

Tipp: Wer die Chinesische Winterblüte selbst aus Samen zieht oder sehr junge Pflanzen kauft, muss sich meist noch etwas gedulden, bis er die Blüte zum ersten Mal bewundern kann. Denn nach der Aussaat dauert es meist fünf bis acht Jahre, bis der Strauch zum ersten Mal blüht. 

Die schönsten Sorten

Die gesamte Familie der Gewürzstrauchgewächse (Calycanthaceae) umfasst nur etwa zehn Arten. Darin reiht sich die geringe Zahl an Sorten der Chinesischen Winterblüte ein. Trotzdem wollen wir Ihnen zwei davon vorstellen, die Sie auch bei uns in Deutschland in Gartenfachmärkten finden.

  • Chimonanthus praecox ‘Grandiflorus’: Wie der Name schon sagt, zeichnet sich diese Sorte durch besonders große Blüten aus. In Bezug auf Wuchs und Winterhärte ist Chimonanthus praecox ‘Grandiflorus’ jedoch vergleichbar mit der Wildform Chimonanthus praecox.
  • Chimonanthus praecox ‘Luteus’: Auch diese Sorte unterscheidet sich von der Wildart nur anhand der Blüten, denn die sind bei Chimonanthus praecox ‘Luteus’ von einem besonders intensiven Gelb.
Chimonanthus praecox 'Luteus'
Die Sorten unterscheiden sich in ihren Standortvorlieben und der Winterhärte kaum [Foto: DARRAY/ Shutterstock.com]

Chimonanthus praecox pflanzen

Ein geeigneter Standort für Chimonanthus praecox befindet sich bestenfalls in sonniger, windgeschützter Lage. Er sollte sich durch einen tiefgründigen, durchlässigen und nährstoffreichen Boden auszeichnen. Was den pH-Wert angeht, sind die Pflanzen erstaunlich tolerant und anpassungsfähig, bevorzugen jedoch neutrale bis kalkhaltige Böden. Haben Sie Jungpflanzen erworben, können diese vom Frühling bis in den Herbst an ihrem endgültigen Standort eingepflanzt werden, wobei das Frühjahr als optimale Pflanzzeit gilt. So haben die jungen Sträucher noch ausreichend Zeit, um vor dem nächsten Winter gut anzuwurzeln.

Mit der folgenden Anleitung gelingt Ihnen das Auspflanzen von Chimonanthus praecox im eigenen Garten problemlos:

  1. Wählen Sie einen sonnigen, geschützten Standort aus.
  2. Heben Sie ein Pflanzloch von mindestens der doppelten Größe des Wurzelballens aus.
  3. Jetzt kann man auch bodenverbessernde Maßnahmen ergreifen: Bei sehr tonigen, zu Staunässe neigenden Böden sollte zum Lockern 30 % Blähton oder Sand wie unser Plantura Rasensand beigemischt werden. Da die Winterblüte ein Starkzehrer ist, verbessert etwas Kompost oder eine vorgedüngte Erde wie unsere Plantura Bio-Universalerde zusätzlich den Wuchs der Jungpflanze.
  4. Jetzt kann die Winterblüte in die Erde gesetzt werden. Dabei sollte sich die Oberfläche des Erdballens auf dem Niveau des Untergrunds befinden.
  5. Das Pflanzloch wird mit einer Mischung aus Boden, Pflanzerde und eventuell Sand aufgefüllt, bis der Erdballen leicht mit Erde bedeckt ist. Dann wird alles gut festgetreten.
  6. Jetzt sollte der Strauch noch gut angegossen werden. Um eine kontinuierliche Wasserversorgung des Strauchs in der Anwachsphase sicherzustellen, kann ein Gießring aus Erde modelliert werden. Dafür wird ein kleiner, ringförmiger Erdwall um den Strauch herum aufgeschüttet und festgeklopft.
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Tipp: Auch ein Anbau im Kübel ist gut möglich. Am Anfang sollte der Topf für eine circa 20 bis 30 cm hohe Pflanze ungefähr einen Durchmesser und eine Tiefe von 40 cm haben. Der Kübel muss jedoch mit der Pflanze mitwachsen und regelmäßig vergrößert werden. Als Pflanzsubstrat eignet sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde. Sie ist bereits vorgedüngt und sorgt damit in der ersten Zeit für eine optimale Versorgung der jungen Winterblüten-Pflanzen. Da sie außerdem torffrei ist, wird bei ihrer Produktion im Vergleich zu herkömmlichen Pflanzenerden knapp 60 % weniger CO2 ausgestoßen.

Chinesische Winterblüte in der Sonne
Ideal für Chimonanthus praecox ist ein Standort vor einer sonnigen Mauer [Foto: John R Martin / Shutterstock.com]

Chinesische Winterblüte: Die wichtigsten Pflegemaßnahmen

Richtig gießen

Die chinesische Winterblüte verträgt zwar zeitweise Dürre, fühlt sich aber deutlich wohler in frischen bis feuchten Substraten. Staunässe auf der anderen Seite wird von ihr überhaupt nicht vertragen. Daran sollte man sich bei der Pflege von Chimonanthus praecox orientieren und vor allem junge Pflanzen bei längeren Trockenperioden eher selten und dafür kräftig gießen.

Chinesische Winterblüte düngen

Das Düngen gehört vor allem im Spätfrühjahr und Sommer zur regelmäßigen Pflege der Chinesischen Winterblüte. Dafür kann im Frühjahr zu Wachstumsbeginn und ein zweites Mal im Sommer zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger oder reifer Kompost in den Boden um die Pflanze herum eingearbeitet werden. Neben einer für viele Pflanzen optimalen Nährstoffzusammensetzung ist unser Universaldünger außerdem zu 100 % tierfrei und hat einen sehr hohen Anteil organischer Bestandteile, die ein gesundes Bodenleben unterstützen.

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Rückschnitt

Vielen wird die Chinesische Winterblüte mit der Zeit zu groß und ausladend und man stellt sich die Fragen, wie und wann man sie am besten schneidet. Chimonanthus praecox blüht am zweijährigen Holz. Da die Knospen für die nächste Blüte schon im Vorjahr angelegt werden, sollte die Winterblüte außerdem schon im Frühjahr, also direkt nach Ende der Blütezeit, geschnitten werden. Für mehr Verzweigung oder zum Einkürzen können Sie dabei auch einzelne Triebe stärker kürzen. Wem der Strauch allgemein zu dicht und groß ist, kann Teile auch ganz entfernen. Die Winterblüte bildet auch im Inneren des Strauches oft noch Blüten am mehrjährigen Holz, sodass auf starke Rückschnitte zur Verjüngung verzichtet werden kann.

Überwinterung

In den ersten Wintern sollten man die Pflanzen noch vor Frost schützen. Verwenden Sie dazu eine wärmende Mulchschicht aus Pinienrinde, Stroh oder Laub. Ältere Pflanzen sind etwas winterhärter, aber auch sie vertragen nur Temperaturen von – 15 bis – 17 °C. Kübelpflanzen sind stärker gefährdet und sollten daher jedes Jahr geschützt und zum Beispiel in Gartenvlies eingewickelt werden.

Blüten der Chinesischen Winterblüte
Chimonanthus praecox blüht am zweijährigen Holz, was beim Schnitt beachtet werden sollte [Foto: Kit Leong/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Die Vermehrung von Chimonanthus praecox kann über Samen, Absenker oder Stecklinge geschehen, wobei die Methode über Absenker als am einfachsten und erfolgversprechendsten gilt. Dafür wird im Frühjahr ein bodennaher Trieb sanft so weit gebogen, bis er den Boden berührt. Dabei ist es in Ordnung, wenn die Rinde an der Unterseite, dort wo der Absenker den Untergrund berührt, aufreißt. Das regt die Wurzelbildung an dieser Stelle sogar noch zusätzlich an. Mit einem Stein, Hering oder Erdnagel wird der Absenker am Boden fixiert. Dann werden im mittleren Bereich einige Blätter entfernt und dieser Teil mit Erde bedeckt. Im folgenden Sommer und Herbst sollte man darauf achten, den Absenker immer gut feucht zu halten. Haben sich die ersten Wurzeln gebildet, kann die neue Pflanze vielleicht schon im Herbst von der Mutterpflanze abgetrennt und eingetopft werden. Spätestens im folgenden Frühjahr sollte es möglich sein, sie an einen neuen Platz zu versetzen.

Ist die Chinesische Winterblüte giftig?

Die Chinesische Winterblüte ist giftig. Die Blätter von Chimonanthus praecox enthalten giftige Alkaloide, unter anderem Calycanthin, weshalb sie auf keinen Fall verzehrt werden dürfen. Auch in den Samen konnte dieses Alkaloid nachgewiesen werden, weshalb die Früchte von Chimonanthus praecox ebenfalls nicht essbar sind. Passen Sie auch bei Haustieren auf, denn bei diesen kann Calycanthin zu schweren Vergiftungen führen. Trotz ihrer Giftigkeit wird die Chinesische Winterblüte schon lange in der chinesischen Volksmedizin eingesetzt und aus ihren Blüten werden Aromen für Duftstoffe extrahiert.

Früchte der Chimonanthus praecox
Sowohl die Blätter als auch die Samen in den Früchten von Chimonanthus praecox sind nicht essbar [Foto: Picmin/ Shutterstock.com]

Falls Sie auf der Suche nach weiteren Pflanzen sind, die mit ihrer farbenfrohen Blüte den Winterschwermut etwas vertreiben, stöbern Sie weiter in unserer Übersicht der schönsten Winterblüher.

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