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Chrysanthemen: Experten-Wissen & Pflege-Tipps

Dank der Chrysanthemen ist im Garten auch im Herbst farblich noch richtig was los. Hier gibt es hilfreiche Tipps für die richtige Pflege von Chrysanthemen.

Chrysanthmen Pflanzen Schaufel blaue Gießkanne

Erfahren Sie bei uns alles zur Pflanzung und Pflege des Herbstblühers [Foto: Elena Masiutkina/ Shutterstock.com]

Chrysanthemen (Chrysanthemum) verzücken im Herbst nochmal das Herz eines jeden Gartenfreundes. Die aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) stammende Gattung blüht als eine der Letzten, steht mit ihren bunten, einfachen bis gefüllten Blüten den Gewächsen früherer Jahreszeiten aber in keiner Weise nach. Ganz im Gegenteil sind sie durch die späte Blüte konkurrenzlos und runden besonders in warmen Kupfertönen das herbstliche Gesamtbild jedes Gartens oder Balkons ab. Trotzdem sind sie äußerst anspruchslose Gartenbewohner, an denen Sie sich mit der richtigen Pflege und einem minimalen Winterschutz meist jahrelang erfreuen können.

Chrysanthemen: Bedeutung und Herkunft

Der Name Chrysantheme leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet „die Gold-Blüte“ oder „Gold-Blume“. Mit dem Verschenken einer Chrysantheme signalisiert man: Mein Herz ist frei. In Japan gilt die Chrysantheme als Nationalblume. Der Chrysanthemen-Orden ist dort eine der höchsten Auszeichnungen. In China steht die Pflanze für Wohlstand und Glück, In Frankreich hingegen für Tod und Trauer. Stammen tut dieser bedeutungsträchtige Herbstblüher ursprünglich hauptsächlich aus Ostasien (China, Korea, Japan, Russland). In China wird die Garten-Chrysantheme (Chrysanthemum ×morifolium), eine Hybride aus verschiedenen Arten, schon seit 1600 Jahren kultiviert. Sie gilt als eine der bedeutendsten gärtnerischen Kulturpflanzen, was sich auch in den tausenden Kultursorten widerspiegelt. Die hübschen Blumen sind sogar in zweierlei Hinsicht etwas für‘s Auge, denn in der Ayurveda-Medizin werden sie gegen Augenentzündungen und Hautunreinheiten verwendet. In seltenen Fällen führt der Kontakt mit den Pflanzenteilen allerdings zu Allergien und Hautirritationen.

Chrsyanthemen Tee

Den Blüten wird auch eine heilende Wirkung nachgesagt [Foto: HelloRF Zcool/ Shutterstock.com]

Wann ist die Blütezeit von Chrysanthemen?

Die einzeln stehenden Blütenstände sind körbchenförmig und blühen im Herbst meist von September bis in den November hinein. Es werden die weiblichen Zungenblüten mit ihren rosafarbenen bis roten oder gelben Zungen von den zwittrigen Röhrenblüten unterschieden, die in Gelb erstrahlen. Inzwischen bieten Kultursorten auch andere Farben sowie mehrfarbige und gefüllte Blüten. Sorten in Rosa- und Violetttönen blühen übrigens am längsten.

Hinweis: Die Blütenbildung kann stimuliert und so nach vorne verschoben werden, indem Sie die Pflanzen im Sommer kurzzeitig abdecken und so kürzere Tage simulieren. Denn die Blütenbildung beginnt wie beim Weihnachtsstern erst ab der Tag- und Nachtgleiche.

Chrysanthemum indicum: Die Herbst-Chrysantheme im eigenen Garten

Die Herbst-Chrysantheme (Chrysanthemum indicum) eignet sich aufgrund ihrer guten Winterhärte wunderbar für die Auspflanzung im Garten. Diese mehrjährige Art blüht in unseren Breiten von August bis November und zeigt sich je nach Sorte in den unterschiedlichsten Farben. So kann Ihr Staudenbeet auch im Herbst nochmal alles geben. Folgendes ist bei der Pflanzung zu beachten:

  • Standort: Sonnig und windgeschützt
  • Boden: Gartenerde; nährstoffreich; durchlässig
  • Pflanzzeit: Frühjahr bis Frühsommer (März – Mai)

Mit einfachblühenden Herbst-Chrysanthemen können Sie Bienen etwas Gutes tun, denn diese dienen diesen als späte Nahrungsquelle. Weitere Informationen zur Herbst-Chrysantheme und anderen dekorativen Arten finde Sie hier.

Chrysanthemen Busch weiß

Wählen sie für Ihre Chrysantheme einen sonnigen und windgeschützten Standort [Foto: Real Moment/ Shutterstock.com]

Chrysanthemen auf dem Balkon und im Garten

Sollen die Chrysanthemen im Garten ausgepflanzt werden, greifen Sie am besten auf die robusteren Garten- oder Herbst-Chrysanthemen zurück. Diese können mit dem richtigen Schutz draußen überwintert werden. Pflanzzeit ist hier der Mai, damit die Pflanzen vor dem Winter genug Zeit haben, sich ordentlich im Boden zu etablieren. Für den Balkon eignen sich auch frostempfindlichere Topf-Chrysanthemen, diese wandern in der kalten Jahreszeit jedoch lieber in ein geschütztes Winterquartier. Der Unterschied besteht nicht nur in der unterschiedlichen Winterhärte der Sorten, sondern auch in der Aufzucht der Herbstblüher. Während Topf-Chrysanthemen im Gewächshaus hochgezogen werden, wächst die Gartenvariante im Freien heran. Dies beeinflusst nicht nur die Widerstandsfähigkeit, sondern fördert eine längere Blütephase mit intensiv gefärbten Blüten.

Chrsyanthemen rosa in Topf

Für den Balkon eignen sich auch frostempfindlichere Topf-Chrysanthemen [Foto: Savina Nataliia/ Shutterstock.com]

Der richtige Standort für Chrysanthemen

Ob Balkon oder Garten, an einem geeigneten Plätzchen fühlen sich die Pflanzen wohl und schenken Ihnen im Herbst ihre volle Blütenpracht. Hierbei gilt:

  • Standort: Sonnig bis Halbschatten; trocken; windgeschützt
  • Boden: Nährstoffreich; durchlässig; kalkhaltig; nicht zu trocken oder feucht

Auf einen trockenen und windgeschützten Platz ist vor allem zu achten, wenn die Pflanzen draußen überwintert werden sollen. Hier eignet sich zum Beispiel eine geschützte Stelle an der Hauswand. Bei weniger durchlässigen Böden kann besonders die Winternässe zum Problem werden. Legen Sie daher eine Drainageschicht aus Kies oder Tonscherben aus oder lockern Sie den Boden durch das Untermischen von Sand auf. Kombinieren können Sie nach Lust und Laune mit Gräsern oder anderen Spätblühern. Halten Sie dabei den Pflanzabstand zueinander gering, denn Chrysanthemen wachsen nach der Pflanzung nur noch spärlich.

Chrysanthemen orange

Chrysanthemen lieben sonnige und windgeschützte Standorte [Foto: igloy/ Shutterstock.com]

Chrysanthemen im Topf 

Chrysanthemen sind eine der letzten Blühpflanzen im Jahr und lassen so die blühtenreiche Gartensaison noch einmal in die Verlängerung gehen. Damit die Herbstblüher auf Balkon, Terrasse oder sogar als Zimmerpflanze zu einer wahren Zierde heranwachsen, gilt es Folgendes zu beachten:

  • Substrat: Blumen-, Gemüse- oder Kräutererde
  • Topf: Abflussrohr; Drainageschicht (Kies, Tonscherben)
  • Standort: Keine direkte Sonne

Besonders wichtig ist es einen guten Wasserablauf für die staunässeempfindlichen Gewächse zu schaffen. Stellen Sie den Topf oder Kübel nicht auf einen Untersetzer, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Außerdem sind die Blüten nur bis -2 °C winterhart. Stellen Sie den Topf bei Frostgefahr lieber über Nacht nach drinnen. Nach der Blüte werden mehrjährige Chrysanthemen bis kurz über die Erde zurückgeschnitten und in einem geschützten Winterquartier überwintert. Dies gilt auch für Zimmer-Chrysanthemen, denn die Pflanzen brauchen ebenfalls ihre Winterruhe. Alternativ werden die Chrysanthemen nach der Blüte unbeschnitten ins Beet ausgepflanzt. So ausgepflanzte Exemplare sollten im nächsten Jahr sogar noch besser wiederkommen, als die im Topf verbliebenen. Achten Sie bei der Auspflanzung lediglich darauf, dass der Boden nicht gefroren ist.

Hinweis: Besonders wegen ihrer Anspruchslosigkeit gegenüber den gegebenen Lichtverhältnissen eigenen sich Chrysanthemen auch als Zimmerpflanze. Sie gedeihen sogar auch an einem Nord-Fenster.

Chrysanthemen umtopfen

Mehrjährige Chrysanthemen müssen hin und wieder umgetopft werden, denn sie vermehren sich durch Ausläufer und durchwurzeln den Topf so recht schnell. Für einen kompakten Wuchs wird alle zwei Jahre umgetopft und ausgedünnt. Wollen Sie sich die zusätzliche Düngung sparen, kommt die Pflanze einmal im Jahr nach der Überwinterung in neue Erde.

Chrysanthemen richtig pflegen

Chrysanthemen sind pflegeleicht und je nach Sorte äußerst robust. Nur beim Gießen braucht man bei den staunässeempfindlichen Pflanzen etwas Fingerspitzengefühl.

Wie oft müssen Chrysanthemen gegossen werden?

Besonders in der Blütezeit brauchen Chrysanthemen viel Flüssigkeit. Gießen Sie während der Vegetationsphase sobald die Erde oberflächlich ausgetrocknet ist. An Sommertagen ist ein tägliches Gießen daher unerlässlich. Auch an Regentagen wird gegossen, denn die Pflanzen wachsen oft sehr dicht, weshalb meist nicht genug Wasser an die Wurzeln kommt. Die Erde wird dabei gleichmäßig feucht gehalten. Achten Sie darauf, dass die Pflanze nie im Wasser steht. Trotz hohem Wasserbedarf wird Staunässe sehr schlecht vertragen und führt schnell zu Wurzelfäule. Außerdem werden Chrysanthemen immer von unten gegossen, damit das Risiko eines Pilzbefalls nicht durch nasse Blätter und Blüten gesteigert wird. Im Winter während der Ruhezeit wird nur so gegossen, dass die Erde nicht völlig austrocknet.

Chrysanthmen gelb türkise Gießkanne

Besonders in der Blütezeit brauchen Chrysanthemen viel Flüssigkeit [Foto: V J Matthew/ Shuttertock.com]

Wie oft müssen Chrysanthemen gedüngt werden?

Was den Anspruch an die Nährstoffversorgung angeht sind Chrysanthemen trotz ihrer herbstlichen Blütenpracht sehr genügsam. Einjährige Topf-Chrysanthemen müssen gar nicht gedüngt werden. Sie sind zufrieden mit dem, was die frische Blumenerde zu bieten hat. Bei mehrjährigen Exemplaren wird nach der Überwinterung die Erde erneuert oder ab dem zweiten Jahr von April bis September alle vier bis acht Wochen mit organischem Gemüsedünger oder Kompost gedüngt. Die Verwendung eines organischen Düngers anstelle eines mineralischen hat unter anderem den Vorteil, dass das Bodenleben gefördert wird. Gerade in den begrenzten Weiten eines Topfes ist ein gesundes Mikrobiom wichtig für das Wohlergehen Ihrer grünen Begleiter. Bei mehrjährigen Chrysanthemen im Beet wird im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen gedüngt.

Wann und wie werden Chrysanthemen geschnitten?

An sich müssen nur mehrjährige Chrysanthemen beschnitten werden. Die Triebe der Topf-Chrysanthemen werden hierbei nach der Blüte etwa fingerlang zurückgeschnitten. Im Beet werden die Pflanzen erst nach der Überwinterung auf ein Viertel eingekürzt und vertrocknete Pflanzenteile gänzlich entfernt. So hat die Pflanze einen zusätzlichen Schutz vor den kalten Temperaturen. Außerdem sollten verblühte Blütenstände regelmäßig ausputzt werden. Dies sorgt für eine länger anhaltende Blüte. Dies gilt auch für einjährige Sorten. Außerdem fördert ein gelegentliches Stutzen einen schönen buschigen und niedrigen Wuchs.

Crysanthemen schneiden mit Schere

Die Triebe der Topf-Chrysanthemen werden nach der Blüte etwa fingerlang zurückgeschnitten [Foto: Akarawut/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Chrysanthemen richtig pflegen

  • Gießen in der Vegetationsphase: Wenn Substrat oberflächlich ausgetrocknet ist
  • Gießen im Winter: Substrat sollte nicht völlig austrocknen
  • Topf-Chrysanthemen düngen: Nicht im ersten Jahr, danach von April – September alle 4 – 8 Wochen mit organischem Gemüsedünger oder Kompost
  • Garten-Chrysanthemen düngen: Im Frühjahr mit Kompost oder Hornspäne
  • Topf-Chrysanthemen schneiden: Nach der Blüte auf Fingerlänge
  • Garten-Chrysanthemen schneiden: Nach dem Überwintern auf ¼; vertrocknete Triebe entfernen
Folgende Produkte verwenden wir gerne für unsere Zierpflanzen:
  • Plantura Bio-Universaldünger: 100% bio-zertifizierter und tierfreier Dünger für ein gesundes Bodenleben.
  • Plantura Bio-Blumendünger: Bio-zertifizierter und organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.

Sind Chrysanthemen eigentlich mehrjährig?

Chrysanthemen sind ausdauernde Pflanzen, aber nicht alle Sorten sind winterhart. Besonders Chrysanthemen aus Supermärkten, Discountern, Bau- und Gartencentern gehen bei Temperaturen unterhalb von -5°C ein und landen daher nach der Blüte oft auf dem Kompost. Auch wenn das dortige Angebot an winterharten Garten-Chrysanthemen von Jahr zu Jahr steigt, lohnt sich der Gang zur kundigen Staudengärtnerei oder zum Züchter.

Chrysanthemen erfolgreich überwintern

Chrysanthemen im Beet werden vor dem ersten Frost mit einer schützenden Schicht aus Nadelholzzweigen abgedeckt. Auf Laub oder Stroh sollte bei Chrysanthemen nicht zurückgegriffen werden, denn hier wird zu viel Nässe gespeichert und die Chrysanthemen fangen an zu faulen. Gegossen wird nur an frostfreien Tagen. Die nach der Blüte zurückgeschnittenen Topf-Chrysanthemen werden hell und kühl, aber frostfrei überwintert. Die Temperatur sollte bei maximal 10 °C liegen. Am besten eignet sich ein ungeheiztes Gewächshaus oder ein Wintergarten. Ein Plätzchen in einem hellen Keller, Treppenhaus oder in der Gartenlaube reicht allerdings auch aus. Alternativ können Topf-Chrysanthemen in Gebieten mit mildem Winter in einem großen Topf auch draußen überwintert werden. Hierfür wird der Topf mit mehreren Lagen Zeitungspapier oder Luftpolsterfolie umwickelt oder die Chrysantheme mit dem Topf ins Beet gepflanzt. Im April können Ihre Chrysanthemen dann wieder nach draußen beziehungsweise ausgepackt werden.

Chrysanthmen gelb Gewächshaus

Am besten eignet sich ein ungeheiztes Gewächshaus oder ein Wintergarten zum Überwintern [Foto: MyCreative/ Shutterstock.com]

Chrysanthemen nach dem Überwintern pflegen

Nach dem Überwintern, wenn die Temperaturen wieder milder werden, geht es bei Garten-Chrysanthemen an den Rückschnitt. Ab März werden mit einer sauberen, scharfen Gartenschere alle Triebe auf ein Viertel eingekürzt und verwelkte Pflanzenteile kurz über dem Boden abgeschnitten. Die Neuaustriebe werden dabei möglichst nicht verletzt. Chrysanthemen im Topf bekommen neue Erde und treiben so freudig wieder aus. Alternativ wird die Düngung angepasst.

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