Clematis im Garten pflanzen: Tipps vom Profi

Bei der Clematis handelt es sich um eine Kletterpflanze der besonderen Art. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über die schöne Clematis.

Clematis Strauch violette pinke Blüten

Clematis sind Kletterpflanzen der besonderen Art und verzaubern unsere Gärten [Foto: Anna Tkach/ Shutterstock.com]

Mit ihrem exotischen Aussehen ist die Clematis beliebt wie nie zuvor und fehlt in den wenigsten Gärten. Ob im Kübel oder Freiland – die Clematis gehört zu den beliebtesten Zierpflanzen und gedeiht mit der richtigen Pflege sehr gut. Das Hahnenfußgewächs (Ranunculaceae) ist weltweit verbreitet, viele Arten kommen auch in den gemäßigten Breiten vor und wachsen daher in Deutschland sehr gut. Wir stellen alles Wichtige zur Clematis, die auch Waldrebe genannt wird, vor: Vom Kauf, über das Pflanzen, bis hin zur richtigen Pflege.

Clematis: Kurzer Steckbrief

Bei Clematis handelt es sich um eine Pflanzengattung, die etwa 300 Arten umfasst und sich durch ihre kletternde Wuchsform auszeichnet. Mit Wuchshöhen von bis zu 12 Metern sind sie als Bekleidung von Fassaden und Zäunen beliebt und vor allem durch ihre auffallenden Blüten geschätzt. Diese können je nach Sorte und Art neben dem klassischen Weiß auch rosa, violett und blau ausfallen.

Wann blühen Clematis eigentlich?

Die Gattung Clematis umfasst viele Arten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihre Blütenpracht präsentieren. Dies ist von Vorteil, wenn Sie sich den gesamten Sommer an der Blüte erfreuen möchten. Während einzelne Arten bereits im Frühling mit ihrem Blütenflor aufwarten, gelangen andere Exemplare erst während des Sommers oder sogar bis in den Herbst hinein zur Blüte.

Blaue Blüte Clematis

An den wunderschönen Blüten können Sie sich, je nach Art, zu unterschiedlichen Zeiten erfreuen [Foto: Artistas/ Shutterstock.com]

Sind Clematis giftig?

So schön die Clematis auch ist – der Umgang mit der Kletterpflanze sollte stets mit Vorsicht geschehen. Der Grund dafür ist der Stoff Protoanemonin, welcher bei Kontakt mit der Haut zu Reizungen und Entzündungen führt. Voraussetzung dafür ist allerdings der Kontakt mit dem Pflanzensaft, der beispielsweise durch das Schneiden der Clematis austritt. Tragen Sie beim Umgang mit der Pflanze daher stets Handschuhe und halten Sie Kinder und Haustiere von der Pflanze fern. Werden Teile der Pflanze gegessen oder verschluckt, sollte unbedingt ein (Tier-)Arzt kontaktiert werden.

Clematis kaufen: Eine gesunde und vitale Pflanze erkennen

Bevor es an das Pflanzen der prächtigen Blütenpflanze geht, muss die Clematis zunächst einmal gekauft werden. Während der Sommermonate finden Sie in jedem Gartencenter oder jeder Gärtnerei ein passendes Exemplar für Ihre Bedürfnisse. Achten Sie beim Kauf stets auf folgende Kriterien:

  • Art und Sorte: Entscheidend für die Farbe und das Aussehen der Blüte; Blühzeitpunkt je nach Art variabel.
  • Zustand der Pflanze: Kaufen Sie unbedingt nur gesundes Pflanzgut; kontrollieren Sie die Clematis auf Krankheiten und Schädlinge; diese können sich auch im Boden verstecken.
  • Zeitpunkt: Die ideale Zeit zum Kauf einer Clematis ist im Frühling bis Frühsommer; die Pflanze hat somit (egal ob im Kübel oder Freiland) genügend Zeit, sich an den neuen Standort anzupassen.
Violette Clematis Rankhilfe aus Holz

Achten Sie beim Kauf auf gesunde und vitale Pflanzen [Foto: StevenRussellSmithPhotos/ Shutterstock.com]

Clematis: Die schönsten Arten und Sorten

Die Vielfalt an Clematisarten und -sorten ist riesig, die Auswahl für den eigenen Garten kann dementsprechend schwer fallen. Zur Orientierung geben wir einen kurzen Überblick über die schönsten Clematisvariationen:

Frühblühende Arten:

  • Clematis montana: Sehr beliebte Clematisart, auch Berg-Waldrebe genannt; ursprünglich aus den Bergregionen Asiens; frühblühende Art. Beliebte Sorten: Rubens (rosa) und Superba (weiß).
  • Clematis alpina: Alpen-Waldrebe; beheimatet in Europa; häufig blaue Blüten mit spitz zulaufenden Blütenblättern; frühblühende Art. Beliebte Sorte: Ruby (purpur-violett).
  • Clematis armandii: Asiatische Art mit weiß bis rosa Blüten; frühblühend. Beliebte Sorte: Appleblossom (weiß).
  • Clematis integrifolia: Ganzblatt-Waldrebe; beheimatet in Eurasien; überwiegend blaublütige Clematisart; teils glockenförmige Blüten; frühblühend. Beliebte Sorten: Juuli (blau) und Arabella (blau).

Mittel- bis spätblühende Arten:

  • Clematis viticella: Wird auch Italienische Waldrebe genannt; häufig rot-purpurne Blüten; relativ winterhart; spätblühende Art (Sommer bis Herbst). Beliebte Sorten: Etoile Violette (dunkelviolett), Polish Spirit (dunkelviolett), Rubra (dunkelrot).
  • Clematis vitalba: Gewöhnliche Waldrebe; heimische Art; weiße und feine Blüten; winterhart; mittel- bis spätblühende Art.
  • Clematis florida: Trotz des Namens in China beheimatet; teils mehrfarbige Blüte; spätblühend. Beliebte Sorte: Bicolor (weiß mit violetter Mitte).
  • Hybride: Besonders beliebte Sorten wie Jackmanii (blau-violett, spätblühend), Piilu (rosa-violett, frühblühend), Hagley Hybrid (rosa, spätblühend), Dr. Ruppel (rosa-marmoriert, frühblühend), Rouge Cardinal (purpurrot, spätblühend).

Clematis pflanzen: Standort und Vorgehen

Mit der richtigen Technik gelingt der Anbau der Clematis wie von alleine. Doch bevor Sie sich über die ausladende Blütenpacht freuen können, gilt es zunächst, einen geeigneten Standort zu finden, an der die Pflanze wachsen kann. Wir zeigen, was Sie alles beachten müssen und wie Sie beim Einpflanzen vorgehen sollten.

Der richtige Standort für Clematis

Die Clematis gilt als lichtbedürftige Pflanze, die an einem sonnigen Standort gut aufgehoben ist. Ein halbschattiger Standort eignet sich außerdem ebenso für die schöne Blütenpflanze, solange sie nicht komplett im Schatten verschwindet. Ein wichtiger Punkt bei den richtigen Lichtverhältnissen ist der Fuß der Clematis, der unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden sollte. Zu diesem Zweck sollte großzügig Rindenmulch rund um die Pflanze ausgelegt werden. Achten Sie neben der Lichtstärke zudem darauf, dass die Clematis optimale Bodenverhältnisse vorfindet. Idealerweise herrscht ein durchlässiger und humoser Boden vor, schwere Tonböden sollten aufgrund von Staunässebildung dagegen vermieden werden.

Wählen Sie bei der Clematis folgenden Standort aus:

  • Vollsonnig bis halbschattig
  • Schatten am Fuß der Pflanze, ansonsten Rindenmulch
  • Durchlässiger und humoser Boden

Ist der Standort gewählt, heißt es: Zeit zum Einpflanzen. Einige spezielle Dinge müssen beim Pflanzen der Clematis allerdings beachtet werden. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  1. Pflanzloch mit einer Tiefe und Breite von circa einem halben Meter ausheben.
  2. Den Boden des Pflanzlochs mit einer Drainageschicht aus Kies und Tonscherben auslegen. Diese sorgen für einen guten Wasserabfluss und verhindern Staunässe.
  3. Clematis einsetzen, sodass der erste Teil des Stamms mit eingegraben wird. Die Pflanze kann somit weitere Wurzeln ausbilden.
  4. Nach dem Einpflanzen kräftig angießen und idealerweise für eine Rankhilfe sorgen.

Clematis vermehren: So kann man Clematis selbst vermehren

Wer einmal eine üppige Clematisblüte im eigenen Garten hatte, kauft auch gerne eine zweite oder dritte Pflanze. Eine wesentlich günstigere Methode als der Kauf ist hingegen das Vermehren der Clematis über verschiedene Methoden. Auf folgende Weise lassen sich Clematis schnell und einfach vermehren:

  • Stecklinge:
    Eine sehr einfache Methode, bei der Sie nur wenige Mittel benötigen. Schneiden Sie im Sommer einen circa 15 cm langen Zweig von der Clematis ab und entfernen Sie das Laub am unteren Ende. Pflanzen Sie anschließend den Steckling so in Anzuchterde ein, dass der Großteil des Triebes unter der Erde ist. Bedecken Sie den Topf mit einer Folie, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant hoch zu halten. Innerhalb weniger Wochen sollte der Steckling neue Wurzeln ausbilden und Sie können Ihre neue Clematis umtopfen.
Clematis schneiden mit Gartenschere 3

Schneiden Sie im Sommer einen circa 15 cm langen Zweig von der Clematis ab und entfernen Sie das Laub am unteren Ende [Foto: photowind/ Shutterstock.com]

  • Absenker:
    Alternativ zur Stecklingsvermehrung kann eine Clematis auch durch sogenannte Absenker entstehen. Biegen Sie dafür einen bodennahen Zweig vorsichtig Richtung Erde und fixieren diesen dort. Entlauben Sie an der aufliegenden Stelle den Zweig und ritzen ihn mit einem Messer leicht an. Mit ein wenig Erde überdeckt werden an dieser Stelle neue Wurzeln gebildet und die neue Clematispflanze kann von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

Clematis pflegen: Gießen, düngen und schneiden

Clematis werden generell als relativ pflegeleichte Gesellen geschätzt, die auch ohne größeren Aufwand kräftig gedeihen. Einige Hinweise zur Pflege müssen jedoch auch bei der schönen Kletterpflanze beachtet werden.

Clematis richtig gießen

Das Gießen von Clematis ist kein Hexenwerk und nimmt nur wenig Zeit in Anspruch. Versorgen Sie die Pflanze nach Bedarf, wichtig ist nur, dass die Erde nie komplett austrocknet. Auf der anderen Seite sollten Sie auch immer dafür sorgen, dass keine Staunässe durch übermäßiges Gießen entsteht. Grundsätzlich ist die Kletterpflanze im Freiland recht genügsam, im Topf sollten Sie dagegen durchaus öfter das Substrat kontrollieren.

Weiße Blüte Clematis in weißer Gießkanne

Versorgen sie die Pflanze nach Bedarf und vermeiden Sie Staunässe [Foto: Quayside/ Shutterstock.com]

Clematis Düngung: Geeigneter Dünger und Vorgehen

Auch beim Nährstoffbedarf ist die Clematis als genügsame Pflanze einzuordnen und der Aufwand bei einer Düngung hält sich in Grenzen. Besonders für die langanhaltende Kraft der Blüte ist die Versorgung mit ausreichend Phosphat wichtig, das beispielsweise über Kompost bereitgestellt werden kann. Arbeiten Sie jährlich großzügig Kompost in den Boden ein, um so langanhaltend Nährstoffe zu liefern. Neben dieser organischen Düngung ist das Ausbringen von einer kleinen Menge Kalk alle zwei Jahre sinnvoll.

Wir von Plantura sind von folgenden Produkten überzeugt:
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Cuxin Spezialdünger Clematis & Kletterpflanzen: Kaliumbetonter Spezialdünger mit langanhaltender und natürlicher Wirkung für prachtvolle Blüten und ein gesundes Wachstum. Auch für Passionsblume, Geißblatt, Efeu und Hopfen geeignet.
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Clematis wann und wie schneiden?

Für eine üppige Blüte und ein gesundes Wachstum ist das Schneiden der Clematis eine probate Methode, die jedes Jahr wiederholt werden sollte. Der Schnitt richtet sich in der Regel nach dem Blühzeitpunkt der jeweiligen Clematisart und -sorte und muss individuell vorgenommen werden. Es gilt: Frühblühende Exemplare sollten immer erst direkt nach der Blüte geschnitten werden. Dazu zählen Arten wie Clematis montana, Clematis alpina oder Clematis armandii. Besonders bei zweimal blühenden Hybriden ist das Schneiden der Blüten wichtig, damit eine weitere Blüte im Laufe des Sommers entstehen kann. Zusätzlich zu diesem Schnitt ist ein Rückschnitt im Herbst jedoch bei allen Clematis üblich. Schneiden Sie dazu alle Triebe bis auf eine Länge von 20 bis 30 cm herunter.

Clematis überwintern: Ist die Clematis winterhart?

Mit ihrem exotischen Aussehen fragen sich viele Hobbygärtner zurecht: Ist die Clematis winterhart oder muss sie jedes Jahr erneut ausgegraben werden? Diese Fragen lassen sich für jede Art nur individuell beantworten, da die unterschiedlichen Clematis aus verschiedenen Regionen der Welt stammen.

weiße flauschige Clematis Samen im Winter

Sobald die Clematis gegen Winter abgeblüht sind, erkennt man die Samenstände [Foto: Volodymyr Nikitenko/ Shutterstock.com]

Folgende Clematisarten lassen sich problemlos draußen überwintern und benötigen bis auf die Anfangszeit bisweilen nicht einmal einen zusätzlichen Winterschutz:

  • Clematis alpina
  • Clematis vitalba
  • Clematis viticella
  • Clematis integrifolia

Besonders im ersten Jahr sollte jedoch bei allen Arten für Winterschutz gesorgt werden, selbst wenn diese in der Regel winterhart sind. Am besten eignet sich das Verkleiden der Pflanze mit Stroh und Laub sowie der Einsatz eins luftdurchlässigen Gartenvlieses. Nicht winterharte Clematisarten sollten idealerweise hierzulande im Topf kultiviert oder im Winter ordentlich vor Frost geschützt werden.

Leo

Ich bin Student der Geographie und außerdem Hobbybotaniker. Deshalb stecke ich viel Zeit in meinen eigenen Nutzgarten, in dem ich mit viel Erfolg verschiedene Gemüsesorten anbaue. Dabei ist mir ein nachhaltiger und ökologischer Anbau im Einklang mit dem Naturschutz sehr wichtig.
Lieblingsobst: Feigen
Lieblingsgemüse: Aubergine und verschiedene Kohlsorten