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Erdbeerbaum: Die besten Arten & Tipps zum Pflanzen im Garten

Die Früchte des Erdbeerbaums sehen den Erdbeeren aus dem Beet schon sehr ähnlich. Wir stellen Ihnen die besten Sorten vom Amerikanischen bis zum Westlichen Erdbeerbaum vor und zeigen, wie man Erdbeerbäume im Garten pflanzt und pflegt.

Erdbeerbaum mit Früchten und Blüten
Ein Erdbeerbaum mit Blüten und reifen Früchten ist ein Highlight im Garten [Foto: lenic/ Shutterstock.com]

Nanu, sind das etwa Erdbeeren da am Baum? Auch wenn die Früchte des Erdbeerbaumes an die roten Beeren erinnern, verwandt ist der Erdbeerbaum nicht mit ihnen. Wir verraten Ihnen, was es mit dem sonderbaren Baum auf sich hat.

Erdbeerbaum: Herkunft und Eigenschaften

Der Erdbeerbaum (Arbutus), auch unter den Namen Landbeere, Hagapfel oder Meerkirsche bekannt, kommt ursprünglich aus Regionen wie dem Mittelmeerraum, den Kanarischen Inseln oder auch Nordamerika. Die Pflanze begeistert die Menschen schon seit langer Zeit, wie die Erwähnung in Gedichten von Vergil und Ovid zeigen. In den mitteleuropäischen Gärten ist diese Pflanze heute aber ein wahrer Geheimtipp.

Der Erdbeerbaum zeichnet sich durch ein recht langsames Wachstum aus, mit einer maximalen Höhe von circa 5 bis 40 Metern im Freiland – je nach Art. Die Blätter des immergrünen Baums oder Strauchs erinnern dabei an die des Lorbeerbaums. Ab einem Alter von ungefähr fünf Jahren ist zu erwarten, dass der Erdbeerbaum Früchte trägt. Der Erdbeerbaum blüht je nach Art im Winter oder Frühjahr und zeigt hierbei seine weiß bis rosafarbenen, rispenbildende Glockenblüten, typisch für die Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), zu denen der Baum gehört. Im Frühjahr bilden sich dann die namensgebenden rot-orangefarbenen erdbeerförmigen Beeren, die im darauffolgenden Herbst geerntet werden können. Dies macht den Erdbeerbaum zu einem idealen Blickfang in kleineren und großen Gärten.

Westlicher Erdbeerbaum mit Früchten
Die Früchte des Erdbeerbaums bilden sich im Frühjahr [Foto: SaraGlop/ Shutterstock.com]

Die besten Erdbeerbaum-Arten

Die elf verschiedenen Arten des Erdbeerbaumes werden anhand ihrer Herkunft in altweltliche und neuweltliche Sorten eingeteilt. Innerhalb der altweltlichen Arten sind vor allem der Westliche Erdbeerbaum (Arbutus unedo), der Östliche Erdbeerbaum (Arbutus andrachne) und der Kanarische Erdbeerbaum (Arbutus canariensis) zu nennen. Als Vertreter der neuweltlichen Arten ist vor allem der Amerikanische Erdbeerbaum (Arbutus menziesii) bekannt. Die Erdbeerbaum-Arten unterscheiden sich optisch vor allem anhand ihrer Farbe und der Form der Blüten sowie der unterschiedlichen Wuchshöhe und Winterhärte.

Westlicher Erdbeerbaum

Der Westliche Erdbeerbaum ist vor allem im westlichen Mittelmeerraum weit verbreitet, findet sich aber vereinzelt auch an der Atlantikküste bis nach Irland. Während die meisten Obstbäume im Frühjahr blühen, ist der Erdbeerbaum ein Herbstblüher und somit ein echter Blickfang im herbstlichen Garten. Zwischen Oktober und Dezember zeigt der Westliche Erdbeerbaum dann weiße bis rosafarbene, rispenbildende Glockenblüten. Der Baum ist auf eine Fremdbefruchtung angewiesen. Um eine Befruchtung der Blüten zu ermöglichen, muss daher entweder ein Erdbeerbaum in einem benachbarten Garten stehen oder Sie pflanzen zwei dieser außergewöhnlichen Bäume in Ihren Garten. Die zwei bis drei Zentimeter großen Früchte reifen im darauffolgenden Jahr und können im Herbst während der nächsten Blüte geerntet werden. Der Westliche Erdbeerbaum erreicht eine Wuchshöhe von drei bis fünf Metern. Bei den Sorten des Westlichen Erdbeerbaumes wurde verhältnismäßig wenig Züchtungsarbeit geleistet, weshalb hier ein paar besondere Exemplare auf uns warten:

  • Arbutus unedo ‘Integerrima’: Die Besonderheit dieser Sorte ist ein besonders strauchartiger Wuchs mit strahlend weißen Blüten im Spätherbst.
  • Arbutus unedo ‘Rubra’: Diese Sorte bietet zur Blüte im Herbst ein besonderes Farbspiel mit rosa bis hellpurpurnen Blüten.
  • Arbutus unedo ‘Compacta’: Für alle, die sich ein kleines Erdbeerbäumchen als Kübelpflanze wünschen, ist diese Sorte optimal geeignet. Sie zeichnet sich durch einen besonders kleinen Wuchs mit einer maximalen Höhe von ein bis zwei Metern aus.
Früchte des Erdbeerbaumes
Nach etwa fünf Jahren können Sie die ersten Früchte an Ihrem Erdbeerbaum ernten [Foto: deata/ Shutterstock.com]

Kanarischer Erdbeerbaum

Den Kanarischen Erdbeerbaum gibt es ursprünglich nur auf den Kanarischen Inseln, wo er eine Wuchshöhe von bis zu 15 Metern erreicht. Die duftenden und im Gegensatz zu den Westlichen Erdbeerbäumen selbstbefruchtenden Blüten erscheinen im Februar in einem weißen bis rötlichen Farbton. Die Früchte sind im Spätherbst bis Winter reif und zwei bis drei Zentimeter groß.

Östlicher Erdbeerbaum

Im östlichen Mittelmeerraum wie beispielsweise in Griechenland oder Südalbanien ist der Östliche Erdbeerbaum beheimatet. Der Baum erreicht eine Höhe von maximal zwölf Metern und die meist weißen Blüten erscheinen ab Februar. Im Herbst können die circa einen Zentimeter großen orange-roten Früchte genascht werden.

Amerikanischer Erdbeerbaum

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Amerikanischen Erdbeerbaums erstreckt sich entlang der Pazifikküste Nordamerikas. Aufgrund der starken Temperaturschwankungen in dieser Region verkraftet der Amerikanische Erdbeerbaum Temperaturen zwischen -20 °C und +45 °C ohne Probleme.

Mit einer Höhe von bis zu 40 Metern und einem Stammdurchmesser bis 150 Zentimeter ist der neuweltliche Amerikanische Erdbeerbaum der größte Vertreter der Erdbeerbäume. Im Gegensatz zu den altweltlichen Erdbeerbäumen blüht der Amerikanische Erdbeerbaum zwischen April und Mai und bildet über zwölf Zentimeter große, ährenförmige Blütenstände mit kleinen zwittrigen weißen Blüten aus. Die Früchte sind mit einem Zentimeter Durchmesser aber kleiner als die Früchte des Westlichen Erdbeerbaums.

Tipp: Die Plantura Bienenweide lockt Wildbienen an, sodass die Blüten Ihres Erdbeerbaums auch im Herbst zuverlässig bestäubt werden.

Heimat des Erdbeerbaumes
Ein stattlicher Amerikanischer Erdbeerbaum an seinem Naturstandort in Nordamerika [Foto: Sundry Photography/ Shutterstock.com]

Erdbeerbaum pflanzen: Standort, Zeitpunkt und Vorgehen

Zum Einpflanzen Ihres Erdbeerbaums empfiehlt sich vor allem das Frühjahr oder der Herbst. Der Sommer eignet sich weniger, da der Erdbeerbaum nach dem Einpflanzen auf Trockenheit empfindlich reagiert. Erdbeerbäume eignen sich leider nicht als Zimmerpflanzen, sondern benötigen die Sonne in Ihrem Garten oder auf dem Balkon. Sorten wie Arbutus unedo ‘Compacta’ können dabei draußen auch im Pflanzgefäß kultiviert werden. Um Staunässe zu vermeiden, ist es ratsam bei der Kultivierung im Topf keinen Untersetzer zu verwenden.

Der richtige Standort für Erdbeerbäume

Die meisten Erdbeerbäume sind im Freiland am besten aufgehoben. Da der Baum sehr trockentolerant ist, fühlt er sich in einer trockenen und sonnenreichen Ecke in Ihrem Garten besonders wohl. Im Winter toleriert der Amerikanische Erdbeerbaum Temperaturen von -15 bis -20 °C, alle anderen Arten benötigen unbedingt einen Winterschutz und können nur in geschützten Lagen gepflanzt werden. Bei jungen Erdbeerbäumchen empfiehlt sich zunächst eine Kultivierung im Topf und das frostfreie Überwintern, bis der Baum im Alter von fünf Jahren ausreichend winterhart ist und ausgepflanzt werden kann.
Der Erdbeerbaum ist bezüglich des Bodens wenig anspruchsvoll und gedeiht auch auf weniger fruchtbaren Böden. Das Substrat sollte sandig und humos bis leicht lehmig und gut wasserdurchlässig sein.

So pflanzt man einen Erdbeerbaum

Zum Pflanzen Ihres Erdbeerbaums heben Sie ein Loch der anderthalbfachen Größe des Ballens aus. Vor allem bei Bäumen über eineinhalb Metern Höhe empfehlen wir einen Holzpfalz als Stütze. Mit einer Baumanbindung aus Kokosstrick kann der Baum am Holzpfahl fixiert werden. Pfahl und Baum dürfen dabei allerdings nicht aneinander liegen, sonst wird die Rinde durch das Scheuern beschädigt. Nach der Pflanzung wässern Sie das Bäumchen reichlich, am besten mithilfe eines Gießrandes. Vor allem in den nächsten drei Wochen sollte nun auf eine gute Wasserversorgung geachtet werden. Für die Kultivierung eines kleinen Erdbeerbäumchens in einem Kübel oder die Verbesserung Ihres Gartenbodens ist unsere Plantura Bio-Blumenerde optimal geeignet und kann so die Blühfreude des Bäumchens fördern.

Tipp: Wegen der eingeschränkten Winterhärte empfehlen wir, die Stämme und Äste aller Arten von Erdbeerbäumen in besonders kalten Nächten oder Lagen mit beispielsweise einem Jutesack zu schützen – das gilt insbesondere, wenn die Bäume noch jung sind.

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Zusammenfassung Erdbeerbaum pflanzen:

  • Freilandanbau oder Kultivierung in Pflanzgefäßen möglich
  • Sonne bis Halbschatten
  • Warmer und windgeschützter Standort
  • Keine Temperaturen unter -15 °C
  • Keine Staunässe
  • Lockerer, leicht saurer Boden
  • Pflanzung im Frühjahr oder Herbst
  • Baum nach der Pflanzung stützen
  • Am Anfang reichlich wässern
  • Nach zwei bis drei Wochen Düngung mit Plantura Bio-Blumendünger

Erdbeerbaum pflegen, düngen und gießen

Der Erdbeerbaum ist sehr trockentolerant, was ihn zu einem pflegeleichten Blickfang in Ihrem Garten macht. Schädlinge sind für den Erdbeerbaum kein großes Thema. Nur Blattläuse können gelegentlich am Baum beobachtet werden. Der Befall hält sich jedoch in der Regel in Grenzen. Falls nicht können Sie Nützlinge gegen die Blattläuse ins Feld schicken. Hier erfahren Sie mehr zur Bekämpfung von Blattläusen durch Nützlinge.

Da die Pflanze auch auf nährstoffarmen Böden gedeiht, reicht eine Düngergabe im Frühjahr und im Sommer, beispielsweise mit unserem Plantura Bio-Blumendünger, aus. So wird eine langanhaltende Versorgung mit essentiellen Nährstoffen bereitgestellt.

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Gegossen wird das Bäumchen am besten mit aufgefangenem Regenwasser. Dieses ist gut für die Umwelt und enthält im Vergleich zu Leitungswasser weniger Kalk, was dem Erdbeerbaum zugutekommt.

Erdbeerbaum schneiden

Bei jungen Erdbeerbäumchen können im Frühjahr die Triebspitzen etwas eingekürzt werden, um ein dichteres Wachstum zu fördern. Hierbei sollte eine scharfe Gartenschere verwendet werden, um das Quetschen des Holzes zu vermeiden. Eine glatte Schnittfläche bietet Pilzen weniger Angriffsfläche und hilft, den Baum gesund zu halten. Ältere Bäume entwickeln sich ohne Eingriff in das Wachstum am besten. Starke Rückschnitte ins alte Holz sollten, wenn möglich, vermieden werden. Altholz sollte aus der Krone entfernt und der Ast bis auf grünes, also noch lebendes Gewebe, zurückgeschnitten werden.

Erdbeerbaum vermehren

Sowohl eine vegetative Vermehrung über Stecklinge als auch eine generative Vermehrung des Erdbeerbaums über die Samen in den Früchten ist möglich:

Die Vermehrung über Samen ist dabei etwas aufwendiger: Die Samen quellem einige Stunden im Wasser und werden anschließend zwei Monate im Kühlschrank gelagert, wo sie beginnen zu keimen. Anschließend können die gekeimten Samen gepflanzt werden.

Stecklinge des Erdbeerbaums können im Herbst aus verholzten, aber nicht zu alten Trieben geschnitten werden. Die Blätter der circa zehn Zentimeter langen Stecklinge werden bis auf die obersten beiden entfernt und in Erde gesteckt. Die Stecklinge werden dann mit einer durchsichtigen Haube abgedeckt und bei Zimmertemperatur an einen hellen Ort gestellt. Aus den Stecklingen wachsen dann neue Erdbeerbäumchen.

Sind die Früchte des Erdbeerbaums giftig oder essbar?

Die wie Erdbeeren aussehenden Früchte können im Herbst geerntet werden. Die Früchte des Erdbeerbaums sind essbar, haben einen süßsäuerlichen bis süßen Geschmack und eine leicht mehlige Konsistenz. Sie können roh genascht oder in der Küche zu einer ganz besonderen Marmelade verarbeitet werden.

Essbare Früchte des Erdbeerbaumes
Die Früchte des Erdbeerbaums sind auch roh genießbar [Foto: Iridica/ Shutterstock.com]

Neben dem Erdbeerbaum gibt es noch zahlreiche weitere spannende exotische Obstbäume, von denen wir Ihnen in unserem Spezial-Artikel zu unbekannten Obstsorten einige vorstellen möchten.

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