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Fetthenne: Pflanzen, Pflegen & schöne Sorten im Überblick

Die Fetthenne (auch Sedum oder Mauerpfeffer) kann Ihren Garten das ganze Jahr über verschönern. Informationen zu den zahlreichen Sorten der Staude sowie alles Wissenswerte zu Pflanzen, Pflegen, Vermehren und Überwintern der Fetthenne finden Sie in diesem Artikel.

Fette Henne mit rosa Blüten
Die Pracht-Fetthenne blüht zwischen August und September und bietet Insekten damit wertvolles Futter, wenn das Nahrungsangebot langsam geringer wird [Foto: as_trofey/ Shutterstock.com]

Der Name Fetthenne (Sedum) bezeichnet eine Gattung in der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Weltweit existieren über 400 verschiedene Arten und zahlreiche Sorten, von denen sich viele in unseren heimischen Gärten wohlfühlen. Sedum-Arten werden auch häufig „Fette Henne“ genannt. Dieser Name wird allerdings auch synonym für einen Speisepilz, die „Krause Glucke“ verwendet.

Fetthenne: Eigenschaften und Herkunft

Mit den Namen Fetthenne und Mauerpfeffer werden zahlreiche eng verwandte Arten innerhalb der Gattung Sedum zusammengefasst. Die Begriffe werden häufig synonym verwendet, obwohl sich die beiden Artgruppen etwas in ihrer Wuchsform unterscheiden. Während unter „Fetthenne“ vor allem die höheren, horstig wachsenden Sedum-Stauden zusammengefasst werden, versteht man unter „Mauerpfeffer“ eher die bodendeckenden, teppichbildenden Arten. Die meisten Fetthennen-Arten sind in Nordamerika sowie in Asien verbreitet. Darüber hinaus findet man auch Sedum-Arten in Europa, im Nahen Osten und in Afrika. Insgesamt gelten die subtropischen und gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel als natürliches Verbreitungsgebiet der Gattung Sedum.

Blätter der Fetthenne
Ein gemeinsames Merkmal der Sedum-Arten sind die fleischigen Blätter, die den Pflanzen als Wasserspeicher dienen [Foto: Viktoriya Krayn/ Shutterstock.com]

Neben der Wuchsform unterscheiden sich die verschiedenen Sedum-Arten und -Sorten in der Blätter- und Blütenfarbe sowie in der Anordnung ihrer Blätter. Zudem weisen die Fetten Hennen teilweise unterschiedliche Blütezeiten auf. Als gemeinsame Merkmale sind die fleischigen Blätter zu nennen, die den Pflanzen als Wasserspeicher dienen, sowie die damit verbundene Anpassung an trockene und magere Standorte. Je nach Art und Sorte erblühen die Sedum-Stauden bereits zwischen Juni und Juli oder im Laufe des Sommers bis in den Herbst hinein. Damit sind sie wertvolle Futterspender für die noch spät im Jahr umherfliegenden Bienen und Wildbienen.

Die schönsten Arten und Sorten der Fetthenne

Beliebte Fetthenne-Sorten, beziehungsweise für den Garten geeignete Arten der Gattung Sedum sind unter anderem:

  • Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre): 5 bis 10 cm hohe bodendeckende, immergrüne Staude; breitet sich teppichartig aus; eiförmige, grüne und fleischige Blätter; zahlreiche gelbe, sternförmige Blüten zwischen Juni und Juli.
Scharfer Mauerpfeffer mit gelben Blüten
Der Scharfe Mauerpfeffer öffnet zwischen Juni und Juli seine leuchtend gelben Blüten [Foto: yykkaa/ Shutterstock.com]
  • Weiße Fetthenne oder Rotmoos-Mauerpfeffer (Sedum album ˈLaconicumˈ): Circa 5 bis 15 cm hohe bodendeckende, teppichbildende Staude; sternförmige, doldenartig angeordnete Blüten in strahlendem Weiß zwischen Juli und August; eher starkwüchsig; Laub verfärbt sich teilweise in der Sonne braunrot.
Sedum album mit weißen Blüten
Die sternförmigen Blüten von Sedum album leuchten in strahlendem Weiß [Foto: Irina Borsuchenko/ Shutterstock.com]
  • Pracht-Fetthenne oder Prächtiges Fettblatt (Sedum spectabile ˈBrillantˈ): 40 bis 50 cm hohe horstbildende Staude; ovale, hell-grüne, sukkulente Blätter mit gebuchtetem Blattrand; große doldenförmige Blüten in prächtigem Purpurrot von August bis September; kann auch gut in etwas feuchteren Böden wachsen.
Pracht-Fetthenne mit rosa Blüten
Die Pracht-Fetthenne Sedum spectabile wächst als horstige, 50 bis 70 cm hohe Staude [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]
  • Purpur-Fetthenne oder Hohes Fettblatt (Sedum telephium ˈHerbstfreudeˈ): 50 bis 70 cm hohe buschige, stark horstig wachsende Staude; große, doldenförmige Blüten in Braunrot spät im Jahr (August bis September); ovale, graugrüne, sukkulente Blätter, die sich im Herbst gelblich färben; kann auch gut auf etwas feuchteren Standorten wachsen.
Sedum telephium
Von Sedum telephium gibt es auch rotlaubige Sorten [Foto: Flower_Garden/ Shutterstock.com]

Fetthenne pflanzen: Standort und Zeitpunkt

Die Fetthenne eignet sich hervorragend als Bepflanzung von Steinanlagen, Freiflächen mit Heidecharakter oder als Dachbegrünung. Sie bevorzugt vor allem trockene, flachgründige Standorte mit einem sandigen, durchlässigen Substrat. Aber auch eine Kultivierung von Sedum im Topf ist möglich. Die meisten Fetthennen-Arten bevorzugen einen vollsonnigen Standort, doch es gibt auch Arten, die gut an den Halbschatten angepasst sind. Der Boden sollte einen alkalischen bis neutralen pH-Wert haben und durch einen hohen Stein-, Kies- oder Sandanteil gut durchlässig sein.

Insgesamt gelten Sedum-Arten als sehr anspruchslose Pflanzen, die einen ausgesprochen niedrigen Nährstoffbedarf haben. Dementsprechend sollte ein nährstoff- und humusarmes Substrat gewählt oder hergestellt werden. Zu nährstoffreiche Erden lassen die Fetthennen nämlich anfällig für Frost und Krankheiten werden. Im Garten sollten Sie stets einen Teil Boden mit zwei Teilen Sand oder Kies vermischen, damit die erforderliche Durchlässigkeit erreicht wird.

Wenn Sie die Fetthenne oder den Mauerpfeffer im Topf kultivierten möchten, eignet sich eine nährstoffarme Erde wie beispielsweise unsere torffreie Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde sehr gut. Mit ihrem geringen Nährstoffgehalt erfüllt sie die Ansprüche der Sedum-Arten optimal. Für eine verbesserte Durchlässigkeit sollte ein Drittel Sand hinzugefügt werden und eine Drainageschicht aus Steinen, Kies oder Tonscherben auf dem Gefäßboden platziert werden.

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Die Fetthenne beziehungsweise der Mauerpfeffer können grundsätzlich das ganze Jahr über gepflanzt werden. Der beste Zeitpunkt ist jedoch das Frühjahr, da die Pflanzen bis zum Herbst genug Zeit haben, anzuwachsen und sich zu entwickeln.

Pflege der Fetthenne

Die Fetthenne ist sehr pflegeleicht. Befindet sie sich am richtigen Standort, gedeiht sie auch ohne viel Aufwand. Auf ein paar Eigenheiten sollte man jedoch achten.

Fetthenne schneiden

Die flachen, teppichbildenden Mauerpfeffer-Sorten müssen nicht geschnitten werden. Wenn sie zu groß werden, können Teile der Rhizome abgetrennt und an anderen Orten wieder eingepflanzt werden.

Die höheren Fetthennen sind schnittverträglich und können beispielsweise im Herbst geschnitten werden. Man kann aus den dekorativen Blüten, zum Beispiel in Kombination mit Hagebutten und Heidekraut, hübsche Herbstkränze oder -sträuße binden.

Fetthenne Standort
Fühlt sich die Fetthenne an ihrem Standort wohl, gedeiht sie fast ohne Pflege [Foto: VH-studio/ Shutterstock.com]

Tipp: Wenn Sie Blütenstiele für die Vase oder ein Gesteck schneiden möchten, sollten Sie stets dicht über einem Blatt ansetzen. So wird die Chance erhöht, dass die Fetthenne an dieser Stelle erneut austreibt.

Aufgrund ihres besonderen Zierwertes können die Blütenstiele jedoch auch wunderbar den ganzen Winter stehen gelassen und erst im folgenden Frühjahr vor dem Neuaustrieb geschnitten werden. Die Stiele mit den üppigen Blütenständen sind dann vertrocknet und können um ein bis zwei Drittel eingekürzt werden. Verholzte Pflanzenteile sollte man dicht über dem Boden abschneiden, damit die Stauden verjüngt werden und anschließend wieder kraftvoll austreiben können.

Fetthenne düngen und gießen

Die Fetthenne hat nicht nur einen geringen Nährstoffbedarf, sie reagiert sogar empfindlich auf eine zu starke Düngung. Neben der Herstellung eines nährstoff- und humusarmen Substrats sollten Sedum-Arten also auch nicht viel gedüngt werden. Bei im Topf wachsenden Sedum-Pflanzen sollte das Substrat jedoch gelegentlich ausgetauscht oder mit einem Bodenaktivator, wie beispielsweise unserem Plantura Bio-Bodenaktivator, aufbereitet werden.

Auch eine zu hohe Wasserversorgung kann den Fetthenne- und Mauerpfeffer-Pflanzen schaden. Man sollte die Trockenheitsspezialisten nur selten gießen und dafür sorgen, dass überschüssiges Gießwasser schnell abläuft. So können Sie vermeiden, dass die Pflanzen anfälliger für Fröste und Schädlinge werden oder eine verminderte Standfestigkeit aufweisen.

Tipp: Insbesondere bei Topfpflanzen kann aufgrund des geringen Erdvolumens vermehrt Staunässe auftreten. Mit einem Abflussloch im Gefäßboden und einer Drainageschicht aus Kies oder Tonscherben kann dem erfolgreich entgegengewirkt werden.

Fetthenne vermehren: So funktioniert es

Die Fetthenne kann auf drei verschiedene Arten vermehrt werden. Man kann sie unkompliziert durch Teilung, vegetativ über Stecklinge oder generativ durch Samen vermehren.

Werden bodendeckende Sedum-Arten zu groß, kann man einfach ein Stück mit einem Spaten abstechen, es vorsichtig aus dem Substrat lösen und an einer anderen Stelle wieder einpflanzen. Alternativ können im Frühjahr Stecklinge geschnitten werden und diese anschließend in mit Substrat befüllte Anzuchtgefäße gegeben werden. Bei gelegentlicher Befeuchtung bewurzeln sie sich innerhalb einiger Wochen und können ausgepflanzt werden.
Auch die Vermehrung durch Samen gelingt meist zuverlässig. Die Samen können in den Monaten Oktober und November geerntet und getrocknet werden. Zwischen März und Mai werden sie im Garten oder auf dem Balkon ausgesät. Da die Fetthenne zu den Lichtkeimern gehört, dürfen die Samen nicht mit Substrat bedeckt werden. Man drückt sie nur leicht an und hält das Substrat bis zur Keimung feucht.

Ist die Fetthenne winterhart?

Die Fetthenne ist bei uns frosthart. Entsprechend ihrer Winterhärtezone von 6 – 7 übersteht sie Temperaturen bis in den zweistelligen Minusbereich (-12 bis -23 °C) und benötigt daher keinen Winterschutz.

Mauerpfeffer im Schnee
Die vertrockneten Blütenstiele der winterharten Fetthenne wirken auch bei Schnee und Frost sehr dekorativ [Foto: Tatiana Kuklina/ Shutterstock.com]

Giftigkeit der Fetthenne

Die Fetthenne enthält giftige Alkaloide und weitere Substanzen wie Flavonoide und Glykoside, die je nach Konzentration toxisch wirken.

Ist die Fetthenne giftig für Mensch und Tier?

Aufgrund der meist geringen Konzentration toxischer Substanzen gilt die Fetthenne als schwach giftig. Allerdings ist zu beachten, dass sich die verschiedenen Sedum-Arten in ihrem Alkaloid-Gehalt unterscheiden.

Kann man die Fetthenne essen?

Auch wenn sie nur als schwach giftig gilt, sollte die Fetthenne nicht verspeist werden.

Wenn Sie sich für weitere Pflanzen interessieren, die wunderbar an trockenen Standorten gedeihen und nicht oder kaum gegossen werden müssen, werden Sie in unserem Spezialartikel über pflegeleichte Pflanzen fündig.

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