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Ficus Ginseng: Pflanzen & Pflege der Chinesischen Feige

Ein Baum auf der Fensterbank? Mit dem Ficus Ginseng ist das möglich. Wir zeigen Ihnen, wie das funktioniert und wie Sie die Chinesische Feige richtig pflegen.

Ficus Ginseng im Topf
Der Ficus Ginseng ist der optimale Bonsai für zuhause [Foto: Olga Miltsova/ Shutterstock.com]

Der Ficus Ginseng (Ficus microcarpa) ist eine beliebte Art von Bonsai mit modernem und zugleich fernöstlichem Flair. Mit seinem dichten und kompakten Wachstum und den dekorativen dunkelgrünen Blättern passt der Ficus Ginseng in jede Wohnung. Wir zeigen Ihnen worauf Sie bei der Pflege achten sollten.

Ficus Ginseng: Herkunft und Eigenschaften

Ebenso vielfältig wie die Formen, die Ficus microcarpa annehmen kann, sind die Synonyme unter denen der Bonsai bekannt ist. Der bei uns am häufigsten verwendete Name ist Ficus Ginseng. Dieser Name leitet sich von der besonders dicken Wurzel des Ficus ab, die in ihrer Form einer Ginseng-Wurzel (Panax ginseng) ähnelt. Doch Ficus microcarpa wird auch häufig Ficus microcarpa-Ginseng, Chinesische Feige, Indischer Lorbeer oder Lorbeerfeige genannt.

Ursprünglich stammt die Lorbeerfeige aus den subtropischen Regionen Südostasiens und Australiens. Am Naturstandort erreicht der Baum eine Höhe von etwa 30 Metern. Ficus microcarpa verzweigt sich natürlicherweise sehr stark und ist außerdem besonders schnittverträglich. Daraus resultiert eine gute Eignung zur Kultivierung als Bonsai. Diese umfasst die Aufzucht von Stecklingen, einen einmaligen starken Schnitt und anschließend den wiederholten Formschnitt, außerdem eine starke Reduzierung des Wurzelraumes. Das Ergebnis ist ein Ficus Ginseng in der Größe von 30 bis 150 cm, wie er im Gartencenter zu erwerben ist. Bei besonders kleinen Bäumchen wird der Ficus Ginseng mit einem Alter von etwa zehn Jahren kurz über der Wurzel abgeschnitten und ein arteigener Trieb darauf gepfropft. Die dekorativ geschwungene Basis der Pflanze ist eigentlich kein Stamm, sondern ein Teil der Wurzel.

Ficus Ginseng Bonsai Baum
Ficus Ginseng gibt es in unterschiedlichen Formen und Größen [Foto: Rosamar/ Shutterstock.com]

Die Blätter sind dunkelgrün gefärbt und weisen an der Blattoberseite einen leichten Glanz auf. Falls sichtbar, ist der Stamm mit einer braunen bis grauen Borke bedeckt.
In der Regel blüht die Chinesische Feige als Bonsai in einer Wohnung nicht. Doch auch ohne Blüten ist die Pflanze schön anzusehen. Sollte Ficus Ginseng doch Blüten bilden, sind diese klein und unscheinbar an den Blattachseln zu finden.

Ficus Ginseng pflanzen

Da die meisten Ficus microcarpa-Ginsengs als Bonsai oder zumindest im Stil eines Bonsais kultiviert werden, ist das Pflanzgefäß ein wichtiger Bestandteil des Erscheinungsbildes und der richtigen Pflege. Als Faustformel kann man sagen: Je flacher die Schale, desto häufiger muss gegossen werden und desto wichtiger ist es, ein hochwertiges und strukturstabiles Substrat zu wählen, das nicht zusammensackt. Und weiterhin: Je kleiner das Pflanzgefäß, desto schwächer wächst der Ficus Ginseng und umso leichter lässt er sich als Bonsai halten. Deswegen sind Bonsaischalen flach und bieten den Wurzeln kaum Platz zur Weiterentwicklung.
Wenn Sie seltener gießen und eine normale Erde verwenden möchten, können Sie eine größere Schale wählen. Diese sollte mindestens halb so hoch wie breit sein und den Wurzeln Platz zur Entfaltung bieten. Behalten Sie hierbei aber im Hinterkopf, dass ein Ficus Ginseng in einer großen Schale eventuell bald kein kleiner Bonsai mehr sein wird.

Ficus Ginseng im Terrarium
Ficus Ginseng kann auch als Minigarten gepflanzt werden [Foto: qnula/ Shutterstock.com]

Der passende Standort für die Chinesische Feige

Am wohlsten fühlt sich Ficus microcarpa an einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Eine normale Raumtemperatur von 18 bis 22 °C ist genau richtig für die Zeit zwischen März und Oktober bis zur Überwinterung. Starke Zugluft oder Temperaturschwankungen verträgt die Chinesische Feige nicht. Der Ficus Ginseng ist damit auch als Pflanze im Schlafzimmer gut geeignet. Im Hochsommer kann der Ficus auch draußen kultiviert werden, allerdings nur, wenn die Temperaturen in der Nacht nicht unter 15 °C sinken und er vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden kann.

Vorgehen beim Pflanzen

Da in Relation zur Pflanze oft ein relativ kleines Pflanzgefäß gewählt wird, ist die Qualität und vor allem Stabilität des Pflanzsubstrates besonders wichtig. Der Ficus Ginseng benötigt eine Erde mit hoher Wasserspeicherfähigkeit und gleichzeitig guter Durchlüftung. Empfehlenswert ist eine Mischung aus hochwertiger Pflanzerde, Lavasplitt und Akadama-Erde zu gleichen Teilen. Ebenfalls möglich ist die Mischung aus lockerer Kräutererde oder Ansaaterde, Akadama und Bims im Verhältnis 2:1:1.
Als Basis können beispielsweise unsere Plantura Bio-Universalerde oder die Plantura Bio-Aussaat- und Kräutererde dienen, die beide torffrei und durch einen hohen Kokosfaseranteil locker und strukturstabil sind.

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Pflege von Ficus Ginseng

Vor allem eine angepasste Wasserversorgung und eine gute Nährstoffversorgung sind wichtig für eine erfolgreiche Pflege des Ficus Ginseng. Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, beispielsweise durch wöchentliches Besprühen mit kalkarmem Wasser oder durch einen Standort im Badezimmer, wirkt sich positiv auf die Gesundheit des Ficus Ginseng aus. Die Chinesische Feige wird jedoch ohnehin kaum von Pflanzenkrankheiten befallen. Auch der Befall von Ficus Ginseng durch Schädlinge ist eher selten.

Ficus Ginseng gießen

Die Wasserversorgung gehört zu den Schlüsselpunkten für eine erfolgreiche Pflege des Ficus microcarpa-Ginseng. Aufgrund des kleinen Pflanzgefäßes trocknet das Substrat rasch aus, sollte aber immer mäßig feucht gehalten werden. Meist ist der richtige Zeitpunkt zum Gießen, wenn das Substrat oberflächlich angetrocknet ist. Zum Gießen eignet sich am besten Regenwasser. Falls Sie dies nicht zur Hand haben, ist auch Mineralwasser eine gute Alternative. Kalkhaltiges Leitungswasser ist nicht empfehlenswert, da hierbei unschöne Kalkablagerungen am Pflanzgefäß entstehen können. Wie Sie Ihren Bonsai richtig gießen haben wir in unserem Spezialartikel für Sie zusammengestellt.

Ficus Ginseng mit Sprühflasche
Ficus Ginseng gedeiht bei hoher Luftfeuchtigkeit besser [Foto: Meteoritka/ Shutterstock.com]

Ficus Ginseng düngen

Das Düngen mit einem Flüssigdünger ist bei der Kultivierung des Ficus Ginseng – wie bei allen Bonsais – besonders wichtig. Vor allem im Zeitraum von März bis September sollte aufgrund des Wachstums und der geringen Substratmenge auf eine gute Nährstoffversorgung geachtet werden. In dieser Zeit ist ein Düngeintervall von einmal pro Woche oder alle zwei Wochen sehr gut. Wir empfehlen Ihnen, auf einen speziellen Zimmerpflanzendünger zu achten wie unseren Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger. Weitere hilfreiche Tipps, zum Thema Bonsai düngen, sind in unserem Spezialartikel zu finden.
Im Winter ist ein Intervall von einer Düngung pro Monat für den Ficus Ginseng aufgrund des reduzierten Wachstums völlig ausreichend.

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Ficus Ginseng schneiden

Das regelmäßige Schneiden ist beim Kultivieren eines Bonsais sehr wichtig. Wenn Sie sich für einen bereits in Form gebrachten Ficus-Ginseng-Bonsai entschieden haben, wird Ihnen das Schneiden einfach gemacht. Als Richtwert für einen Rückschnitt im Frühjahr gilt: Spätestens dann, wenn ein Trieb acht neue Blätter gebildet hat, sollte er um die Hälfte eingekürzt werden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Krone insgesamt zu groß wird, kann die Pflanze auch stärker geschnitten werden. Da Ficus Ginseng sehr schnittverträglich ist, verzeiht er auch Schnitte ins mehrjährige Holz. Genauere Informationen rund um das Thema „Bonsai schneiden“ finden Sie in unserem Artikel.

Ficus Ginseng auf dem Fensterbrett
Ein heller Standort ohne direkte Sonne ist optimal [Foto: Olga Miltsova/ Shutterstock.com]

Tipp: Um Triebe in eine bestimmte Wuchsrichtung zu lenken, können diese mit einem Draht umwickelt und leicht gebogen werden – man nennt diesen Vorgang das Drahten oder Formieren.

Ficus Ginseng verliert Blätter: Was tun?

Lichtmangel oder ein Standortwechsel sind häufige Ursachen, wenn Ihr Ficus Ginseng grüne Blätter verliert. Wenn Sie Ihren Ficus Ginseng neu gekauft oder an einen neuen Standort gestellt haben, ist ein moderater Blattverlust normal. Dieser stoppt nach wenigen Wochen. Könnte Lichtmangel die Ursache sein, sollte ein hellerer Standort gewählt und der Ficus Ginseng am neuen Standort für mindestens vier Wochen belassen werden. Tritt keine Besserung ein, könnte die Wasserversorgung die Ursache sein. Denn auch bei Trockenheit oder Staunässe kommt es zu Blattverlust. Fühlt sich die Erde immer sehr feucht an oder riecht modrig, sollten Sie die Wasserzufuhr reduzieren. Bei trockenem Substrat hingegen sollte häufiger gegossen werden.
Sind die Blätter des Ficus Ginseng heller geworden oder färben sie sich gelb, kann eine häufigere Düngergabe oder ein Umtopfen Abhilfe schaffen.

Überwinterung von Ficus Ginseng

Ficus microcarpa-Ginseng lässt sich unkompliziert überwintern. Ein etwas kühlerer Raum wie ein Gästezimmer, Treppenhaus oder das Schlafzimmer sind sehr gut geeignet. Das Temperaturoptimum liegt bei 15 bis 18 °C. Auch im Winterquartier ist ein heller Standort wichtig. Eine Fensterbank über einer Heizung ist aufgrund der sehr trockenen Luft allerdings nicht zu empfehlen.

Ficus Ginseng und andere Pflanzen auf dem Fensterbrett
Ein kühler heller Ort ist im Winter gut geeignet für Ficus Ginseng [Foto: Olga Miltsova/ Shutterstock.com]

Ficus Ginseng vermehren

Zwar lässt sich Ficus Ginseng durch Stecklinge vermehren, allerdings sollte hierbei bedacht werden, dass nicht sofort kleine Bonsais entstehen, sondern zunächst große, wüchsige Pflanzen. Die Mutterpflanze wurde auf eine ganz spezielle Weise geschnitten und kultiviert, was in Eigenarbeit einen gewissen Aufwand und ein paar Jahre Geduld bedarf.
Es werden etwa 7 cm lange, verholzte Triebe abgeschnitten und in Aussaaterde wie unsere Plantura Bio Aussaat- und Kräutererde gesteckt. Diese Triebstücke fallen oft an, wenn Sie Ihren Bonsai schneiden. Die Stecklinge samt Topf sollten mit einer Folie abgedeckt und an einem warmen Ort mit einer Temperatur von 25 bis 30 °C kultiviert werden. Nach etwa drei Wochen haben die Stecklinge Wurzeln gezogen und neue Knospen sind zu sehen.
Die Vermehrung über Samen ist zwar möglich, jedoch sehr aufwendig.

Ficus Ginseng umtopfen

Der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen des Ficus Ginseng ist dann gekommen, wenn das Substrat komplett durchwurzelt ist oder die Wurzeln an der Gefäßwand im Kreis wachsen. In der Regel ist das alle zwei bis drei Jahre der Fall. Im Frühjahr können dann die Pflanze aus ihrem Pflanzgefäß genommen und die Wurzeln soweit möglich von der alten Erde befreit werden. Die Wurzeln sollten leicht eingekürzt werden, allerdings längst nicht so stark, wie dies bei anderen Bonsais durchgeführt wird. Als neues Pflanzgefäß eignet sich eine Bonsaischale, die im Durchmesser etwa 1 cm breiter ist als die vorherige. Das neue Substrat kann nun mit einem Holzstab festgedrückt werden. Wie Sie beim Umtopfen am besten vorgehen, haben wir für Sie in unserem Spezialartikel zum Thema „Bonsai umtopfen“ zusammengestellt.

Ficus Ginseng wird umgetopft
Wenn das Substrat stark durchwurzelt ist sollte der Ficus Ginseng umgetopft werden [Foto: Olga Miltsova/ Shutterstock.com]

Ist der Ficus Ginseng giftig?

Alle Pflanzenteile des Ficus Ginseng sind giftig. Daher ist es wichtig, darauf Acht zu geben, dass Kinder oder Haustiere keine Blätter oder andere Pflanzenteile verschlucken. Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden sind häufige Symptome.
Ficus Ginseng ist auch für Haustiere – insbesondere für Nagetiere, Katzen und Hunde – giftig und kann sogar lebensbedrohlich sein.
Beim Schneiden und Pflegen des Ficus Ginseng sollten Sie darauf achten, dass Ihre Haut und Schleimhäute nicht in Kontakt mit dem weißen Pflanzensaft kommen, denn das könnte zu Hautreizungen führen.

Auch der Gummibaum gehört zur Gattung Ficus und ist eine beliebte Zimmerpflanze. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Gummibäume richtig pflegen.

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