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Flachs: Anpflanzen & Pflegen des Gemeinen Leins

Der Lein ist eine uralte Nutzpflanze. Er wird als Flachs, Öl-Lein oder für Leinsamen angebaut. Wir stellen die Lein-Pflanze vor und geben Tipps zu Sortenwahl, Aussaat und Pflege.

Lein
Der Lein ist eine uralte Nutz- und Heilpflanze [Foto: SakSa/ Shutterstock.com]

Der Gemeine Lein (Linum usitatissimum) wird seit Jahrtausenden als Heil-, Faser- und Nahrungspflanze angebaut. Wie Sie Leinsamen im eigenen Garten anpflanzen und erfolgreich kultivieren, erfahren Sie in diesem Artikel.

Flachs: Herkunft und Eigenschaften

Lein gehört zur Familie der Leingewächse (Linaceae), welche etwa 90 verschiedene Arten umfasst. Diese sind weltweit verbreitet, finden sich aber besonders im Mittelmeergebiet und im Südwesten der USA. Der Gemeine Lein stammt ursprünglich aus dem Irak, wo er schon um 5000 v. Chr. als Heilpflanze bei Atemwegserkrankungen genutzt wurde. Leinfasern kleideten außerdem bereits Mumien ein, so fand man versteinerte Leinsaat in verschiedenen ägyptischen Pyramiden.
Der Flachs-Lein wächst zu einer einjährigen, 50 – 120 cm hohen, zierlichen Pflanze mit lanzenförmigen Blättern heran. Die radiäre, fünfzählige Leinsaat-Blüte erscheint zwischen Ende Mai und August. Sie kann blau, weiß oder seltener rosa gefärbt sein. Lein ist vorwiegend selbstbestäubend. Er wird kaum von Insekten besucht, da er wenig Pollen und Nektar bietet. Aus den bestäubten Lein-Blüten entwickeln sich rundliche und spitz zulaufende Samenkapseln, die aus fünf Abteilen mit je zwei glänzenden, eiförmigen, braun oder golden gefärbten Samen bestehen. Diese reifen ab Ende Juli bis September heran, während sich die gesamte Pflanze zunehmend braun verfärbt und abstirbt. Die Erntezeit beginnt, wenn die Samen in den Kapseln zu rascheln beginnen.

blühender Flachs
Die Blütezeit des Leins beginnt Ende Mai und dauert bis August, wenn die ersten Samenkapseln ausreifen [Foto: Olga_Golub/ Shutterstock.com]

Sind Flachs und Lein das Gleiche? Bei Flachs und Lein handelt es sich um dieselbe Pflanzenart, nur um verschiedene Nutzungsarten. Für den Flachsanbau wird Faser-Lein (Linum usitatissimum convar. elongatum) genutzt. Hier liegt der Fokus auf hohen, langgestreckten, unverzweigten Pflanzen. Währenddessen sollen bei Leinsaat (Linum usitatissimum convar. mediterraneum) primär viele Samenkapseln mit hohem Ölgehalt gebildet werden.

Die besten Lein-Arten & -Sorten

Neben Nutz-Lein können auch weitere Lein-Arten im Garten angepflanzt werden. Wir stellen die schönsten Arten und Sorten von Lein vor.

Goldflachs (Linum flavum)

Der Goldflachs ist eine heimischer, mehrjähriger Lein mit hellgelben bis goldgelben Blüten. Die Pflanzen erreichen eine Wuchshöhe von etwa 30 cm und sterben im Herbst oberirdisch ab. Goldflachs ist gut winterhart, sollte aber in sehr kalten Gegenden mit Reisig oder Laub abgedeckt werden. Die Sorte ‘Compactum‘ ist mit 20 cm eine kleinwüchsige Auslese des Goldflachses.

Goldflachs
Der mehrjährige Goldflachs bildet stark verzweigte und reichblühende Pflanzen aus [Foto: Yulia_B/ Shutterstock.com]

Gemeiner Lein (Linum usitatissimum)

Bei der Sortenauswahl für Gemeinen Lein unterscheiden sich die Sorten je nach Nutzungsart. Flachspflanzen werden meist deutlich höher und bilden wenige Samen aus. Öl-Lein-Sorten entwickeln braune bis goldfarbene Samen, bringen einen guten Ertrag an Leinsaat und besitzen oft einen hohen Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren.

Lein-Sorten für Leinsamen und zur Ölgewinnung:

  • ‘Ingot‘: Lein-Sorte mit eher kleineren, goldfarbenen Samen und recht hohen Pflanzen, die trotz der Wuchshöhe standfest bleiben. Die Reife erfolgt mittelfrüh ab August.
  • ‘Lirina‘: Ölreiche und ertragsstarke Leinsamen-Sorte mit blauen Blüten und mittelfrüher Reife. Sie neigt etwas zu Echtem Mehltau und ist auf schwereren Böden nicht so standfest wie andere Sorten.
  • ‘LS Koral‘: Goldlein-Sorte mit hellgelben Samen und hohem Ölgehalt. Die Reife erfolgt mittelspät ab August bis September.
  • ‘Serenade‘: Weißblühende Leinsorte mit hohem Ertragspotential an Samen, aber geringerem Ölgehalt. Die Pflanzen erreichen nur eine mittlere Wuchshöhe und sind daher gut standfest.
braune und goldene Leinsamen
Leinsamen sind braun oder golden gefärbt [Foto: PENpics Studio/ Shutterstock.com]

Flachs-Sorten zur Fasernutzung:

  • ‘Avian‘: Flachs mit sehr guter Faserqualität und hohen Erträgen. Die Jugendentwicklung ist eher zögerlich und die Pflanzen neigen bei Wind und Wetter leichter zum Umknicken als andere Sorten.
  • ‘Felice‘: Sorte mit sehr hohem Faserertrag und guter Krankheitsresistenz. Die Jungpflanzen der Sorte ‘Felice‘ wachsen langsam. Ihre Abreife erfolgt mittelspät.
  • ‘Lisette‘: Flachs-Sorte mit rascher Jungpflanzenentwicklung und mittelspäten Abreife. Sie ist standfest, unempfindlich gegenüber den meisten Krankheiten und bringt hohe Fasererträge.
Flachspflanze
Flachs-Lein wächst zu über 100 cm hohen Pflanzen heran [Foto: Photoagriculture/ Shutterstock.com]

Purgier-Lein (Linum catharticum)

Der Purgier- oder Wiesen-Lein ist eine bei uns heimisch gewordene Wildpflanze, die gerne auf Magerwiesen und in Flachmooren wächst. Die zarten 5 – 25 cm hohen Pflanzen bilden zierliche, weiße Blüten und goldfarbene Samen aus.

Roter Lein (Linum grandiflorum)

Großblütige, einjährige Lein-Art mit attraktiven, 3 – 4 cm großen Blüten und einer Wuchshöhe bis 40 cm. Der Rote Lein stammt ursprünglich aus Nordafrika und kann als Bienenweide angepflanzt werden. Die Blütezeit beginnt bei Aussaat im Frühjahr bereits ab Juni und dauert bis in den Oktober an.

  • ‘Bright Eyes‘: Äußerst attraktive, weißblühende Sorte mit rotem Auge. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober.
  • ‘Rubrum‘: Klassische Sorte des Roten Leins mit großen, blutroten Blüten.
  • ‘Salmon Bright Eyes‘: Langblühende Sorte mit einer Wuchshöhe von 40 – 50 cm und lachsfarbenen Blüten mit dunkelorangenem Zentrum.
Flachs-Sorte ‘Bright Eyes‘
Die Sorte ‘Bright Eyes‘ bildet weiße Blüten mit tiefrotem Zentrum aus [Foto: Belikart/ Shutterstock.com]

Spanischer Lein (Linum narbonense)

Der Spanische Lein bildet als Staude einen aufrechten, bis 40 cm hohen und 30 cm breiten Horst mit hellblauen Blüten. Die gut frostverträgliche Pflanze blüht zwischen Juni und August.

Stauden-Lein (Linum perenne)

Ausdauernder Lein für sonnige, trockene Standorte auf humos-sandigen und steinigen Böden. Der eher kurzlebige Stauden-Lein bildet im Sommer zahlreiche Blüten und vermehrt sich an passenden Standorten durch Selbstaussaat.

  • ‘Himmelszelt‘: Mehrjähriger blauer Lein mit einer Wuchshöhe bis 50 cm. Die himmelblaue Leinsorte blüht zwischen Juni und August und vermehrt sich durch Selbstaussaat.
  • ‘Nanum Saphir‘: Kompakte Lein-Sorte mit zahlreichen himmelblauen Blüten an 25 cm hohen, stark verzweigten, mehrjährigen Leinpflanzen.
  • ’Nanum Diamant‘: Weißer Lein mit kompaktem Wuchs bis 25 cm und zahlreich gebildeten Blüten.
himmelbalue Blüten des Stauden-Lein
Der mehrjährige Stauden-Lein bildet zahlreiche himmelblaue oder weiße Blüten aus [Foto: Georgy Dzyura/ Shutterstock.com]

Leinsamen anpflanzen

Der optimale Standort für Lein liegt sonnig und warm auf tiefgründigen, durchlässigen Böden mit guter Wasserspeicherung. Der pH-Wert sollte bestenfalls zwischen 6,2 und 7 liegen. Sandige Lehmböden sind optimal für den Lein-Anbau geeignet. Leinsamen können im Beet und als Zierpflanze im Topf auf Balkon oder Terrasse kultiviert werden. Zwischen Mitte April und spätestens Ende Mai erfolgt die Aussaat der Leinsamen direkt in den Boden. Die Saattiefe liegt zwischen 1 – 2 cm. Tiefer sollte der Lein nicht in die Erde gelangen, damit die Keimung erfolgen kann. Bereits ab Temperaturen von 3 °C erfolgt die Keimung innerhalb von 7 – 14 Tagen. Kurze Spätfröste bis – 4 °C ertragen die Jungpflanzen ohne Schäden. Der Pflanzabstand liegt bei 5 – 10 cm, der Reihenabstand bei 20 – 30 cm. Je Quadratmeter werden etwa 14 – 20 g Saatgut benötigt. Während der Keimung und in der Jungpflanzenphase sollten die Lein-Jungpflanzen immer gut mit Wasser versorgt werden.

Leinsamen anpflanzen auf einen Blick

  • Optimaler Standort für Lein: Sonnig und warm auf sandig-lehmigen Böden mit guter Wasserspeicherung.
  • Direkte Aussaat ab Mitte März bis Anfang April in feinkrümelige Erde; Saattiefe: 1 – 2 cm.
  • Saatabstand 5 – 10 cm, Reihenabstand 20 – 30 cm; circa 14 – 20 g Lein-Saatgut pro Quadratmeter.
  • Keimung erfolgt bereits bei 3 °C, Spätfrosttolerant bis -4 °C.
  • Samen und Jungpflanzen regelmäßig wässern und Boden gut feucht halten.

Eine nährstoffreiche Pflanzerde wie unsere Plantura Bio-Universalerde lässt sich nicht nur für den Anbau von Leinsamen im Topf verwenden, sondern kann auch zur Verbesserung stark sandiger oder schwerer Böden beitragen. Der hohe Kompostgehalt fördert die Wurzelbildung, speichert überschüssige Feuchtigkeit und gibt sie bei Bedarf an die Pflanze ab.

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Leinsamen besitzen eine recht kurze Vegetationszeit. Zwischen Aussaat und Ernte vergehen im Schnitt bloß 100 bis 120 Tage. Daher können vor und nach der Leinpflanze verschiedene Gemüsearten wie Spinat (Spinacia oleracea), Feldsalat (Valerianella locusta) und Radieschen (Raphanus sativus) als Vor- und Folgekulturen angebaut werden. Lein ist nicht selbstverträglich und sollte nur alle sechs Jahre auf demselben Beet angebaut werden, da es sonst zu Kümmerwuchs und schlechten Erträgen, der sogenannten „Leinmüdigkeit“, kommt. Pilzerkrankungen, die Wurzel oder Spross angreifen, wie Sclerotinia, Fusarium oder Phytium, können im Boden überdauern oder von Vorkulturen übertragen werden. Säen Sie Leinsamen daher nicht nach Sonnenblumen (Helianthus annuus) oder Hülsenfrüchten (Leguminosae) wie Erbsen (Pisum sativum), Bohnen (Phaseolus vulgaris) oder Linsen (Lens culinaris) an.

Tipp: Leinsamen lassen sich, ähnlich wie Kresse (Lepidium sativum), auch für Keimsprossen kultivieren und verzehren. Hierfür werden die Samen einige Stunden in kaltem Wasser eingeweicht und anschließend auf Küchenpapier oder in einem Sprossenglas oder -turm zum Keimen gebracht.

Lein Jungpflanzen
Junge Leinpflanzen sollten regelmäßig gewässert und von unerwünschtem Beikraut befreit werden [Foto: Gaston Cerliani/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Die Pflege von Lein gestaltet sich als recht einfach, denn die Pflanzen sind kaum anspruchsvoll und gedeihen meist ohne besondere Aufmerksamkeit. Junge Leinpflanzen sind jedoch noch wenig konkurrenzfähig und können schnell von unerwünschten Beikräutern überwuchert werden. Das regelmäßige Jäten und Hacken der Reihen ist daher eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen, bis die Pflanzen 10 – 20 cm Höhe erreicht haben. Eine Düngung benötigt der schwachzehrende Lein auf normal versorgten Gartenböden oder in nährstoffreicher Pflanzerde üblicherweise nicht. Stickstoffgaben können sogar dazu führen, dass die zarten Pflanzen zu weiche Stiele ausbilden und bei Wind und Wetter umknicken. Die Samenqualität und die Lagerfähigkeit verschlechtern sich durch übermäßige Düngergaben ebenfalls.

Nach der Aussaat von Leinsamen und deren guter Pflege steht im Spätsommer die Ernte der reifen Samen an. Wichtige Tipps dazu finden Sie in unserem Artikel Leinsamen ernten und verwenden.

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