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Fuchsien schneiden: Formschnitt & Winter-Schnitt

Bei optimalen Bedingungen wachsen Fuchsien schnell unkontrolliert. Ein gekonnter Schnitt vermittelt zwischen üppiger Blüte und ordentlicher Wuchsform.

rosa Blüte mit grünen Blättern

Fuchsien können viele Jahre Ihren Garten ziehen [Foto: Nastya Glazneva/ Shutterstock.com]

Fuchsien (Fuchsia) bilden einzigartige Blüten, die an windigen Sommerabenden wie kleine Waldfeen im pinken Kleid durch das Grün der Blätter tanzen. Diese fantasievollen Pflanzen können viele Jahre als grüne Begleiter Ihren Garten zieren. Doch die magischen Blüten bilden sich nur an neuen Trieben desselben Jahres. Damit Ihre Fuchsie jedes Jahr wieder in voller Blütenpracht erstrahlt und nicht verholzt und verkahlt, ist ein Rückschnitt daher unerlässlich. Um Ihre Fuchsien auch zwischen den Schnitten ideal zu versorgen, gibt es hier alles Wissenswerte zum Anbau dieser Exoten.

Fuchsien wann schneiden?

Fuchsien werden im Herbst vor dem ersten Frost zurückgeschnitten und im Frühjahr nach der Überwinterung sobald der Austrieb beginnt.

Fuchsien im Herbst schneiden und überwintern

Ein richtiger Formschnitt erfolgt im Herbst nur, wenn Fuchsien an einem sehr kühlen und dunklen Ort überwintern. Ansonsten wird im Herbst nur schon einmal grob vorgeschnitten. Dabei wird etwa ein Drittel des Jahreszuwachses zurückgeschnitten und noch vorhandenen Blätter und verwelkte Blüten entfernt. Ausnahmen bilden kleinblättrige Fuchsien wie F. microphyll. Diese dürfen vor der Überwinterung nicht entlaubt werden. Haben Sie beim Rückschnitt keine Scheu, die mühsam über das Jahr gewachsenen Triebe zurückzuschneiden. Denn bei Fuchsien wachsen einjährige Triebe zwar noch weiter, bilden allerdings keine Blüten mehr aus. Für eine Fuchsie, die ihr jugendliches Blütenkleid behalten soll, ist der jährliche Rückschnitt daher unabdinglich.

Lassen Sie beim Rückschnitt mindestens ein bis zwei Augen pro Trieb stehen. Bei bereits verzweigten Trieben liegt die Schnittstelle hinter dem ersten Auge nach der letzten Verzeigung. Der Schnitt wird circa 2 cm hinter dem Auge gesetzt. Ob Sie ein Messer oder eine Schere verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Nur scharf und sauber muss das gewählte Werkzeug sein. Ansonsten wird das Holz gequetscht und Krankheiten können übertragen werden. Lassen Sie die Schnittstelle danach gut abtrocknen. Die noch nässenden Schnittstellen bieten ansonsten ideale Eintrittsstellen für Pilzinfektionen. Außerdem werden abgestorbene, sehr dünne und nach innen wachsende Zweige entfernt. Unerwünschte Triebe werden vor dem ersten Auge abgeschnitten – so verkümmert der Trieb. Abgesehen von der Ästhetik wird dadurch auch die Durchlüftung innerhalb der Pflanze erhöht. Kranke Triebe werden bis ins gesunde Holz eingekürzt.

Fuchsia microphylla kleine rosa blüten

Die Fuchsia microphylla darf vor der Überwinterung nicht entlaubt werden [Foto: Natali22206/ Shutterstock.com]

Der Schnitt kann aber auch ausgelassen werden. Denn die frischen Schnittstellen bieten Eintrittsstellen für Lagerschädlinge und Krankheiten. Jedoch lassen sich die Pflanzen im Winterlager so besser lagern und die Luft kann besser zirkulieren, was die Schadanfälligkeit wiederum senkt. Junge Fuchsien, die über das ganze Jahr hell und über 10 °C kultiviert werden, können übrigens auch während des Winters in Form geschnitten werden.

Nach dem groben Herbstschnitt geht es für die exotischen Fuchsien ins geschützte Winterquartier. Das ideale Quartier, um Fuchsien zu überwintern, ist kühl (mindestens 2 °C), dunkel und trocken. Es gibt auch winterharte Fuchsienarten, die mit einem ordentlichen Winterschutz im Beet überwintert werden können. Mehr zu winterharten Fuchsien finden Sie hier.

Hinweis: Die abgeschnittenen Triebe müssen nicht in den Biomüll wandern. Stattdessen können Sie den Trieben als Steckling ein neues Leben und sich eine neue Fuchsie schenken. Alles über die Vermehrung von Fuchsien über Stecklinge finden Sie hier.

abgeschnittene grüne Pflanzen werden in Händen gehalten

Abgeschnittene Triebe müssen nicht in den Biomüll wandern [Foto: Stanislav71/ Shutterstock.com]

Fuchsien im Frühjahr schneiden

Fuchsien, die im Winter bei über 12 °C und hell stehen, zum Beispiel in einem Gewächshaus oder auch hellen Keller überwintert werden, erhalten ihren eigentlichen Formschnitt erst nach der Überwinterung im Frühjahr. Der Schnitt im Frühjahr ist aber auch für empfindliche und sehr stark verholzende Sorten zu empfehlen. Es gilt: Je stärker der Rückschnitt vor dem Winter war, desto weniger muss im Frühjahr noch geschnitten werden. Insgesamt sollten Sie – den Herbstschnitt inklusive –etwa ein bis zwei Drittel des Jahreszuwachses zurückschneiden.

Hängende Fuchsiensorten schneiden

Bei hängenden Fuchsiensorten wird ein Auge pro Trieb stehen gelassen. Schneiden Sie die Triebe so ab, dass Sie etwa 2 cm über den Topfrand hinweg ragen. Werden die Triebe nicht kurz genug zurückgeschnitten, verkahlt die Fuchsie von Innen unschön.

Stehende Fuchsiensorten schneiden

Bei stehenden Sorten bringt man mit dem Rückschnitt die gewünschte Form in die Pflanzen. Orientieren Sie sich bei der Form und somit der Schnittstellenfindung an den dicken Haupttrieben. Diese bilden das Grundgerüst Ihrer Fuchsie und bestimmen so maßgeblich die spätere Form. Wollen Sie beispielsweise einen geknickten Hauptzweig erzielen, wird dieser nach einem starken Seitentrieb abgeschnitten. Gegenüberliegende Seitentriebe werden entfernt, sodass der Hauptzweig durch den unbeschnittenen Seitentrieb in einem Knick weitergeführt wird. Abhängig von der natürlichen Wuchsform und dem gewählten Schnitt, lassen sich bei Fuchsien eher schlanke und hohe wie auch rundliche Formen erzielen.

Fuchsien schneiden: Besondere Formen

Fuchsie Hochstamm im Garten mit grünem Hintergrund

Sie können Ihre Fuchsie zu einem Hochstamm erziehen [Foto: Groomee/ Shutterstock.com]

Ihre Fuchsie wird zu einem schön verzweigten, vollen Busch, wenn Sie alle letztjährigen Leittriebe um ein bis zwei Drittel kürzen. Die Seitentriebe werden bis auf ein bis zwei Augenpaare eingekürzt.

Wollen Sie Ihre Fuchsie zu einem hübschen Hochstamm erziehen, sollte die Schere wie folgt geschwungen werden:

  • Alle unverzweigten Triebe werden auf ein bis zwei Augen eingekürzt
  • Dünne, verzweigte Triebe werden entfernt
  • Blätter am Stamm stehen lassen
  • Die Krone lässt sich durch Entspitzen formen

Durch das Entfernen dünner Zweige sorgen Sie für einen schön luftdurchlässigen Wuchs. Die Pflanze neigt so weniger zu Pilzkrankheiten und auch weiter innen liegende Blätter bekommen genug Sonne.

Beim Schnitt zu einer Säule werden die seitlichen Haupttriebe der Fuchsie so weit eingekürzt, dass eine Säulenform in gewünschtem Umfang entsteht. Die Triebe, die von den seitlichen Haupttrieben abgehen, werden auf ein bis zwei Augenpaare zurückgeschnitten.

Bei einem radikalen Rückschnitt, um verkahlten, schlecht gewachsenen Fuchsien wieder zu neuem Glanz zu verhelfen, kann auch in altes Holz geschnitten werden. Lassen Sie jedoch pro Trieb mindestens ein Augenpaar stehen, damit der Trieb neu austreiben kann.

Die Fuchsie wird nach dem Frühjahrsschnitt einmal durchdringend gewässert. Danach wird bis zum Neuaustrieb nur spärlich gegossen.

rote Fuchsien Knospe mit grauem Hintergrund

Bis zum Neuaustrieb sollte die Fuchsie nur spärlich gewässert werden [Foto: SimonSPb/ Shutterstock.com]

Fuchsien umtopfen

Abgesehen vom Rückschnitt eignet sich das Frühjahr ebenso besonders gut, um Ihre Fuchsien umzutopfen. Dabei geht es vor allem darum die verbrauchte Erde auszutauschen. Gehen Sie beim Umtopfen von Fuchsien wie folgt vor:

  • Pflanze aus dem Topf entfernen
  • Erde mit den Fingern vorsichtig entfernen
  • Verletzte, kranke und tote Wurzeln entfernen
  • Erdreste unter fließend Wasser abspülen
  • Fuchsie in gleichen Topf mit frischer Erde umtopfen

Lediglich, wenn Ihre Fuchsie so groß geworden ist, dass der alte Topf zu klein ist, wird in einen größeren umgetopft.

Hinweis: Werden die neuen Triebe nach der Bildung von drei Blattpaaren weich entspitzt, wachsen Ihre Fuchsien ganz besonders verzweigt und blütenreich. Dabei wird die weiche Triebspitze oberhalb des letzten Auges abgeschnitten und der Trieb wächst verzweigt weiter. Dies kann auf Wunsch immer wiederholt werden, verzögert die Blüte aber jedes Mal erheblich.

kleine Fuchsie im Topf in einem Garten

Das Frühjahr eignet sich besonders gut, um Ihre Fuchsien umzutopfen [Foto: stribrnej79/ Shuttersock.com]

Diese Produkte sind ideal zum Pflegen Ihrer Fuchsie:
  • Gardena Gartenschere: Ein Allrounder im Garten. Die Gardena Gartenschere schneidet Blumen, junge Triebe, frisches Holz, aber auch Äste und stärkere Zweige bis zu einem Durchmesser von 24 mm
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Plantura Bio-Blumendünger: Ein Bio-zertifizierter und tierfreier Langzeitdünger aus vornehmlich organischen Ausgangsstoffen. Damit ist er ideal, um Ihre Blümchen langfristig mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und diese gesund und kräftig aussehen und prächtig blühen zu lassen.

 

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