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Fuchsien vermehren: Stecklinge, Aussaat & Co.

Fuchsien sind beliebte Sommerblüher. Wir zeigen, wie Sie Ihre geliebten Fuchsien leicht für die nächste Saison vermehren können.

Fuchsie rot weiß Ballet im Garten

Es gibt viele Wege Fuchsien zu vermehren [Foto: JSOBHATIS16899/ Shutterstock.com]

Fuchsien (Fuchsia) verzaubern mit ihren filigranen Blüten ihre Betrachter und wecken schnell die Lust auf mehr. Zum Glück gibt es viele Wege, um die Anzahl der exotischen Dauerblüher im Garten oder auch im Zimmer in die gewünschte Höhe zu treiben. Egal, ob durch Aussaat, Stecklinge, Ausläufer oder Teilen, wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Fuchsien erfolgreich vermehren.

Fuchsien vermehren: Welche Möglichkeiten gibt es?

Viele Wege führen nach Rom. So ist es auch bei der Vermehrung von Fuchsien. Denn die exotischen Blühpflanzen lassen sich nicht nur über eine, sondern über vier Methoden wunderbar vermehren. Egal, auf welche Weise Sie Ihre Fuchsien vermehren wollen – mit ein paar unserer Tipps klappt die Vermehrung für die nächste Gartensaison garantiert.

Fuchsien durch Aussaat vermehren

Die Aussaat von Fuchsien ist möglich, aber mit etwas Fingerspitzengefühl verbunden. Denn die Keimfähigkeit der Samen ist zeitlich sehr eingeschränkt. Außerdem tendieren besonders junge Sämlinge zu Pilzinfektionen. Deshalb ist es wichtig, für eine saubere Umgebung zu sorgen und die Keimlinge mit der richtigen Menge Wasser zu versorgen.

abgetrennte Fuchsiensamen mit Blüte auf Holz

Für die Aussaat von Fuchsien braucht es etwas Fingerspitzengefühl [Foto: simamusume/ Shutterstock.com]

Fuchsiensamen ernten oder kaufen?

Ob die Samen für die Vermehrung gekauft oder geerntet werden, hängt von Ihren Erwartungen an die Keimlinge ab. Haben Sie noch keine Fuchsien oder wollen Sie eine bestimmte Sorte hochziehen, ist der Neuerwerb von Samen meist unumgänglich. Allerdings dürfen Sie bei gekauften Samen damit rechnen, dass nur sehr wenige der Samen wirklich keimen werden. Wollen Sie etwas Geld sparen, eine bessere Keimfähigkeit und sich beim Ausgang der Aussaat überraschen lassen, können Sie auch ganz einfach selber Fuchsiensamen ernten. Dafür werden die verblühten Blütenstände Ihrer Fuchsie einfach nicht ausgeputzt. Nach der Blüte entwickeln sich aus den Blüten dann Samenfrüchte. In ihnen befinden sich die heißbegehrten Samen. Das Aussehen der Samen kann je nach Art und Sorte stark variieren. So gibt es Fuchsien mit grünlichen bis fast schwarzen, mit länglichen, runden, kleinen oder fast pflaumengroßen Samen. Bei der Ernte macht dies jedoch keinen Unterschied:

  • Es werden nur voll ausgereifte (saftige, weiche, geschwollene) Samenfrüchte geerntet
  • Samenfrucht mit scharfem Messer aufschneiden
  • Samen vorsichtig mit Zahnstocher oder Ähnlichem aus der Frucht lösen
  • Restliches Fruchtfleisch komplett von den Samen entfernen
  • Samen auf Küchenrolle oder anderem saugfähigem Papier trocknen

Alternativ kann auch die ganze Frucht zerdrückt und die Samen mit Wasser ausgespült und getrocknet werden. Danach sollten die Samen direkt ausgesät werden.

Hinweis: Keimfähige Samen lassen sich von nicht keimfähigen unterscheiden, indem die Samen in Wasser gelegt werden. Die „guten“ Samen sinken ab, die „schlechten“ schwimmen oben und können abgenommen werden.

Fuchsienblüte und Samen hängend

Sie können auch ganz einfach selber Fuchsiensamen ernten [Foto: simamusume/ Shutterstock.com]

Fuchsien aussäen: Wann und wie?

Es empfiehlt sich, die Samen direkt nach der Ernte auszusähen, da Fuchsiensamen ihre Keimfähigkeit sehr schnell verlieren. Die Aussaat von Fuchsien läuft wie folgt ab:

  • Saubere Aussaatschale mit Anzuchterde füllen
  • Anzuchterde von unten wässern bis sich die Erde gut vollgesogen hat
  • Samen aussäen
  • Dünne Schicht Erde über den Samen verteilen (Dunkelkeimer)
  • Erde mit Wasserzerstäuber befeuchten
  • Anzuchtschale mit Folienhaube oder Ähnlichem abdecken
  • Temperatur: 12 – 16 °C
  • Ab Keimung (3 – 4 Wochen) Folienhaube einmal am Tag zum Lüften und Akklimatisieren entfernen
  • Pikieren in kleine Töpfe ab dem zweiten Blattpaar
  • Töpfchen mit Folienhaube abdecken

Nach etwa 3 Wochen haben sich genug Wurzeln für das Umtopfen in einen größeren Topf gebildet. Die Keimlinge brauchen es schön warm (etwa 20 °C) und hell, um groß und stark zu werden. Vermeiden Sie allerdings direktes Sonnenlicht. Auch die Jungpflanzen kommen unter eine schön warme Folienhaube, die einmal am Tag abgenommen wird, um die Pflänzchen an die Außentemperaturen zu gewöhnen. Der Zeitraum ohne Folienhaube wird dabei jeden Tag erhöht, bis die Haube schließlich ganz abgenommen werden kann.

junge Fuchsie im Topf ohne Blüten

Bei Jungpflanzen sollte direktes Sonnenlicht vermieden werden [Foto: Scott Latham/ Shutterstock.com]

Hinweis: Junge Sämlinge neigen zu Pilzerkrankungen. Deshalb können Sie die Sämlinge von Zeit zu Zeit mit einem Fungizid besprühen, um Infektionen vorzubeugen. Eine andere Vorsorgemaßnahme ist die Sterilisation der verwendeten Anzuchtschale samt Anzuchterde für circa zwei Stunden bei 200 °C im Backofen.

Fuchsien durch Stecklinge vermehren

Die Vermehrung Ihrer Fuchsien über Kopfstecklinge bietet im Vergleich zur Aussaat zwei Vorteile: Zum einen sind die Erfolgschancen größer und das Ganze ist methodisch einfacher. Zum anderen können Sie so Ihre Fuchsien garantiert sortenecht vermehren, denn die Stecklinge tragen immer die gleichen genetischen Informationen wie die Mutterpflanze.

Wann Fuchsien-Stecklinge schneiden?

Stecklinge werden dann geschnitten, wenn die Fuchsie sowieso unter das Messer muss. Nutzen Sie daher den Schnitt im Frühjahr oder Herbst dazu, Stecklinge für die Vermehrung zu schneiden. Werden die Stecklinge im Frühjahr geschnitten, wurzeln sie allerdings schneller an.

Trieb einer Fuchsie wird geschnitten

Stecklinge werden aus noch nicht verholzten und gesunden Trieben gewonnen [Foto: Stanislav71/ Shutterstock.com]

Wie Fuchsien-Stecklinge schneiden?

Als erstes wird ein passender Trieb ausgesucht. Die Stecklinge werden aus noch nicht verholzten und gesunden Trieben gewonnen – zu jung und weich sollten die gewählten Triebe jedoch auch nicht sein. Außerdem sollten mindestens schon zwei Blattpaare ausgebildet sein. Ist erst mal ein passender Trieb gefunden, geht es an das Schneiden der Stecklinge:

  • Verwenden Sie ein sauberes und scharfes Messer
  • Schneiden Sie den Trieb unterhalb des letzten Blattpaares ab
  • Anzuchttopf mit Anzuchterde befüllen
  • Untere Blätter entfernen, die zwei oberen Blattpaare werden stehen gelassen
  • Steckling zur Hälfte in die Anzuchterde stecken
  • Folienhaube oder Plastiktüte über den Topf stülpen
  • Standort: Hell und warm (ca. 20 °C)
  • Erde leicht aber immer feucht halten

Die kleinen Anzuchttöpfe sollten immer einen Wasserabfluss haben, damit die Stecklinge nicht zu feucht stehen. Die Folienhaube sorgt für ausreichend Luftfeuchtigkeit. Bis sich genug Wurzeln für einen etwas größeren Topf gebildet haben, vergehen etwa zwei bis drei Wochen. Es kann jetzt auch in Töpfe mit normaler Blumenerde umgetopft werden. Wenn der Topf zu klein geworden ist, wird wieder in einen größeren umgesetzt. Erfolgreich war die Stecklingsvermehrung, sobald sich neue Blattpaare am Steckling entwickeln. Ab Mitte Mai können die Stecklinge ausgepflanzt werden. Kürzen Sie vorher die Triebe etwas ein, das fördert einen schön verzweigten Wuchs.

abgeschnittene Triebe in Händen

Vor dem Auspflanzen sollten die Triebe nochmal etwas gekürzt werden [Foto: Stanislav71/ Shutterstock.com]

Fuchsien vermehren: Absenken oder teilen

Eine weitere Methode, Fuchsien zu vermehren, ist die der Absenker. Dies funktioniert allerding nur bei ausgepflanzten Fuchsien oder Topffuchsien, die direkt auf Erde stehen. Hierfür wird ein Trieb vorsichtig nach Unten bis auf die Erde gebogen ohne dass dieser bricht. Fixieren Sie den Trieb so, dass ein Auge den Boden berührt. Aus diesem Auge treiben mit etwas Glück neue Wurzeln aus. Sind diese groß genug, wird der Trieb von der Mutterpflanze abgeschnitten. Danach kann der Absenker in einen eigenen Topf umziehen und wird gepflegt wie Jungpflanzen, die aus Samen oder Stecklingen hervor gegangen sind. Eine letzte Methode ist die Teilung großer Pflanzen. Bei der Vermehrung von Fuchsien durch Teilung gehen Sie wie folgt vor:

  • Fuchsie wird ausgebuddelt
  • Wurzelballen von Erde befreien und kranke, verletzte und tote Wurzeln entfernen
  • Wurzelballen vorsichtig senkrecht mit Spaten in zwei Teile teilen
  • Fuchsien am gewünschten Platz oder in neue Töpfe einpflanzen

Fuchsien neigen dazu, ein beachtliches Wurzelwerk auszubilden, das bei der Teilung hinderlich werden kann. Denn die Wurzeln sollten möglichst nicht beschädigt werden, damit der weitere Wuchs der Pflanze nicht allzu sehr beeinträchtigt wird.

Wurzeln werden mit Händen abgetrennt

Die Wurzeln der Fuchsie sollten möglichst nicht beschädigt werden [Foto: Stanislav71/ Shutterstock.com]

Fuchsien: Pflege nach der Vermehrung

Hat die Vermehrung funktioniert, können Sie sich stolz Herr oder Herrin über ein ganzes Arsenal an jungen Fuchsien nennen. Doch auch, wenn die Vermehrung an sich schon eine großartige Leistung ist, kommt danach noch Einiges auf Sie zu, damit die kleinen Pflanzen zu blütenreichen Fuchsien heranwachsen. Damit Ihre Fuchsien auch ihr buntes Blütenkleid zeigen, finden Sie hier alles zur Pflege nach der Vermehrung.

Folgende Produkte haben sich bei uns bewährt:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • NEUDORFF Neudofix WurzelAktivator: Organischer PK-Dünger aus pflanzlichen Stoffen, verringert das Ausfallrisiko bei der Jungpflanzenanzucht, bei der Stecklingsvermehrung und beim Umtopfen von Pflanzen
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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