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Gemeiner Wacholder: Standort, Schneiden & Giftigkeit von Juniperus communis

Der Gemeine Wacholder ist für seine blauen Beeren bekannt, die auch als Gewürz und Heilmittel verwendet werden. Wir geben Tipps zu Pflanzung, Pflege und Verwendung.

Juniperus communis
Die blauen Beerenzapfen sind typisch für den Gemeinen Wacholder [Foto: Suratwadee Rattanajarupak/ Shutterstock.com]

Neben seinem hübschen Aussehen dient der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) auch als Futterpflanze für Vögel. Wenn er genug Licht bekommt, wächst er nahezu überall und kann auch als Hecke gepflanzt werden. Wir zeigen, wie die Kultur gelingt.

Gemeiner Wacholder im Steckbrief

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist bei uns aufgrund seiner blauen Zapfenbeeren und der unverwechselbaren Wuchsform bekannt. Er ist der am weitesten verbreitete Vertreter der Nadelhölzer und kommt auf der Nordhalbkugel von Nordamerika bis nach Afrika vor. Er kann sowohl als Strauch als auch als Baum wachsen und erreicht Höhen zwischen 5 und 8 Metern. Aber wie schnell wächst Gemeiner Wacholder? Mit einem Zuwachs von 10 bis 15 Zentimetern pro Jahr gehört die Wacholder-Art zu den langsam wachsenden Gehölzen. Der immergrüne Gemeine Wacholder besitzt stechende, graugrüne Nadeln, die immer zu dritt in einem Quirl stehen. Auf der Nadeloberseite befindet sich ein weißer Streifen, ein sogenanntes Stomaband, das aus einer Reihe von Spaltöffnungen gebildet wird. Ab Juni hat der Gemeine Wacholder Blütezeit und bildet kleine, unscheinbare Blüten in den Blattachsen. Hier werden nach der Befruchtung dann auch die für den Wacholder typischen Zapfenfrüchte gebildet, die wie Beeren aussehen. Diese findet man jedoch nur an weiblichen Pflanzen. Da der Wacholder zweihäusig ist, werden Exemplare beider Geschlechter für die Bildung von Früchten benötigt. Ihre Reife, die man an der dunkelblauen Farbe erkennt, erreichen die Zapfen erst nach zwei oder drei Jahren. Dann können die Früchte auch geerntet und verwendet werden.

Wacholder als Säule
Einige Wacholder-Sorten wachsen als Säulen und können zudem in Form geschnitten werden [Foto: J Need/ Shutterstock.com]

Übrigens: Der Gemeine Wacholder ist die einzige Art der Gattung Wacholder, deren Früchte man essen kann.

Die schönsten Juniperus communis-Sorten

Neben der Wildform gibt es einige Juniperus communis-Sorten, die entweder durch ihre Wuchsform oder durch ihre Nadelfarbe hervorstechen.

  • Juniperus communis ‘Gold Cone’: Mit seinen goldgelb gefärbten Nadeln sticht diese Wacholder-Sorte hervor. Sie wächst als dichtverzweigter, säulenförmiger Baum und erreicht Höhen von etwa 3,5 Metern.
Wacholder-Sorte 'Gold Cone'
Die Sorte ‘Gold Cone’ trägt gelbgrüne Nadeln [Foto: Marina Veder/ Shutterstock.com]
  • Juniperus communis ‘Hibernica’: Die Sorte wird auch als Säulenwacholder bezeichnet und wächst entsprechend als kompakte Säule. Dadurch ist sie vor allem als Solitärbaum, aber auch als Bonsai geeignet.
  • Juniperus communis ‘Repanda’: Hierbei handelt es sich um eine flach wachsende, bodendeckende Wacholder-Sorte. Sie wird als auch kriechender Wacholder oder Kriech-Wacholder bezeichnet.

Gemeinen Wacholder pflanzen: Standort und Vorgehen

Der hübsch anzusehende und pflegeleichte Wacholder kann im Garten vielseitig eingesetzt werden, ob als Solitärpflanze, im Heidegarten, als Vogelnähr- oder Nutzpflanze.

Der Gemeine Wacholder mag einen Standort in der Sonne. Der Boden sollte locker, durchlässig und trocken bis feucht, aber auf keinen Fall staunass sein. Pflanzen Sie den Wacholder am besten im Frühjahr. Um verdichtete oder lehmig-tonige Böden aufzulockern, kann beim Ausheben des Pflanzlochs ein Drittel Sand untergemischt werden. Der Wurzelballen des jungen Wacholders wird in Wasser getränkt und nach dem Vollsaugen in das Pflanzloch gesetzt. Füllen Sie die Lücken mit dem Sand-Erde-Gemisch auf und drücken Sie alles fest. In den nächsten Tagen sollte regelmäßig gegossen werden.

Wacholder-Nadeln
Wegen der spitzen Nadeln ist bei der Arbeit mit dem Wacholder Vorsicht geboten [Foto: Anatoliy Vlasov/ Shutterstock.com]

Wenn Sie den Gemeinen Wacholder als Hecke pflanzen möchten, sollten Sie mehrere Exemplare dicht nebeneinander pflanzen. Da der Gemeine Wacholder viel Licht benötigt, sollte die Hecke trapezförmig geschnitten werden. So gelangt Licht auch an die unteren Äste. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte etwa 50 cm betragen, ist jedoch auch sortenabhängig. Eine geeignete Sorte für Hecken ist zum Beispiel Juniperus communis ‘Golden Cone’, wohingegen bodendeckende Sorten wie Juniperus communis ‘Repanda’ für diesen Zweck ungeeignet sind.

Ebenfalls möglich ist es, den Gemeinen Wacholder als Bonsai zu pflegen. Hierfür ist besonders die Sorte ‘Hibernica’ geeignet. Der Gemeine Wacholder verträgt Rückschnitte an den Wurzeln gut und kann deshalb problemlos als Miniaturbaum gehalten werden. Die Standortansprüche sind dabei dieselben wie bei den großen Vertretern. Hilfreiche Tipps, wie man einen Bonsai pflanzen und pflegen sollte, finden Sie in unserem Artikel.

Pflege des Gemeinen Wacholders: Schneiden, Düngen und Co.

Der Pflegebedarf des Gemeinen Wacholders ist sehr gering. Nach der Pflanzung benötigen die jungen Bäume etwas mehr Aufmerksamkeit, aber sobald sie gut angewurzelt sind, wächst der Wacholder von allein.

Wacholder-Früchte
Einige Sorten wachsen eher in die Breite oder sogar bodendeckend [Foto: Vitalii65/ Shutterstock.com]

In jungen Jahren sollte der Gemeine Wacholder in langen Trockenperioden gegossen werden. Vor allem in der Zeit direkt nach der Pflanzung benötigt er noch regelmäßige Wassergaben. Gut angewachsene Exemplare brauchen hingegen kein Gießwasser und überstehen Trockenheit ohne Probleme. Auch eine Düngung ist nicht notwendig und wird nur angewandt, wenn der Wacholder nicht ausreichend wächst. Falls der Gartenboden besonders nährstoffarm ist, kann eine Startdüngung bei der Pflanzung und jährlich im Frühjahr das Wachstum des Wacholders unterstützen. Hierfür eignet sich zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger, der über einen langen Zeitraum wirkt und als vornehmlich organischer Dünger auf natürlichen Inhaltsstoffen basiert. Für Haus- und Gartentiere ist er zudem vollkommen unproblematisch.

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Wird der Gemeine Wacholder als Bonsai kultiviert, so sollte in der Wachstumszeit ein spezieller Bonsai-Dünger verabreicht werden.

Da der Wacholder sehr langsam wächst, sollte er regelmäßig, jedoch nur wenig zurückgeschnitten werden. Ein Rückschnitt einmal im Jahr ist ausreichend. Wählen Sie dafür einen frostfreien Tag in der Vegetationsperiode, am besten im Frühjahr vor dem Austrieb. Radikale Rückschnitte sollten unbedingt vermieden werden, da der Wacholder aus dem alten Holz nicht mehr austreibt.

Verwendung und Wirkung von Gemeinem Wacholder

Sobald die Zapfenbeeren sich dunkelblau gefärbt haben, kann man die Früchte des Gemeinen Wacholders ernten. Bis die Zapfen im Herbst reif sind, vergehen bis zu drei Jahre. Sie können die Früchte mit Handschuhen absammeln oder am Ast rütteln, sodass die Zapfen auf ein ausgebreitetes Tuch auf dem Boden fallen. Danach werden die Früchte getrocknet und so haltbar gemacht. Die süß-bitter schmeckenden Früchte verfeinern zum Beispiel Schnäpse und können als Gewürz oder Tee verwendet werden. Ein Wacholdertee soll unter anderem blutreinigend wirken und bei Verdauungsproblemen helfen. Allerdings sollte man keine größeren Mengen zu sich nehmen, da auch Reizstoffe in den Früchten enthalten sind. Wacholderzweige werden ebenfalls verwendet, zum Beispiel um Fleisch durch den Rauch zu aromatisieren. Bei Nierenproblemen oder in der Schwangerschaft sollte auf den Verzehr von Wacholderbeeren verzichtet werden, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Wacholder-Früchte nach Ernte
Wacholderfrüchte besitzen einen herb-würzigen bis süßlich-bitteren Geschmack [Foto: blacograf/ Shutterstock.com]

Übrigens: Für viele Vogelarten, wie zum Beispiel die Singdrossel und natürlich die Wacholderdrossel, sind die Zapfenbeeren des Gemeinen Wacholders eine Nahrungsquelle. So lockt der schöne Nadelbaum auch einige gefiederte Besucher in den Garten.

Ist Gemeiner Wacholder giftig?

Die Zapfenbeeren des Gemeinen Wacholders sollten nur in Maßen konsumiert werden, da ein übermäßiger Verzehr nierenschädigend sein kann. Das liegt an den ätherischen Ölen, die auch in den Nadeln enthalten sind. In großen Mengen gilt der Gemeine Wacholder als giftig, wenn auch nur in geringem Ausmaß. Die Zapfen des Gemeinen Wacholders dienen auch Vögeln als Nahrung. Wie Sie ihren Garten vogelfreundlicher gestalten können, erfahren Sie bei uns.

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