Geranien überwintern: Schneiden und Pflege

Damit Ihre Geranien den ersten Frost gut überstehen, haben wir hier alles zum erfolgreichen Überwintern, Schneiden & zur Pflege für Sie zusammengefasst.

Wenn der erste Frost einsetzt, landen viele Geranien (Pelargonium) nach einer blütenreichen Sommersaison auf dem Kompost.  Dabei lässt sich die Nationalblume der Schweizer ohne viel Aufwand über den Winter bringen.

Die Bezeichnung „Geranie“ ist übrigens ein eigentlich ungünstiger Trivialname, da es eine Gattung namens Geranium gibt, welcher die Pelargonien aber nicht (mehr) angehören. Die meisten Wildarten der Pelargonie (oder im Volksmund Geranie) sind in den warmen Gefilden Südafrikas zu Hause. Da wundert es nicht wirklich, dass die eigentlich mehrjährigen Pflanzen bei winterlichen Minusgraden das Zeitliche segnen, anstatt einen zweiten Frühling zu erleben. Mit etwas Vorbereitung und dem richtigen Winterquartier kann man seinen Lieblings-Geranien allerdings ohne viel Aufwand über den Winter helfen. Hier erfahren Sie, wie Geranien ohne Probleme die kalte Jahreszeit überstehen, sodass Ihre schönsten Exemplare auch in der nächsten Blütephase Ihre Nachbarn ins Staunen versetzen können.

Geranien überwintern: Der richtige Zeitpunkt

Geranien vertragen (wenn sie geschützt stehen) auch leichten Frost bis etwa – 5°C. Vor dem ersten stärkeren Frost sollten die Pflanzen aber in ihr Winterquartier umgezogen sein. In der Regel ist das Ende Oktober der Fall. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bringt seine Pflänzchen im September oder Anfang Oktober ins Geschützte.

Hinweis: Falls der erste Frost Sie unerwartet treffen sollte: Pflanzen, bei denen nur die Blätter und nicht der Stängel erfroren sind, treiben im nächsten Jahr ohne Probleme wieder aus.

gefrorenes Geranienblatt

Sollten nur die Blätter gefroren sein, treibt Ihre Geranie nächstes Kahr wieder aus [Foto: iStock.com/bessefr]

Geranien überwintern: Vorbereitungen und Schneiden

Um seinen Geranien möglichst optimal durch den dunklen und kalten Winter zu helfen, bedarf es ein paar Vorbereitungen. Die Pflanzen werden aus ihrem Blumenkasten, Beet etc. entfernt und die lockere Erde vorsichtig abgeklopft. Dabei sollten so viele Feinwurzeln wie möglich intakt bleiben. Anschließende werden alle Triebe auf ca. 10 cm Länge gestutzt, sodass zwei bis drei Knoten pro Trieb übrigbleiben. Bis in den verholzten Teil der Triebe wird allerdings nicht zurückgeschnitten. Zur Vermeidung von Krankheiten und um die Verdunstung zu minimieren, werden die Blätter der Geranie entfernt.

Das, was von Ihren einst wunderschön blühenden Geranien übrig geblieben ist, wird in passende Töpfe oder Tüten verpflanzt. Die Wurzeln werden mit einem Gemisch aus Sand und Blumenerde bedeckt. Auch wenn Ihre einst imposanten Hingucker nun etwas ramponiert aussehen mögen, brauchen Sie sich nicht sorgen, denn im nächsten Jahr werden neue blütenreiche Triebe sprießen.

Zusammenfassung Vorbereitungen und Schnitt:

  • Pflanzen aus Gefäß entfernen und Wurzeln vorsichtig von Erde befreien
  • unverholzten Teil der Triebe auf ca. 10 cm kürzen
  • Blätter entfernen
  • Wurzeln mit Sand und Blumenerde in Topf oder Tüte bedecken

Tipp: Aus den entfernten Triebteilen können Sie bei Bedarf Stecklinge schneiden. Wie das am besten geht, erfahren Sie hier.

Geranien überwintern: Standort und Pflege

Nun ist es an der Zeit, ein geeignetes Quartier für die Pflanzen zu finden. Ein dunkler und kühler Ort wie ein Keller eignet sich optimal, um die Pflanzen über den Winter zu bringen.  Hier ist die Geranie vor direkter Sonne bzw. Lichteinfall geschützt. So wird verhindert, dass die Pflanzen zu früh anfangen erneut auszutreiben und unter Wassermangel leiden.

Optional kann ein heller Platz mit etwa fünf bis zehn Grad Celsius (z.B. ein Wintergarten oder ein helles Treppenhaus) als Winterquartier dienen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Überwinterung an beheizten Plätzen wie der Wohnzimmerfensterbank. In dieser wohligen Wärme treibt die Geranie erneut aus. Bei zu vielen Trieben werden einige der neuen Triebe abgeschnitten. In der Folge werden mehr Seitentriebe gebildet und die Pflanze bekommt einen buschigeren und kompakteren Wuchs. Außerdem wird die Bildung von Blütenknospen gefördert. Einige Geranienarten, insbesondere Pelargonium grandiflorum Hybride, benötigen für die Blütenbildung allerdings eine ein bis zu sechswöchige Kälteperiode.

Während des Winters wird die Geranie eher trocken gehalten und nur gelegentlich gegossen. Eine Düngung ist nicht notwendig.

Zusammenfassung Standort und Pflege:

  • optimaler Standort: dunkel und kühl (z.B. im Keller)
  • gelegentlich gießen; eher trocken halten
  • keine Düngung

Geranien überwintern: Frühjahrsschnitt nach der Überwinterung

Im Februar oder Anfang März werden die dunkel überwinternden Geranien behutsam aus ihrem Winterschlaf geweckt, indem sie auf die Fensterbank gestellt und nun stärker gegossen werden. Hier können die Pflanzen sich langsam akklimatisieren. Um den Langschläfern einen möglichst angenehmen Start in die neue Saison zu bereiten, können sie in neues Substrat umgetopft werden.

Außerdem erfolgt ein Frühjahrsschnitt. Bei der Überwinterung im Keller können sich Geiltriebe gebildet haben. Dies ist normalerweise ein Zeichen dafür, dass die Lagerung entweder zu warm und dunkel oder zu hell aber kühl erfolgte. Diese länglichen, dünnen Austriebe werden entfernt, da sie keine Blüten bilden.

Falls sich im sonnigen Winterquartier neue Triebe gebildet haben, werden diese ebenfalls gekürzt. So entstehen später schöne buschige Neuaustriebe.

Beim Rückschnitt können sich trockene, im Inneren schwarz gefärbte Stängel zeigen. Auch wenn es scheint, als wäre die Pflanze nicht erfolgreich über den Winter gekommen, besteht Hoffnung. Es kann sein, dass die Wurzel trotzdem neu austreibt. Das gesamte alte Holz wird abgeschnitten und die Wurzel in neue Erde eingebracht.

Je nach Wetterlage (es sollte keine Frostgefahr mehr herrschen) können die Pflanzen Mitte Mai wieder zurück ins Freie. Wie Sie nach dem Winter den besten Standort für Ihre blühenden Lieblinge finden und durch die richtige Pflege noch mehr aus ihren Pflanzen herausholen, können Sie hier nachlesen.

Zusammenfassung Frühjahrsschnitt nach der Überwinterung:

  • Akklimatisierung: Februar/ Anfang März aus dem Winterquartier auf die Fensterbank o.ä. und stärker gießen
  • Frühjahrsschnitt: Geiltriebe entfernen, evtl. Neutriebe kürzen
  • Ab Mitte Mai können die Pflanzen wieder nach draußen

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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