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Hanfpalme: Experten-Tipps zu Anbau, Pflege und Co.

Die exotische Hanfpalme bringt tropisches Flair in Haus und Garten. Alles, was Sie zu Kauf, Anbau und Pflege der Hanfpalme wissen müssen, erfahren Sie hier.

Hanfpalme mit gelben Früchten

Hanfpalmen zaubern einen Hauch der Tropen in den eigenen Garten [Foto: Olha Solodenko/ Shutterstock.com]

Palmen erzählen von Urlaubsgefühlen unter der tropischen Sonne am Palmenstrand. Und wer möchte sich nicht hin und wieder zumindest gedanklich gern dorthin versetzen? Ein bisschen Urlaub im Alltag – aber eine Palme im eigenen Garten? Doch, das ist durchaus möglich, eben mit der Hanfpalme. Denn dass einige Arten dieser Gattung durchaus mitteleuropäische Winter überleben können, zeigt allein schon die Tatsache, dass in einigen Gebieten der Schweiz die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) invasiv ist. Die Pflanze ist dort so gut an die Umweltbedingungen angepasst, dass sie sogar einheimische Bäume und Arten zurückdrängen und ersetzen kann.

Hanfpalme

Damit die Hanfpalme zu Ihrer Wohlfühloase beitragen kann, muss sie sich natürlich selbst erst einmal wohlfühlen. Das Wichtigste rund um die Hanfpalme und ihre Pflege erfahren Sie in diesem Artikel.

Hanfpalme: Herkunft und Eigenschaften

Die Gattung der Hanfpalmen (Trachycarpus) ist in Asien von China bis Thailand, Vietnam und Indien verbreitet. Sogar im Himalaya kommt sie vor, einige Arten immerhin bis auf einer Höhe von 2400 Metern, einer Höhe, auf der die Alpen kaum mehr bewachsen sind. Aufgrund dieses anspruchsvollen Lebensraums sind Hanfpalmen nicht nur eine hübsche Zierpflanze, sondern auch gut für den Garten geeignet, denn sie sind oftmals winterhart und lassen sich im Beet überwintern. Nicht umsonst gelten sie als die beliebtesten Palmen Deutschlands.

Hanfpalme auf einem Felsen mit schöner Aussicht

Eine Hanfpalme in ihrer natürlichen Umgebung in Thailand [Foto: Pongpet Sodchern/ Shutterstock.com]

Es gibt die verschiedensten Arten von Hanfpalmen. Die Bekannteste ist sicherlich die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei). Diese Art ist besonders winterfest und wird bis zu 15 Meter hoch. Zwerghanfpalmen (Trachycarpus nanus) hingegen sind nicht in der Lage, einen Stamm auszubilden und bleiben demnach auch wesentlich kleiner. Die Silberhanfpalmen (Trachycarpus princeps ‚Silver‘) unterscheiden sich besonders durch ihre silbrig-weiße Schicht auf der Blattunterseite. Sie gelten als besonders standfest, jedoch sind sie schwierig zu bekommen. Weitere bekannte Arten sind die Kumaon Hanfpalme (Trachycarpus takil), die anfangs einen schrägen Stamm ausbildet, der nach und nach immer aufrechter wird, und die Wagnerhanfpalme (Trachycarpus wagnerianus), die mit einer Maximalhöhe von fünf Metern relativ klein bleibt.

Hanfpalme kaufen: Darauf sollten Sie achten

Demjenigen, der sich ein wenig Exotik in seinen Garten wünscht, sei der Kauf einer Hanfpalme unbedingt empfohlen. Hierbei gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten. Die einfachste besteht wohl darin, das nächste Gartencenter aufzusuchen. Das mag auch recht erfolgreich sein, zumindest wenn Sie die beliebteste Hanfpalmenart, die Chinesische Hanfpalme, erwerben möchten. Möchten Sie jedoch etwas Besonderes, wie die als schönste Hanfpalme geltende Trachycarpus princeps, eine Zwerghanfpalme (Trachycarpus nanus) oder eine der zahlreichen anderen Arten, dann sollten Sie einen Kauf über das Internet in Betracht ziehen. Zahlreiche Züchter und Händler haben sich auf Palmen spezialisiert und können ein viel größeres Angebot vorhalten als ein herkömmliches Gartencenter. Zwei Beispiele sind Anima Artis aus Düsseldorf oder auch der Palmenversand aus Holland.

Vereiste Trachycarpus fortunei

Die Hanftpalmenart Trachycarpus fortunei ist winterhart und eignet sich damit für das Einpflanzen im Garten [Foto: Martin Ganner/ Shutterstock.com]

Achten Sie beim Kauf eher außergewöhnlicher Arten aber auf die Winterhärte. Nicht alle Hanfpalmenarten vertragen so tiefe Temperaturen wie die winterharte Trachycarpus fortunei. Auch junge Hanfpalmen oder Hanfpalmen unter einem Meter sind noch nicht für eine Überwinterung im Garten geeignet.

Hanfpalme pflanzen

Hanfpalmen bevorzugen durchlässiges, leicht saures Substrat. Durchmischen Sie daher die Erde mit Sand oder Kies. Ältere Exemplare kommen hingegen auch mit normaler Gartenerde problemlos klar. Bevor Sie eine Hanfpalme einpflanzen oder samt Kübel auf die Terrasse stellen, geben Sie ihr genügend Zeit, sich an die hohe Sonneneinstrahlung zu gewöhnen. Höchstwahrscheinlich ist sie in einem Gewächshaus aufgewachsen und muss sich erst einmal an die viel höhere Dosis im Freien gewöhnen, um keinen Sonnenbrand zu bekommen.

Trachycarpus fortunei vor blauem Himmel

Das richtige Pflanzen und Pflegen der Hanfpalme sorgt dafür, dass Sie viele Jahre etwas von der Pflanze haben [Foto: fotandy/ Shutterstock.com]

Hat sich Ihre Hanfpalme akklimatisiert, können Sie sie wie folgt einpflanzen:

  • Das ausgehobene Loch sollte etwas tiefer sein, so dass der gesamte Wurzelballen darin verschwindet. Zum oberen Rand sollten noch ein paar Zentimeter Luft bleiben, die anschließend mit Gartenerde aufgefüllt werden
  • Palme leicht andrücken, so dass sie stabil steht
  • Mit ausreichend Wasser langsam angießen. Allerdings nicht überfluten, da die Palme sonst unterspült werden könnte oder das Wasser nur oberirdisch abfließt. Lieber nach und nach genügend Wasser zugeben, so dass es bis zu den Wurzeln vordringen kann
  • Die kommenden Tage und Wochen sollten Sie die Pflanze häufiger gießen, da ihr Wurzelsystem noch nicht ausreichend ausgebreitet ist

Beim Eintopfen ist das Prinzip das gleiche: Verwenden Sie einen Topf, der tiefer ist als breit, da Hanfpalmen Tiefwurzler sind.

Der richtige Standort für die Hanfpalme

Hanfpalmen sind windempfindlich, weshalb Sie einen windgeschützten Standort wählen sollten. Der Schutz durch eine Hauswand oder Mauer kann hier sinnvoll sein, zumal beide zusätzlich Wärme abgeben, besonders in der Nacht. Dennoch sollte die Helligkeit durch diesen Schutz nicht zu sehr beeinträchtigt werden. Zwar können Hanfpalmen auch im Halbschatten gedeihen, jedoch wachsen sie dort wesentlich langsamer, als wenn sie ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung haben. Wünschen Sie ein schnelles Wachstum, wäre beispielsweise ein Platz auf der Südseite Ihres Gartens sehr gut geeignet.

Hanfpalme wachsen am Meer

Am richtigen Standort kann die Hanfpalme in einem Jahr auch einmal 30 cm wachsen [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Hanfpalme ins Beet pflanzen

Möchten Sie eine Hanfpalme direkt in den Garten pflanzen, sollten Sie dies unbedingt im Frühjahr tun, denn auf diese Weise hat die Palme über den Sommer genügend Zeit, sich an den neuen Standort zu gewöhnen und so auf den kräftezehrenden Winter vorzubereiten. Dies bildet einen wesentlichen Unterschied zu heimischen Obstbäumen, die weniger durch die Kälte des Winters als vielmehr durch die Trockenheit des Sommers gestresst sind und deshalb im Herbst gepflanzt werden sollten. Allerdings sollten Sie nur ältere Hanfpalmen auspflanzen. Diese vertragen je nach Art nicht nur den Winter mit den entsprechenden Maßnahmen problemlos, sondern sie benötigen auch kein besonderes Substrat. Normale Gartenerde genügt ihnen vollkommen.

Hanfpalme in Topf pflanzen

Jüngere Exemplare unter drei Jahren sollten lieber in einen Kübel getopft werden, da sie den Winter möglicherweise draußen nicht überleben würden. Außerdem macht sich eine Palme im Topf besonders auf der Terrasse ausgesprochen gut. Beachten Sie jedoch, dass Hanfpalmen, wie schon erwähnt, tief wurzeln und der Topf deshalb tiefer als breit sein sollte. Ein Umtopfen wird ungefähr alle drei bis fünf Jahre fällig oder dann, wenn Sie die Wurzel an der Unterseite des Topfes sehen können.

Jungen Hanfpalmen ist es im Winter zu kalt, deshalb sollten sie in einen Kübel getopft werden [Foto: InfoFlowersPlants/ Shutterstock.com]

Hanfpalme pflegen

Hanfpalmen sind nicht sehr anspruchsvoll. Dennoch gibt es einiges, worauf Sie achten sollten, etwa dass Staunässe vermieden wird. Gedüngt werden müssen sie nur etwa einmal im Monat. Alles über das Düngen von Hanfpalmen finden Sie hier. Etwas aufwendiger wird dann schon eher das Zurückschneiden grüner Blätter, was sehr vorsichtig erfolgen sollte. Genaueres hierzu sowie Tipps zum Umtopfen finden Sie hier in unserem Spezialartikel.

Hanfpalme überwintern

Da Hanfpalmen je nach Art bis zu einem gewissen Grad winterhart sind, können sie draußen im Beet oder Kübel überwintern. Damit die Palme den Winter unbeschadet übersteht, sind aber dennoch einige Maßnahmen vonnöten. Ganz besonders wichtig ist der Schutz des Palmenherzes, also der Punkt, an dem alle Wedel zusammenlaufen. Auch die Wurzeln sollten durch eine Abdeckung des Bodens rund um den Palmenstamm vor kühleren Temperaturen in Sicherheit gebracht werden. Wir haben hier für Sie zusammengefasst, worauf es beim Schutz vor dem Winter ankommt.

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