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Heilziest: Standort, Wirkung & Verwendung der Echten Betonie

Der Heilziest galt lange als wichtige europäische Heil- und Zauberpflanze. Wir stellen die mehrjährige, bienenfreundliche Staude im Steckbrief vor.

Echte Betonie
Der Heilziest ist eine uralte Heil- und Zauberpflanze [Foto: Jaco Visser/ Shutterstock.com]

Der Heilziest (Betonica officinalis Syn. Stachys officinalis) war in früheren Zeiten eine bedeutende Arzneipflanze in der europäischen Pflanzenheilkunde. Wir stellen den Heilziest und seine Wirkung, die Ansprüche in der Kultur und die wichtigsten Pflegemaßnahmen vor.

Heilziest: Herkunft und Eigenschaften

Der Heilziest ist auch unter den Namen Echte Betonie, Bathenia, Batunge, Flohblume, Pfaffenblume sowie Zahnkraut bekannt. Die mehrjährige Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist eng mit dem heimischen Waldziest (Stachys sylvatica) und Knollenziest (Stachys affinis) verwandt. Sie kommt wild in ganz Europa und im Kaukasus auf Wiesen, in lichten Wäldern und Gebüschen vor. Bis ins Mittelalter hinein war der Heilziest in Europa und Ägypten eine wichtige Heilpflanze gegen die verschiedensten Leiden, verlor jedoch völlig an Bedeutung.

Die krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 40 – 60 cm und bildet familientypisch vierkantige, leicht behaarte Stängel aus. Die Blätter des Heilziests sitzen kreuzgegenständig an den Trieben und vor der Blüte als grundständige Blattrosette zusammen. Sie sind elliptisch geformt, am Blattrand deutlich gezähnt und kurz gestielt bis anliegend. Der quirlige Blütenstand besteht aus zahlreichen kleinen, rotvioletten bis weißen Lippenblüten. Bestäubende Insekten, wie Bienen und Schmetterlinge, besuchen Heilziest zur Blütezeit von Juni bis August, um Nektar und geringe Mengen an Pollen zu sammeln. Im Spätsommer bilden sich aus den Blüten die Samenstände mit jeweils vier kantigen, braunen Klausenfrüchten je bestäubter Blüte.

Betonica officinalis
Zunächst zeigt der Heilziest eine grundständige Blattrosette, bevor Blütentriebe gebildet werden [Foto: Kabar/ Shutterstock.com]

Betonie pflanzen: Standort und Vorgehen

Der ideale Standort für Heilziest liegt sonnig bis halbschattig auf humosen, lehmigen bis tonigen, aber durchlässigen Böden. Er ist trockenheitsverträglich und braucht mittlere Nährstoffmengen. Die Echte Betonie kann als getopfte Staude in Gärtnereien erworben und im Frühjahr oder Spätherbst ausgepflanzt werden.

Ebenfalls möglich, aber deutlich zeitaufwändiger, ist die Anzucht aus den Samen des Heilziests. Sie sind Kaltkeimer, das heißt, sie benötigen eine längere Periode mit winterähnlichen Temperaturen, um zu keimen. Im Freiland sät man die Samen daher zwischen September und Dezember. Die Keimung erfolgt dann bei steigenden Temperaturen im Frühjahr. Möglich ist jedoch auch die ganzjährige Aussaat von Heilziest im Haus auf einem hellen, warmen Fensterbrett. Die Samen werden 24 Stunden lang in lauwarmem Wasser vorgequollen, dann in feuchtem Sand oder Küchenpapier, idealerweise eingepackt in einen Zip-Beutel, etwa acht Wochen lang im Kühlschrank gelagert. Anschließend erfolgt die Aussaat in Anzuchtgefäßen. Töpfchen oder Schälchen werden zunächst mit nährstoffarmer Anzuchterde, wie unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, gefüllt und leicht angefeuchtet. Die Heilziest-Samen werden 4 – 5 cm tief in das Substrat gesät und bei Zimmertemperatur aufgestellt. Die Keimung dauert sehr lange: Zwischen 30 und 80 Tage können vergehen, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Inzwischen darf die Erde jedoch niemals völlig austrocknen.

Die Jungpflanzen oder Stauden können im Frühjahr oder Spätherbst direkt ins Beet oder in mindestens 5 l fassende Pflanzkübel gesetzt werden. Entfernen Sie zunächst unerwünschte Beikräuter und lockern Sie den künftigen Standort auf. Magere Böden können in diesem Schritt mit reifem Kompost angereichert werden. Nun werden ausreichend große Pflanzlöcher ausgehoben und die Heilziest-Jungpflanzen hineingesetzt. Der Abstand sollte bei 25 – 30 cm liegen. Anschließend werden die Pflanzlöcher mit Erde aufgefüllt, die Pflanzen rundherum gut angedrückt und gewässert.

Auf einen Blick: Heilziest pflanzen

  • Bodenvorbereitung: Beikräuter entfernen, Erde lockern und bei Bedarf Kompost einarbeiten.
  • Ausreichend großes Pflanzloch ausheben, Pflanzabstand von 25 – 30 cm einhalten.
  • Betonie-Pflanzen hineinsetzen, mit Substrat auffüllen und leicht andrücken.
  • Nach Pflanzung gut angießen.
Betonie-Pflanzen
Der mehrjährige, winterharte Heilziest wächst horstartig [Foto: Kazakov Maksim/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Der Heilziest ist pflegeleicht und anspruchslos. Sind die Stauden gut angewachsen, muss nur in Ausnahmefällen bei langanhaltender Trockenheit gewässert werden. Eine vorwiegend organische Düngung im Frühjahr mit einer Gabe von reifem Kompost oder von unserem Plantura Bio-Universaldünger entlohnt der Heilziest mit einer reichen Blüte und kräftigem Wuchs. Heilziest ist in unseren Breiten völlig winterhart bis unter – 25°C und benötigt daher keinerlei Winterschutz. Die Staude stirbt im Spätherbst oberirdisch ab. Vor dem Neuaustrieb im folgenden Frühjahr werden die abgestorbenen Pflanzenteile bodennah abgeschnitten. Der horstartig wachsende Heilziest kann im Herbst mit einem Spaten geteilt und so vegetativ vermehrt werden.

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Verwendung und Wirkung des Heilziests

Die Blätter des Heilziests werden zur Blütezeit zwischen Juli und August geschnitten und getrocknet. Das Kraut enthält bis zu 15 % Gerbstoffe und schmeckt recht bitter, weshalb es vor allem zur Unterstützung der Blutstillung, Verdauung und Leberfunktion genutzt wird. Üblicherweise wird das getrocknete Betonienkraut als Heilziest-Tee eingenommen. Die Heilwirkung von Betonica officinalis kann sich ebenfalls positiv auf Kopf- oder Zahnschmerzen, Steinleiden von Galle oder Niere, Magen-Darm- und Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Infektionen auswirken. In der Homöopathie wird Betonica officinalis bei Gallenleiden, Magen-Darm-Beschwerden und zur Unterstützung von Leber und Bauchspeicheldrüse eingesetzt.

Die Verwendung von Heilziest beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Heilkunde. Das Kraut kann auch als Färberpflanze genutzt werden: Wolle und Stoffe lassen sich damit gelb einfärben.

Heilziest als Heilpflanze
Der Heilziest ist eine Heilpflanze und kann zudem zum Färben von Wolle und Stoffen genutzt werden [Foto: Lipatova Maryna/ Shutterstock.com]

Ist Heilziest giftig?

Heilziest ist nicht giftig, kann jedoch bei übermäßigem Verzehr Übelkeit, Erbrechen und in starker Überdosierung sogar Halluzinationen verursachen. Schwangere und Stillende sollten vorsichtshalber auf die Einnahme von Heilziest verzichten. Ein verwandter Lippenblütler mit Heilwirkung besonders auf Herz und Kreislauf ist das Herzgespann (Leonurus cardiaca). Wir stellen die hummelfreundliche Arzneipflanze im Steckbrief vor.

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