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Kakteen düngen: Die perfekte Düngung für den Kaktus

Kakteen begleiten ihre Besitzer meist viele Jahre lang. Hier erfahren Sie, was man beim Düngen eines Kaktus alles beachten sollte.

Grüne Kakteen
Der geeignete Dünger lässt Ihre Kakteen zur Topform auflaufen [Foto: Young traveler/ Shutterstock.com]

Wer keinen grünen Daumen hat, der wird doch wenigstens einen Kaktus (Cactaceae) über die Runden bringen – heißt es jedenfalls. In der Praxis hört man dann aber immer wieder den Satz „Bei mir sterben selbst die Kakteen“. So schwer ist es zum Glück mit der Pflege der genügsamen Wesen allerdings nicht. Und mit ein wenig Wissen können Sie schon viel erreichen.

Kakteen wachsen langsam. Kein Wunder, denn die widerstandsfähigen Gewächse stammen aus den kärglichen Regionen Amerikas. Um Kakteen und ihre Ansprüche besser zu verstehen, sollten Sie einen Einblick in die Welt der stacheligen Zeitgenossen wagen: Hier ist es meist trocken und die seltene Wasserverfügbarkeit bestimmt den Rhythmus des Lebens. Die Vegetation rings umher ist spärlich und so fallen auch wenig abgestorbene Pflanzenteile an, die in Humus umgewandelt werden könnten. Die Erde besteht daher hauptsächlich aus mineralischen Bestandteilen. Um über die Runden zu kommen, muss der Kaktus langsam und stetig Biomasse aufbauen.

Haben Sie diese Bedingungen im Hinterkopf, dann haben Sie im Prinzip alles an Wissen, was Sie brauchen, um Ihren Kaktus glücklich zu machen.

Kakteen in wüstenreicher Herkunftsregion
Genügsamkeit ist die höchste Tugend in der meist kargen Heimat der Kakteen [Foto: Daniel Prudek/ Shutterstock.com]

Wann sollte man Kakteen düngen?

In ihrer Heimat regnet es selten, dafür aber heftig. Nur dann können die Kakteen Nährstoffe mit dem Wasser aufnehmen. Die Düngung ist also stark vom Gießen abhängig und sollte auch über das Gießwasser erfolgen. Der Flüssigdünger Zitrus- & Mediterranpflanzen von Plantura eignet sich hervorragend dafür. Während der Wachstumssaison sollten Sie alle ein bis vier Wochen düngen, je nach Kakteenart.

Im Winter benötigen Kakteen wie die meisten Pflanzen eine Ruhezeit. Deshalb wird im August das letzte Mal im Jahr gedüngt. Erst im April oder Mai, nachdem der Kaktus die Wachstumssaison eröffnet hat, erfolgt wieder die erste Gabe. Die Hauptdüngezeit liegt im Juni und Juli. In diesen zwei Monaten sollten Sie Ihren Kakteen mehr Dünger zugestehen als im Mai und August.

Mangelerscheinungen bei Kakteen erkennen

Kakteen kommen generell mit wenigen Nährstoffen zurecht. In der Regel ist es deshalb besser, zu wenig zu düngen als zu viel. Ein Zuviel kann nämlich rasch zu weichem Gewebe und Geiltrieben führen.

Mangelsymptome treten jedoch erst spät auf und verwachsen auch nicht so schnell. Versuchen Sie deshalb, das richtige Maß an Düngergaben zu finden. Beginnt sich der Kaktus aufzuhellen, dann ist dies ein eindeutiges Zeichen für einen Mangel an Kalium oder Stickstoff. Die Aufhellung ist meist am stärksten an der Basis der Kaktee und verholzt früher oder später. Der Mangel geht zudem einher mit einer Verlangsamung des Wachstums.

Kaktus wird von unten gelb
Ein Mangel an Stickstoff und Kalium führt zur Verlagerung der Nährstoffe aus alten Pflanzenteilen in jüngere – häufig vergilbt und verholzt daher zuerst die Basis [Foto: Romix Image/ Shutterstock.com]

Auch an Phosphor kann es dem Kaktus mangeln. Dieses Defizit äußert sich jedoch eher dezent durch ein Ausbleiben der Blüte, denn Phosphor hat besondere Bedeutung für die Ausbildung von Blüten und Früchten.

Der perfekte Kakteendünger

Weltweit sind über 100 Kakteengattungen bekannt. Logisch also, dass nicht alle Kakteen die gleichen Ansprüche haben. Die Familie ist vielfältig. Dennoch gibt es grundlegende Ähnlichkeiten bezüglich des Nährstoffbedarfs.

Kakteenvielfalt in der Wüste
Kaktus ist nicht gleich Kaktus, dennoch haben die meisten Arten ähnliche Ansprüche [Foto: Johnny Coate/ Shutterstock.com]

Stickstoff ist für Kakteen unbedingt lebenswichtig. Er fördert das Wachstum, führt aber in zu großen Mengen auch zu weichem Gewebe und einer höheren Krankheitsanfälligkeit. Der perfekte Dünger enthält also Stickstoff, allerdings in Maßen.

Kalium ist essentiell für die Standfestigkeit, für Kakteen also ebenfalls von großer Wichtigkeit. Außerdem spielt es bei der Einspeicherung von Wasser in die Zellen eine wesentliche Rolle. In einem guten Dünger sollte deshalb ausreichend Kalium vorhanden sein, im Optimalfall sogar mehr als Stickstoff. Auch Phosphor kommt bei der Düngung eine größere Bedeutung zu als Stickstoff. Dieser Nährstoff ist insbesondere für die Bildung von Blüten und Früchten entscheidend.

Blühender Kaktus im Topf
Für eine reiche Blüte ist genügend Phosphor unabdinglich [Foto: TOYGAR ELDEM/ Shutterstock.com]

Neben diversen essenziellen Spurennährstoffen enthält der perfekte Kakteendünger also Stickstoff, Phosphor und Kalium. Der wesentliche Unterschied zu herkömmlichen Düngern liegt aber im Verhältnis. Während in der Regel in Dünger deutlich mehr Stickstoff als Phosphor und Kalium enthalten ist, sollte das beim Kakteendünger umgekehrt sein. Findet sich gleich viel oder sogar weniger Stickstoff als Phosphor oder Kalium im Düngemittel, eignet sich dieses als Kakteendünger.

Zu guter Letzt sollten Sie natürlich auch den pH-Wert nicht außer Acht lassen. Kakteen benötigen einen pH-Wert zwischen 6 und 7. Nur dann fühlen sie sich auch richtig wohl und können gedeihen. Liegt der Wert hingegen im zu sauren oder zu basischen Bereich, werden einige Nährstoffe schlechter für die Pflanze verfügbar.

Kakteen organisch düngen: Das richtige Vorgehen

Wer seine Pflanze gern organisch düngt, wird bei Kakteen eher enttäuscht sein. Im Herkunftsgebiet der robusten Pflanzen gedeiht nur wenig und so fallen auch wenige Pflanzenteile an, aus denen Humus gebildet werden könnte. Zudem finden Tiere hier kaum etwas zu fressen, weshalb wenig Dung anfällt. Kakteen ziehen ihre Nährstoffe deshalb vorwiegend aus den mineralischen Bestandteilen des Bodens. Für die organische Düngung empfiehlt sich ein Flüssigdünger wie beispielsweise unser Zitrus- & Mediterranpflanzen Flüssigdünger. Eingemischt ins Gießwasser können die wertvollen Nährstoffe dem vorher angefeuchteten Kaktussubstrat ganz einfach zugeführt werden. Ein Vorteil von Kakteen besteht darin, dass durch seltenes Gießen keine Gefahr der Auswaschung besteht.

Kakteen mineralisch düngen

Als mineralischer Dünger ist jeglicher Dünger mit dem richtigen Nährstoffverhältnis geeignet. Kakteendünger erfüllt diese Voraussetzung selbstverständlich, ist jedoch oft teurer als andere Düngemittel. Auch Mineralsalze können im Gießwasser aufgelöst und als Dünger verwendet werden. Feuchten Sie jedoch vorher das Substrat an, ehe Sie mit Dünger angereichertes Gießwasser verwenden.

Kakteen mit Hausmitteln düngen

Tatsächlich gibt es ein organisches Hausmittel, das für Kakteen hervorragend geeignet ist: Kaffeesatz. Dieser ist generell nicht sehr nährstoffreich, was eine Überdüngung schwierig macht. Zudem enthält er hauptsächlich Phosphor und Kalium und erst an dritter Stelle Stickstoff, was perfekt die Ansprüche von Kakteen bedient. Als Bonus ist Kaffeesatz sauer und wirkt dadurch einem zu hohem pH-Wert entgegen. Gerade bei kalkhaltigem Gießwasser kann dieses Hausmittel also die Rettung bringen.

Kakteendünger selber machen

Da Kakteen eher eine mineralische Umgebung gewohnt sind, ist ein Selbermachen des Düngers gar nicht so einfach. Dafür müssten Sie die einzelnen Nährstoffe – also Stickstoff, Phosphor und Kalium – sowie die Mikronährstoffe wie Kupfer und Zink erwerben und im richtigen Verhältnis miteinander mischen. Abgesehen davon, dass das Zusammenmischen besondere Bedingungen erfordert, können Sie so leider auch kein Geld einsparen, denn in haushaltsüblichen Mengen sind die einzelnen Nährstoffe teuer.

Auch wenn Kakteen generell so ziemlich die pflegeleichtesten Geschöpfe überhaupt sind, gibt es doch noch ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Wie Sie Ihre Kakteen richtig pflegen, erfahren Sie in unserem Artikel zur Pflege von Kakteen und Sukkulenten.

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