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Kakteen vermehren: Stecklinge, Ableger & Samen

Kakteen lassen sich auf drei verschiedene Arten vermehren. Wie die jeweilige Vermehrung über Stecklinge, Ableger und Samen funktioniert, finden Sie hier.

Kaktus Stecklinge

Die Stacheln sind schon bei den kleinsten Stecklingen zu erkennen [Foto: photohomepageCC BY 2.0]

Ein kleiner grüner Kaktus ist in sehr vielen Haushalten zu finden. Mit der richtigen Pflege zieren die stacheligen Pflanzen für lange Zeit das Haus oder auch den Garten. Wer seine eigene Kakteen-Familie erweitern möchte, kann dies mit unseren Experten-Tipps und Anleitungen auf drei verschiedene Arten tun.

Kakteen über Stecklinge und Ableger vermehren

Abhängig von der kultivierten Kakteen-Art können Ableger oder unterschiedliche Arten von Stecklingen genommen werden. Blattstecklinge sind zum Beispiel bei Rhipsalidopsis möglich und Kopfstecklinge bei Rhipsalis. Die meisten Säulenkakteen (Opuntia, Pereskia) sowie alle sprossenden und kindelbildenden Kakteen lassen sich sehr gut durch Ableger vermehren.

Material- und Werkzeugliste

  • scharfes, desinfiziertes Messer
  • Streichhölzer oder ein Feuerzeug
  • Alufolie
  • Kerze
  • Anzuchtsubstrat
  • Kunststofftöpfe
Kaktus umtopfen schaufel harke und töpfe

Die kleinen Ableger sind eine schöne und platzsparende Dekoration [Foto: iStock.com/Schantalao]

Anleitung für die Stecklings-/Ablegervermehrung

Die Monate von April bis August sind der perfekte Zeitraum für die Vermehrung von Kakteen. Aber immer Achtung mit den Dornen! Am besten werden vor dem Abtrennen der Ableger oder Stecklinge dicke Handschuhe zum Schutz angezogen oder eine Grillzange o.ä. zum Fixieren verwendet.

Im nächsten Schritt entzünden Sie eine Kerze und erhitzen das mit Alufolie umwickelte Messer über der Flamme. Bei Schwarzfärbung der Folie wird der Steckling oder Ableger abgeschnitten. Es gilt: Kopfstecklinge sind 10-15 cm lang, kugelige Ableger sind größer als ihr Durchmesser und möglichst weit entwickelt. Blattstecklinge werden in Originalgröße von der Mutterpflanze geschnitten.

Ableger umtopfen miti Pinzette

Entfernen Sie die Ableger stets vorsichtig [Foto: iStock.com/Schantalao]

Nach jedem Schnitt wird das noch heiße Messer auf die Schnittstelle gedrückt. Das stoppt den Saftfluss und verhindert ein „Ausbluten“.  Bevor der nächsten Ableger abgeschnitten wird, muss das Messer in Aluminiumfolie wieder durch die Kerzenflamme erhitzt werden.

Erst nachdem die Kakteenstecklinge einige Tage an der Luft getrocknet sind und sich erste Wurzeln gebildet haben, werden sie eingetopft. Die Anzuchttöpfe werden mit nährstoffarmem Kakteensubstrat gefüllt und je ein Steckling oder Ableger bis zur Hälfte eingetopft. In der ersten Woche sollten Sie nicht gießen. Anschließend wird das Substrat mit kalkarmem Wasser nur leicht feucht gehalten. Sobald ein Steckling sein Anzuchtgefäß durchwurzelt hat, wird er umgetopft und gepflegt wie ein adulter Vertreter seiner Gattung.

Tipp: Ein Streichholz kann größeren Blattstecklingen als Stütze dienen und bewahrt diese vorm Umfallen.

Kakteenerde kaktus mit erde auf Holztisch natural

Bei Kakteen sollte auf die richtige Kakteenerde geachtet werden (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Kakteen über Samen vermehren

Die Vermehrung über Ableger und Stecklinge ist deutlich einfacher als die über Samen. Allerdings gibt es viele Arten, die nur schwer wurzeln oder kaum Sprossen bilden. So wird etwa die Mehrzahl der Kugelkakteen über Samen vermehrt. Auch seltene Arten sind häufig nur in Form von Saatgut erhältlich.

Kakteen-Samen selber herstellen

Da die Vermehrung über Samen die geschlechtliche Vermehrungsform darstellt, sind immer mindestens zwei Exemplare der gleichen Art bzw. Sorte erforderlich. Bei Ausbildung von Blüten können diese von Hand mit einem Pinsel bestäubt werden. So wird der Pollen übertragen. Falls die Gefahr einer Kreuzbestäubung durch andere Exemplare besteht, werden die Kakteen isoliert. Bis zum Herbst haben sich die typischen Kaktusfrüchte entwickelt. Ausgereifte Früchte werden gepflückt und wenn nötig aufgestochen, um die Samen freizusetzen. Das Saatgut wird gründlich gereinigt (Fruchtfleischreste wirken keimhemmend) und zum Trocknen auf Löschpapier gelegt. Bis zum nächsten Aussaattermin (idealerweise im April) können die Kaktussamen in beschrifteten Papiertütchen oder kleinen, luftdichten Dosen aufbewahrt werden.

Vorbehandlung der Kakteen-Samen: Keimruhe brechen

Da die Samen vieler Arten (z.B. Notocactus und Coryphanta) einer Keimruhe unterliegen, müssen sie vor der Aussaat vorbehandelt werden. Die Samen werden für 20 Minuten in 3,0-prozentigem Wasserstoff-Peroxid vorgequellt und anschließend mit Wasser um 50 Prozent verdünnt und darauf für 24 Stunden liegen gelassen. Wasserstoffperoxid ist in der Apotheke erhältlich.

Material- und Werkzeugliste

  • Samen
  • Aussaatsubstrat
  • Quarzsand in 3 mm Körnung
  • Saatschale oder kleine Töpfchen
  • Wasserstoffperoxid
  • Zimmergewächshaus

Als Aussaatsubstrat haben sich rein mineralisches Material wie Perlite oder Bimskügelchen als geeignet erwiesen. Die Samen können hier gut quellen und die Wurzeln dank der Porenstruktur schonend wachsen. Eine günstige Alternative bietet Katzenstreu (kein Klumpstreu!).

Tipp: Sterilisieren Sie das Aussaatsubstrat vor der Verwendung im Backofen für 30 Minuten bei 150-180 Grad oder für 10 Minuten bei 800 Watt in der Mikrowelle.

Wir empfehlen folgende Produkte:

  • Cuxin Aktiv-Erde für Kakteen: Spezialerde für Kakteen mit Lava und Sand, für eine gute Drainage und gesunde Wurzeln. Der organische Dünger sorgt für ein gesundes Wachstum.
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.

Anleitung für die Aussaat

Da die frisch gekeimten Kakteen nicht sehr widerstandsfähig sind, werden die Saatschale, die Töpfchen, sowie das Zimmergewächshaus vor der Verwendung penibel gereinigt.

Das Saatgefäß wird mit Substrat gefüllt und die Samen darauf verteilt. Achtung: Lichtkeimer dürfen angedrückt, aber nicht ins Substrat gedrückt werden. Eine dünne lichtdurchlässige Schicht aus Quarzsand als Schutz vor Schimmel ist erlaubt. Die Saatgefäße werden kurz in lauwarmes, kalkarmes Wasser gestellt. Erst wenn die Saaterde bis zur obersten Schicht mit Wasser vorgesaugt ist, kommen die Gefäße ins Zimmergewächshaus.

Ideal sind Temperaturen zwischen 20 und 25° C und direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. Die Gewächshausabdeckung wird bis zur Bildung erster Dornen täglich kurz gelüftet. Danach kann sie permanent entfernt werden. Gewässert wird stets von unten, indem die Saatgefäße in handwarmes Regenwasser bzw. abgekochtes Leitungswasser gestellt werden bis das Substrat sich vollgesaugt hat.

Die Keimung setzt je nach Art innerhalb von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen ein. Kakteenarten mit einer guten Keimfähigkeit sind beispielsweise Echinopsen, Lobivien, Rebutien oder Mammillarien. Opuntien haben hingegen den Ruf, dass ihre Samen sich für die Keimung ewig Zeit nehmen.

Steffi

Ich studiere momentan im schönen Weihenstephan Agrarwissenschaften. Neben dem Gärtnern (ich baue vor allem Gemüse und Kräuter an) schlägt mein Herz auch besonders für die Tierwelt. Egal, ob Hund, Meerschwein, Igel oder Biene – alle sollen sich in meinem Garten wohlfühlen.
Lieblingsobst: Wassermelonen und Himbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln

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