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Kerzenknöterich: Standort, Pflege & die schönsten Sorten

Die äußerst dekorativen Blüten und die große Sortenvielfalt machen den Kerzenknöterich zu einer immer beliebteren Staude, die außerdem noch recht anspruchslos ist.

Kerzenknöterich
Die Blüten verzaubern mit ihren strahlenden Farben jedes Staudenbeet [Foto: AngieC333/ Shutterstock.com]

Der Kerzenknöterich (Persicaria amplexicaulis) ist ein echter Gewinn im Garten, denn er benötigt keine aufwendigen Pflegeeinheiten und ist generell sehr robust. Darüber hinaus überzeugt er mit seiner langanhaltenden Blüte und der Schnellwüchsigkeit. In Kombination mit anderen Gewächsen lassen sich besonders ansprechende Pflanzungen gestalten.

Kerzenknöterich: Herkunft und Eigenschaften

Persicaria amplexicaulis gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) und ist aufgrund von neuen taxonomischen Erkenntnissen auch unter den Synonymen Bistorta amplexicaulis und Polygonum amplexicaule bekannt. Das natürliche Vorkommen des Kerzenknöterichs liegt in der Himalaya-Region und reicht von Afghanistan bis nach China. Dort wächst er bevorzugt in frischen bis feuchten Staudenfluren sowie an Gehölzrändern in sonnigen bis absonnigen Lagen.
Die sommergrüne Staude bildet buschige Horste mit einer Höhe von 100 bis 120 cm. Durch kurze Ausläufer breitet sie sich nach und nach aus. Zwischen dem dicht wachsenden, grünen Laub streben die Blütenstängel empor, an deren Spitzen sich die kerzenförmigen Blütenrispen befinden. Sie sind je nach Sorte weiß, rosa, pink oder rot gefärbt. Die Blütenpracht der Staude lässt sich erstaunlich lange bewundern – von Mitte Juli bis Ende Oktober. Die Blätter des Kerzenknöterichs werden etwa 5 bis 15 cm lang und wachsen stängelumfassend, weshalb sich eine herzartige Form bildet. Die mehrjährige, robuste Pflanze ist winterhart und braucht deshalb keine besondere Behandlung in der kalten Jahreszeit.

Biene auf Kerzenknöterich-Blüte
Die Blütenrispen bestehen aus mehreren Einzelblüten und sind auch bei Bienen beliebt [Foto: Andrew E Gardner/ Shutterstock.com]

Ist Kerzenknöterich bienenfreundlich? Der Kerzenknöterich ist eine sehr gute Nektar- und Pollenpflanze und stellt somit eine Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge dar. Je nach Sorte ist diese Eigenschaft mehr oder weniger ausgeprägt.

Die schönsten Kerzenknöterich-Sorten für Ihren Garten

Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal bei den Sorten des Kerzenknöterichs ist meist die Blütenfarbe. Alle der hier vorgestellten Varietäten, bis auf eine, die als sehr gut eingestuft wurde, wurden vom Arbeitskreis Staudensichtung als ausgezeichnet bewertet.

  • Persicaria amplexicaulis ˈAlbaˈ: Diese bienenfreundliche Sorte überzeugt mit ihren eleganten, weißen Blüten von August bis Oktober. Sie wird 100 bis 120 cm hoch und eignet sich auch als Schnittblume.
Weißer Kerzenknöterich
Die weißen Blüten der Sorte ˈAlbaˈ machen sich gut in dezenteren Farbkombinationen [Foto: Wiert nieuman/ Shutterstock.com]
  • Persicaria amplexicaulis ˈAnnaˈ: Die Sorte ˈAnnaˈ erreicht eine stattliche Höhe von 120 bis 140 cm und blüht von Juli bis Oktober in leuchtendem Rosa. Auch an ihr erfreuen sich Insekten.
  • Persicaria amplexicaulis ˈSaraˈ: Diese reichblühende Sorte überzeugt mit einer ausgezeichneten Gesundheit und Standfestigkeit. Sie trägt von Juli bis Oktober auffällige, violett-pinke Blüten und wird 100 bis 130 cm hoch. Zudem eignet sie sich als Insektenweide.
  • Persicaria amplexicaulis ˈTaurusˈ: Der blühwillige Kerzenknöterich ˈTaurusˈ ist mit seiner Höhe von 80 bis 100 cm etwas niedriger. Seine intensiv dunkelroten Blüten schmücken die Staude ebenfalls von Juli bis Oktober. Bei dieser Sorte lässt sich außerdem oft eine zierend rote Herbstfärbung beobachten.
Kerzenknöterich 'Taurus'
An den Blättern der Sorte ˈTaurusˈ zeigt sich die beginnende Herbstfärbung der Blätter [Foto: Flower_Garden/ Shutterstock.com]
  • Persicaria amplexicaulis ˈOrangofieldˈ: Die außergewöhnliche Blütenfarbe macht diese Sorte besonders interessant. Denn mit dem lachsrosafarbenen Farbton ist sie ein echter Hingucker. Sie erreicht eine Höhe von 70 bis 90 cm und ist sehr blühwillig.

Tipp: Eine verwandte und ebenfalls gern genutzte Art ist der Wiesenknöterich (Persicaria bistorta), der auch als Schlangenknöterich bekannt ist. Er ist gut für sonnige und feuchte Standorte wie Gewässerränder geeignet. Eine beliebte Sorte ist zum Beispiel ˈSuperbaˈ.

Rosa Blüten der Sorte 'Superba'
Auch die Blüten von Persicaria bistorta ˈSuperbaˈ haben einen hohen Zierwert [Foto: Flower_Garden/ Shutterstock.com]

Kerzenknöterich pflanzen

Optimal wächst die Staude auf dem im Folgenden genannten Standort, gedeiht aber auch an anderen Stellen – auf Kosten der Vitalität – recht gut. Wir erzählen Ihnen mehr zur bestgeeignetsten Lage und geben Tipps zur Pflanzung.

Tipp: Der Kerzenknöterich wächst zwar etwas wuchernd mit seinen Rhizomen und kann sich auch durch Selbstaussaat vermehren, doch er wird in der Regel dadurch nicht lästig und ist trotzdem noch gut zu bändigen. Ein Vorteil dieses Wachstums ist, dass Unkraut effektiv unterdrückt wird.

Standort und Vorgehen

Optimalerweise wird Persicaria amplexicaulis in gelockerte, frische bis feuchte Lehmböden in sonniger bis absonniger und windgeschützter Lage gepflanzt. Am besten eignet sich ein nährstoffreicher, humoser und tiefgründiger Lehmboden. Der Kerzenknöterich fühlt sich besonders an Geholzrändern, aber auch Gewässerufern wohl und passt ausgezeichnet in Staudenrabatten sowie Prachtstaudenbeete.
Zur Bodenverbesserung eines sehr sandigen, kargen Bodens kann reichlich reifer Kompost oder eine hochwertige humose Erde untergemischt werden. Dafür eignet sich zum Beispiel auch unsere Plantura Bio-Komposterde, welche der Pflanze einen Untergrund mit guter Wasserspeicherfähigkeit und Nährstoffverfügbarkeit bietet. Nur in sehr verdichtete Böden sollte etwas Sand oder Splitt eingearbeitet werden, denn sogar in stauender Feuchte kann der Kerzenknöterich gut wachsen.

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Ein guter Zeitpunkt für die Pflanzung der Staude ist entweder im Frühjahr Mitte Mai oder im Herbst etwa September. Werden mehrere Exemplare zu einer Gruppenpflanzung kombiniert, sollte ein Abstand von etwa 50 cm eingehalten werden. Es dürfen auf keinen Fall mehr als drei Stauden auf einen Quadratmeter gepflanzt werden, denn die Einzelpflanzen breiten sich mit der Zeit weiter aus.

Kerzenknöterich kombinieren: Gute Pflanzpartner

Eine gute Pflanzkombination mit dem Kerzenknöterich ergibt sich zum Beispiel durch die harmonierende Blütezeit der Herbstanemone (Anemone hupehensis). Aber auch Astern (Aster), Phlox (Phlox) und Silberkerzen (Actaea simplex) eignen sich gut als Pflanzpartner. Mit Ziergräsern lassen sich besonders interessante Kombinationen erstellen. Auf kleinere Pflanznachbarn sollte man beim Kerzenknöterich hingegen grundsätzlich verzichten, da diese innerhalb kurzer Zeit aufgrund von Licht- und Platzmangel eingehen würden.

Kerzenknöterich neben Anemonen
Hinter den Anemonen blitzen die knalligen Blüten des Kerzenknöterichs hervor [Foto: Lea Rae/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege: Schneiden, düngen und Co.

Wie bereits erwähnt sind bei der Pflege des Kerzenknöterichs keine aufwendigen Maßnahmen notwendig. Um Ihrer Staude dennoch die bestmöglichen Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum zu geben, erläutern wir im Folgenden einige Hinweise.

Gießen
Frisch gepflanzte Exemplare des Kerzenknöterichs sollten keinen längeren Trockenperioden ausgesetzt werden, deshalb wird der Boden ringsum besser gut feucht gehalten. Gut angewachsene Stauden kommen aber mit vereinzelten Trockenphasen zurecht. Anhaltende Staunässe kann dem Kerzenknöterich schaden – gerade, wenn der Boden im Winter zu nass ist, besteht Gefahr, dass die Rhizome der Pflanze durch Pilzbefall verrotten.

Düngen
Die Staude ist auf guten Böden nicht auf regelmäßige Düngergaben angewiesen, profitiert aber davon, wenn im Frühjahr reifer Kompost oder ein Blumendünger-Granulat wie unser Plantura Bio-Blumendünger in den Untergrund eingearbeitet wird. Dadurch werden der Erde wieder wichtige Nährstoffe zugefügt und das Bodenleben wird unterstützt.

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Schneiden
Durch einen halbhohen Rückschnitt können die Auswirkungen von starken Winden oder Regenfällen wieder ausgeglichen werden und die Pflanze treibt innerhalb kurzer Zeit wieder kompakt aus. Durch diese Maßnahme lässt sich auch in manchen Fällen eine erneute Blüte hervorrufen.

Überwintern
Zur Überwinterung kann das verwelkte Laub einfach auf dem Boden liegen gelassen werden, so sind die Rhizome zusätzlich vor kälteren Temperaturen geschützt. In besonders nassen und kühlen Regionen kann die Staude auch noch mit Reisig abgedeckt werden.

Kerzenknöterich vermehren

Durch die bereits erwähnte Selbstaussaat vermehrt der Kerzenknöterich sich im Herbst zuverlässig. Im darauffolgenden Frühjahr werden dann um die Staude herum mehrere Keimlinge zu sehen sein, die sich bei unerwünschter Vermehrung gut entfernen lassen oder einfach verpflanzt werden können.
Für die eigenhändige Vermehrung eignet sich am besten die Teilung der Staude, die sowieso etwa alle drei bis vier Jahre durchgeführt werden sollte, um die Pflanze zu verjüngen. Dafür wird der Kerzenknöterich im Frühjahr kurz vor dem Austrieb ausgegraben und die Erde von den Wurzeln etwas abgeschüttelt. Nun trennt man die Pflanzenteile ab, die schon ein gutes Wurzelsystem entwickelt haben. Alle Einzelteile werden nun an gewünschter Stelle wiedereingesetzt und gut angegossen.

Kerzenknöterich mit dichten Blättern
Das dichte Blätterdach verhindert eine übermäßige Selbstaussaat [Foto: Gardens by Design/ Shutterstock.com]

Ist Kerzenknöterich giftig?

Grundsätzlich ist der Kerzenknöterich keine für den Verzehr gedachte Pflanze. Doch Kerzenknöterich und auch andere Knöterich-Arten enthalten keine Giftstoffe und stellen somit keine Gefahr für Mensch und Tier dar. Allerdings ist zu beachten, dass die Gewächse mehr oder weniger hohe Anteile an Oxalsäure enthalten können, die bei hoher Konzentration gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen kann. Vor allem Kinder, Schwangere und vorerkrankte Menschen sollten keine der Pflanzenteile zu sich nehmen. Auch Katzen sollten nicht von der Pflanze fressen, da ihr Körper die Oxalsäure nicht abbauen kann. Schäden treten allerdings erst bei größeren verzehrten Mengen auf.

Ein weiteres interessantes Gewächs aus der Familie der Polygonaceae ist der Blutampfer (Rumex sanguineus). Er hat nicht nur dekorative Blätter, sondern kann zum Beispiel auch dem Salat beigefügt werden. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel.

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