Kletterrosen: Standort, Pflege & robuste Sorten

Kletterrosen sind in Wuchshöhe und Blütenreichtum sehr beeindruckend. Was für Anbau und Pflege im eigenen Garten zu beachten ist, erfahren Sie hier.

13 Rose Zaun Kletterrose

Kletterrosen verleihen sogar einem tristen Zaun pure Romantik [Foto: T.KiyaCC BY-SA 2.0]

Kletterrosen bieten nicht nur eine unglaubliche Vielfalt an Farben und Formen der Blüten und Blätter, mit ihnen lässt sich auch der kleinste Garten zu einem persönlichen Erholungsparadies gestalten. Denn die Pflanzen wollen vor allem nach oben wachsen. Doch damit der Rosenbogen oder die Hausfassade zu einem blütenreichen Symbol purer Romanik wird, muss der Natur ein wenig nachgeholfen werden. Das richtige Formen, Schneiden und Pflegen wird mit einer Fülle an Blüten und einem dichten Wuchs belohnt.

Kletterrosen pflanzen

Kletterrosen werden mit der richtigen Pflege mehrere Jahre alt und können Höhen von bis zu 6 Metern erreichen. Deshalb sollte ein wenig mehr Zeit in die Planung und Suche eines geeigneten Standorts investiert werden. Nicht nur weil die wohlbedachte Wahl eines Standortes Ihre Pflanze erst richtig gedeihen lässt. Vielmehr wird so verhindert, dass Sie innerhalb kurzer Zeit wieder zum Sparten greifen müssen, um das zu groß gewordene Rosengewächs an einen neuen Ort zu verfrachten. Das bedeutet nämlich nicht nur Stress für die Pflanze, sondern auch für Sie.

Standort für Kletterrosen

Wer meterweit gen Himmel wächst, mag viel Licht und frische Luft. Sie sollten bei der Wahl eines Standorts für Ihre Kletterrosen daher unbedingt auf genügend Platz nach oben achten. Denn ein luftiger Platz sorgt dafür, dass keine Stauwärme entsteht und nasse Pflanzenteile abtrocknen. So haben Sie später weniger Probleme mit Schädlings- und Pilzbefall. Doch nicht nur Frischluft ist erwünscht – ein ausgiebiges Sonnenbad mögen die edlen Gewächse mindestens genau so sehr. Nur wenige Sorten vertragen halbschattige Standorte. Pralle Sonne jedoch ist zu viel des Guten. Am besten halten Sie Ihren Kletterrosen einen schönen Südost- oder Südwestplatz im Garten frei. Doch Kletterrosen wachsen nicht nur hochhinaus, sondern auch tief in die Erde. Ein lockerer Boden ist bei Kletterrosen daher das A und O. Die langen Wurzeln wachsen sehr tief, dementsprechend durchlässig muss der Boden sein. Sorgen Sie dafür, dass es mindestens einen Meter tief keine Verdichtungen im Boden gibt.

Ansonsten gilt für den Boden:

  • Nährstoffreich
  • Sandig-lehmig
  • Humos
  • Tiefgründig (min. 50 cm)
  • Mittelschwer bis schwer
  • Keine Staunässe
  • Neutraler pH

Erfüllt man diese Bedingungen, können Kletterrosen auf verschiedenste Weise zum Einsatz kommen. Ob mit praktischem Mehrwert als Sichtschutz oder einfach als optisches Highlight im Garten. Duftende Sorten an Hausfassaden, Pavillons oder alten Baumstämmen eignen sich besonders gut zur Gestaltung Ihres ganz persönlichen Lieblingsplatzes.

Hinweis: Von hohen Kronen fallen Wassertropfen nicht nur weit, sondern auch schnell. Pflanzen Sie Ihre Rosen deshalb nicht unter große Bäume, ansonsten finden Sie die Blüten schnell mal zertrümmert vor.

Kletterrosen im Topf: Geht das? 

Auch im Topf können Kletterrosen der Sonne entgegen wachsen. Allerdings eignen sich hierfür nur kleine Sorten und selbst diese mögen es luftig untenrum. Der Topf sollte demnach mindesten 50 cm tief sein und so breit wie möglich. Auch bei der Pflege im Topf gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Wurzelballen 24 Stunden vor der Pflanzung in Wasser stellen
  • Erde: Rosenerde gemischt mit Kompost oder Langzeitdünger
  • Düngen: April – Juli alle 14 Tage mit Flüssigdünger im Gießwasser
  • Gießen: Keine Staunässe; gute Drainageschicht am Boden des Topfes
  • Umtopfen: Alle 2 – 3 Jahre in einen größeren Topf

Kletterrosen: Die richtige Pflanzzeit

Hier kommt es darauf an, in welchem Zustand die Pflanzen gekauft wurden. Wurzelnackte Rosen kommen entweder im Herbst oder im Frühjahr in die Erde. Getopfte Rosen können auch im Sommer gepflanzt werden. Außerdem ist bei den sogenannten Containerrosen der Wurzelballen besser ausgebildet, man sieht häufig schon erste Blüten und die Pflanzabstände lassen sich besser abschätzen. Die Abstände werden nicht nur vom natürlichen Wuchs der Pflanze bestimmt, sondern auch von der später von Ihnen gewünschten Form. Hierbei sind 30 bis 50 cm zur Rankhilfe oder 8 cm zur Wand einzuhalten. Je nach Sorte sollte zwischen den Pflanzen ein Abstand von eineinhalb bis zu zwei Metern eingehalten werden.

Ansonsten ist Folgendes bei der Pflanzung von Kletterrosen zu beachten:

  • Wurzelballen wird 24 Stunden vor der Pflanzung in Wasser gestellt
  • Boden bis in 50 – 100 cm Tiefe auflockern
  • Pflanzloch: 30 – 40 cm Tiefe
  • Veredlungsstelle landet bei der Pflanzung etwa 5 cm unter der Erde
  • Gut angießen

Kletterrosen umpflanzen

Kletterrosen sind keine kurzfristige Anschaffung. Mit der richtigen Pflege können sie jahrelang wachsen und gedeihen. Da kann es schon mal vorkommen, dass die umliegende Begrünung den Pflanzen irgendwann das Licht und den Platz streitig macht. Genau dann wird es Zeit für einen Umzug der Höhenflieger. Der beste Zeitpunkt hierfür ist ein milder, frostfreier Tag im Herbst, nachdem die Pflanze ihre Blätter abgeworfen hat. Auch eine Umpflanzung im Frühjahr, wenn die Pflanze noch nicht wieder ausgetrieben hat, ist möglich. Jedoch wachsen die Pflanzen nicht so schnell an wie im Herbst.

Haben Sie einen neuen Platz für die Kletterrose gefunden, gehen Sie einfach wie folgt vor:

  • Pflanzloch am neuen Standort vorbereiten
  • Starker Rückschnitt der umzupflanzenden Kletterrose
  • Mit Spaten Graben (mind. 2 Spatenblattlängen tief) rund um den Wurzelstock buddeln
  • Pflanze vorsichtig heraushebeln
  • gequetschte und verletzte Wurzeln werden entfernt
  • Pflanzung am neuen Standort gut angießen
  • Anhäufen von Erde an der Basis der Pflanze (Schutz vor Austrocknung)

Unter einem starken Rückschnitt versteht man das Zurückschneiden der Pflanze auf wenige schlafende Augen. Der Graben um die umzupflanzende Kletterrose sollte wegen den tiefen Wurzeln der Rosen so tief wie möglich gebuddelt werden. Je großzügiger Sie graben, umso weniger Schäden fügen Sie dem Wurzelstock zu.

Hinweis: Will man eine neue Rose an den Platz einer aussortierten Rose pflanzen, muss die Erde großflächig ausgetauscht werden (Rosenmüdigkeit!).

Kletterrosen richtig und sicher befestigen

Egal, für welche Kletterrose Sie sich entscheiden, eine Rankhilfe ist immer Pflicht. Damit diese auch ihren Zweck erfüllt, müssen Sie ein besonderes Auge auf ihre Befestigung legen. Ist die Konstruktion gut gegen Wind, Regen und die Gewichtsbelastung gewappnet, kann die Begrünung in Angriff genommen werden. Die Triebe werden dabei je nach Art der Rankhilfe anders befestigt. An Klettersäulen werden die Triebe spiralförmig um das Rankgerüst gelegt. An Spalieren zieht man die Langtriebe fächerförmig oder über Kreuz fest. Danach werden die Triebe mit Bast, Pflanzenclips oder gummiummanteltem Draht locker befestigt.

Was für eine Rankhilfe dabei zum Einsatz kommt obliegt Ihnen und Ihrer Kreativität. Klassische Rankhilfen aus Metall oder Holz finden Sie in jedem Baumarkt mit Gartencenter. Auch ausgefallenere Modelle sind hier oder im Internet erhältlich. Wer Geld sparen oder seinen Garten individuell gestalten will, kann seine Bastel-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Achten Sie nur darauf, dass die verwendeten Materialien wetterbeständig sind. Nicht, dass die selbst gemachte Rankhilfe vor den Rosen eingeht.

Kletterrosen-Sorten: Auswahl und Vielfalt

Es gibt zwei Arten von Kletterrosen. Zum einen die eigentlichen Kletterrosen (auch Climber genannt) und zum anderen die Rank- beziehungsweise Ramblerrosen. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Wuchshöhe sondern auch im Blührhythmus. Außerdem bieten die verschiedenen Sorten eine riesige Auswahl an Blütenfarben und -formen.

Kletterrosen: Geeignete Arten 

Für welche Art von Kletterrose Sie sich entscheiden, hängt davon ab was Sie später von den blühenden Kletterern erwarten. Die eigentlichen Kletterrosen bieten:

  • Mehrfache Blüte
  • Wuchshöhe: 1,5 – 3 Meter
  • Dicke, aufrechte Triebe
  • Blüten einzeln oder in Büscheln
  • Kompakterer Wuchs
  • Größere Blüten

Wer höher hinaus will, entscheidet sich für Ramblerrosen. Diese zeichnen sich aus durch:

  • Einmalblühend
  • Wuchshöhe: 6 – 10 Meter
  • Gute Wüchsigkeit
  • Mittelstarke und elastische Triebe
  • Viele kleine Blüten

Dank intensiver Züchtung gibt es inzwischen auch Ramblerrosen-Sorten, die mehrmals im Jahr blühen. Dafür ist die Anzahl der Blüten nicht ganz so beeindruckend.

Kletterrosen: Die schönsten Sorten

Je nach Sorte blühen Kletterrosen in Weiß, Lachsfarben, Orange sowie in Schattierungen von Rosa oder Rot. Auch in der Form ihrer Blüten unterscheiden sie sich. Es gibt einfache bis stark gefüllte Blüten. Wann sich die Blüten zeigen, ist ebenfalls von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Hier sind ein paar besonders schöne öfter blühende Kletterrosen-Sorten für Sie:

  • Compassion: Gefüllte Blüten in hellem Lachsrosa; stark duftend; Wuchshöhe: bis 2,5 Meter; Blüte: Juni – November; winterhart; ADR-Rose
  • Florentina: Gefüllte Blüte in intensivem Rot; leichter Duft; Wuchshöhe: bis 3 Meter; Blüte: Juni – September; winterhart
  • Moonlight: Halbgefüllte Blüte in Zitronengelb; starker fruchtiger Duft; Wuchshöhe: bis 2,5 Meter; Blüte: Juni – September; winterhart
  • Elfe: Gefüllte Blüte in Cremegelb mit grünem Schimmer; zarter Duft; Wuchshöhe: bis 3 Meter; Blüte: Juni – September; bedingt winterhart; ideal für sonnige Standorte
  • Aloha: Stark gefüllte Blüte in Apricot; starker Duft; Wuchshöhe: bis 2,5 Meter; Blüte: Juni -Oktober; bedingt winterhart

Eine größere Auswahl an Kletterrosen-Sorten der unterschiedlichsten Blütenfarben und -formen finden Sie hier.

Hinweis: Achten Sie beim Kauf auf ADR-Rosen. Diese sind besonders widerstandsfähig und getestet.

Kletterrosen pflegen

Die Rose gilt auch als Königin der Blumen. Je älter Kletterrosen werden, desto schöner und üppiger blühen sie. Doch damit Ihre Pflanzen Jahr für Jahr in majestätischem Glanz erstrahlen, muss die Pflege stimmen. Dabei gilt es Folgendes zu beachten:

  • Gießen: Während der Anwachszeit häufig, dann nur noch nach längeren Trockenperioden
  • Ausputzen verwelkter Blüten
  • Entfernen kranker und kaputter Pflanzenteile

Gegossen wir nur von unten, um die Gefahr von Pilzinfektionen an den Blättern zu minimieren. Außerdem wird nicht in der prallen Mittagssonne gegossen. Nach starkem Gießen oder Regen wird die Erde um die Wurzeln herum gelockert. Das verhindert ein Verdichten des Bodens und die Wurzeln bekommen wieder genug Luft.

Kletterrosen düngen

Eine Königin muss auch königlich bewirtet werden. Wie Marie-Antoinette darf es auch bei Kletterrosen nur das Feinste sein und davon in ordentlichen Mengen. Deshalb gibt es im Handel speziellen Rosendünger, der an den majestätischen Nährstoffverbrauch angepasst ist. Auch die Nutzung eines anderen Düngers ist möglich. Rinderdung zum Beispiel wäre eine kostengünstige Alternative. Achten Sie nur darauf, dass eine organische Düngervariante im Einkaufswagen landet. Diese hat eine längere Depotwirkung im Boden und ist auch noch umweltfreundlicher, als die mineralischen Alternativen. Gedüngt wird dann zweimal im Jahr:

  • Anfang April
  • Ende Juni nach der Blüte

Der Dünger wird dabei vorsichtig in die gelockerte Erde um die Wurzeln herum eingearbeitet. Bei frisch gepflanzten Rosen entfällt die Düngung im April. Sie werden das erste Mal nach der ersten Blüte gedüngt.

Folgende Produkte haben sich bei unseren Rosen bewährt:
  • Floragard Bio Rosenerde: Spezialerde ohne Torf zum Pflanzen von Rosen im Beet oder Kübel. Die Bio-Dünger Flora-Bio-Mix und Flora-Phyto-Mix sorgen für ein gesundes Pflanzenwachstum und prachtvolle Blüten.
  • Cuxin Spezialdünger Rosen & Blumen: Spezialdünger für eine prächtige, ausdauernde Blüte sowie Gesunde und langlebige Pflanzen. Ideal zur Anwendung im Herbst zur Stärkung der Winterhärte.
  • Gardena Gartenschere: Gartenschere mit geschliffenen, antihaftbeschichteten Messer und ein Untermesser aus rostfreiem Edelstahl sowie ergonomisch geformte Griffe.

Kletterrosen überwintern

Im Herbst werden die Kletterrosen für den Winter fit gemacht. Bei winterharten Sorten wie ‚Golden Gate‘ reicht ein leichter Schutz vor Austrocknung und Frost. Dabei wird an der Basis der Pflanze Erde angehäuft. Bedingt winterharte Sorten wie ‚Rosanna‘ brauchen ein wenig mehr Fürsorge. Für einen Extraschutz vor Sonne und Wind umwickeln Sie die empfindlicheren Pflanzen mit einer 2 Meter hohen Weidenmatte. Ranken dann immer noch Triebe über die Abdeckung, werden diese mit Sackleinen abgedeckt.

Kletterrosen schneiden: Zeitpunkt und Vorgehen

Durch den Rückschnitt Ihrer Pflanzen fördern Sie die Bildung neuer Blüten und einen schönen verzweigten Wuchs. Hierfür werden neu gebildete Seitentriebe einmal im Jahr auf eine Länge von 2 bis 5 Augen zurückgeschnitten. Der Schnitt erfolgt schräg etwa 5 mm über einer nach außen wachsenden Knospe. Der Zeitpunkt für den Rückschnitt ist abhängig davon, ob Sie sich für eine einmal blühende oder mehrfach blühende Sorte entschieden haben.

  • Frühjahr: Öfter blühende Kletterrosen
  • Herbst: Einmal blühende Kletterrosen (nach der Blüte)

Bei Pflanzen, die einmal blühen, werden nur Triebe entfernt, die vorher Blüten getragen haben. Hier gilt: Weniger ist mehr. Bei öfter blühenden Sorten darf der Rückschnitt erst erfolgen, wenn keine Frostgefahr mehr herrscht. Außerdem werden pro Jahr 1 – 2 Haupttriebe entfernt. Übrig gebliebene, neue Triebe werden an der Rankhilfe entlang gezogen und befestigt. Unabhängig von der Sorte sollten Sie regelmäßig verwelkte Blüten ausputzen und kranke oder zum Beispiel durch den Winter geschädigte Pflanzenteile entfernen. Triebe der Wildrosen-Unterlage werden entfernt, da sie ansonsten Ihre schöne Edelrose überwuchern. Mehr zum richtigen Schnitt finden Sie hier.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken