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Leberblümchen: Blütezeit, Standort & Pflege

Das Leberblümchen sticht mit seinen blauen Blüten in der noch kargen Frühjahrslandschaft direkt ins Auge. Wir stellen die schönsten Sorten vor und geben Tipps zu Standort und Pflege.

blühende Leberblümchen
Das Leberblümchen erstrahlt meist blau oder violett [Foto: Montypeter/ Shutterstock.com]

Neben dem bei uns heimischen Gewöhnlichen Leberblümchen (Hepatica nobilis) gibt es noch weitere Arten und Sorten in den unterschiedlichsten Farben. Wir stellen Ihnen kurz die schönsten Varianten vor und zeigen, was bei der Leberblümchen-Pflege beachtet werden sollte.

Leberblümchen-Steckbrief: Blütezeit, Herkunft und Eigenschaften

Die Leberblümchen (Hepatica) gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und sind in ganz Europa verbreitet. Wie für alle Hahnenfußgewächse typisch ist das Leberblümchen leicht giftig. Früher wurde die Pflanze der Gattung der Anemonen zugeordnet, damals war sie auch als Anemone hepatica bekannt. Heutzutage ist dieser Name jedoch nicht mehr gültig.

Von Mitte Februar bis April haben die Leberblümchen Blütezeit und gehören damit zu den Frühblühern, die bereits aus der Erde sprießen, wenn sich viele andere Pflanzen noch in der Winterruhe befinden. Wie die meisten Frühblüher, zu denen zum Beispiel auch das bekannte Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gehört, ist das Leberblümchen ein Frühlingsgeophyt. Als solches besitzt es unterirdische Erneuerungsknospen, mit deren Hilfe es direkt nach der kalten Jahreszeit austreibt, wenn durch die kahlen Bäume noch genug Licht auf den Boden fällt.

Leberblümchen im Schnee
Hepatica treibt aus, wenn es den meisten anderen Pflanzen noch zu kalt ist [Foto: Yana Ermakova/ Shutterstock.com]

Die bis zu 15 cm hohen Leberblümchen findet man meist in lichten Laubwäldern auf kalkigem Untergrund, aber auch im Garten wird die kleine Staude immer beliebter. Die Blütenblätter leuchten blau-violett und sind zusammen mit den weiß-roten Staubblättern ein echter Hingucker. Manche Varietäten blühen auch weiß oder rosa. Wenn sich das Leberblümchen durch Selbstaussaat vermehrt, können regelrechte Blütenteppiche entstehen. Leberblümchen erfreuen aber nicht nur uns Menschen, sondern auch zahlreiche Insekten, die sich an ihrem Pollen bedienen können.

Die schönsten Leberblümchen-Arten und -Sorten

Neben dem Gewöhnlichen oder auch Dreilappigen Leberblümchen (Hepatica nobilis) und dem Siebenbürger Leberblümchen (Hepatica transsilvanica) gibt es noch so einige Leberblümchen-Varietäten und Sorten in unterschiedlichen Farben, doch längst nicht alle sind in gärtnerischer Verwendung.

Hepatica nobilis: Das Gewöhnliche Leberblümchen, das man auch noch in einigen lichten Laubwäldern finden kann, blüht blau-violett, selten auch rosa oder weiß. Es besitzt fünf bis zehn Blütenblätter, meistens aber sechs. Die Laubblätter sind ganzrandig und dreilappig.

violette Leberblümchen-Blüte
Hepatica nobilis ist eine bei uns heimische Art [Foto: Iva Vagnerova/ Shutterstock.com]

Hepatica transsilvanica: Im Gegensatz zum Gewöhnlichen Leberblümchen hat das Siebenbürger Leberblümchen einen gekerbten Blattrand. Auch die Staubfäden sind blau. Diese Art ist vor allem in Rumänien verbreitet und in unseren Wäldern nicht zu finden.

Blätter des Siebenbürger Leberblümchens
Das Siebenbürger Leberblümchen hat andere Laubblätter als das Gewöhnliche Leberblümchen [Foto: Viktor Loki/ Shutterstock.com]

Hepatica nobilis ‘Alba’: Eine Gartensorte mit weißen Blüten ist die Sorte Hepatica nobilis ‘Alba’. Sie wird daher auch Weißblühendes Leberblümchen genannt.

weißes Leberblümchen
Die weißblühende Leberblümchen-Sorte ‘Alba’ [Foto: Natali22206/ Shutterstock.com]

Hepatica nobilis ‘Rubra Plena’: Diese Sorte hat pinkfarbene, gefüllte Blüten, die besonders prächtig erscheinen und sehr auffällig sind.

pinkes Leberblümchen
Die prächtigen Blüten von Hepatica nobilis ‘Rubra Plena’ [Foto: Natali22206/ Shutterstock.com]

Hepatica nobilis ‘Pink Forest’: Die pinkfarbenen Blüten sind bei dieser Sorte nicht gefüllt, sondern ähneln in der Gestalt den Blüten des Gewöhnlichen Leberblümchens.

Leberblümchen mit pinker Blüte
Mit ebenfalls pinkfarbenen Blüten erstrahlt Hepatica nobilis ‘Pink Forest’ [Foto: Runja/ Shutterstock.com]

Hepatica nobilis var. pyrenaica: Diese Varietät ist auch als Pyrenäen-Leberblümchen bekannt und kommt, wie der Name bereits vermuten lässt, in den französischen und spanischen Pyrenäen vor. Neben den blassvioletten Blüten sind hier vor allem die gefleckten Laubblätter auffällig.

Leberblümchen pflanzen: Standort, Erde und Co.

Das blaue Leberblümchen wächst vor allem in lichten Wäldern im Schatten der Bäume. Es ist wärmeliebend und bevorzugt kalkige, lehmige Böden. Wenn Sie Leberblümchen im Garten pflanzen wollen, können Sie sich also am natürlichen Waldstandort orientieren.

Wie die meisten Frühblüher wird auch das Leberblümchen am besten im Herbst zwischen September und Oktober gepflanzt. Auch Aussaaten sollten im Herbst stattfinden, da es sich um einen Kaltkeimer handelt. Das heißt, es ist die Einwirkung einer längeren Kälteperiode notwendig, damit das Saatgut keimt. Der Standort sollte am besten halbschattig sein, da das Leberblümchen zwar im Wald wächst, dort aber schon austreibt, wenn die Bäume noch keine Blätter gebildet haben. Die Staude bevorzugt einen nährstoffreichen, lehmigen und humosen Boden im neutralen bis alkalischen pH-Bereich. Sollte der Boden zu sauer sein, kann eine Kalkgabe hilfreich sein. Der ideale Standort ist durchlässig und in den kühleren Monaten stets frisch oder feucht, ohne dass sich Staunässe bildet. Das Leberblümchen lässt sich auch im Balkonkasten oder Topf halten. Je größer das Pflanzgefäß ist, desto beeindruckender ist am Ende die Blütenpracht des Leberblümchens.
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Da das Leberblümchen nicht besonders groß wird, müssen keine großen Pflanzabstände eingehalten werden. Die Pflanzen können Sie in kleinen oder großen Verbänden von 10 bis 20 Exemplaren anpflanzen. Wenn Sie möchten, dass sich das Leberblümchen ausbreitet, sollte in der Umgebung ausreichend Platz für Nachkommen vorhanden sein.

Tipp: Wenn das Leberblümchen unter Laubbäumen gepflanzt wird, können herunterfallende Blätter einfach liegen gelassen werden. Diese bieten den zarten Pflanzen Schutz vor Austrocknung und Kälte.

blaue Leberblümchen im Wald
In lichten Laubwäldern fühlt sich das Leberblümchen am wohlsten [Foto: LifeCollectionPhotography/ Shutterstock.com]

Leberblümchen-Pflege: Das ist zu beachten

Das Leberblümchen ist eine recht anspruchslose Pflanze, die am richtigen Standort nicht viel Pflege benötigt.

Leberblümchen richtig gießen

Wasser benötigt das Leberblümchen vor allem vom Herbst bis zum Frühjahr. Meist ist für den nötigen Wasserbedarf aber bereits durch den Regen gesorgt. Das Laub erscheint nach der Blüte, weshalb nach der Blütezeit die Erde weiterhin feucht gehalten werden sollte. Kalken: Das Leberblümchen bevorzugt einen neutralen bis alkalischen Standort. Da viele Substrate und Gartenböden eher leicht sauer sind, ist eine gelegentliche Kalkung empfehlenswert. Kalkgaben erhöhen den pH-Wert des Bodens, um Leberblümchen einen optimalen Standort zu bescheren. Man sollte jedoch vorsichtig sein und nicht zu viel kalken. Je nach Ausgangszustand des Bodens und Kalkform variiert die zu nutzende Menge.

Leberblümchen düngen

Eine Düngung ist vor allem im Frühjahr empfehlenswert, um für einen kleinen Wachstumsschub zu sorgen. Der Dünger sollte nicht in den Boden eingearbeitet werden, da das Leberblümchen recht empfindlich auf Störungen des Wurzelraums reagiert. Vor allem bei der Haltung im Topf empfiehlt sich ab März alle zwei Wochen eine Düngung, damit die nährstoffzehrende Pflanze ausreichend versorgt ist. Um auch hier das Leberblümchen nicht zu stören, sollte am besten ein organischer Flüssigdünger, beispielsweise unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger, verwendet werden. Dieser sorgt nicht nur für eine schöne Blütenpracht und ein starkes Wurzelwachstum, sondern schützt durch seine natürlichen und tierfreien Inhaltsstoffe auch noch die Umwelt. Bei den Pflanzen im Beet eignet sich zudem die Ausbringung von Brennnesseljauche.

Blütenteppich aus Leberblümchen
Ist genügend Platz vorhanden, können sich ganze Blütenteppiche bilden [Foto: Natalia Kazarina/ Shutterstock.com]

Schneiden und überwintern

Das Leberblümchen ist winterhart und benötigt auch keinen Rückschnitt. Halten Sie die Pflanze allerdings im Topf, sollten Sie das Gefäß während langanhaltender Frostperioden an einen geschützten Platz stellen, da der Topf keinen ausreichenden Schutz vor der Kälte bieten kann. Da es sich um eine heimische Wildstaude handelt, ist eine eher kalte Überwinterung in einem Schuppen oder der Garage sehr viel gesünder für die Pflanze als die Überwinterung in Innenräumen.

Tipp: Leberblümchen sind sehr störungsempfindlich und mögen keine Umpflanzung. Sollten Sie die Pflanze doch einmal umsetzen wollen, dauert es einige Jahre, bis sie sich wieder erholt hat.

Leberblümchen vermehren

An günstigen Standorten vermehren sich Leberblümchen eigenständig mit der Hilfe von Ameisen. Wenn Sie dennoch selbst Hand anlegen möchten, können Sie Saatgut ausbringen oder die Pflanzen teilen. Da das Leberblümchen jedoch keine Störung verträgt, kann es passieren, dass die Pflanze nach der Teilung nicht wieder austreibt.

Biene an Leberblümchen
Auch Insekten erfreuen sich an den hübschen Stauden [Foto: IJPhoto/ Shutterstock.com]

Sollten Sie aussäen wollen, können Sie entweder gekauftes Saatgut verwenden oder selbst die Leberblümchen Samen an den Pflanzen absammeln. Die Samenreife findet nach der Blütezeit statt, also zwischen Mai und Juni. Nach der Ernte sollte das Saatgut dann auf Anzuchterde ausgebracht, leicht angedrückt und befeuchtet werden. An einem geschützten Platz können die Samen dann überwintern, um schließlich im Frühjahr auszutreiben. Da es sich bei Leberblümchen um Kaltkeimer handelt, benötigen sie zwingend winterliche Temperaturen, um die Keimruhe zu brechen, also die Keimung zu ermöglichen.

Sind Leberblümchen giftig?

So wie alle Hahnenfußgewächse ist auch das Leberblümchen leicht giftig, und zwar sowohl für Menschen als auch für Tiere. Deshalb sollten beim Kontakt mit der Pflanze zur Sicherheit Handschuhe getragen werden oder Sie denken nach der Arbeit mit den Pflanzen an das gründliche Händewaschen.

blaue Leberblümchen
Der Frühblüher darf in Deutschland in der Natur nicht gesammelt werden [Foto: lola_art/ Shutterstock.com]

Wirkung und Verwendung

Der Name „Leberblümchen“ bezieht sich einerseits auf die Form der Blütenblätter, die an unsere menschliche Leber erinnern sollen. Andererseits wurde die Pflanze früher auch zur Heilung von Leberbeschwerden eingesetzt. Im getrockneten Zustand verliert die Pflanze ihre Giftigkeit und es kann ein Sud mit Weißwein hergestellt werden, der unter anderem gegen Verdauungsstörungen und Blasenentzündung helfen soll. Eine solche Verwendung der Pflanze sollten Sie zur Sicherheit vorher mit einem Arzt absprechen. Da das Leberblümchen laut Bundesartenschutzgesetz nicht gepflückt oder ausgegraben werden darf, dürften hierfür nur Exemplare aus dem eigenen Garten verwendet werden.

Mehr über Frühblüher erfahren Sie in unserem Artikel über das Schneeglöckchen. Dort geben wir hilfreiche Tipps zur Pflanzung.

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