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Lindenbaum: Pflanzen, Schneiden & Vermehren

Sie sind pflegeleicht, kommen gut mit warmem und trockenerem Wetter zurecht und sind tief in unserer deutschen Kultur verwurzelt. Wer auf der Suche nach einem neuen Baum für seinen Garten ist, findet hier alle Informationen über die Linde.

Großer Lindenbaum
Lindenbäume hinterlassen einen stattlichen Eindruck, es gibt jedoch auch kleinere Sorten [Foto: Anna Gratys/ Shutterstock.com]

Schon seit Jahrhunderten spielen Linden (Tilia) in unserer Kultur und Mythologie eine große Rolle. Auch heute noch findet man die teils sehr stattlichen Bäume oft auf Rathausplätzen in der Ortsmitte. Linden sind wärmeliebend, insektenfreundlich und mittlerweile gibt es Sorten in den verschiedensten Größen, sodass für jeden etwas dabei ist. Aus diesem Grund zählen Linden zu den Bäumen, die in Städten am häufigsten anzutreffen sind. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Lindenbäume im Garten anpflanzen können, welche Eigenschaften sie haben und was Sie bei der Pflege beachten müssen. Außerdem zeigen wir, welche Krankheiten und Schädlinge Linden heimsuchen können.

Lindenbaum: Blüte, Blätter und Eigenschaften

Lindenbäume werden der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) zugeordnet. Weltweit gibt es ungefähr 50 Lindenbaumarten. Bei uns sind vor allem die Sommerlinde (Tilia platyphyllos), die Winterlinde (Tilia cordata) und ein Hybrid zwischen den beiden Arten, die holländische Linde (Tilia x vulgaris), vertreten. Die ursprüngliche Verbreitung von Linden erstreckt sich über die temperierten Regionen Nordamerikas, Europas und Asiens. Die Blätter vieler Lindenarten sind herzförmig, weshalb Linden auch als Bäume der Liebe bezeichnet werden.

Tipp: Eine weitere Besonderheit des Laubes ist, dass es vor allem im Herbst, wenn es vom Baum fällt, sehr gut riecht, sich gut zersetzt und einen hervorragenden Kompost bildet.

Laub der Linde
Das Laub der Linde ist ein besonderer Schatz für den Garten [Foto: imamchits/ Shutterstock.com]

Lindenbäume werden je nach Art und Sorte zwischen 15 und 40 Meter hoch. Sie können über 1000 Jahre alt werden, was an ihrem hohen Ausschlagvermögen liegt – sie können nach Schäden und Erkrankungen immer wieder austreiben. Lindenbäume bilden in den ersten Wuchsjahren eine Pfahlwurzel aus; das Wurzelsystem von älteren Bäumen ist hingegen herzförmig. Deshalb können Linden auch gut zur Befestigung von Hanglagen verwendet werden.
Zudem bilden Linden sekundäre Wurzeln aus, die einen entscheidenden Vorteil bringen: Linden haben nur wenige Mechanismen, die vor Pilzbefall schützen. So passiert es häufig, dass der Stamm von Pilzen befallen und zersetzt wird und der Baum mit zunehmendem Alter von innen heraus hohl wird. Das bedeutet aber in der Regel noch lange nicht den Tod der Bäume, denn die sekundären Wurzeln wachsen im Inneren das Stamms nach unten und stellen so die Wasser- und Nährstoffversorgung der Bäume weiterhin sicher.
Die Früchte der Linden sind kugelige bis eiförmige Nüsse, die als Ganzes abfallen. Ein trockenhäutiges Hochblatt dient als Flughorn für die Windverbreitung.
Trotz allem sind Linden eher konkurrenzschwach, weshalb sie in modernen Forsten kaum noch zu finden sind.

Herzförmiges Lindenblatt
Typische Lindenblätter sind herzförmig [Foto: Heinsdorff Jularlak/ Shutterstock.com]

Wann blühen Linden? Die Blütezeit der Sommerlinden beginnt Anfang bis Mitte Juni, zwei Wochen später folgen die Winterlinden. Mit bis zu 60.000 cremeweißen und angenehm duftenden Blüten sind Lindenbäume nicht nur für uns Menschen eine wahre Pracht, sondern auch ein Insektenmagnet und eine riesige Bienenweide. Damit bieten Lindenbäume noch einmal Nahrung für die fleißigen Tierchen, wenn die meisten anderen Bäume schon längst verblüht sind. Das macht die Linde zu einer sehr wichtigen Trachtpflanze für die Honigproduktion. Gleichzeitig markiert die Lindenblüte auch den Beginn des phänologischen Hochsommers.

Lindenblüten
Die zahlreichen Lindenblüten sind auch wichtige Nektarlieferanten für Bienen [Foto: StockphotoVideo/ Shutterstock.com]

Die schönsten Linden-Arten und Sorten für den Garten

Neben Arten wie Silberlinden (Tilia tomentosa) oder amerikanischen Linden (Tilia americana) sind bei uns natürlicherweise vor allem Winter- und Sommerlinden sowie ihre Hybridform, die Holländische Linde, zu finden. Von diesen gibt es verschiedene Sorten, die sich vor allem in ihrer Größe und der Breite der Krone unterscheiden.

Winterlinden

Winterlinden haben oft eine prachtvolle Herbstlaubfärbung. Sie haben mäßige Nährstoffansprüche und sind anpassungsfähig an den Boden. Auch Stadtklima und kurze Trockenperioden vertragen sie meist gut.

  • Tilia cordata ‘Greenspire’: Diese Lindensorte ist in Städten eine der bekanntesten und etabliertesten Sorten. Sie wird 13 bis 20 m hoch und gilt als sehr trocken- und hitzeverträglich. Die eiförmige, geschlossenes Krone von Tilia cordata Greenspire kann bis zu 13 m breit werden.
  • Tilia cordata ‘Rancho’: Mit einer Höhe von 8 bis 12 m ist ‘Rancho’ noch einmal kleiner als ‘Greenspire’ und damit perfekt für viele Gärten geeignet. Diese Lindensorte wächst langsam, ist sehr windfest und wird meist nicht von Blattläusen befallen. Die Krone von ‘Rancho’ ist zunächst schmal und einförmig, wird mit zunehmendem Alter aber immer rundlicher und kann eine Breite von bis zu 8 m erreichen.
  • Tilia cordata ‘Monto’: Hierbei handelt es sich um eine der kleinsten Sorten der Winterlinde. ‘Monto’ wird nur 4 bis 5 m hoch, wächst sehr langsam und stellt mit ihrer kugeligen Kronenform eine Besonderheit dar. Man sollte jedoch beachten, dass ‘Monto’ nur selten blüht und fruchtet. Außerdem ist die Sorte eher anfällig für die Blattfleckenkrankheit.
Lindensorte 'Greenspire'
Die Sorte ‘Greenspire’ wird häufig gepflanzt, weil sie robust ist und deutlich kleiner bleibt als Arten wie die Silberlinde [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Sommerlinden

Sommerlinden sind deutlich anspruchsvoller als Winterlinden. Sie lieben gleichmäßig feuchte, tiefgründige und nährstoffreiche Böden. Außerdem sind sie wärmeliebend und anfällig für Frost, Lufttrockenheit, Dürre, Luftverunreinigung und eine Versalzung des Bodens. Daher sind sie nur für bestimmte Standorte geeignet.

  • Tilia platyphyllos ‘Fastigiata’: Durch die steil aufrecht wachsenden Triebe hat diese Sorte eine interessante, schmale Pyramidenform. Unter guten Wuchsbedingungen erreicht ‘Fastigiata’ eine Höhe von 25 bis 30 m und bleibt mit nur 3 bis 4 m Breite sehr schlank.
  • Tilia platyphyllos ‘Zelzate’: Mit 12 bis 20 m Höhe ist ‘Zelzate’ eine etwas kleinere, aber dafür schnell wachsende Sorte. ‘Zelzate’ zeichnet sich durch ihre dichte, eiförmig bis pyramidale Krone aus, die 4 bis 5 m breit wird. Der Baum gilt als sehr krankheitsresistent.
  • Tilia platyphyllos ‘Örebro’: Der Name lässt schon erkennen, dass es sich um eine Sorte aus Schweden handelt. Sie wurde dort ab 1935 vermehrt. ‘Örebro’ hat einen eher langsamen Wuchs und erreicht eine Höhe von 15 bis 18 m. Die Seitenäste, welche zunächst stark aufrecht wachsen, biegen sich nach ungefähr 10 Jahren nach unten und verleihen ‘Örebro’ eine eirunde Kronenform. Eine weitere Besonderheit dieser Sommerlindensorte ist, dass sie sehr reich blüht und intensiv duftet.
Stamm einer Sommerlinde
Sommerlinden haben eine tief gefurchte Borke [Foto: Heller Joachim/ Shutterstock.com]

Einige weitere interessante Arten

  • Henrys Linde (Tilia henryana): Bei Henrys Linde handelt es sich um eine bis zu 12 m hohe Art, die ursprünglich aus China stammt. Tilia henryana hat besondere, haarig erscheinende, tiefer gesägte Blätter und blüht erst im August, weshalb sie bei Imkern sehr beliebt ist. Junge Bäume müssen vor Frost geschützt werden, ältere Bäume der Art Tilia henryana sind jedoch bis ungefähr -12 °C winterhart.
  • Japanische Linde (Tilia japonica): Tilia japonica ist in Ostchina und Japan beheimatet und unterscheidet sich kaum von der bei uns bekannten Winterlinde. Einzig die Chromosomenzahl ist unterschiedlich: Die Japanische Linde hat doppelt so viele Chromosomen.
  • Holländische Linde (Tilia x europaea): Bei der Holländischen Linde handelt es sich um eine natürliche Kreuzung aus Sommer- und Winterlinde. Sie wird bis zu 40 m hoch und hat eine sehr variable, eher breite Kronenform. Holländische Linden zählen zu den stärker frostresistenten Arten, sind dafür aber anfälliger für einen Blattlausbefall.
Blätter der Tilia henryana
Die Blattkanten von Tilia henryana sind stark gezackt [Foto: Anna Krzywania/ Shutterstock.com]

Tipp: Das Aussehen von Sommer- und Winterlinden ist sehr ähnlich und eine Unterscheidung ist nur an kleinen Merkmalen möglich. So ist das Blatt von Winterlinden auf der Oberseite kahl, wohingegen Sommerlindenblätter auf der Oberseite behaart sind. Die Früchte von Winterlinden sind eher weich und zerdrückbar, die von Sommerlinden hart und deutlich gerippt. Außerdem kann man die Bäume an der Borke unterscheiden: Die Borke von Winterlinden ist oft deutlich früher aufgeworfen, gerippt und längsrissig, wohingegen Sommerlinden auch im mittleren Alter noch etwas feiner gefurcht sind.

Große Linde von unten
Manche Linden können im Alter sehr mächtig werden [Foto: Adrie Oosterwijk/ Shutterstock.com]

Linden pflanzen: Standort und Vorgehen

Bezüglich des Standorts sind Lindenbäume recht genügsam. Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige und warme Standorte. Der Boden sollte am besten durchlässig und gut durchlüftet sein. Winterlinden vertragen aber auch Wechselfeuchtigkeit. Des Weiteren haben Linden allgemein mäßige Nährstoffansprüche und kommen auch mit der ein oder anderen Trockenperiode gut zurecht. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen Sommer- und Winterlinden:
Sommerlinden sind wärmebedürftiger, haben einen höheren Nährstoffanspruch. Sie bevorzugen Böden mit einem höheren pH-Wert, sodass vor der Pflanzung und auch danach in regelmäßigen Abständen eine Kalkung, zum Beispiel mit unserem Plantura Bio Rasen- und Gartenkalk sinnvoll sein kann.
Überlegen Sie sich vor der Pflanzung genau, welche Linde zu Ihrem Standort passt. Es sollte genug Platz für das meist ausladende Kronenwachstum vorhanden sein. Außerdem werden viele Linden zur Blütezeit häufig von Blattläusen heimgesucht. Diese schaden dem Baum zwar kaum, sie sondern aber klebrigen Honigtau ab. Deshalb sollten Sie unter Lindenbäumen keine Parkplätze, Pools oder Sitzgelegenheiten einplanen.

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Linde pflanzen:

  • Die beste Pflanzzeit für Linden ist der Herbst, vor den ersten Frösten.
  • Das Pflanzloch sollte mindestens doppelt so groß sein wie der Wurzelballen.
  • Mischen Sie den Erdaushub mit guter Erde, beispielsweise unserer torffreien Plantura-Bio-Universalerde, um die Bodenqualität langfristig zu verbessern.
  • Bei Ballenware das Ballentuch oder die Drahtballierung öffnen, aber nicht entfernen. Topfware austopfen, dann die Pflanze so einsetzen, dass der Wurzelhals bündig mit der Bodenoberfläche ist.
  • Bei großen Lindenbäumen zwei Pfähle für die Baumanbindung setzen.
  • Pflanzloch mit Erdenmischung füllen und mit dem vollen Körpergewicht fest andrücken.
  • Einen Gießring aus überschüssiger Erde modellieren und großzügig angießen.
  • Im nächsten Jahr den Baum bei Trockenheit mit Wasser versorgen.

Tipp: Unsere Plantura Bio-Universalerde ist sowohl auf schweren, dichten Böden als auch auf leichten, sandigen Böden ein Gewinn für die Linde. Der hohe Gehalt an organischem Material lockert einerseits den Boden auf und erhöht andererseits die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit.

Junge Linde
Ist die gepflanzte Linde schon etwas größer, sollte sie gut angebunden werden [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Lindenbaum im Topf: Auch der Anbau von Linden im Topf ist möglich. Hierbei ist besonders auf eine geeignete Sorte und einen ausreichend großen Topf zu achten. So bieten sich zum Beispiel die Sorten ‘Monto’ oder ‘Green Globe’ aufgrund des sehr langsamen und geringen Wuchses an. Als Substrat eignet sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde hervorragend. Sie ist torffrei und spart damit in der Produktion bis zu 60% CO2 ein. Beim Anbau von Lindenbäumen im Topf ist darauf zu achten, dass regelmäßig gegossen wird und das Wasser gut abfließen kann, sodass es nicht zu Staunässe kommt. Außerdem müssen Topflinden im Winter besser geschützt werden. Beachten Sie, dass mit der Linde auch der Topf immer größer werden muss und so nach einigen Jahren mindestens 600 Liter fassen sollte.

Die richtige Pflege

Im Großen und Ganzen sind Lindenbäume sehr pflegeleicht. Ab einem gewissen Alter müssen Linden dank ihres weit verzweigten Wurzelsystems nicht mehr gegossen und auch nicht mehr gedüngt werden. Zudem sind Linden sehr schnittverträglich und lassen sich mit etwas Aufwand in so ziemlich jede Form bringen.

Lindenbaum im Winter: In der Regel sind Lindenbäume bei uns winterhart. Einzig in den ersten Wuchsjahren sind die Pflanzen meist noch etwas anfälliger. Es hilft als Schutz, etwas Reisig oder Tannenzweige um die Baumscheibe herum auszubreiten.

Linden gießen und düngen

Vor allem in den ersten Wuchsjahren sollten Linden während heißen und trockenen Perioden noch gegossen werden. Später ist das nicht mehr nötig, da die Wurzeln des Lindenbaums dann eine ausreichende Wasserversorgung sicherstellen.

Älterer Lindenbaum
Alte Lindenbäume brauchen meist keine Pflege von menschlicher Seite mehr [Foto: Zyankarlo/ Shutterstock.com]

Auch eine Düngung ist ab einer gewissen Größe nicht mehr nötig. Vor allem aber junge Sommerlinden freuen sich im Frühjahr über ein paar extra Nährstoffe. Dafür kann zum Beispiel unser vornehmlich organischer Plantura Bio-Universaldünger mit einer dreimonatigen Langzeitwirkung, verwendet werden. Alternativ ist auch Fertigkompost geeignet.

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Linden schneiden

Linden lagern kaum Gerbsäuren oder Toxine in ihr Holz ein, was sie sehr anfällig für Insekten- und Pilzbefall macht. Da ein Schnitt dem Lindenbaum Wunden zufügt, steigert dies seine Anfälligkeit noch einmal deutlich. Um das zu kompensieren, reagieren Linden auf einen Schnitt mit einem kräftigen Neuaustrieb. Häufig geschnittene Linden werden aber oft von innen heraus hohl, was im Alter zu einer gewissen Instabilität führen kann. Ohne Schnitt wachsen Linden zu stattlichen Bäumen heran, können aber durch regelmäßiges Schneiden kleingehalten und in die gewünschte Form gebracht werden. Es ist sogar möglich, in Reihe gepflanzte Linden als Hecke zu ziehen. Als Schnittzeitpunkt bietet sich entweder der Frühherbst bis September oder das Frühjahr vor der Blüte an. Grundsätzlich sollten beim Schnitt alte und morsche Äste komplett entfernt werden. Im nächsten Schritt können Sie Ihren Lindenbaum dann je nach gewünschter Form weiter zuschneiden.

Tipp: Schneidet man Lindenbäume im Herbst, können sie weniger Reservestoffe einlagern und der Wideraustrieb ist weniger stark.

Lindenhecke
Linden können selbst für Hecken oder hohe Quader verwendet werden [Foto: Sergey V Kalyakin/ Shutterstock.com]

Häufige Schädlinge und Krankheiten der Linde

Die meisten Krankheiten von Lindenbäumen werden durch Pilze hervorgerufen. Drei der am häufigsten auftretenden werden hier kurz beschrieben.

  • Blattbräune: Die durch den Erreger Apiognomonia tiliae hervorgerufene Blattbräune erkennt man an den braunen Flecken mit dunklem Rand auf den Blättern. Oft gehen sie von Gallen verschiedener Insekten aus. Da der Pilz in befallenen Blättern auf dem Boden überwintert, ist es wichtig, im Herbst das Laub zu entfernen. Außerdem kann ein kräftiger Rückschnitt befallener Äste bis ins gesunde Holz helfen.
Blattbräune an Lindenbaum
Die Blattbräune tritt erst zutage, wenn sie durch Insektengallen aktiviert wird
  • Cercospora-Blattflecken: Hervorgerufen durch den Pilz Cercospora microsora bilden sich auch hier auf den Lindenblättern kleine, 3 bis 4 mm große braune Flecken mit dunklem Rand. Zusätzlich kann der Pilz Blattstiele und Zweige befallen. Die Hauptinfektionsquelle im Frühjahr ist auch hier befallenes Herbstlaub, weshalb dieses bei einem Befall entfernt werden sollte. Außerdem sollte man befallene Zweige, die man an den dort entstehenden Nekrosen erkennen kann, zurückschneiden.
  • Zweigsterben: Das Zweigsterben wird durch den Pilz Stigmina pulvinata ausgelöst und ist daran erkennbar, dass Linden im Frühjahr nicht mehr austreiben und viele Zweige absterben. Meistens können die Bäume das kompensieren und zum Ende der Wachstumsperiode trägt der Baum wieder eine geschlossene Krone. Das heißt aber nicht, dass der Baum wieder gesund ist. Bekämpfungsmaßnahmen sind bisher noch nicht bekannt, aber auch hier kann ein kräftiger Rückschnitt befallener Pflanzenteile helfen.

Auch einige tierische Schädlinge befallen Linden. Drei davon wollen wir Ihnen kurz vorstellen:

  • Blattläuse (Aphidoidea): Blattläuse, wie zum Beispiel die Lindenzierlaus (Eucallipterus tiliae) befallen Linden gerne und ernähren sich von deren Assimilaten. Blattläuse sondern sogenannten Honigtau ab. Dabei handelt es sich um eine sehr klebrige Flüssigkeit, die Bienen zur Honigherstellung verwenden. Allerdings verklebt diese auch alles unterhalb von Lindenbäumen und kann den Baum durch die Ansiedelung von Rußtaupilzen eventuell weiterhin in der Photosynthese behindern. Meist reguliert sich das Problem von selbst durch natürliche Gegenspieler, wie den Marienkäfern. Kleine Linden können zusätzlich mit einem Neem-Präparat wie unserem Plantura Schädlingsfrei Neem behandelt werden. Es besteht aus einem zu 100 % pflanzlichen und natürlichen Wirkstoff, der nicht bienengefährlich ist.
Auto unter Linde
Im schlimmsten Fall kann ein unter einer Linde geparktes Auto so aussehen [Foto: Oleksandr Berezko/ Shutterstock.com]
  • Großer Lindenprachtkäfer (Ovalisia (Scintillatrix) rutilans): Ein Befall mit dem Großen Lindenprachtkäfer ist im frühen Stadium nur schwer an eher unspezifischen Symptomen zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise das Verwelken von Blättern in der Krone, einem unregelmäßigen Anschwellen der Rinde sowie Saftfluss. Erst später platzt die Rinde auf und Teile fallen ab. Bei genauem Hinsehen kann man auch die schrägen Ausbohrlöcher der Schädlinge im Lindenstamm sehen. Da Lindenprachtkäfer unter Schutz stehen, ist eine direkte Bekämpfung nicht erlaubt. Der beste Schutz ist daher die Vorbeugung, indem man dafür sorgt, dass die Bäume möglichst gesund sind. Denn insbesondere bereits geschädigte oder gestresste Bäume werden vom Lindenprachtkäfer befallen.
  • Lindenspinnmilbe (Eotetranychus tiliarium): Lindenspinnmilben sind zwar mit bloßem Auge kaum zu sehen, einen Befall erkennt man dennoch gut an den typischen Gespinsten. Zur Vorbeugung eignen sich Leimringe, die im Winter um den Stamm herum angebracht werden. Für die Bekämpfung kann man gut auf natürliche Gegner von Spinnmilben, zum Beispiel Raubmilben, zurückgreifen.
Lindenblatt mit Spinnmilben
Spinnmilben können dem Lindenbaum meist nichts anhaben [Foto: BirdShutterB/ Shutterstock.com]

Linden pflegen auf einen Blick:

  • Junge Linden müssen während Trockenperioden regelmäßig gegossen werden.
  • Ähnliches gilt für die Düngung, die bei Jungbäumen im Frühjahr erfolgen kann.
  • Wer seine Linde in eine bestimmte Form bringen will, schneidet sie am besten im Frühherbst oder Frühjahr.
  • Verschiedene Krankheitserreger und Pilze können Linden zusetzten. Oft kann der Befall jedoch toleriert werden, da die Lindenbäume nicht gravierend geschädigt werden.

Vermehrung

Grundsätzlich kann die Vermehrung von Lindenbäumen vegetativ oder generativ über Lindensamen gelingen. Bei der Anzucht aus Lindensamen ist aber einige Jahre mehr Geduld gefragt und die Erfolgschancen sind deutlich geringer. Das liegt daran, dass Lindensamen starke Keimhemmer entwickeln, die zunächst überwunden werden müssen.

Lindensamen
Die Vermehrung von Linden über Samen ist kompliziert und gelingt nicht immer [Foto: McGraw/ Shutterstock.com]

Bei Linden ist die vegetative Vermehrung um einiges einfacher, denn die Bäume treiben von allein aus oberflächlichen Wurzeln neue Schösslinge aus. Hat man einen solchen Schössling gefunden, wird er sehr großzügig mit dem Spaten ausgestochen und entweder direkt an seinen neuen Standort oder zunächst in einen Topf gepflanzt.
Wollen Sie nicht darauf warten, bis Sie zufällig einen Lindenschössling finden, können Sie Linden auch aktiv zum Austreiben aus der Stammbasis anregen. Dieses Verfahren wird auch als Vermehrung über Abrisse bezeichnet.

  1. Häufeln Sie um den unteren Teil des Stamms Substrat an, zum Beispiel Holzhackschnitzel, Rindenmulch oder Moos.
  2. Durch flache Schnittwunden am Stamm (bevor das Substrat ausgebracht wird), kann der Baum noch stärker zum Austrieb angeregt werden.
  3. Jetzt gilt es zu warten und das Substrat feuchtzuhalten, bis neue Triebe wachsen. Diese bilden ihre Wurzeln in dem zuvor aufgeschüttete Substrat.
  4. Inspizieren Sie im Herbst, nachdem Sie einen neuen Trieb entdeckt haben, vorsichtig die neue Wurzel. Ist diese schon gut genug ausgebildet, kann der Schössling behutsam abgeschnitten und in einen Topf, der mit einem nährstoffreicheren Substrat wie unserer Plantura Bio-Universalerde gefüllt ist, umgepflanzt werden.
  5. Bis Sie Ihren neuen Lindenbaum auspflanzen, sollten Sie auf eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung achten. Außerdem ist es wichtig, die jungen Bäume in den ersten Wintern noch vor Frost zu schützen.
Lindenbaum-Ableger
Die Vermehrung über Abrisse gelingt bei Linden gut [Foto: MrSorbias/ Shutterstock.com]

Nicht nur als prächtiger Gartenbaum und Insektenweide machen Lindenbäume sich gut, ihre Blätter und Blüten können auch vielfältig in der Küche und Heilmedizin verwendet werden. Darauf gehen wir in unserem Artikel zu den Verwendungsmöglichkeiten von Linden ein.

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