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Löwenmäulchen: Standort, Pflege & Blütezeit

Das Löwenmäulchen erfreut sich anhaltender Beliebtheit in Bauerngärten und Blumenwiesen. Wie es richtig gepflanzt, gepflegt und vermehrt wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

verschiedene Farben des Löwenmäulchen
Löwenmäulchen besitzen eine weite Bandbreite an Blütenfarben [Foto: demamiel62/ Shutterstock.com]

Neben Ringelblumen, Dahlien und Bauernrosen gehört auch das Löwenmäulchen (Antirrhinum) zum festen Bestandteil des Bauerngartens. Die große Blüte ist eine Anlaufstelle für Bienen und Hummeln, aber auch als Schnittblume ist das Löwenmäulchen geeignet.

Löwenmäulchen: Blütezeit, Herkunft und Eigenschaften

Die Löwenmäulchen sind eine Gattung der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Ihr ursprüngliches Heimatgebiet umfasst den westlichen Mittelmeerraum und den Westen Nordamerikas. Dort wächst die Pflanze unter anderem in Felsspalten und Mauern. Die Wildform des Löwenmäulchens ist das Große Löwenmaul (Antirrhinum majus), auch Garten-Löwenmaul genannt. Neben der wilden Form gibt es auch einige Sorten, die als Zierpflanzen in den heimischen Gärten angepflanzt werden, oft handelt es sich hierbei um Hybridsorten. Das Löwenmäulchen besitzt eine weite Bandbreite an Blütenfarben – es gibt weiße, gelbe, rosa oder rote Sorten, aber auch Löwenmäulchen in Violett- und Blautönen. Die Blüten der Löwenmäulchen stehen einzeln oder in traubigen Blütenständen und besitzen eine gaumenartig ausgebuchtete Lippe, an der sich der Nektar sammelt. Besonders charakteristisch ist ein farbiger Fleck an dieser Unterlippe. Das Löwenmäulchen ist eine ausdauernd blühende Sommerblume, die von Juni bis September mit ihrer Farbenpracht begeistert. Die Löwenmäulchen-Blätter sind gegenständig angeordneten und besitzen eine eiförmige bis länglich-elliptische Form. In seinen Heimatgebieten ist das Löwenmäulchen mehrjährig, in unseren Breitengraden jedoch aufgrund der kälteren Winter in der Regel einjährig.

Achtung: Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit Levkojen. Auch sie werden gerne im Bauerngarten gepflanzt, gehören aber zu den Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae).

Insekt an Löwenmäulchen
Löwenmäulchen sind ein beliebter Anlaufpunkt für Bienen und Hummeln [Foto: All for you friend/ Shutterstock.com]

Die besten Löwenmäulchen-Arten für den Garten

Die meisten im Handel erhältlichen Sorten des Löwenmäulchens sind einjährige F1-Hybride, also nicht sortenrein nachbaufähiges Saatgut. Nachkommen dieser Hybriden unterscheiden sich stark von den Mutterpflanzen, insbesondere die Blüte der Folgegeneration fällt sehr viel unscheinbarer aus. Im Folgenden stellen wir Ihnen daher die schönsten Wildformen vor.

Zwerglöwenmäulchen (Antirrhinum majus var. pumilum): Das Zwerglöwenmäulchen ist ein Bodendecker und besitzt blauviolette Miniblüten. Diese erscheinen von Juli bis September.

Spanisches Löwenmäulchen (Anthirrhinum hispanicum): Das Spanische Löwenmäulchen ist in Spanien heimisch und besitzt filzige Blätter. Die Blüten sind weiß und rosa.

Breitblättriges Löwenmäulchen (Antirrhinum latifolium): Das Breitblättrige Löwenmaul ist winterhart. Es besitzt cremeweiße bis gelbe Blüten, die von Juni bis September erscheinen.

Blumenbeet mit Löwenmäulchen im Park
Löwenmäulchen zieren Parks und Gärten [Foto: Ratchanee Sawasdijira/ Shutterstock.com]

Löwenmäulchen pflanzen: Aussaat, Standort und Co.

In unseren Breitengraden ist das Löwenmäulchen nicht winterhart. Ist es aber einmal gepflanzt, sät es sich nach der Blüte oft selber wieder aus und erscheint somit auch in den kommenden Jahren wieder. Die folgenden Angaben gelten vor allem für das Garten-Löwenmäulchen (A. majus), andere Arten können andere Bedingungen bevorzugen.

Standort und Substrat

Der Standort des Löwenmäulchens sollte sonnig und warm sein, allerdings bildet es auch an halbschattigen Standorten seine Blüte aus. Bei der Substratwahl ist es relativ anspruchslos, es kommt mit fast jedem Gartenboden zurecht. Besonders gut wächst das Löwenmäulchen allerdings in nährstoffreicher Erde, die stets feucht gehalten wird. Das Substrat sollte einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 aufweisen. Um das Löwenmäulchen im Topf zu kultivieren oder den Gartenboden zu verbessern, eignet sich Blumenerde. Geeignet für das Wachstum im Kübel ist beispielsweise unsere Plantura Bio-Blumenerde, die durch den enthaltenen Kompost einen langfristigen Nährstoffspeicher enthält.

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Löwenmäulchen pflanzen

Sie können Löwenmäulchen aussäen oder die Löwenmäulchen pflanzen – sowohl ins Gartenbeet als auch in Pflanzgefäße.

Bei der Löwenmäulchen-Ausaat müssen allerdings einige Dinge beachtet werden. Sie können entweder ab Januar vorgezogen oder ab April direkt ins Freiland gepflanzt werden. Löwenmäulchen sind Kaltkeimer, sie benötigen also einen Kältereiz, um keimen zu können. Daher sollten die Samen vor der Aussaat für etwa eine Woche im Kühlschrank gelagert werden. Dann kann man sie im Januar/Februar in einem Frühbeet oder auf der Fensterbank vorziehen. Die Samen werden dafür in Pflanzabständen von drei Zentimetern auf das Substrat aufgelegt, aber nicht eingedrückt. Da Löwenmäulchen Lichtkeimer sind, dürfen sie nicht von Erde bedeckt sein – sonst kommt es nicht zur Keimung. Das Substrat sollte stets feucht gehalten werden. Bei Temperaturen von 18 °C ist es dann so weit, nach 10 bis 14 Tagen entwickeln sich die ersten Triebe. Damit sich die Pflanzen an die Temperaturen des Gartens gewöhnen können, sollten sie zwei bis drei Wochen nach der Keimung an einem Ort mit Temperaturen von 15 °C platziert werden.

Löwenmäulchen wachsen auf einer Steinmauer
Löwenmäulchen sind genügsam und können auch an nährstoffarmen Standorten wachsen [Foto: Anaelileana/ Shutterstock.com]

Ab Mitte April können Sie Ihre vorgezogenen oder gekauften Löwenmäulchen pflanzen. Passend ist dafür ein Pflanzabstand von 10 bis 15 cm. Ab Juni bilden sich dann die ersten Blüten aus. Werden die Samen im April direkt ins Freiland gesät, bildet das Löwenmäulchen seine Blüten erst später aus. Sind Spätfröste angesagt, sollten die Löwenmäulchen mit Vlies abgedeckt werden, Nachtfröste können ihnen hingegen nichts anhaben.

Löwenmäulchen-Pflege: Das ist zu beachten

Für eine besonders schöne Blütenpracht können einige Pflegemaßnahmen durchgeführt werden, um das Löwenmäulchen hierbei zu unterstützen. 

Löwenmäuler gießen und düngen

Für eine lange Blütezeit sollte das Löwenmäulchen alle 14 Tage mit einem Flüssigdünger gedüngt werden. Besonders empfehlenswert ist in dem Fall ein organischer Flüssigdünger wie beispielsweise unser Bio-Tomaten- & Gemüsedünger. Dieser bietet alle wichtigen Nährstoffe für eine kräftige Blütenpracht über die ganze Sommersaison und ein gesundes Pflanzenwachstum. Außerdem enthält er nützliche Mikroorganismen, die das Wurzelwachstum unterstützen, und bietet viel Kalium an, welches für Löwenmäulchen in großen Mengen zur Verfügung stehen sollte.

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Zur Pflege der Löwenmäulchen gehört auch die Zugabe der richtigen Wassermenge. Gegossen wird das Löwenmäulchen nach Bedarf. Es verträgt keine Staunässe, aber dennoch sollte der Boden stets feucht gehalten werden. Vor Trockenheit schützt sich das Löwenmäulchen mit seinem ausgedehnten Wurzelwerk.

Löwenmäulchen schneiden

Im Frühjahr ist es an der Zeit, die Löwenmäulchen zu schneiden. Um Verzweigungen zu fördern, werden die Triebe in einer Höhe von 10 cm abgeschnitten. Außerdem kann das Blütenwachstum gefördert werden, indem verblühte Blüten entfernt werden. Die einzelnen Blüten können dabei entweder abgezupft oder der ganze Stiel auf einmal entfernt werden. 

Löwenmäulchen lassen die Köpfe hängen
Lassen die Löwenmäulchen die Köpfe hängen, leiden sie unter Wassermangel [Foto: Simon Mayer]

Tipp: Nach der Blüte bilden sich die Samenkapseln des Löwenmäulchens aus. Entfernen Sie daher nicht bei allen Pflanzen die Blüten, sondern behalten Sie einige zur Vermehrung bei.

Sind Löwenmäulchen winterhart? 

Ob Löwenmäulchen winterhart sind, hängt von den Wintertemperaturen ab. In unseren Breitengraden überstehen Sie normalerweise keinen Winter. Große Löwenmäuler (Antirrhinum majus) trotzen den Temperaturen bis maximal -7 °C. Werden sie frostfrei überwintert, können Löwenmäulchen allerdings mehrjährig Blüten ausbilden. Um das Löwenmäulchen vor der Winterkälte zu schützen, können Sie beispielsweise Tannenzweige über die Erde legen.

Löwenmäulchen vermehren

Die Vermehrung des Löwenmäulchens ist ganz einfach mit Samen möglich. Etwa sechs Wochen nach der Blüte bilden sich am Stiel die Samenkapseln aus, verblühte Blüten sollten daher nicht entfernt werden. Im unreifen Zustand sind die Samenkapseln grün, geerntet werden sie, wenn sie braun sind. Dabei müssen Sie den Zeitpunkt genau abschätzen, denn erntet man zu spät, sind die Samenkapseln bereits geöffnet und alle Samen herausgefallen. Um das zu vermeiden, sollten die Samenkapseln alle drei Tage kontrolliert werden. Hat man einen guten Erntezeitpunkt erwischt, werden die reifen Samenkapseln vom Stiel abgetrennt und die Samen in ein Gefäß herausgeschüttelt. Dafür sollten Sie einen sonnigen Tag auswählen, damit die Samen nicht getrocknet werden müssen. Über den Winter sollten diese dunkel und trocken gelagert werden. Ausgesät werden können sie im folgenden Frühjahr.

Tipp: Im getrockneten Zustand können die Samenkapseln wie Löwenmäulchen-Totenköpfe aussehen. Sie lassen sich daher ideal als Halloween-Deko verwenden.

Reife Samenkapseln der Löwenmäulchen
Reife Samenkapseln der Löwenmäulchen [Foto: Furiarossa/ Shutterstock.com]

Sind Löwenmäulchen giftig?

Löwenmäulchen sind nicht giftig, sie stellen keine Gefahr für Mensch und Tier dar.

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