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Mädesüß: Anpflanzen, Verwechslungsgefahr & Heilwirkung

Das Mädesüß ist eine uralte Heilpflanze und eine beliebte Blühpflanze im Hausgarten. Bei uns erfahren Sie mehr über das filigrane Kraut und seine Ansprüche im Garten.

Blühendes Mädesüß
Mädesüß ist eine heimische Wild- und Heilpflanze in Eurasien und Nordamerika [Foto: mcajan/ Shutterstock.com]

Im Sommer betört der süße Duft des Mädesüß alle Sinne und die filigranen Blätter und Blüten begeistern in jedem Staudenbeet. Wir stellen Ihnen die mehrjährige Pflanze vor und geben Tipps zur Sortenwahl, Pflanzung und Pflege von Mädesüß.

Mädesüß: Herkunft und Eigenschaften

Das zarte, meist weiß blühende Mädesüß (Filipendula) ist eine von Europa bis Kleinasien und in Nordamerika heimische Wildpflanze. Für die Pflanzung im Hausgarten wurden Sorten mit größeren Blüten oder besseren Anbau-Eigenschaften selektiert. Das zu den Rosengewächsen (Rosaceae) zählende Kraut ist unter zahlreichen Namen bekannt. Es wird, unter anderem, Wiesengeißbart, Wiesenkönigin, Geißripp oder Johanniswedel genannt.
Mädesüß galt aufgrund seiner heilenden Wirkung bereits bei den Kelten als Heilkraut. Die süß und mandelartig duftenden und essbaren Blüten des Mädesüß wurden früher bei Hochzeiten vor dem Brautpaar ausgestreut. Im 19. Jahrhundert gelang es erstmals, aus Mädesüß die Salicylsäure zu extrahieren, den Wirkstoff von Aspirin. Zwar spendete die alte Heilpflanze nie den Wirkstoff für das Medikament, ihr früherer Name Spiraea ulmanaria war aber Namenspate für das Aspirin.

Das Mädesüß ist eine bis zu zwei Meter hohe Staude, es wächst also krautig und mehrjährig. Mädesüß bildet an rot gefärbten, langen Stängeln seine gefiederten Blätter aus. Bei unserer heimischen Art, dem Echten oder auch Großen Mädesüß (Filipendula ulmaria), erinnern die einzelnen Blättchen in ihrer Form an Ulmenblätter (Ulmus). Daher stammt auch der Artname. An der Spitze der langen Stängel bilden sich im Frühjahr zahlreiche Blütenknospen in großen Rispen aus. Zur Blütezeit des Mädesüß von Juni bis August blühen diese cremeweiß auf. Ihr süßer Duft und das reiche Pollenangebot locken zahlreiche Bestäuber wie Bienen, Schwebfliegen und kleine Käferarten an, die sich auf den winzigen Blüten tummeln. Weitere Mädesüß-Arten produzieren auch pinkfarbene Blüten – hierzu mehr im folgenden Absatz. Nach der Blüte bilden sich viele kleine schraubig ineinander verschlungene, sichelförmige Samen aus, die sich mit zunehmender Samenreife dunkelbraun ausfärben.

Hinweis zur Verwechslungsgefahr: Das Echte Mädesüß ist leicht mit dem Kleinen Mädesüß (Filipendula vulgaris) zu verwechseln. Eine gewisse Ähnlichkeit, vor allem mit den Blättern des Mädesüß, gibt es auch beim Wald-Geißbart (Aruncus dioicus). Beide Pflanzen enthalten in rohem Zustand giftige Blausäure-Glykoside und sollten daher nicht gegessen oder anders zubereitet werden. Das kleine Mädesüß besitzt deutlich größere Blüten als das Echte Mädesüß. Auch anhand der Samen lassen sich die beiden auseinanderhalten: Die schraubig-verzwirbelten, gekrümmten Samen des Echten Mädesüß sind gut von den geraden Nüsschen des Kleinen Mädesüß zu unterscheiden.

Kleines Mädesüß auf einer Wiese
Das kleine Mädesüß besitzt deutlich größere Blüten als Filipendula ulmaria [Foto: Emilio100/ Shutterstock.com]

Die wichtigsten Mädesüß-Arten

Mädesüß kommt in verschiedenen Arten in unseren Gärten vor, wobei vor allem Unterschiede in der Blütenform und -farbe sowie in der Blattform und Wuchshöhe auffällig sind. Bei uns heimisch sind die beiden Arten Filipendula ulmaria und Filipendula vulgaris. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Mädesüß-Arten vor:

  • Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria): Kann bis zu 120 cm hoch werden und blüht von Juni bis August. Nur das Echte Mädesüß wird als Heilkraut verwendet.
  • Kleines Mädesüß (Filipendula vulgaris): Wird gerade einmal bis zu 40 cm hoch und blüht von Juni bis Juli. Die Blüten sind wesentlich größer als bei den anderen Arten.
  • Rosa Mädesüß (Filipendula rubra) erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm und fällt vor allem durch seine rosa und rot gefärbten Blütenrispen auf. Die Blütezeit dauert von Juli bis August.
  • Riesen-Spierstaude (Filipendula camtschatica): Kann bis über 200 cm hoch werden und bildet große, bärenklauartige Blätter aus. Sie stammt aus Japan und Ostsibirien.
Rosa Mädesüß mit rosa Blüten
Das Rosa Mädesüß besticht mit seiner rosaroten Blütenfarbe [Foto: Julietphotography/ Shutterstock.com]

Mädesüß anpflanzen

Der ideale Standort für Mädesüß ist ein halbschattiges bis sonniges Plätzchen. Der Boden sollte nährstoffreich sowie feucht bis nass sein und möglichst nie vollständig austrocknen. In der Nähe von Bachläufen und Teichen fühlt sich Mädesüß schnell wohl.

Wie bei den meisten Stauden, ist der Spätherbst von Oktober bis November oder das zeitige Frühjahr im März ein idealer Zeitpunkt für die Pflanzung von Mädesüß.

Lockern Sie dazu zunächst den Boden weiträumig auf. Dann wird etwas Kompost oder ein vorwiegend organischer Langzeitdünger, wie unser Plantura Bio-Universaldünger, eingearbeitet. Anschließend werden die Mädesüß-Pflanzen in die Erde gesetzt, rundherum gut angedrückt und kräftig gegossen.
Für gewöhnlich werden zwei bis drei Mädesüß-Pflanzen in Kleingruppen zusammen gepflanzt – das sieht besonders attraktiv aus und entspricht der natürlichen Geselligkeit der Pflanze. Der Pflanzabstand zu den Nachbargewächsen sollte mindestens 45 cm betragen.

Eine jährliche Düngung versorgt Ihr Mädesüß auf normalen Böden zuverlässig mit allen wichtigen Nährstoffen. Bei ärmeren und sandigeren Böden ist bei der Pflanzung die großzügige Verwendung einer guten Pflanzerde zu empfehlen, damit das Mädesüß ausreichend feucht steht und der Untergrund genügend Nährstoffe speichern kann. Eine torffreie und nährstoffreiche Erde wie unsere Plantura Bio-Universalerde ist dafür hervorragend geeignet. Das Mädesüß ist bis -40 °C winterhart, es kann also bedenkenlos ohne Schutz in die Winterruhe entlassen werden.

Mädesüß anpflanzen auf einen Blick:

  • Halbschattiger bis sonniger Standort mit nährstoffreichem und feuchtem bis nassem Boden.
  • Pflanzzeit im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr.
  • Boden weiträumig auflockern und mit Kompost oder Langzeitdünger aufbessern.
  • Mädesüß einpflanzen, gut andrücken und angießen.
  • Pflanzung in Kleingruppen von zwei bis drei Pflänzchen.
  • Abstand von 45 cm zu Nachbarpflanzen.
  • Jährliche Düngung zur Nährstoffversorgung.
Mädesüß am Wasserrand
Das Mädesüß bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Standorte in der Nähe von Gewässern [Foto: SHARKY PHOTOGRAPHY/ Shutterstock.com]

Pflege von Mädesüß

Das Mädesüß ist eine pflegeleichte Blühstaude, die meist lediglich in trockenen Sommern gewässert werden sollte. Im Herbst kann die Pflanze nach dem Absterben der oberirdischen Pflanzenteile zurückgeschnitten werden. Das abgestorbene Laub dient der Pflanze in harschen Wintern jedoch auch als Winterschutz und kann zudem Insekten ein Winterquartier bieten. Wird aus optischen Gründen dennoch zurückgeschnitten, kann das Laub als Schnittgut auf dem Beet liegen bleiben.

Hin und wieder wird das Mädesüß von einem Rostpilz (Triphragmium ulmariae) befallen, welcher rot-orange Sporenlager auf der Blattunterseite bildet. Kranke Blätter sollten entfernt werden, um einen weiteren Befall zu vermindern. Bei gesunden und gut ernährten Pflanzen stellt der Rostpilz allerdings kaum eine Gefahr für das Mädesüß dar.

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Mädesüß vermehren

Im Garten sät sich das Mädesüß meist selbst aus und kann sich auf diese Art im Beet verbreiten. Erscheint Ihnen das zu ungerichtet oder gar lästig, können Sie die im Herbst braun verfärbten Samen des Mädesüß mitsamt der gesamten Blütenrispe abschneiden. Glücklicherweise haften die Samen lange am Trieb und fallen nicht so leicht zu Boden. Wer das Mädesüß selbst aussäen will, kann die Saat direkt wieder am gewünschten Platz ausbringen oder aber im Haus nachtrocknen und dann kühl und trocken lagern. Im November oder im Februar können die kaltkeimenden Samen dann direkt oberflächlich ins Beet gesät werden. Achten Sie dabei auf eine Saattiefe von nur 0,5 cm und einen Pflanzabstand von etwa 35 bis 40 cm. Die Samen benötigen über Wochen kühle Temperaturen zum Keimen und dürfen in dieser Zeit nie austrocknen.

Eine gute Alternative zur Aussaat von Mädesüß ist die Teilung eines vorhandenen Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr oder im Herbst. Mithilfe eines Spatens stechen Sie einen Teil des Wurzelballens heraus und verpflanzen ihn an anderer Stelle. Erfolgt das Verpflanzen im Frühjahr, sollte in den ersten Wochen gut gewässert werden, damit das Mädesüß rasch frische Wurzeln bildet.

Ernte, Heilwirkung und Verwendung von Mädesüß

In der Heilkunde verwendet man vorwiegend die heilsamen Blüten. Deutlich seltener werden die Blätter von Echtem Mädesüß verarbeitet. Die Erntezeit für Mädesüß-Blüten erstreckt sich von Juni bis Juli, bevor sich die Samen ausbilden. Hierfür schneidet man ganze Blütenrispen ab und trocknet sie schonend an einem trockenen, gut belüfteten Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ernten Sie am besten frühmorgens und noch bevor die Blüten gänzlich geöffnet sind, denn dann ist der Gehalt an den wirksamen Inhaltsstoffen im Mädesüß am höchsten. Vollständig getrocknete Blüten werden bestenfalls trocken und luftdicht sowie kühl und dunkel aufbewahrt. Auf diese Weise erhalten sich die Inhaltsstoffe am besten. Die trockenen Mädesüß-Blüten sind etwa ein Jahr lang haltbar.

Mädesüß wird zu einer Tinktur verarbeitet
Eine Tinktur aus Mädesüß-Blüten lindert Verspannungen und Kopfschmerzen [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Das Mädesüß wird schmerzlindernd bei Erkältungen eingesetzt, aber auch bei Blasen- und Nierenleiden. Die enthaltenen Flavonoide, Gerbstoffe und Salicylsäure-Komponenten wirken zudem lindernd bei Magenschmerzen und fördern die Wundheilung. Angeboten werden die Blüten daher in verschiedenen Mischungen als Mädesüß-Tee. Eine mit Alkohol angesetzte Mädesüß-Tinktur wirkt äußerlich gegen Kopfschmerzen und leichte Verspannungen. Menschen mit einer Salicylsäure-Empfindlichkeit sollten jedoch gänzlich auf Mädesüß verzichten. Die duftenden Blüten finden darüber hinaus Verwendung in diversen Mädesüß-Rezepten, wo sie zum Aromatisieren von Marmeladen, Gelees und Mädesüß-Sirups verwendet werden.

Hinweis: Das Echte Mädesüß ist zwar nicht giftig, jedoch gibt es wie bei allen Heilpflanzen auch hier eine maximale Tagesdosis, die nicht überschritten werden sollte. Mehr als die empfohlenen 2,5 bis 3,5 Gramm Mädesüßblüten pro Tag können zu Magenbeschwerden und Übelkeit führen.

Eine weitere heimische Wildpflanze, die seit Jahrtausenden in der Heilkunde gebraucht wird und nebenbei noch Dutzende Hummeln in Ihren Garten lockt, ist der Beinwell. Wir geben Tipps zur Pflanzung, Pflege und Ernte der mehrjährigen Staude.

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