Maiglöckchen pflanzen: Blütezeit, Standort, Pflege & Co.

Bei Maiglöckchen handelt es sich um eine pflegeleichte Staude für schattige Plätze. Hier erfahren Sie alles über die Blütezeit, den Standort und die Pflege.

Maiglöckchen Blüten

Maiglöckchen sind eine pflegeleichte Staude für schattige Plätze [Foto: Jacopo ventura/ Shutterstock.com]

Zur Hochblütezeit im Mai präsentieren Maiglöckchen (Convallaria majalis) meist auf großen Flächen ihre unschuldigen weißen Blüten. Die kleinen Glöckchen der Stauden lassen pünktlich zum Muttertag ein Lied von inniger Liebe und Reinheit erklingen, das der einzigen Art der Gattung Convallaria zur idealen Aufmerksamkeit verhilft. Blumen sagen eben oft mehr als Worte. Doch nicht nur als Strauß machen sich Maiglöckchen gut. Im Garten brauchen die Frühblüher kaum Pflege, kommen auch mit schattigen Standorten zurecht und verbreiten sich ganz von alleine.

Maiglöckchen: Steckbrief und Eigenschaften

Das Maiglöckchen ist schon allein eine kleine Besonderheit, weil es seine Gattung mit keiner anderen Art teilt. Hier ein kleiner Überblick über das hübsche Einzelkind:

  • Name: Maiglöckchen
  • Lateinischer Name: Convallaria majalis
  • Trivialnamen: Marienglöckchen, Maieriesli
  • Pflanzenfamilie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • Verbreitungsgebiet: Europa, Nordamerika
  • Alter: Mehrjährige Pflanze
  • Standort: Schatten/Halbschatten
  • Höhe: 15 – 30 cm
  • Blüten: Glocken/Trauben in Weiß; duftend
  • Blätter: Meist 2 – 3 drei große, dunkelgrüne Blätter pro Pflanze
  • Früchte: Rote Beeren
  • Überdauerungsorgan: Unterirdische Rhizome
  • Eigenschaften: Winterhart; giftig
Maiglöckchen im Park Garten

Das Maiglöckchen ist fast in ganz Europa vor allem in Buchen- und Eichenwäldern beheimatet [Foto: Harald Toepfer/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen bieten keinen Nektar, jedoch befindet sich am Fruchtknoten ein saftreiches Gewebe, das angebohrt werden kann und so vor allem Bienen als Nahrung dient – von wegen Einzelkinder teilen nicht.

Maiglöckchen: Herkunft und Bedeutung

Das Maiglöckchen ist fast in ganz Europa vor allem in Buchen- und Eichenwäldern beheimatet und bis zum Kaukasus vorgedrungen. In Südeuropa findet man die Pflanze meist nur in Gebirgsgebieten. Auch in Nordamerika sind Maiglöckchen inzwischen verbreitet, jedoch wurden sie hier mit menschlichem Zutun eingebürgert. Bedeutende Ärzte wurden früher oft mit Maiglöckchen porträtiert, denn diese gelten als Symbol der Heilkunde. Auch in der christlichen Symbolik findet man das Maiglöckchen. Hier ist es eine sogenannte Marienblume, die für keusche Liebe, die Demut und die Bescheidenheit von Maria steht. In der Blumensprache steht das Maiglöckchen für „innige Liebe“. Das Grün der Blätter steht für Hoffnung, das Weiß der Blüten drückt Reinheit aus.

Maiglöckchen: Wann ist Blütezeit?

Nicht nur im Mai zeigen Maiglöckchen ihre traubigen weißen Blütenstände. Die Blütezeit zieht sich von März bis in den Juni hinein. In diesen Monaten verströmt die Pflanze mit ihren Blüten einen intensiv süßlichen Geruch. Ein Strauß wilder Maiglöckchen ist zwar ein schnell besorgtes Muttertagsgeschenk, doch in vielen Ländern Europas stehen Maiglöckchen heute unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden.

Maiglöckchen Blüten nah

Die Blütezeit zieht sich von März bis in den Juni hinein [Foto: Agnes Kantaruk/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen kaufen: Was ist zu beachten?

Da Maiglöckchen in der Natur unter Schutz stehen, kann nicht einfach ein besonders schönes Exemplar im Wald ausgegraben und im eigenen Garten wieder eingepflanzt werden. Der Besuch eines Gartencenters, Baumarkts oder Online-Pflanzenversandhandels ist demnach Pflicht. Im April und Mai ist das Angebot besonders groß. Da es nur eine einzige Maiglöckchenart gibt, liegt der Schwerpunkt der Pflanzenwahl auf dem Aussehen des Einzelexemplars. Sie sollten in jedem Fall eine vitale Pflanze mit schönen dunkelgrünen Blättern wählen. Suchen Sie die Pflanze nach Schädlingen ab. Nehmen Sie am besten keine Pflanze, die bereits blüht. Sie wollen schließlich auch etwas von den weißen Glöckchen haben.

Hinweis: Sie können von Maiglöckchen auch Rhizomstücke erwerben.

Maiglöckchen pflanzen: Wann und wie richtig pflanzen?

Die zierlichen Traubenblüten bilden sich schon früh im Jahr und verzaubern jedes Jahr aufs Neue. Dabei haben die kleinen Unschuldsengel unter den Frühblühern kaum Ansprüche an den Boden oder den Standort.

Maiglöckchen: Wann am besten pflanzen?

Die Rhizome der Maiglöckchen kommen im Herbst oder auch im Frühjahr an dem von Ihnen auserkorenen Platz in die Erde. Vorgezogene Maiglöckchen im Topf werden nach der Blüte ausgepflanzt.

Maiglöckchen pflanzen: Der richtige Standort

Maiglöckchen sind einfach zufriedenzustellende Gartenbewohner:

  • Standort: Halbschatten bis Schatten
  • Boden: Leicht feucht; nähstoffreich; sandig bis lehmig
  • Boden-pH: Alkalisch bis schwach sauer
Maiglöckchen im Wald

Maiglöckchen sind einfach zufriedenzustellende Gartenbewohner [Foto: Roman Mikhailiuk/ Shutterstock.com]

Auch schattige Plätze werden von Maiglöckchen gerne akzeptiert. Jedoch bleibt bei zu wenig Sonne die Blüte aus. Pralle Mittagssonne wird von ihnen nicht gut vertragen. Beachten Sie bei der Wahl des Standorts die Giftigkeit der Maiglöckchen. Am besten sollten die Pflanzen weder für Kinder noch für Haustiere erreichbar sein. Ideal machen sich die weißen Blüten zwischen Gehölzgruppen oder in schattigen Rabatten. Besonders in Kombination mit anderen Frühblühern wie Hyazinthe (Hyacinthus) oder Primel (Primula), setzen die Pflanzen schöne Akzente. Außerdem sollen Maiglöckchen auf das Wachstum von Sträuchern wie Zaubernuss (Hamamelis), Forsythie (Forsythia × intermedia) oder Flieder (Syringa) fördernd wirken.

Maiglöckchen: Wie richtig pflanzen?

Im Garten oder Topf versüßen die kleinen Frühblüher mit ihrem Duft den Frühling und versprühen die hoffungsvolle Botschaft auf den nahenden Sommer. Bei der Pflanzung von Maiglöckchen gehen Sie wie folgt vor:

  • Pflanzabstand: 10 cm (Bodendeckend) – 20 cm
  • Pflanzloch: 10 cm tief
  • Kompost unter die ausgehobene Erde mischen
  • Rhizome mit den Augen nach oben ins Pflanzloch legen
  • Pflanzloch mit Erde-Kompost-Mix auffüllen und leicht andrücken
  • Gut angießen
Maiglöckchen sprießen im Januar

Bis die Pflanzen angewachsen sind, muss ausreichend gewässert werden [Foto: Somogyi Timea/ Shutterstock.com]

Bis die Pflanzen angewachsen sind, muss ausreichend gewässert werden. Es freut einen natürlich, wenn sich die Gewächse im Garten so wohl fühlen, dass sie sich ausbreiten. Maiglöckchen können jedoch zur regelrechten Plage werden und sogar andere Pflanzen verdrängen. Graben Sie daher eine Rhizomsperre mit ein oder durchstechen Sie die umliegende Erde regelmäßig mit einem Spaten, um die Rhizome zu zerstören.

Wir empfehlen zum Anbau von Zierpflanzen folgende Produkte:
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Maiglöckchen im Topf selbst anbauen

Maiglöckchen sind nicht nur etwas für das Beet im Garten. Im Topf zieren die grazilen Frühblüher Hauseingänge oder Balkone. Als frühlingshafter Tischschmuck verschönern sie das heimatliche Domizil. Sie können die Blüte der hübschen Pflänzchen sogar nach vorn verlegen, indem Sie die Pflanzen drinnen im Topf vorziehen.

Maiglöckchen im Topf: Wie geht das?

Was viele nicht wissen, ist, dass man Maiglöckchen auch gut im Topf pflanzen kann. So können sich die Maiglöckchen auch nicht ungehindert im Garten verbreiten. Außerdem gilt die Vorzucht von Maiglöckchenrhizomen als Geheimtipp. Die Rhizome fallen bei der Teilung älterer Maiglöckchen an oder können gekauft werden. Die Wurzelstücke werden schon im November in den Topf gepflanzt. Gehen Sie wie folgt vor, um schon im Winter in den Genuss der weißen Blüten zu kommen:

  • Topf: Ton-Topf mit Abflussloch; ca. 12 cm Durchmesser
  • Topf mit Substrat befüllen
  • Pflanztiefe: 10 cm
  • Wurzeln vorsichtig von Erdresten befreien
  • Rhizomstück in das Pflanzloch setzen
  • Mit Substrat bedecken, bis die Überwinterungsknospen noch leicht aus der Erde reichen
  • Substrat feucht halten
  • Standort: Fensterbank
  • Temperatur: 20 °C
Maiglöckchen im Topf pflanzen

Maiglöckchen lassen sich auch im Topf pflanzen [Foto: thodonal88/ Shutterstock.com]

Nach der Blüte können die Maiglöckchen dann ausgepflanzt oder weiter im Topf gepflegt werden.

Maiglöckchen im Topf: Das richtige Substrat

Als Substrat eignet sich humose Gartenerde, die mit Blumenerde und etwas Sand gemischt wird. Das Substrat sollte immer feucht, aber nie nass sein. Bei Staunässe faulen die Rhizome.

Maiglöckchen gekonnt selbst vermehren

Maiglöckchen vermehren sich unglaublich schnell von selbst. Sie breiten sich unterirdisch über Rhizome aus und bilden so innerhalb weniger Jahre große Teppiche. Möchten Sie keinen Maiglöckchenteppich, sondern die Rhizome teilen und die neuen Pflanzen an einer anderen Stelle einpflanzen, wird wie folgt vorgegangen:

  • Juni oder Juli: Ausgraben der „Mutterpflanze“
  • Rhizome von Erde befreien
  • Etwa 10 cm lange Wurzelstücke abschneiden
  • Teile einzeln an gewünschter Stelle einpflanzen

Die Blüten bei Pflanzen, die aus gebildeten Rhizomen entstehen, setzt ab Jahr zwei ein. Alternativ können die Maiglöckchen im Herbst geteilt und im Topf auf der Fensterbank vorgezogen werden. Das lässt die Maiglöckchen schon im Winter blühen. Nach der Blüte werden die Pflanzen ausgepflanzt.

Maiglöckchen über Samen vermehren

Sie können Maiglöckchen auch über Samen vermehren. Nach der Bestäubung bilden sich kleine kugelige Beeren, die im reifen Zustand leuchtend rot sind. Diese Beeren enthalten ein bis fünf gelbe bis hellbraune Samen. Diese oder gekaufte Samen können angezogen werden, um Maiglöckchen generativ zu vermehren. Allerdings ist das Unterfangen viel aufwendiger als die Teilung der Rhizome. Denn Maiglöckchen sind Kältekeimer und müssen erst stratifiziert werden. Außerdem blühen die aus Samen gezogenen Pflanzen später.

Maiglöckchen Früchte Beeren

Nach der Bestäubung bilden sich kleine kugelige Beeren, die im reifen Zustand leuchtend rot sind [Foto: Anton Kozyrev/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen richtig pflegen: Tipps vom Profi

Maiglöckchen stehen nicht nur symbolisch für Bescheidenheit. Mit den wenigen Ansprüchen, die sie an uns als Hobbygärtner stellen, beweisen sie, dass sie ihrer Bedeutung voll und ganz gerecht werden. Ein paar Tipps, damit die Frühblüher ihren Charme in vollem Umfang versprühen können, gibt es trotzdem.

Maiglöckchen im Garten richtig pflegen

Im Garten verbreiten sich Maiglöckchen, ohne dass man einen Finger krümmen muss, zu dichten weiß blühenden Teppichen, die im Mai den Garten in einem unschuldigen, verspielten Glanz erstrahlen lassen. So können Sie Ihre Lieblinge noch ein bisschen unterstützen:

  • Düngung: Herbst mit Kompost
  • Gießen: Nach Anwachsen nicht mehr nötig
  • Schneiden: Nach der Blüte Blütenstände entfernen
Maiglöckchen in gelber Gießkanne

Gegossen wird nach dem Pflanzen nur noch nach langen Trockenperioden [Foto: 5 second Studio/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen haben einen mäßigen Nährstoffbedarf. Im Herbst wird mit reifem Kompost, Mist oder Lauberde gemulcht. Eine weitere Düngung ist für einen schön buschigen Wuchs nicht nötig. Gegossen wird nach der Etablierung am neuen Standort nur noch nach langen Trockenperioden. Denn der Boden darf ab- aber nicht durchtrocknen.

Maiglöckchen im Topf richtig pflegen

Auch im Topf schreien Maiglöckchen nicht gerade nach Aufmerksamkeit. Mit dem richtigen Expertenwissen lässt sich aber viel bezüglich der Länge der Blütezeit machen.

  • Düngen: Alle zwei Jahre in mit Kompost angereicherte Erde umtopfen
  • Gießen: Substrat sollte immer feucht sein; Staunässe vermeiden
  • Schneiden: Nach der Blüte Blütenstände entfernen
  • November: Winterschutz; Keller oder Fensterbank

Stellen Sie Ihr Maiglöckchen nicht an einen zu warmen Standort – das verkürzt die Blüte. Nach der Blüte wird nur noch so viel gegossen, dass die Erde nicht vollständig austrocknet. Außerdem zieht der Topf nach der Blüte an einen schattigen, kühlen Ort um. Wenn die Topfmaiglöckchen nicht drinnen stehen, sondern draußen Balkon und Terrasse verschönern, muss ab November ein Winterschutz her. Ummanteln Sie den Topf dick mit Luftpolsterfolie oder Gartenvlies, damit die Erde im Topf nicht komplett durchfriert. Alternativ wird der Topf mit den Maiglöckchen im Keller überwintert.

Sind Maiglöckchen eigentlich giftig?

Schon im 15. Jahrhundert wurde das Maiglöckchen getrocknet und wegen seiner herzstärkenden Eigenschaften und der Wirkung gegen Schwindel und Augenkrankheiten zu Arzneien verarbeitet. Auch in der Schulmedizin werden die enthaltenen Glykoside als Wirkstoffe in Medikamente eingesetzt. Diese sind in der ganzen Pflanze enthalten und machen das Maiglöckchen extrem giftig. Denn die Glykoside führen in zu hohen Dosen schnell zum Herzstillstand. Mehr zum Thema der giftigen Maiglöckchen finden Sie hier.

Katze schnüffelt an Maiglöckchen giftig

Achtung! Maiglöckchen sind giftig [Foto: Mila Demidova/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen von Bärlauch unterscheiden

Auch wenn die Giftigkeit von Maiglöckchen nicht gerade ein Geheimnis ist, kommt es jedes Jahr wieder zu Vergiftungen. Denn die Blätter von Maiglöckchen ähneln sehr stark den Blättern des Bärlauchs (Allium ursinum), der zwischen März und April den Spaziergang durch heimische Wälder in eine knoblauchlastige Aromatherapie verwandelt. Im Geruch liegt auch schon der erste Unterschied von 13 Unterschieden zwischen Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlosen, die jeder Sammler kennen sollte. Mehr Informationen zu den Unterscheidungen finden Sie hier.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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