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Mohnblume: Aussaat, Pflege & Vermehren von Klatschmohn

Der heimische Klatschmohn tritt wieder verstärkt auf Äckern und an Wegesrändern auf. Wir stellen verschiedene Sorten der Mohnblume vor und geben Tipps zu Aussaat und Pflege von Klatschmohn.

Klatschmohnfeld
Klatschmohn kommt wild vor allem auf Äckern, an Böschungen und Trockenwiesen vor [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Der Klatschmohn (Papaver rhoeas) wird aufgrund seiner dünnen, papiernen Blütenblätter auch als Seidenmohn bezeichnet. Wir stellen Ihnen die wilde Mohnblume sowie beliebte Sorten im Portrait vor und geben Tipps zum Anbau im Garten und Topf.

Klatschmohn: Blütezeit, Eigenschaften und Herkunft

Der Klatschmohn, auch als Klatschrose oder Feuermohn bekannt, gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) und produziert wie all seine Verwandten einen weißen Milchsaft, der bei Verletzungen austritt. Klatschmohn ist eine der vier bei uns heimischen Mohnblumen-Arten und kommt wild vorzugsweise an Straßenböschungen, Ackerflächen und Trockenwiesen vor. Ursprünglich stammt die Art wohl aus den gemäßigten Breiten Eurasiens, Genaueres lässt sich aufgrund der globalen Verbreitung der Mohnblume als Ackerbeikraut allerdings nicht mehr sagen. Früher nutzte man jedoch die Blütenblätter, um rote Tinte herzustellen. Seinen Namen erhielt der Klatschmohn, da seine Blüten bei Sturm und Wind zusammenklatschen.

Klatschmohn ist keine mehrjährige Pflanze, sondern einjährig bis zweijährig. Er keimt meist jedes Jahr aufs Neue aus den Samen der vorjährigen Pflanzen, die im Herbst zur Samenreife absterben. Die wilde Mohnblume erreicht eine Wuchshöhe von 40 bis 70 cm. Klatschmohn-Blätter sind rau und mit groben Haaren besetzt. Ihre Form ist lanzettlich bis fiederschnittig mit teils scharf gesägten Blattabschnitten. An den dünnen, haarigen und wenig verzweigten Stängeln bilden sich bald nach der Keimung im Frühjahr zahlreiche Blütenstiele. Die Blütezeit des Klatschmohns liegt zwischen Mai und Juli. Mohnblumen-Blüten sind jedoch vergängliche Kreaturen, denn sie blühen meist nur ein bis drei Tage – dann fallen die farbigen Blütenblätter ab und die längliche Samenkapsel des Klatschmohns erscheint. Viele Insekten lieben Klatschmohn, da er zahlreiche Pollen bereitstellt. Besonders Bienen (Apis) wälzen sich geradezu in den Staubblättern des Mohns und besuchen die Blüten gerne. Im Spätsommer ab August reifen die zahlreichen Samen im Inneren heran und nehmen die typische graublaue Farbe von Mohnsamen an. Die Kapsel gibt bei zunehmender Reife kleine Öffnungen unter dem Kapseldach frei und die reifen Samen können bei Bewegung oder Wind herausgeschleudert werden.

Samenkapseln der Mohnblume
Reife Samenkapseln öffnen sich, um die Mohnsamen bei Bewegungen durch Wind und Wetter ins Freie zu befördern [Foto: Inna Giliarova/ Shutterstock.com]

Steht die Mohnblume unter Naturschutz? Der Klatschmohn steht nicht unter Naturschutz, war aber lange Zeit aufgrund der Breitbandpestizide kaum mehr auf Äckern anzutreffen. Durch einen strengeren, gezielteren und reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist die Mohnblume heutzutage jedoch wieder vermehrt anzutreffen.

Die schönsten Klatschmohn-Sorten

Klatschmohn ist vor allem als Ackerwildblume bekannt, es gibt jedoch auch verschiedenfarbige und teils gefüllte Sorten. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass Klatschmohn aus Samen sich meist nicht uniform zeigt, sodass es trotz des gleichen Sortennamens zu verschiedensten Farbmischungen kommen kann.

Mohnblume 'Amazing Gray'
Die Jubiläumssorte ‘Amazing Gray‘ zeigt ungewöhnliche Grauviolette Farbtöne [Foto: Mami Nozaki/ Shutterstock.com]
  • ‘Amazing Grey‘: Jubiläumssorte 2020 zum 125-jährigen Bestehen des Thysanotus-Samenhandels mit der für Mohn wohl ungewöhnlichsten Farbe: Grau-violett bis zu hellen Graublau-Tönen in allen Nuancen. So zeigt sich der 40 – 50 cm hohe Papaver rhoeas ’Amazing Grey’ besonders attraktiv in Kombination mit rein weiß oder schwarz blühenden Pflanzen.
  • ‘Angels Choir’: Mohnmischung aus an Seidenpapier erinnernden, gefüllten Blüten in verschiedenen Rot-, Violett- und Pinktönen. Die Mohnpflanzen dieser Sorte werden circa 70 cm hoch.
  • ‘Bridal White’: Rein weiß blühende Mohnsorte mit großen, einfachen Blüten und gelben Staubgefäßen. Die Sorte wird etwa 50 cm hoch und blüht ab Juni.
Mohnblume 'Mother of Pearl'
Die historische Mohnsorte ‘Mother of Pearl‘ bildet verwaschen farbige und weiße Blütenfarben aus [Foto: MarinaGreen/ Shutterstock.com]
  • ‘Mother of Pearl’: Historische Klatschmohn-Sorte aus England mit einer Mischung an einfachen, weißen bis verwaschenen Pastelltönen von Rosa, Pink und Grauviolett. Die Pflanzen werden 50 – 70 cm hoch.
  • ‘Pandora’: Edel aussehende, halbgefüllte Mohnsorte in erlesenen Pinktönen mit silbergrauen Streifen. Mohnblumen der Sorte ‘Pandora‘ werden etwa 70 cm hoch.
  • ‘Pierrot’: Rote Mohnblumen-Sorte mit je einem schwarzen Fleck auf den Blütenblättern. Die Sorte erreicht eine Wuchshöhe von 50 bis 60 cm.
  • ‘Shirley Double’: Mischung aus etwa 60 cm hohen Mohnblumen mit doppelter Blütenhülle in Rot- und Rosatönen, auch mit weißen Anteilen.
Rosa Mohnblumen
Die Mohnblumensorte ‘Shirley Double‘ bringt verschiedenfarbige, halbgefüllte Blüten hervor [Foto: zzz555zzz/ Shutterstock.com]

Mohn säen und pflanzen

Die Mohnblume ist ein Lichtkeimer. Das bedeutet, die Samen benötigen zum Keimen neben Wasser und Wärme nur eine sehr dünne oder gar keine Abdeckung mit Erde. Der optimale Standort für Klatschmohn liegt in warmen, trockenen und sonnigen Lagen mit durchlässigen und nährstoffreichen Böden. Da die kleinen Klatschmohn-Keimlinge das Umsetzen kaum je überleben, sollten die Mohnsamen direkt an Ort und Stelle ausgesät werden. Die Aussaat von Klatschmohn erfolgt im Frühjahr zwischen März und Mai breitwürfig an einer passenden Stelle im Beet. Die Fläche sollte unkrautfrei sein, der Boden zuvor gelockert und das Saatbett feinkrümelig vorbereitet werden. Die Samen sollten dabei nicht oder nur wenige Millimeter mit Erde bedeckt werden. Meist genügt das vorsichtige Wässern der ausgebrachten Samen, um einen guten Bodenschluss für die Keimung sicherzustellen.

Mohnblume im Topf: Auch auf dem Balkon können Sie Klatschmohn säen. Dafür wird ein mindestens 5 Liter großes Pflanzgefäß mit gutem Wasserablauf vorbereitet. Eine etwa 5 cm hohe Drainageschicht aus Sand, Blähton oder Kies verhindert zusätzlich Staunässe im Topf. Der Topf wird nun mit einer hochwertigen Pflanzerde, wie unserer Plantura Bio-Universalerde, aufgefüllt. Das Substart wird leicht verdichtet und anschließend die Mohnsamen darauf gesät. Wässern Sie nach der Aussaat vorsichtig, um die zarten Samen nicht zu verschwemmen.

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Die richtige Pflege von Mohnblumen: Gießen, Schneiden und Co.

Einmal gesät benötigt Klatschmohn nur wenig Aufmerksamkeit. Keimen die Samen zu eng, können sie pikiert werden. Die wichtigste Pflegemaßnahme ist das regelmäßige Wässern, vor allem in der Keimlingsphase und bei Topfpflanzen. Eine Düngung ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Schneiden Sie Klatschmohn, um verblühte Stiele zu entfernen, dann bildet die Pflanze verstärkt junge Knospen und die Blütezeit verlängert sich. Auch wenn Sie das Versamen der Mohnblumen verhindern möchten, schneiden Sie die Samenstände vor ihrer Reife heraus. Für die Vase als Schnittblume sollten Sie keine geöffneten Blüten, sondern die Knospen schneiden. Auf diese Art blüht die Mohnblume erst im Wasser auf und hält sich länger.

Klatschmohn-Keimling
Besonders in der Keimlingsphase ist das regelmäßige Gießen bei Klatschmohn wichtig [Foto: REN Photography/ Shutterstock.com]

Mohnblumen vermehren

Mohnblumen lassen sich am einfachsten über ihre zahlreich produzierten Samen vermehren. Nach erfolgreicher Bestäubung beginnen die Samenkapseln, den Sommer über zu wachsen und zu reifen. Ab August bis September verfärben sich die Pflanzen mitsamt Kapseln braun und trocknen zunehmend ein. Dass die Klatschmohnsamen für die Ernte bereit sind, merken Sie folgendermaßen: Im Inneren der Kapsel ist bei Bewegung rasseln zu hören, die Kapsel hat sich geöffnet und ist somit reif für die Verbreitung. Nun können die ganzen Samenkapseln abgeerntet und im Haus einige Tage nachgetrocknet werden. Anschließend können Sie die Samen herausrieseln lassen und sie trocken, kühl und dunkel bis zur nächsten Aussaat aufbewahren. Mohnblumensamen sind etwa drei bis fünf Jahre lang gut keimfähig.

Mohnblumen-Samen
Die Vermehrung von Mohnblumen erfolgt über die zahlreichen, graublauen Samen [Foto: Andris Tkacenko/ Shutterstock.com]

Wirkung und Inhaltsstoffe

Früher nutzte man die Blätter der Mohnblume in Form von beruhigenden Tees. In der Volksheilkunde wurden zudem die getrockneten Blütenblätter verwendet. Sie beinhalten sehr geringe Mengen an Alkaloiden, vor allem Rhoeadin, welche ähnlich wie die deutlich wirksameren Opioide des Schlafmohns (Papaver somniferum) bei Schmerzen, Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt wurden.

Ist Klatschmohn giftig?

Klatschmohn gilt als giftige Ackerwildpflanze, vor allem der Milchsaft enthält die giftigen Alkaloide in erhöhter Konzentration. Daher ist der Klatschmohn giftig für Hunde, Pferde und andere Tiere, die an ihm fressen. In geringen Mengen sind geröstete Samen und Blütenblätter des Klatschmohns essbar und unbedenklich. Sie schmecken leicht nussig und können beispielsweise in Gebäck oder Salaten als schmackhafte Dekoration genutzt werden. Ein übermäßiger Verzehr kann allerdings zu Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Bauchschmerzen führen.

Mohnblumen trocknen und konservieren

Mohnblumen lassen sich als Ganzes nicht gut trocknen, denn nach kurzer Zeit in der Vase fallen alle Blütenblätter ab. Eine Möglichkeit besteht darin, die Pflanzen mitsamt Blüte zu pressen und somit zu trocknen. Hierfür sollten nur Pflanzen verwendet werden, die ihre Blüten am selben Tag geöffnet haben. Die Samenstände hingegen lassen sich sehr gut trocknen, sie können, sobald sie sich braun verfärbt haben, mitsamt oder ohne Stiel geerntet und bei Zimmertemperatur getrocknet werden. Die jahrelang haltbaren Samenkapseln lassen sich in dekorativen Gestecken und Kränzen verwenden.

Die Vogelmiere (Stellaria media) trifft man ebenso wie den Klatschmohn häufig an Äckern und Wegrändern, aber auch in Gemüsebeeten an. Wir verraten, wie das essbare Wildkraut zu erkennen ist und wie es am besten in der Küche verwendet wird.

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