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Nachtkerze: Pflanzen, Pflegen & Nutzung der schönen Blume

Die Gewöhnliche Nachtkerze sorgt mit ihren schönen Blüten für Aufsehen im Garten. Wir verraten, was man beim Pflanzen und Pflegen beachten muss, und stellen verschiedene Verwendungsmöglichkeiten vor.

Gelbe Blüten der Nachtkerze
Abends öffnen sich die Blüten der Nachtkerze wie im Zeitraffer [Foto: Lana B/ Shutterstock.com]

Abends, wenn die Dämmerung hereinbricht, lässt die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) ihren Glanz erstrahlen. Erst dann erblühen die leuchtend gelben Blüten und verleihen der Dunkelheit einen neuen Glanz. Doch keine Sorge, am nächsten Morgen bekommen Sie die Blütenpracht auch im Hellen zu Gesicht.

Nachtkerze: Herkunft und Eigenschaften

Auch wenn die Gemeine Nachtkerze so ganz und gar zur heimischen Pflanzenwelt zu gehören scheint, ist sie ein Einwanderer. Erst im 17. Jahrhundert wurde die Staude als Zierpflanze aus Nordamerika nach Europa gebracht. Doch sie hielt sich nicht an Grenzen und Gartenzäune und eroberte in Windeseile auch das Europa außerhalb der Beete. Andere Vertreter der Gattung der Nachtkerzen (Oenothera) taten es ihr gleich oder entstanden durch Kreuzung und schon bald bereicherten zahlreiche Nachtkerzen-Arten die europäische Pflanzenwelt.

Die Gemeine Nachtkerze ist dabei keineswegs unauffällig. Hoch aufragend, wie sie meist ist, erreicht sie Höhen zwischen 80 und 180 Zentimetern. Und unterirdisch sieht es da nicht anders aus, denn ihre fleischige Pfahlwurzel kann ebenso tief werden, wie die Pflanze hoch ist. Im ersten Jahr gibt sich die zweijährige Pflanze jedoch recht unauffällig. Ihre lanzettlich langen Blätter sind zunächst rosettenförmig am Erdboden angeordnet. Erst im kommenden Jahr sprießt der Hauptspross, an dessen Spitze ab Juni ein langer Blütenstand erscheint. Nach und nach erblühen von unten nach oben die strahlend gelben und süßlich duftenden Blüten. Sie locken zahlreiche Schwärmer-Arten (Familien der Schmetterlinge) an: Besonders sehenswert darunter ist das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), welches fast wie ein kleiner Kolibri anmuten mag.

Wilde Nachtkerze mit gelben Blüten in einem Feld
Hoch aufragend locken die Blüten der Nachtkerze verschiedene Schwärmer an [Foto: Dezajny/ Shutterstock.com]

Die schönsten Nachtkerzen-Arten

Die Gemeine Nachtkerze ist im Grunde nur eine unter vielen. Gemeinsam mit etwa 200 anderen Arten gehört sie zur Gattung der Nachtkerzen. In Europa sind dabei etwa 30 Arten verbreitet. Die Gemeine Nachtkerze ist wohl die Bekannteste unter ihnen und wird meist als die Nachtkerze schlechthin bezeichnet. Doch da sind noch einige weitere interessante Vertreter der Gattung der Nachtkerzen:

  • Rotkelchige Nachtkerze (Oenothera glazioviana): Diese Art ist weit verbreitet und kann bis zu 2 m Höhe erreichen. Ihre Blüten sind etwas größer als die der übrigen Nachtkerzen. Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in den roten Knospen und dem rot getüpfelten Stängel der Pflanze.
  • Strauchige oder Rotstängelige Nachtkerze(Oenothera fruticosa / Oenothera tetragona): Zwar erstrahlen die Blüten dieser Nachtkerzen-Art in typischem Nachtkerzen-Gelb, doch ist der Wuchs der Strauchigen Nachtkerze nicht gerade und aufrecht, sondern verzweigt. Die Blütenstängel erreichen Höhen von bis zu 70 cm.
  • Rosa Teppich-Nachtkerze oder Weiße Nachtkerze (Oenothera speciosa): Ganz und gar anders ist das Erscheinungsbild der Rosa Nachtkerze. Ihr Wuchs ist nicht aufrecht, sondern polsterbildend. Ihre maximale Größe ist daher auch mit 30 cm erreicht. Die Blüten gehen vom Weißlichen in ein Rosa. Leider hat diese Art einen ausgeprägten Ausbreitungsdrang.
  • Polster-Nachtkerze oder Missouri-Nachtkerze (Oenothera macrocarpa): Diese Art wird nicht höher als 30 cm und ist perfekt für die Pflanzung in Steingärten geeignet. Dort bildet sie mit ihren großen gelben Blüten einen dichten Blütenteppich.
Rosa-Teppich-Nachtkerzen in einem Feld
Die Rosa-Teppich-Nachtkerze hat einen gedrungeneren Wuchs als ihre Verwandten [Foto: Andrey Maximenko/ Shutterstock.com]

Nachtkerzen pflanzen

Sie können Nachtkerzen entweder als junge Pflanzen oder in Form von Samen erwerben. Topfpflanzen können Sie ab dem Frühjahr bis in den Sommer hinein auspflanzen. Die Pflanzen sind winterhart, sollten jedoch nicht gleich eisigem Frost ausgesetzt sein, da sie vermutlich im Gewächshaus aufgewachsen sind.

Der perfekte Standort für Nachtkerzen

Zwar sind die Nachtkerzen unglaublich vielfältig, aber alle hier vorkommenden Arten bevorzugen doch irgendwie das Gleiche. Außerhalb von Gärten und Pflanzungen finden sich wilde Nachtkerzen vornehmlich dort, wo andere Gewächse es schwer haben. Sie besiedeln Schotterbänke, Bahndämme und Brachen ebenso wie alte Steinbrüche. Denn Nachtkerzen lieben sandigen und nährstoffarmen Boden, bestenfalls ist auch etwas Kalk dabei. Und bei alledem darf die Sonne nicht fehlen. Mit Halbschatten kommt das Gewächs aber dennoch zurecht. Wichtig ist jedoch, dass der Standort im Winter abtrocknet und nicht feucht ist.

So pflanzt man Nachtkerzen richtig

Sie können Ihre Nachtkerze sowohl in einen Kübel als auch ins Freiland setzen. Pflanzen Sie mehrere Exemplare, so sollten Sie bei großen Arten wie der Gemeinen Nachtkerze unbedingt auf einen ausreichenden Pflanzabstand von etwa 30 Zentimetern achten. So bleibt der Bestand gut durchlüftet und Pilze haben keine Chance.

Da Nachtkerzen tief wurzeln, sollten Sie im Falle einer Topfpflanzung unbedingt zu einem tiefen Pflanzgefäß greifen. Das Substrat darin sollte zu einem guten Teil aus Sand bestehen. Sie können beispielsweise normale Gartenerde mit 30 bis 50 Prozent Sand durchmischen.

  • Tiefes Pflanzgefäß wählen
  • Für Substrat Gartenerde mit mindestens 30 % Sand durchmischen
  • Im Freiland Pflanzabstand beachten
Wilde Nachtkerzen in einem Feld
Ein ausreichender Pflanzabstand ist für die Nachtkerzen besonders wichtig [Foto: Dezajny/ Shutterstock.com]

Nachtkerzen pflegen: Das ist zu beachten

Nachtkerzen sind ausgesprochen widerstandsfähig. Nicht umsonst haben sie die europäische Wildnis so schnell zu ihrem Eigen erklärt. Dünger brauchen die anspruchslosen Pflanzen jedenfalls nicht. Und auch das Gießen können Sie sich größtenteils ersparen, denn selbst längere Trockenheit macht dem Gewächs nichts aus. Lediglich bei der Strauchigen Nachtkerze lohnt es sich, Hand anzulegen, denn ein kräftiger Rückschnitt im Herbst oder gegen Ende des Winters regt eine frühe Blüte an.

Nachtkerzen vermehren: Tipps zum Aussäen und Co

Nachtkerzen produzieren unglaublich viele ausgesprochen kleine Samen. Wollen Sie die fortpflanzungsfreudige Pflanze also nicht plötzlich im ganzen Garten wiederfinden, so sollten Sie die abgeschnittenen Blütenstände eher nicht auf den Kompost werfen.

Dafür ist die Aussaat von Nachtkerzen denkbar einfach. Möchten Sie erreichen, dass die Pflanze nur einjährig gedeiht, so empfiehlt sich eine frühe Aussaat gegen Ende April oder Anfang Mai. Im Juli oder August ausgesäte Nachtkerzen hingegen entwickeln erst im kommenden Jahr ihre Blüte.

Bei der Aussaat sollten Sie sich vor Augen halten, dass Nachtkerzen Lichtkeimer sind. Bedecken Sie die Samen daher nicht oder nur mit sehr wenig Erde. Nach etwa 12 bis 16 Tagen werden sich dann die ersten Keimlinge zeigen.

Ist die Pflanze einmal etabliert und lassen Sie sie zur Reife kommen, so wird sie zuverlässig aussamen und für frischen Nachwuchs sorgen.

Nachtkerzen-Samen mit Blüten
Nachtkerzen produzieren viele kleine Samen zur Vermehrung [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Vermehrung von Nachtkerzen: Das Wichtigste in Kürze:

  • Nachtkerzen produzieren zahlreiche Samen
  • Aussaat im April/Mai oder Juli/August
  • Lichtkeimer

Sind Nachtkerzen giftig?

Nachtkerzen sind keineswegs giftig. Ganz im Gegenteil: Die verschiedensten Teile der Gemeinen Nachtkerze können sogar als Gemüse verzehrt werden. Zudem existieren zahlreiche Anwendungen aus der Naturheilkunde.

Nutzung von Nachtkerzen

Nachtkerzen sind nicht nur auffällige Farbtupfer und wunderschöne Komponenten im eigenen Staudenbeet, sie ziehen auch zahlreiche Nachtfalter und Hummeln an. Aus diesem Grunde ist die Nachtkerze eine hervorragende Weide für Schmetterlinge.

Die Gemeine Nachtkerze bietet jedoch nicht nur den bunten Insekten einen Genuss. Auch Sie können das Gewächs mit allen Sinnen wahrnehmen. Die fleischige Pfahlwurzel etwa kann im Herbst geerntet und zu leckerem Wurzelgemüse zubereitet werden. Im Frühjahr hingegen bieten sich die frischen Blätter für Salate und Spinat an. Den Höhepunkt bilden dann im Sommer die essbaren, strahlend gelben Blüten, die Salate und Speisen dekorieren können und in selbstgemachten Eiswürfeln bezaubernd wirken.

Nachtkerzenöl mit Blüten
Das Öl aus den Samen der Nachtkerze enthält die wertvolle Gamma-Linolensäure [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Doch nicht nur das, denn das Öl aus Nachtkerzensamen wirkt beruhigend und entzündungshemmend auf gereizte Haut. Schuppen, trockene Haut und sogar Neurodermitis können so gelindert werden. Aus dem Öl der Nachtkerze lassen sich hervorragende Naturkosmetika herstellen.

Der Tee aus getrockneten Blättern hingegen kann Magen- und Verdauungsbeschwerden entgegenwirken. Sogar etwaigen Stimmungsschwankungen, Aggressivität und anderen Anzeichen, die viele Frauen vor ihrer Monatsblutung empfinden, sollen die Präparate der Nachtkerze entgegenwirken.

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