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Nadelbaum-Arten: Die schönsten für den Garten

Welche Nadelbäume können im Garten gepflanzt werden und welche brauchen besonders viel Platz? Hier finden Sie einige der beliebtesten Nadelbaum-Sorten – von der heimischen Lärche bis zum exotischen Urweltmammutbaum.

Nadelbaumarten für den Garten
Nadelbäume können den heimischen Garten schön ergänzen und sorgen auch im Winter für den “Blick ins Grüne” [Foto: P A/ Shutterstock.com]

Immergrüne Pflanzen sind vor allem im Winter eine Bereicherung für jeden Garten. Wir geben Ihnen einen Einblick über beliebte Nadelbaum-Arten für den kleinen und großen Garten. Außerdem erfahren Sie in diesem Artikel, welche Sorten sich besonders gut als schnellwachsende Hecke eignen.

Wer Nadelbäume in seinem Garten anpflanzt, tut gerade Vögeln einen großen Gefallen. Einige Arten sind speziell auf Nadelwälder oder einzelne Nadelbäume angewiesen. Beispielsweise die Tannenmeise, der Erlenzeisig, das Wintergoldhähnchen sowie Buntspechte und Kleiber lieben Nadel- und Mischwälder. Nicht nur für Vögel, sondern auch für zahlreiche Insekten und Käfer sind Nadelbäume ein wichtiger Lebensraum. Nadelbäume bieten den Vögeln somit Schutz und Nahrung.

Nadelbaum-Arten für kleine Gärten

Wer nur einen kleinen Garten besitzt, muss die Pflanzen, die den Garten zieren sollen, bewusst auswählen. Damit man auch im Winter ins Grüne blicken kann, bietet sich das Pflanzen von kleinen Nadelbäumen und vor allem kleingezüchteten Sorten dieser Bäume an. Hier haben sich über die Jahre einige Nadelbäume durchgesetzt, die sich durch ein besonders kompaktes Wachstum auszeichnen.

Nordmanntanne ‘Borshomi’

Die Nordmannstanne (Abies nordmanniana) ist der heutzutage wohl beliebteste Weihnachtsbaum. Das liegt zwar auch an ihrem dichten, saftig grünen Nadelkleid, aber hauptsächlich an den abgerundeten Nadeln, die nicht stechen. Sorten wie ‘Borshomi’ zeichnen sich durch einen schönen, pyramidalen Wuchs aus. Die Nadeln der Nordmanntanne sind oben grün und unten silbrig-weiß gefärbt. Eine gesunde Entwicklung der Nordmanntanne gelingt in der Sonne oder Absonne im Einzelstand oder in großen Kübeln. Optimalerweise ist der Boden möglichst tiefgründig, nährstoffreich und immer leicht feucht. Die Bäume fühlen sich als Einzelpflanzen oder im Kübel sehr wohl, wobei der Kübel das Wachstum bremst. In der Jugend wachsen die Pflanzen träge, dennoch erreichen sie nach 20 Jahren bereits eine Höhe von circa 5 Metern und eine Breite von bis zu 3 Metern. Jüngere und kleinere Exemplare eignen sich aber hervorragend für kleine Gärten.

Gemeiner Wacholder ‘Compressa’

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist als immergrüner Strauch oder kleiner Baum mit seiner schmalen, kegelförmigen Krone eine gute Wahl für kleine Gärten. Die Sorte ‘Compressa’ wächst sehr dicht und langsam. Sie wird nur circa einen Meter hoch. Die nur ungefähr 6 Millimeter langen, spitzen Nadeln sind saftig grün mit einem helleren Band auf der Oberseite. Der Stamm ist von einer grau- bis rot-braunen Borke umhüllt. ‘Compressa’ stellt nur sehr geringe Standortansprüche und gedeiht auf nahezu allen Böden, die nicht zu feucht sind. Ein sonniger Standort wird bevorzugt. Die dunkelblauen Wacholderbeeren anderer Sorten finden in weiten Teilen Europas Verwendung. Außerdem kann man aus den Beeren vielerlei Schnaps herstellen, wie beispielsweise den berühmten Gin.
Aber Achtung: Wacholder gilt als schwach giftig und kann die Haut reizen.

Gemeiner Wacholder Compressa
Der Wacholder ‘Compressa’ wächst sehr dicht und langsam und ist somit eine gute Wahl für kleine Gärten [Foto: J Need/ Shutterstock.com]

Zwerg-Balsamtanne ‘Nana’

Die Zwerg-Balsamtanne der Sorte ‘Nana’ (Abies balsamea ‘Nana’) stammt von der größeren, nordamerikanischen Balsamtanne ab und wächst nur rund einen Meter hoch. Dafür lässt ihr kugeliger Wuchs sie bis zu zwei Meter breit werden. Das dichte Astwerk, welches sie auch zur idealen Kübelpflanze macht, rundet das Gesamtbild der Pflanze ab. Die Pflanze ist zwar recht anspruchslos und absolut frosthart, reagiert jedoch empfindlich auf Trockenheit – eine gute Wasserversorgung ist also Pflicht. Am besten gedeiht sie auf leicht sauren Böden. Ein weiterer Vorteil ist die außerordentliche Schattenverträglichkeit. Die Färbung der männlichen Zapfen reicht von bläulich und grün über rot und purpurfarben bis hin zu orange. Weibliche Zapfen hingegen sind etwas größer und grau-braun gefärbt.

Zwerg-Balsamtanne im Topf
Die Zwerg-Balsamtanne wird nur etwa 100 cm hoch und bis zu 200 cm breit [Foto: Edita Medeina/ Shutterstock.com]

Tipp: Tannen brauchen häufig sehr lange, bis sie geschlechtsreif werden und ihre zierenden, aufrechten Zapfen bilden. Die Balsamtanne etwa bildet erst frühestens nach 15 bis 20 Jahren zum ersten Mal Zapfen um sich zu vermehren.

Nadelbaum-Arten für große Gärten

Wer mehr Platz zur Verfügung hat, kann auch über größer wachsende Nadelbaumarten nachdenken. Hier ist die Variation mindestens ebenso groß und reicht von alten, heimischen Sorten bis hin zu wenig verbreiteten Sorten.

Waldkiefer ‘Watereri’

Die Waldkiefer (Pinus sylvestris) ist neben der Fichte der am intensivsten in Wäldern kultivierte Nadelbaum. Waldkiefern der Sorte ‘Watereri’ werden circa 4 bis 6 Meter hoch und sind somit ideal für mittelgroße Gärten geeignet. Sie ist außergewöhnlich anspruchslos und wächst auch auf nährstoffarmen Sandböden oder an Trockenstandorten, einzig viel Licht ist wichtig. Kiefern wachsen sehr locker, was bei starker Konkurrenz zu Problemen führen kann. Besonders die Nachbarschaft zu Buchen ist ungeeignet. Die rautenförmigen, flachen Waldkiefern-Zapfen mit kleinen, hellbraunen Nadeln bilden zurückgebogene Schuppen aus. Auffällig ist die rotgelbe bis fuchsrote Borke im oberen Bereich der Kiefern, die mit zunehmendem Alter abblättert. Im unteren Teil bildet die Kiefer Platten- oder Schuppenkork aus, was zur bekannten Struktur der Stämme führt.

Waldkiefer Watereri
Die Waldkiefer ‘Watereri’ wird etwa 4 bis 6 Meter hoch und ist somit ideal für mittelgroße Gärten geeignet [Foto: photowind/ Shutterstock.com]

Blaufichte ‘Edith’

Die Blaufichte ‘Edith’ (Picea pungens ‘Edith’) ist eine Fichtensorte, die schon lange bei uns kultiviert wird. Edith wird circa 3,5 bis 5 Meter hoch, wenn sie ausgewachsen ist. Einen sonnigen und feuchten Standort liebt die Blaufichtensorte. Markant ist die kupferbraune, glatte Borke der jungen Fichte. Später färbt sie sich grau-braun und schuppt sich. Die Fichtennadeln haben einen intensiven, blauen Farbstich, was sie zum Hingucker für jeden Garten macht.

Blaufichten
Die extravagante Blaufichte ‘Edith’ sorgt im Winter für ein besonderes Farbspiel im Garten [Foto: barmalini/ Shutterstock.com]

Eibe ‘Fastigiata’

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) ist die einzige bei uns in Europa heimische Eibenart. Die langsam wachsenden Pflanzen können bis zu 1000 Jahre alt werden und werden deshalb auch als älteste Baumart Europas angesehen. Die Sorte ‘Fastigiata’ wird nur maximal 7 Meter hoch und bis zu 3 Meter breit. Sie zählt zu den Säulen-Eiben. Sie eignet sich ideal für große Gärten mit sonnigen bis absonnigen, geschützten Standorten. Eiben mögen nährstoffreiche, kalkhaltige Böden, sind aber gegenüber anderen Bedingungen sehr tolerant. Die Eibe trägt rote Früchte, die von Vögeln gefressen und über die Ausscheidungen weiter verbreitet werden. Eiben tragen keine Zapfen an ihren immergrünen, weichen Nadeln. Die Nadeln sind auf der Unterseite heller gefärbt als auf der Oberseite. Achtung: Alle Teile der Eibe (bis auf das rote Fleisch der Samen) sind giftig.

Eibe Fastigiata
Die Sorte ‘Fastigiata’ zählt zu den Säulen-Eiben [Foto: Marinodenisenko/ Shutterstock.com]

Lärche ‘Globus’

Die Europäische Lärche (Larix decidua) ist die einzige in Deutschland heimische sommergrüne Konifere. Das Besondere: Sie verliert ihre Nadeln im Winter. Ähnlich wie Laubbäume verfärben sich die Lärchennadeln golden und fallen ab. Die Sorte ‘Globus’ wächst circa 2,5 bis 3 Meter hoch und eignet sich somit für mittelgroße Gärten. Die Lärchen bilden 15 bis 30 mm lange, weiche Nadeln aus, die während des Austriebs hellgrün sind und mit zunehmendem Alter dunkelgrün werden. Diese sind in rosettenartigen Büscheln entlang der Äste angeordnet. Lärchen können als Einzelpflanzen an sonnigen Standorten oder als hohe Hecken in Gemeinschaft angebaut werden. Wegen ihres tiefreichenden Wurzelsystems ist ein tiefgründiger, nährstoffreicher Boden am besten geeignet.

Tipp: Die allermeisten Nadelbäume bevorzugen einen feuchten, humosen und nährstoffreichen Standort. Bei der Pflanzung können Sie auf Fertigkompost oder eine hochwertige Pflanzerde wie unsere Plantura Bio-Universalerde zurückgreifen, falls Ihr Gartenboden diese Eigenschaften nicht von sich aus mitbringt. Da viele Nadelbäume sehr weitläufig wurzeln, sollte die Pflanzerde in großem Umkreis des Pflanzloches eingemischt werden.

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Schnellwachsende Nadelbäume

Einige Baumarten wachsen bedeutend schneller als andere. Während unsere heimische Waldkiefer in den ersten Jahren immerhin stolze 40 cm wächst, gibt es ein paar Nadelbaumarten, die noch schneller wachsen. Vor allem, wenn man einen immergrünen Sichtschutz für den Garten haben möchte, ist dies besonders praktisch.

Urweltmammutbaum

Zu den besonders schnellwachsenden Nadelbäumen zählt der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), der seinen Ursprung in Ostasien hat. Daher stammt auch der Trivialname „Chinesisches Rotholz“. Der junge Baum wächst unter idealen Bedingungen bis zu 100 cm pro Jahr, wenn er älter ist, noch stolze 30 bis 60 cm pro Jahr. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 40 Metern ist die anspruchslose Pflanze für große Gärten an heißen Standorten in der Stadt problemlos geeignet. Sonnige bis lichtschattige Standorte und feuchte Böden sind ideal. Sandige oder trockenere Standorte werden ebenfalls toleriert, dort fällt der jährliche Zuwachs jedoch geringer aus. Der Urweltmammutbaum bildet hellgrüne, weiche, bis zu zwei Zentimeter lange Nadeln aus, die sich im Herbst gelb bis orange verfärben und schließlich abfallen. Zwergformen, die nur maximal vier Meter hoch wachsen, sind für mittelgroße Gärten sehr gut geeignet.

Urweltmammutbaum
Der Urweltmammutbaum kann auch bei uns schnell beeindruckende Höhen erreichen [Foto: LianeM/ Shutterstock.com]

Sicheltanne ‘Glauca’

Die Sicheltanne ‘Glauca’ (Cryptomeria japonica ‘Glauca’) zählt mit einer Wuchshöhe von maximal 20 Metern schon eher zu den kleineren Nadelbäumen. Die ursprünglich aus Japan stammende Tanne wird aber bis zu 8 Meter breit und bildet eine kegelförmige Krone aus. Mit einem Wachstum von 80 cm pro Jahr ist sie in jungen Jahren besonders schnellwachsend. Markant ist die dicke, rötlich- oder olivbraune, weiche Borke. Die gerade einmal 6 bis 12 mm langen Nadeln verfärben sich im Winter und werden nach 3 bis 5 Jahren vom Baum abgestoßen. Die kegelförmigen Zapfen werden nur circa 3 cm lang. Sicheltannen können an sonnigen Standorten im Garten einzeln gepflanzt und wegen ihres Wuchses von anderen Pflanzen (beispielsweise Rhododendron oder Hibiskus) gut unterpflanzt werden. Der Boden sollte wegen der Wurzeln tiefgründig und gut mit Wasser versorgt sein.

Lebensbaum ‘Brabant’

„Lebensbäume“ (Thuja) finden sich in vielen Gärten, sie eignen sich wegen ihrer Schnittverträglichkeit und ihres dichten, kräftigen Wuchses besonders gut als schnellwüchsige Heckenpflanzen. Die kugelförmige Krone der Sorte ‘Brabant’ besteht aus einer Vielzahl schuppenförmiger Blätter und wird bei uns im Freistand und ohne Schnitt maximal 20 Meter hoch und 6 Meter breit. Sonnige bis absonnige Standorte eignen sich besonders gut, wobei auch windexponierte Orte kein Problem sind. Der Lebensbaum passt sich den gegebenen Bodenbedingungen gut an und ist weitestgehend anspruchslos. Allerdings ist eine gute Wasserversorgung wichtig. Die ursprünglich grüne Art wurde durch gezielte Züchtung verändert, weswegen es heute auch verschiedenfarbige Sorten gibt. Die Farbe der konischen Zapfen hängt vom Geschlecht der Pflanze ab: Männliche Zapfen sind rötlich, während weibliche Zapfen hellgrün bis hellbraun gefärbt sind. Achtung: Alle Pflanzenteile der Thujen sind giftig.

Thuja Brabant
Thuja occidentalis ‘Brabant’ wird häufig als Heckenpflanze gepflanzt, weil sie breit wächst [Foto: Radovan1/ Shutterstock.com]

Tipp – Nadelbäume im Topf: Die meisten Nadelbäume wachsen sehr hoch, es gibt jedoch einige, die sich auch gut im Kübel pflanzen lassen und dort wegen des begrenzten Standraumes sogar noch kleiner bleiben. Zwerg-Varianten klassischer Nadelbäume, wie die Zwergkiefer ‘Compact Gem’ (Pinus heldreichii ‘Compact Gem’) oder die Zwergtanne ‘Nana’ (Abiesbalsamea ‘Nana’), sind gut geeignet. Die Koreatanne ‘Molli’ (Abies koreana ‘Molli’) oder die Zwergfichte ‘Zuckerhut’ (Picea glauca ‘Zuckerhut’) eignen sich ebenfalls hervorragend. Die Kultur von Nadelbäumen im Topf hat neben der Wuchsreduktion und dem einzigartigen Zierwert einen weiteren, großen Vorteil: Sie haben bereits einen nachhaltigen, hübschen Weihnachtsbaum im Topf!

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