skip to Main Content

Pfingstrosen vermehren: Tipps zu Teilung, Stecklingen & Aussaat

Von Pfingstrosen kann man doch eigentlich nicht genug haben. Hier erfahren Sie, welche Vermehrungsmöglichkeiten sich für die Pfingstrose bieten.

Austreibende Pfingstrose aus der Erde

Kleine, neue Pfingstrose treibt aus [Foto: Abizova Elvira/ Shutterstock.com]

Pfingstrosen (Paeonia) sind in vielen Gärten zu finden und verzaubern mit ihrer Blüte. Wenn es um das Vermehren der Pfingstrosen geht, bieten sich verschiedene Optionen. Eine Variante ist das vegetative Vermehren wie zum Beispiel die Teilung der Wurzelstöcke. Eine andere Variante ist das Vermehren der Pfingstrosen durch Samen, was als generative Vermehrung bezeichnet wird. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die verschiedenen Methoden vor und geben Anleitung für die erfolgreiche Umsetzung.

Pfingstrosen vermehren: Teilen in drei Schritten

Die Arbeitsschritte zum Teilen von Pfingstrosen umfassen das Ausgraben, die Teilung und die Pflanzung. Je nachdem, ob es sich um eine Stauden- oder eine Strauchpfingstrose handelt, gibt es dabei wenige, aber bedeutende Unterschiede.

Staudenpfingstrose teilen

  1. Ausgraben
    Es wird ausdrücklich empfohlen, den Pflanzenhorst komplett im Ganzen aus der Erde zu nehmen und nicht bereits im Boden schon zu teilen. Dies würde die Mutterpflanze sehr wahrscheinlich in Mitleidenschaft ziehen und schwächen. Beim Ausgraben des Wurzelsystem sollte darauf geachtet werden, die Wurzeln – besonders die langen – nicht zu verletzen oder gar abzutrennen. Ist der Wurzelballen ausgehoben, wird er mit einem Gartenschlauch von Erde befreit, damit eine klare Abschätzung erfolgen kann, wo teilungsfähige Partien sind.
  2. Teilung
    Es werden nun die oberirdischen Pflanzenteile abgeschnitten und die Wurzel mit einem scharfen Gartenmesser (Hippe) vertikal geteilt. Jeder Wurzelabschnitt sollte zwischen drei und fünf Wurzeln und ebenso viele Knospen aufweisen. Dieser Arbeitsgang kann auch wunderbar genutzt werden, um kranke und abgestorbene Wurzelteile (schwarz, braun oder faulig) zu entfernen.
  3. Pflanzung der Teilpflanzen
    Das Pflanzen der Teilstücke geschieht unter denselben Bedingungen, wie in unserem Spezialartikel zum Umpflanzen von Pfingstrosen beschrieben wird.

Strauchpfingstrosen teilen

Hinweis: Die Teilung von Strauchpfingstrosen kann nur gelingen, wenn diese sich bereits von ihrer Pfropfunterlage (unterer Veredlungspartner) gelöst und ein eigenes Wurzelwerk aufgebaut haben, oder wenn die Pflanze bereits durch Teilung entstanden ist. Die Besonderheit bei der Veredlung von Pfingstrosen ist die Art der Ammenveredlung. Dies bedeutet, dass die Pfropfunterlage nur vorübergehend zur Versorgung dient und das noch junge Edelreis anfangs noch versorgt.

  1. Ausgraben
    Der Vorgang des Ausgrabens ähnelt dem der Staudenpfingstrose, außer dass die Ausmaße des Wurzelballens deutlich größer sein können. Da es nach wie vor unratsam ist, Wurzelteile zu beschädigen, ist das Vorgehen hier etwas mit Vorsicht zu genießen. Auch starkes Ziehen an den oberirdischen Ästen kann sehr leicht bestraft werden, weil diese – im Gegensatz zu den Wurzeln – brüchiger sind. Ist der Wurzelballen aus der Erde, wird er ebenso mit dem Gartenschlauch gereinigt und kranke Wurzeln werden entfernt.
  1. Teilung
    Die Teilung kann hier von Hand, mit einer Säge, einem scharfen Spaten oder einem scharfen Messer geschehen. Der Wurzelballen kann in zwei oder drei Teile geteilt werden. Bevor die Pflanzenteile wieder gepflanzt werden, sollte unbedingt auf ein gleichmäßiges Verhältnis zwischen Wurzelvolumen und oberirdischem Volumen geschaffen werden. Das heißt, dass die oberirdischen Triebe auf etwas weniger als die Hälfte eingekürzt werden.
  2. Pflanzung der Teilpflanzen
    Das Pflanzen der Teilstücke geschieht unter denselben Bedingungen, wie in unserem Spezialartikel zum Umpflanzen von Pfingstrosen beschrieben wird.

Strauchpfingstrosen veredeln

Veredelung von Pfingstrosen

Pfingstrosen kann man auch durch Veredelung vermehren [Foto: Serhii Brovko/ Shutterstock.com]

Eine weitere Vermehrungsmethode ist die Veredlung. Dabei wird ein junger, vitaler Trieb der zu vermehrenden Pflanze auf die Wurzel einer anderen, widerstandsfähigeren Pfingstrose gepfropft und eingepflanzt. Dieser Vorgang ist sehr schwierig und daher für Anfänger ohne Geduld nur bedingt zu empfehlen. Hierbei sind spezielle Schnitt- und Befestigungsmethoden nötig, die selten Fehler verzeihen können.
Da diese Unterfangen Erfahrung und Feingefühl erfordern und dadurch auch in den ersten Versuchen schiefgehen können, gibt es beispielsweise noch die Möglichkeit, die Strauchpfingstrose über Stecklinge zu vermehren.

Strauchpfingstrose durch Stecklinge vermehren

Dieses Vorgehen ist ausschließlich bei Strauchpfingstrosen anwendbar. Hierbei werden junge, verholzte Triebe an der Basis abgeschnitten. Die Länge dieser Triebe sollte sich zwischen 10 und 15 cm belaufen. Dieses Stecklingsholz wird nun in einen Topf mit feuchter Anzuchterde etwa 3 cm tief gesteckt. Falls an dem Stecklingsholz noch verwelkte Blütenteile haften, werden diese neben den unteren Blättern entfernt, sodass nur vier bis fünf Blätter vorhanden sind. Sollte die Anzuchterde nun über einige Wochen feucht gehalten werden, werden sich erste Wurzeln bilden. Tipp: Diese jungen Stecklinge nicht sofort nach draußen pflanzen, sondern noch eine Zeit lang, bis sich ein kleiner Wurzelballen gebildet hat, auf der Fensterbank oder ähnlichen Orten wachsen lassen.

Pfingstrosen vermehren: Aussaat

Reife Samen einer Pfingstrose draußen

Die reifen Samen sind schwarz gefärbt und bereit zur Ernte [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

Die Aussaat einer Pfingstrose kann jedem gelingen, jedoch sollten folgende Hinweise beherzigt werden. Falls es sich um Samen von eigenen Pfingstrosen handelt, werden diese geerntet, sobald die Früchte sich vollständig geöffnet haben, also je nach Sorte von August bis September.
Die frisch geernteten Samen werden auf einem gut vorbereiteten Substrat in Reihen ausgesät und mit 1 bis 2 cm Erde bedeckt. Falls möglich, sollte hier ein Anzuchtkasten bevorzugt werden, da dieser die Pflege erleichtert und vor Tieren schützt. Das Anzuchtsubstrat muss leicht und humusreich sein. Die Samen werden dann dreimal so tief eingearbeitet, wie sie groß sind. Gut bewährt hat sich ein Substrat bestehend aus gleichen Anteilen sandig-lehmiger Gartenerde und handelsüblicher Blumenerde und einem kleinen Anteil an Quarzsand, um die Drainagefähigkeit zu gewährleisten. Der Boden muss bis zur Keimung der Samen durchgehend in den folgenden 12 bis 18 Monaten feucht gehalten werden, um den quellenden Samen vor Austrocknung zu schützen. Der Grund für die lange Keimdauer liegt darin, dass Pfingstrosen Kaltkeimer sind, welche eine Kaltphase (also den Winter) benötigen, um die Keimhemmung zu überwinden. Nachdem die jungen Exemplare gekeimt haben, werden sie weitere zwei Jahre an ihrem Standort gelassen, da ihre Wurzeln noch sehr zart sind. Im Falle eines Aussaatkastens, werden die jungen Pflanzen durch Pikieren in einen größeren Topf gepflanzt. Nach dieser Zeit können die jungen Pfingstrosen in ein ähnliches Substrat und mit größeren Abständen im Herbst ausgepflanzt werden. Die erste Blüte der neuen Pflanzen kann sich bei guter Pflege nach bereits sechs Jahren zeigen.

Pfingstrosen vermehren: Teilung oder Aussaat?

Welche Methode zur Vermehrung von Pfingstrosen ist denn nun die bessere?
Die Teilung der Pflanze (vegetative Vermehrung) ist einfacher und das Ergebnis zeigt sich deutlich früher. Auch ist der Erfolg nahezu garantiert, sofern man die verschiedenen Pflanztiefen beachtet hat. Nachteilig ist aber, dass die große Mutterpflanze mit ihrer schönen Wuchsform und Größe geopfert werden muss. Wenn man also sehr an dieser einen Pflanze hängt, sollte ihre Teilung gut überlegt sein.
Bei der Aussaat werden die Eigenschaften der Mutterpflanze nicht unbedingt weitergegeben. Auch das Ergebnis in Form der ersten Blüte lässt sehr lange auf sich warten. Am Ende dieser Wartezeit kann das Resultat jedoch eine großartige Überraschung sein.

Diese Produkte sind ideal zum Pflegen Ihrer Pfingstrosen:
  • Plantura Bio-Blumendünger: Ein Bio-zertifizierter und tierfreier Langzeitdünger aus vornehmlich organischen Ausgangsstoffen. Damit ist er ideal, um Ihre Blümchen langfristig mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und diese gesund und kräftig aussehen und prächtig blühen zu lassen.
  • Gardena Gartenschere: Ein Allrounder im Garten. Die Gardena Gartenschere schneidet Blumen, junge Triebe, frisches Holz, aber auch Äste und stärkere Zweige bis zu einem Durchmesser von 24 mm
  • Floragard Blumenerde: Allround-Erde für Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen. Aqua-Plus® sorgt für eine optimale Wasseraufnahme. Optimale Nährstoffversorgung für kräftige und vitale Pflanzen mit prachtvollen Blüten.
Back To Top